DIESE 12 PFLANZEN BLÜHEN AN DEN SCHWIERIGSTEN PLÄTZEN

Herbstzeit ist Pflanzzeit und jetzt kannst Du wunderbar Deine Pläne aus dem Sommer in die Tat umsetzen oder einfach neue fürs kommende Gartenjahr schmieden. Schließlich gibt es auch in Deinem Garten noch Plätze, mit denen Du nicht so ganz zufrieden bist, oder? Oft ist das der Fall unter dichten Bäumen, im Schatten oder an der Grundstücksgrenze zu Nachbars naturnahem Garten. Wahrscheinlich hast Du diese Ecken schon genauso oft verflucht wie ich. Und dabei ist es gar nicht so schwierig sie ansehnlich zu bepflanzen. Damit könntest Du jetzt beginnen. Nutze einfach die letzten schönen Tage des Herbstes dafür. Eine wunderbare Hilfe ist wieder das Buch von Nick Bailey „Blühende Beete – 365 Tage Gartenglück“, aus dem Callwey Verlag. Dort erfahren wir, dass es auch für den schwierigsten Standort wunderbare Lösungen gibt. Wir müssen nur auf die Stimme von Mutter Natur hören, denn sie hat wirklich für jedes Plätzchen eine Pflanze im Angebot. Pflanzen, die im trockenen Schatten unter dichten Sträuchern wachsen, die sich Licht- und Wassermangel bestens angepasst haben. Sie nutzen mit ihren großen Blättern jeden noch so spärlichen Lichtstrahl. Andere wurzeln so tief, dass sie mühelos ihren Durst am Grundwasser stillen können. Einige blühen im Winter und Frühjahr, bevor die Sträucher und Bäume dicht belaubt sind. Andere haben sich an heißen und trockenen Standorten einen Sonnenschutz aus feinen Härchen zugelegt oder einen unterirdischen Wasserspeicher. Das ist doch faszinierend, oder? Diese Pflanzen müssen wir uns nur zu Nutze machen, dann sehen unsere trostlosen Ecken wie kleine, blühende Paradiese aus. Vielleicht kann ich Dir helfen, denn hier möchte ich Dir 12 Pflanzen für 4 schwierige Standorte vorstellen. Mit ihnen kannst Du garantiert auch das traurigste Eckchen noch verschönern.

 

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Jeder Garten hat seine Besonderheiten. Egal, ob es der Boden, das Licht oder der Wind ist. Die Natur hat aber für alles eine Lösung, damit auch Du Dich an Deinem Garten erfreuen kannst. Foto: anneka/shutterstock

 

 

EXTREM TROCKENER SCHATTEN

Im Winter und im Frühling bereitet dieser Standort kaum Schwierigkeiten. Dann ist das Laub der Bäume und Sträucher dünn, Sonnenlicht kann bis zum Boden fast ungehindert hindurch scheinen. Die eigentliche Herausforderung beginnt hier erst im Sommer, wenn das Laub dicht gewachsen ist und die Pflanzen sich im extrem trockenen Schatten um das Wasser streiten. Eine der wenigen Pflanzen, denen dieses sommerliche Gezanke nichts auszumachen scheint, ist der Frauenmantel. Mit seinen großen, fächerförmigen Blättern sammelt er ungerührt die Regentropfen, um über die heißen Tage zu kommen. Der Frauenmantel ist eine ziemlich anspruchslose Staude und ein wunderbarer Bodendecker. Seine gelb-grünen Blüten bringen zudem Licht in den Schatten. Ähnlich kämpferisch zeigt sich auf diesem Platz auch immer wieder die Bergenie. Sie wächst dort, wo sich sonst kaum eine andere Pflanze niederlassen will. Den trockenen Schatten verschönert die anspruchslose Bergenie mit ihren Blüten vor allem im April und Mai. Allerdings gibt es auch Sorten, die im Sommer oder Herbst blühen. Kombinierst Du sie also geschickt, hast Du die ganze Gartensaison über Freude an ihnen. Im extrem trockenen Schatten fühlt sich auch der Stechende Mäusedorn zu Hause. Er wurde 2002 zur Heilpflanze des Jahres gekürt und wächst zwischen 20 und 80 Zentimeter hoch. Der Stechende Mäusedorn blüht von März bis Mai, anschließend setzen seine roten Früchte farbige Akzente – bis tief in den Winter. Auch Schneeglöckchen und Hasenglöckchen passen hier wunderbar. Du könntest ebenso dem herrlich exotischen Rauling eine Chance geben. Seine hellen, blau-violetten Blüten öffnen sich schon im späten Winter. Später verkleidet er den trockenen Schatten mit seinen großen, grünen Blättern, die bis in den Spätsommer ohne Hilfe auskommen. Danach musst Du die Staude allerdings regelmäßig gießen.

