10 TIPPS FÜR DAS PERFEKTE BEET UNTERM BAUM

Ein alter Baum verleiht einem Garten etwas Erhabenes, Historisches, Märchenhaftes. Er steckt voller Erinnerungen – guten und schlechten. Vielleicht hast Du unter einem alten Baum einer großen Liebe Deine Gefühle gestanden, vielleicht hast Du aber auch darunter geweint, als Du einen schlimmen Schicksalsschlag verkraften musstest. Ja, ein Baum kann einem Halt und Trost spenden, aber auch Freude und Glück. Vielleicht behandeln Gärtner wie wir daher einen Baum wie einen alten Freund oder ein vertrautes Familienmitglied. Voller Respekt, Ehrfurcht und Liebe. Wir möchten, dass er gut da steht. Reichlich umpflanzt, verschönt, von allen bewundert. Das fällt aber gar nicht leicht, denn sein dichtes Blattwerk und seine Wurzeln erschweren eine Bepflanzung zu seinen Füßen ungemein. Nur wenige Stauden und Gräser wollen dort gedeihen. Aber Du solltest nicht aufgeben. Mit einer ordentlichen Schicht Erde, Kompost und Mulch zu Füßen des Baums, schaffst Du die Basis für ein gelungenes Pflanzenbeet. Danach musst Du nur noch klug die Stauden und Gräser auswählen, die Du dort setzen möchtest. Wenn Du meine zehn Tipps befolgst, werden sich die Pflanzen unter Deinem Baum munter einrichten und dort fröhlich wachsen. Du wirst begeistert sein. Versprochen.

 

Foto: Jamie Hooper
Mit den richtigen Pflanzen kannst Du Deinen Baum so richtig spannend inszenieren. Das wird Dir gefallen, denn Deine Freunde und Nachbarn werden beeindruckt sein. Foto: Jamie Hooper

 

 

ACHTE AUF DIE WURZELN DEINES BAUMES

Du denkst bestimmt, sie seien groß und stark. Sind sie aber nicht – jedenfalls nicht an ihren Wurzeln. Dort sind Bäume höchst empfindlich und leicht zu verletzen. Bäume wie Buchen, Kirschen und Pflaumen, Hartriegel, Magnolien und Ahorn, haben zudem auch noch sehr flache Wurzeln. Sie liegen nur wenige Zentimeter unterhalb der Bodenoberfläche und sollten dort auch nicht gestört werden. Du darfst also rund um die Wurzeln nur sehr vorsichtig buddeln. Verwende dafür am besten eine Kelle oder kleine Handschaufel, auf gar keinen Fall aber einen Spaten. Solltest Du beim Graben auf Wurzeln treffen, such Dir fix eine neue Stelle für Deine Pflanzen. Vermeide auch eine Beschädigung der Rinde an der Baumbasis, denn jede Verletzung ist eine Einladung für Krankheiten und Schädlinge. Sie finden über diese Wunden ihren Weg in den Baum.

 

Foto: Cherngchay-Donkhuntod
Wir müssen vorsichtig sein. Die Wurzeln Deines Baumes sind höchst sensibel. Die dürfen wir nicht verletzen. Darum Achtung – nicht zu tief buddeln. Foto: Cherngchay Donkhuntod

 

 

DAS BESTE IST, DU FÄNGST KLEIN AN

Da Du keine tiefen Löcher buddeln darfst, um große Pflanzen unter Deinen Baum zu setzen, solltest Du Dir am besten kleine Sämlinge oder Setzlinge aus der Gärtnerei besorgen. Die kannst Du günstig und in größeren Mengen auch online bestellen, zum Beispiel in den Baumschulen. Mit ein wenig Geduld und Spürsinn wirst Du im Internet bestimmt eine günstige Quelle dafür finden und so eine Menge Geld sparen. Natürlich kannst Du auch Deine eigenen Sämlinge oder Setzlinge ziehen. Diese Jungpflanzen sind deswegen so geeignet, weil sie nur sehr kleine Wurzelballen haben. Oft müssen sie gar nicht eingebuddelt werden, sondern können von Dir sachte in die ausgeharkte Erde gedrückt werden. Natürlich musst Du sie anschließend ordentlich wässern. Im Gegensatz zu größeren Pflanzen, machen sie dem Baum den Lebensraum nicht streitig, sondern passen sich ihm an. Und das schadet keinem von beiden.

