10 DINGE, DIE DU IM AUGUST ERLEDIGST

Der Sommer erreicht jetzt seinen Höhepunkt. Die erste Blüte ist vorüber. Bei einigen leuchten sogar schon die Herbstanemonen im Garten. Nichts ist in diesen warmen Tagen schöner, als unterm Sonnenschirm auf der Terrasse zu sitzen und vielleicht bei einem leckeren Glas Bowle  den stolzen Blick über das eigene Gartenreich wandern zu lassen. Die Schmetterlinge werden vom Sommerflieder wie magisch angezogen, die Bienen summen über unsere Beete hinweg, die Vögel zwitschern. Dazu wiegen sich die Stauden, Bäume und Sträucher im warmen Wind. Das ist Sommermusik. Aber so schön und entspannend diese Momente sein mögen, Dein Garten benötigt auch jetzt seine Pflege. Das sind die zehn Dinge, die Du unbedingt im August erledigen solltest.

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Sollte es zu wenig regnen, musst Du unbedingt Deine Hortensien wässern. Schließlich möchtest Du Dich doch noch länger an ihren Blüten erfreuen, oder? Foto: Mariola S./shutterstock

DEINE HORTENSIEN BEKOMMEN IHRE SOMMERDÜNGUNG

Du weißt doch sicher, dass Deine Hortensien einen leicht sauren Boden (pH-Wert 5 bis 6) benötigen, damit ihre Blätter sattgrün bleiben. Sollten sie sich allerdings gelblich verfärben, zeigt dies eindeutig Mangelerscheinungen an. Dagegen musst Du etwas tun. Möchtest Du außerdem, dass Deine blauen Hortensien ihre Farbe behalten, musst Du sie mit aluminiumhaltigen Kalialaun versorgen. In beiden Fällen ist immer ein Spezialdünger für Hortensien ratsam und jetzt ist die Zeit für die Sommerdüngung.

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Glatt geschnitten und in Form gebracht. Der August ist die letzte Gelegenheit dieses Jahres, um Deine Hecke ordentlich zu schneiden. Foto: Marina Lohrbach

BEVOR ES ZU SPÄT IST: JETZT NOCH DIE HECKE SCHNEIDEN

Hecken aus Nadelgehölzen wie Thuja, Scheinzypresse oder Eibe schneidest Du im August. So geht’s: Zunächst knöpfst Du Dir einzelne stärkere Äste vor, die herausragen. Die kürzt Du bis auf wenige Zentimeter im Heckeninneren. Dann kommt die restliche Hecke dran und Du machst mit der großen Heckenschere weiter. Achte beim Schneiden aber darauf, dass sich die Hecke nach oben verjüngt (Trapezform). Ansonsten droht die untere Partie aufgrund von Lichtmangel zu verkahlen. Übrigens können auch Laubgehölze bis Ende des Monats noch geschnitten werden. Auf einen späteren Schnitt solltest Du nach Möglichkeit verzichten, denn die Neutriebe können bis zum Winter nicht ausreifen und erleiden so mit Sicherheit Frostschäden. Gleiches gilt für Deine Buchsbäume: Noch kannst Du sie wunderbar in Form bringen, später solltest Du lieber darauf verzichten und statt dessen bis zum Frühjahr warten.

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Bunt und fröhlich – so kannst du Dir den Sommer für den Winter konservieren. Und das beste: Du wirst alles dafür in Deinem Garten finden. Foto: simonidadj/shutterstock

EINEN BLUMENSTRAUSS FÜR DEN WINTER TROCKNEN

Jetzt kannst Du den Sommer über den Winter retten. Wie das geht? Ganz einfach: Mit einem wunderhübschen  Trockenstrauß aus Deinem Garten! Damit die Blumen ihre Farbe behalten und möglichst lange „frisch“ aussehen, solltest Du sie rechtzeitig ernten. Darum schneidest Du Männertreu (Eryngium planum), Kugeldistel (Echinops-Arten), Papierblume (Xeranthemum annuum) und Kugelamarant (Gomphrena globosa), sobald die Knospen beginnen sich zu öffnen. Bei Sonnenflügel (Helipterum), Strandflieder (Limonium sinuatum) oder Hohem Schleierkraut (Gypsophila paniculata) wartest Du hingegen die Vollblüte ab. Erst dann setzt Du die Schere an. Die geschnittenen Pflanzen hängst Du kopfüber zum Trocknen auf. Am besten an einem schattigen, trockenen und luftigen Ort.