 

 

 

HEISS, TROCKEN, DURCHLÄSSIGER BODEN

Die pralle Sonne ist nicht für jeden etwas. Erst recht nicht, wenn das Plätzchen auch noch absolut windstill ist und sich hier die Hitze stauen kann. Noch anstrengender wird es, wenn der Boden das Wasser nicht hält, sondern durchlässig ist. Diese Bedingungen empfinden viele Pflanzen als zu extrem und wollen nicht gedeihen. Andere wiederum lieben solche Standorte. Es sind vor allem die Trockenpflanzen aus Mexiko, der Türkei oder Kalifornien, die mit diesen Gegebenheiten und dem Wassermangel zurecht kommen. Sie blühen oft über mehrere Jahreszeiten und erfreuen uns so fast das ganze Jahr über mit ihren südländischen Farben. Die Farbpalette scheint schier unerschöpflich zu sein: Neben zahlreichen Zwiebel- und Knollenpflanzen kann Dich schon im Frühling zum Beispiel die Schleifenblume mit ihren zierlichen, weißen Blüten verzaubern. Sie blüht tapfer bis in den Sommer. Ich kann mir an so einer Stelle aber auch sehr gut das Felsen-Steinkraut vorstellen. Seine kleinen gelben Blüten scheinen über den silbrigen Blattpolstern zu schweben. Wenn der Frühling dann langsam in den Sommer übergeht, wird die Auswahl an geeigneten Pflanzen um ein vielfaches größer. In diesen Tagen reckt auch die Iris ihre Blüte in die Höhe. Auch der Behaarte Backenklee fügt sich hervorragend in die Gegebenheiten. Die kleine, an pralle Wolken erinnernde Pflanze mit ihrem zierlichem, silbernen Laub hat zarte, weiße Blüten. Setzt Du sie in ein Kiesbett oder zwischen große Steine wirkt sie dort, wie von der Natur gepflanzt. Ein absolutes Muss für heiße und trockene Standorte ist sicherlich auch die Kriechende Winde mit ihren hübschen, hellblauen Blüten. Die Auswahl an Pflanzen ist groß, der Pflegebedarf hält sich in Grenzen. Natürlich solltest Du hin und wieder das Unkraut zupfen, Deine Pflanzen mit Wasser versorgen und angemessen düngen. Aber das machst Du ja ohnehin sehr gewissenhaft.

 

 

 