 

Foto: Sand de Beautheil
Du darfst nur kleine Pflanzen unter Deinen Baum setzen, aber davon viele. Sie werden größer und den Platz unter Deinem alten Baum ausfüllen. Ganz bestimmt. Also lass sie wachsen. Foto: Sand de Beautheil

 

 

KONZENTRIERE DICH AUF EINIGE WENIGE PFLANZEN

Am schönsten wirkt das Beet unter Deinem Baum, wenn Du Dir einige „Schlüsselpflanzen“ heraus suchst und sie in größeren Gruppen pflanzt. Du solltest sie allein schon deswegen in größeren Gruppen setzen, da Du sie ja als sehr kleine Sämlinge in die Erde bringst und nicht weißt, wie viele von ihnen sich letzten Endes gegen Wind und Wetter, hungrige Vögel oder gierige Schnecken durchsetzen werden. Zum Schutz gegen die ungewollten Schädlinge könntest Du das Beet in der ersten Zeit mit einer alten Gardine überspannen. So gibt’s für die Sämlingsfresser kein Durchkommen. Hilfreich ist es auch, wenn Du sich schnell ausbreitende Bodendecker pflanzt. Aber Vorsicht: Efeu, Schattengrün und Rohrglanzgras erobern in null Komma nix auch den restlichen Garten. Besser geeignet sind dagegen Haselwurz, Akelei und Tränendes Herz.

 

 

 

LASS PFLANZEN DEINEN BAUM UMARMEN

Soll die Bepflanzung unter Deinem Baum natürlich aussehen, darfst Du die Pflanzen auf gar keinen Fall ordentlich in Reihen setzen. Lieber sollten sie den Baum in lockerer Form umschmeicheln. Du musst sie geradezu um den Baum fließen lassen. Pflanze Stauden, wie Schaumblume oder Sternblume. Sie schaffen sich auch ihre eigenen Grenzen. Natürlich musst Du sie hin und wieder ein wenig ausdünnen, um sie in Schach zu halten. Aber das sollte doch kein Problem sein, oder?

 

 

 

AUCH EIN SCHÖNES BLATT KANN ENTZÜCKEN

Du kannst pflanzen, was Du willst – aber unter einem Baum wirst Du niemals eine Blütenfülle wie im sonnigen Rest des Gartens erreichen. Grund: der Schatten und die Bodenverhältnisse. Das ist nicht weiter schlimm. Schließlich kannst Du dennoch für einen schicken Anblick sorgen, auch wenn’s  nicht gerade quietschend bunt wird. Du wählst einfach Pflanzen aus, deren Blätter die ganze Saison über faszinieren, begeistern und zum Schwärmen verleiten. Eine gute Auswahl: Haselwurz, Japanischer Regenbogenfarn, Funkien, Korallenglöckchen, Goldbandgras und Maiapfel. Auch mit diesen besonderen Stauden und Gräsern kannst Du ein abwechslungsreiches Pflanzenbild schaffen.

 

 

SORGE FÜR TROCKENE ZEITEN VOR

Es vereinfacht Dir die Pflege, wenn Du Pflanzen auswählst, die auch trockenere Zeiten ohne weiteres überstehen. Sind sie jung, musst Du sie natürlich regelmäßig gießen und düngen. Da bleibt Dir nichts anderes übrig. Sind sie aber erst einmal groß und stark, lässt sich diese Zuwendung einigermaßen reduzieren. Du darfst auch nicht vergessen, dass sich Deine Stauden und Gräser mit den Wurzeln des Baumes ums wertvolle Nass zoffen. Zwar wissen sich Stauden und Gräser mit zunehmendem Alter zu arrangieren, dennoch schadet es nicht, wenn Du sie gerade im Sommer regelmäßig gießt.