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Zierlauch bringt schon sehr früh Farbe ins Beet. Außerdem sieht es einfach elegant aus, wenn er sich sachte im Wind wiegt. Ein MUSS für jeden Bauerngarten. Foto: scimmery/shutterstock

IN DIESEN TAGEN KANNST DU ZIERLAUCH PFLANZEN

Die Zwiebeln großblütiger Zierlauch-Züchtungen pflanzt Du am besten einzeln oder in Dreiergruppen. Mit dem Spaten musst Du nur ein ausreichend tiefes und breites Pflanzloch ausbuddeln: Der Zwiebelboden sollte später mindestens 15 cm unter der Erde liegen. Tipp: Ist Dein Boden lehmig, dann fülle unten als Dränageschicht etwa drei bis fünf Zentimeter groben Sand ins Pflanzloch. So verhinderst Du Staunässe und senkst die Fäulnisgefahr für die teuren Zwiebelpflanzen.

EINE LETZTE DÜNGUNG FÜR DEINEN RASEN

Jetzt noch einmal den Rasen düngen – vor allem stark beanspruchte Flächen brauchen dringend etwas Kraftfutter. Dafür solltest Du einen Streuwagen oder einen Handstreuer verwenden. Das macht es einfacher und Du verteilst so den Dünger gleichmäßiger auf dem Rasen. Sofern kein Regen in Sicht ist, musst Du anschließend noch ordentlich wässern. Vergiss den Rasen unter Deinen Bäumen und an Deiner Hecke nicht. Er braucht vorm Herbst unbedingt noch eine Düngergabe. Immerhin machen ihm die Gehölze über den Sommer die Nährstoffe streitig. Kommt allerdings Dein Mulchmäher regelmäßig zum Einsatz, kannst Du auf das Nachdüngen im August verzichten.

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Wir lieben Tomaten. Sie sind lecker und gesund. Aber aus den Blüten, die jetzt noch an Deinen freiland Tomatenpflanzen strahlen, werden keine essbaren Früchte mehr. Foto: shutterstock

DIE TOMATEN BENÖTIGEN DEINE AUFMERKSAMKEIT

Langsam, aber sicher nähert sich die Gartensaison nun dem Ende. Darum solltest Du nun einen Blick auf Deine Tomaten werfen und die letzten Blüten an der Pflanze entfernen. Die Früchte, dieser Blüten, würden ohnehin nicht mehr rechtzeitig ausreifen und rauben der Tomatenpflanze unnötig Kraft. Kraft, die sie viel besser in die Ausbildung der noch vorhandenen Tomaten investieren sollte – schließlich wollen wir doch noch die eine oder andere genießen können, oder?

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So manche Rosensorte ist empfindlich und erkrankt leider zu leicht. Darum solltest Du lieber nur ARD-Rosen pflanzen. Die sind nicht so sensibel. Foto: SuSky

ACHTUNG: ROSTPILZ UND STERNRUSSTAU AN DEINEN ROSEN

Du solltest Deine Rosen gerade in diesen Tagen genauestens untersuchen. Denn die Gefahr einer Erkrankung ist jetzt groß, da die Rose durch die erste Blüte ein wenig geschwächt und leichter infizier- und angreifbar ist. Achte darauf:  Rosenrost bildet anfangs gelbliche Punkte auf der Blattoberseite, denen gelbe bis orange gefärbte Sporenlager auf der Blattunterseite folgen. Zum Herbst hin bilden sich hier auch dunkle Sporenlager. Deutlich sternförmige, nahezu schwarze Blattflecken, die sich rasch ausbreiten, verbunden mit einer frühen Vergilbung der Blätter und einem vorzeitigen Laubfall sind typische Symptome für den Sternrußtau. Beides kannst Du ab Beifallsbeginn mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln bekämpfen oder Du probierst es mit einem Spritzmittel aus Magermilch. Dafür benötigst Du fettarme Frischmilch oder Molke, die du in Glasflaschen im Bioladen oder in Supermärkten bekommst. H-Milch ist leider nicht wirksam, denn die Mikroorganismen sollten noch aktiv sein. Die Milch wird mit Wasser für die Spritzflasche wie folgt verdünnt und vorbeugend einmal wöchentlich angewendet. Molkemischung: 1 Tasse Molke und 1 Tasse Wasser; Milchmischung: 1 Tasse frische, fettarme Milch und 3 Tassen Wasser. Vorbeugend kannst Du aber auch widerstandsfähige Rosensorten pflanzen, sogenannte ADR-Rosen.