SCHATTIGE MAUERN

Nordmauern haben es in sich – oft ist es dort zu trocken, zu schattig, zu kühl. Ganz ähnlich wie in unseren Wäldern. Daher pflanzt Du hier am besten Wandbegrüner, die auch unter dichten Baumkronen wachsen und im Waldklima bestehen können. Richtig hübsch wird es an Deiner Wand, wenn Du zwei oder drei Kletterpflanzen miteinander kombinierst. So kannst Du Dich fast das ganze Jahr über an einem bunten, blühenden Wandteppich erfreuen. Der Trick dabei ist, dass sich die Arten miteinander vertragen und nicht gegenseitig verdrängen. Mit ein wenig Pflege  – also Schnitt und Erziehung – und dem richtigen Rankgerüst, sollte dem eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Kletterhilfen aus Holz sehen erst einmal hübsch aus, werden sich aber später als unpraktisch erweisen. Wenn die Wurzeln Deiner Wandbegrüner zu dick und schwer geworden sind, kann es passieren, dass sie die Kletterhilfe von der Wand reißen. Besser ist, Du versuchst es mit Drähten und Ösenschrauben. Spann den Draht in einem Abstand von 30 Zentimetern horizontal an Deiner Wand entlang. Wenn es Dir optisch nicht so gefällt: Keine Sorge, der Draht wird schon bald hinter der Bepflanzung verschwinden. Ganz toll könnte an Deiner Nordwand übrigens die ungewöhnliche Schisandra aussehen. Sie wird Dich im Spätfrühling mit kleinen, unzähligen, roten Blüten begeistern. Im Hochsommer haben sich aus den Blüten dann cremefarbene Samenketten gebildet, die sich bis zum Herbst rötlich verfärben. Ein grandioses Farbenspiel, das Du noch steigern kannst: Kombiniere zu Deiner Schisandra doch einfach eine helle Klematis. Gerne eine spätblühende. Gelegentlich solltest Du abgestorbene Triebe herausschneiden. Grandios sieht dazu an einer Nordwand auch eine Spalthortensie aus. Die weißen Hochblätter der ausladenden Blütenstände scheinen wie Federn im Wind zu schweben. Die Spalthortensie verträgt feuchten Boden, aber keine Staunässe. Sie kann bis zu 6 Meter hoch wachsen und bis zu 4 Meter in die Breite gehen.

 

 

 

ALTE GÄRTEN

Mit alten, langweiligen Gärten ist das immer so eine Sache – entweder Du reißt alles raus und legst ihn komplett neu an oder Du versuchst ihn einfach nur klug zu ergänzen. Es gibt Pflanzen, mit denen Du einen bereits etablierten Garten richtig toll aufpeppen kannst. Sie brauchen wenig Platz und leisten dennoch Großes. Diese Pflanzen fügen sich in fast jede Lücke und sind ganz fix ein beeindruckender Blickfang im alten Beet. Eins dieser wunderbaren Geschenke von Mutter Natur ist der herrlich duftende, im Winter blühende Seidelbast. Er erreicht eine Wachshöhe von nur höchstens einem Meter, ist wenig verzweigt und wächst zumeist straff aufrecht. Er öffnet seine meist rosé, später weißen Blüten im Februar und begeistert Dich damit bis in den April. Anschließend trägt er hübsche, dekorative, rote Beeren. Da die Blüten Nektar führen, sind sie für Insekten im Vorfrühling ein wahrer Magnet. Aber wie das meistens mit den schönsten Pflanzen im Garten ist – sie sind leider giftig. So auch der Seidelbast. Also trage bitte bei Arbeiten an ihm unbedingt Deine Gartenhandschuhe. Auch schön, sehr effektvoll und leicht zu pflanzen ist übrigens die Prunkwinde. An einem entsprechend hohen Bambusstab vorgezogen, überflutet diese Schlingpflanze bisher öde Sträucher in nur wenigen Tagen mit einer Fülle von Blüten. Das sieht einfach nur zauberhaft aus. Die Prunkwinde benötigt einen vollsonnigen, windgeschützten Platz. Der Boden sollte lehmig, gleichbleibend feucht und nicht zu sauer sein. Sie ist eine einjährige Pflanze, blüht im Sommer und kann bis zu 3 Meter hoch wachsen. Nachdem Du Seidelbast und Prunkwinde gepflanzt hast, solltest Du nun noch nach einem Plätzchen für das Balkan-Windröschen Ausschau halten. Je nach Sorte blüht es in Weiß, Blau oder in verschiedenen Rosa-Tönen und wächst zwischen 10 und 15 Zentimeter hoch. Das Balkan-Windröschen öffnet bereits im Februar seine Blüten. Nach getaner Arbeit dürfte der alte, öde Garten nun wieder jung, frisch und aufregend aussehen.