 

Foto: Peter Turner Photography
Du musst wissen, dass Dein Baum viel Wasser benötigt. Die Stauden und Gräser aber auch. Darum kommst Du nicht umhin alle regelmäßig zu gießen. Foto: Peter Turner Photography

 

 

ES SOLL DAS GANZE JAHR ÜBER BLÜHEN

Du solltest auf alle Fälle den Herbst nutzen und unter Deinem Baum ordentlich Blumenzwiebeln setzen, besonders mit den kleinen wie Krokus, Zwergiris und Sternhyazinthe kannst Du besonderes großzügig sein. Eine gute Wahl wären auch die kurzlebigen Ephemeren: Blutwurz, Zwerg-Herzblume, Waldlilien und Blauglöckchen sind ein absoluter Hingucker unterm Baum. Sie  blühen nur kurz und ziehen sich zurück, sobald die Temperaturen steigen. Damit machen sie Platz für Stauden, die Dich über die restliche Saison begeistern werden.

 

 

 

LASS DICH ÜBERRASCHEN

Es schadet nicht, wenn Du Deiner Unterpflanzung ein wenig Dramatik verpasst und Du Pflanzen setzt, die die Blicke auf sich ziehen. Hier und da reicht schon eine quietschige Farbe oder eine ungewöhnliche Form der Blätter, eine unerwartete Blattstruktur. Aber Achtung: Auch einige der eigentlich geeigneten Pflanzen neigen dazu im lichten Schatten schnell zu verblassen. Du solltest sie auf alle Fälle am Rand positionieren, damit sie noch ein wenig Sonnenlicht abbekommen und nicht gänzlich unter den Zweigen Deines Baumes vor sich hin vegetieren müssen. Das würde Dich doch nur enttäuschen, weil Du nicht den gewünschten Effekt erzielst. Das Beste ist, Du erkundigst Dich noch einmal ganz genau vorm Kauf beim Gärtner.

 

Foto: Dariusz-Gora
Unter Deinem Baum könntest Du auch noch eine schicke Teakholz-Bank platzieren. Neben und hinter ihr könnte es grünen und blühen. Wunderbar! Ein neuer Lieblingsplatz. Foto: Dariusz-Gora

 

 

HAST DU EINE SCHÖNE PFLANZENKOMBINATION GEFUNDEN, WIEDERHOLE SIE 

Du schaffst eine einzigartige Harmonie in Deinem Garten, wenn sich die Bepflanzung an mehreren Stellen wiederholt. Dein Garten wirkt dann ohne großen Aufwand zusammenhängend und abgestimmt. Also verwende die Pflanzen nicht nur unter Deinem schattigen Baum, sondern schau einfach, ob es noch anderswo auf Deinem Grundstück ein Plätzchen gibt, dass Du mit ihnen bepflanzen könntest. Hinter einer Sitzbank vielleicht, neben Deiner Garage oder vielleicht auf einem Streifen neben Deinem Haus, der kaum von der Sonne verwöhnt wird.

Foto: Lapina
Foto: Lapina

 

 

DEINE PFLANZEN WOLLEN UNGESTÖRT WACHSEN

Um Dein „Baumbeet“ gesund zu halten, schenke ihm doch regelmäßig einige Zentimeter Bio-Mulch und Kompost. So schaffst Du spielend einen „Waldboden-Effekt“ und Deine Pflanzen werden es Dir mit einem üppigen Wachstum danken. Du solltest übrigens in jedem Frühjahr mulchen, bevor die Stauden ihre Blätter entwickeln. Allerdings musst Du darauf achten, dass Du die Pflanzen nicht unter der Mulchmasse vergräbst. Du wirst sehen ein wenig sorgsame Pflege und Geduld zahlen sich aus: Sobald sich die Pflanzen an ihre Umgebung gewöhnt haben, werde sie sich so üppig entwickeln, dass Du mit ihren Ablegern auch andere Stellen Deines Gartens verschönern kannst.

 

 

 

 

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