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Wir dachten immer, dass unseren Rhododendren nichts und niemand etwas anhaben könnte. Stimmt aber leider nicht: Netzwanzen aus Asien bedrohen sie. Foto: Irina Fischer/shutterstock

 

UNTERSUCHE DEINEN RHODODENDRON AUF NETZWANZEN

Wie alle immergrünen Pflanzen zeigt auch Dein Rhododendron erst sehr spät, dass er zu wenig Wasser bekommen hat und sehr unter diesem Mangel leidet. Ein typisches Symptom sind eingerollte Blätter und gelbbraune Brandflecken durch intensive Sonneneinstrahlung. Warte mit dem  Gießen nicht zu lange, denn Trockenschäden wachsen bei immergrünen Sträuchern nur langsam wieder heraus. Zeigt Dein Rhododendron zudem noch Blattsprenkelungen an der Unterseite und dunkle Kot-Tropfen an den Blättern, solltest Du ihn unbedingt auf einen Netzwanzen-Befall hin prüfen. Denn Achtung: Ein starker Befall kann bis zur Verkahlung der ganzen Pflanze führen. Gegen Netzwanzen musst Du schon möglichst frühzeitig mit Pestiziden vorgehen. Ansonsten hilft nur ein brutaler Rückschnitt der Pflanze.

STAUDEN PFLANZEN UND BLUMENZWIEBELN VERBUDDELN

Der August ist Pflanzzeit für Herbstzeitlose, Herbstkrokus (Anfang August), Lilien, Taglilien, Iris und Madonnenlilie. Ende des Monats beginnt auch die Blumenzwiebelpflanzzeit für die Spätwinter- und Frühjahrsblüher. Sie dauert bis Oktober/November. Auch frühblühende Stauden kannst Du bereits im August pflanzen.

Foto: kitzcorner
Das kann schon sehr gemütlich sein, wenn man bei einem Kaffee auf der Terrasse seine Ideen für die Gartengestaltung in einem kleinen Notizbuch festhält. Und im Herbst hilft es. Foto: kitzcorner

NOTIZEN ZUM SOMMERLOCH

Oft stellen sich während der Gartensaison hier und dort ungewollte Blühpausen ein oder Dir gefällt einfach die Pflanzenkombination nicht mehr im Beet. Oder Du möchtest bald einen neuen Baum pflanzen, einen japanischen Hartriegel oder eine Weihnachtstanne? Vielleicht willst Du aber auch das Beet mit neuen Rosen verschönern und die Buchsbaumkugeln umsetzen? Was wohin soll, womit welche Pflanzengruppe ergänzt werden soll oder wo unschöne Löcher entstanden sind kannst Du Dir doch nicht den ganzen Sommer über merken. Das meiste werden ohnehin spontane Einfälle sein. Schaff Dir am besten ein kleines Notizbüchlein an, in dem Du alles notieren und skizzieren kannst. Deponiere es am besten bei Deinen Gartengeräten. Dann ist es immer griffbereit, wenn Du durch Dein Gartenreich wandelst. Und im Herbst kannst Du es durchblättern und nachsehen, welche Deiner tollen Ideen Du verwirklichen möchtest oder welches Problem nun gelöst werden kann.

2 Comments

  • Alke
    14. August 2016 13:24

    Spätwinter- und Frühjahrsblüher, lieber Frank, was wären das denn für Pflanzen? Hättest Du ein paar Vorschläge? Liebe Grüße, ALke

    • admin
      16. August 2016 18:45

      Liebe Alke, extra für Dich habe ich den aktuellen Artikel „So blüht Dein Garten das ganze Jahr“ verfasst. Ich hoffe,er bietet Dir genügend Anregungen. Liebe Grüße Frank

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