 

 

 

NATURNAHE ECKE

Naturnahe Ecken können ihren eigenen Reiz und eine eigenwillige Schönheit besitzen. Eines ist auf alle Fälle sicher: Sie locken Insekten, Vögel und andere Tiere in Deinen Garten und sind somit gut für unser Öko-System. Es gibt viele Arten, die solche Plätze lieben und über viele Monate mit ihren Farben ausfüllen. Der wilde Schneeball ist so eine Pflanze. Im Spätsommer bildet er schicke, weiße Blütendolden, um uns dann im Herbst mit tollen, roten Früchten zu beeindrucken. Schließlich verfärbt sich auch noch sein Laub in ein wunderbares Gemisch aus Rot, Orange und Gelb. Du kannst den wilden Schneeball sehr gut mit einem Spindelstrauch kombinieren. Auch der  Spindelstrauch setzt mit seinen orangefarbenen Samen in den dunkelrosa Kapseln an seinen Zweigen farbliche Akzente. Später, in den Herbstmonaten, leuchtet zudem sein Laub in rot- und bronzefarbenen Tönen. Das sieht spektakulär aus. Schneeball und Spindelstrauch sind sehr robuste Pflanzen, beide stellen keine großen Ansprüche. Perfekt wird das Bild, wenn Du nun noch eine Hagebutte dazu setzt. Die runden, rötlichen Hagebutten folgen auf süß nach Nelken duftenden, rosa Blüten im Sommer. Und auch im Winter sehen die Hagebutten grandios aus. Vor allem, wenn sich der Raureif darauf setzt oder die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen. Ganz wichtig: Die Hagebutte bietet vielen Tieren auch in den kalten Monaten noch  Nahrung.

 

 

 

Buchtipp: Wie ich schon in dem Artikel „Diese 13 Pflanzen verlängern den Sommer“ erwähnte, bin ich total begeistert von „Blühende Beete – 365 Tage Gartenglück“ von Nick Bailey, aus dem Callwey Verlag. Nick ist wirklich ein genialer Landschaftsgärtner. Du musst nur durch den Londoner Chelsea Physic Garden schlendern, dann siehst Du was er für ein großes Talent ist. Dort ist Nick der Chefgärtner. Kein Wunder also, dass er Dir auf viele Garten-Fragen wertvolle Antworten geben und Lösungen für Probleme anbieten kann. Sein Schatz an Erfahrungen scheint riesig. Um so schöner ist es doch, dass er uns davon profitieren lässt. Selbst für die schwierigsten Ecken in unserem Garten weiß er Rat. Und zeigt uns, wie wir selbst den Schatten über das ganze Jahr zum Blühen  bringen. Das ist einfach nur grandios. Was kann es also Schöneres an einem verregneten Herbsttag geben, als in Nicks Buch zu blättern und neue Pläne für den Garten zu schmieden? Ich kann Dir dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es gehört einfach in jede Gärtner-Bibliothek.

„Blühende Beete – 365 Tage Gartenglück“ von Nick Bailey, erschienen im Callwey Verlag. Preis: 29,95 Euro

 

 

2 Comments

  • Gartenstreifzug
    29. November 2016 20:22

    Hallo Frank,
    da habe ich heute eine ganz besonders schöne Gartenseite hier entdeckt!
    In Zukunft werde ich regelmäßig hier durchschlendern.
    Viele Grüße von Arlene vom Gartenstreifzug

    • admin
      29. November 2016 22:06

      Hallo Arlene, vielen Dank für das schöne Kompliment. Ich freue mich immer über Deinen Besuch. Komm bald wieder. Liebe Grüße, Frank

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