ALPENVEILCHEN IM GARTEN – DAS MUSST DU BEACHTEN

Meine Oma hatte immer eines auf dem Tisch oder der Fensterbank stehen. Auch meine Mutter hat sie gemocht. Ich fand Alpenveilchen eine lange Zeit ziemlich spießig. Bis ich erfahren habe, dass es welche gibt, die Du in den Garten setzen kannst. Und ich musste feststellen: Im Garten entfalten sie einen ganz eigenen Zauber. Heute bin ich ein großer Fan dieser Pflanze. Dir wird es bestimmt nicht anders gehen, wenn sie erst einmal in Deinem Garten blühen und Farbe in den Schatten Deiner Hecke bringen. Da bin ich mir sicher. Versuch`s doch mal.

 

Im Februar beginnt die Blütezeit des Vorfrühling-Alpenveilchens. Dann ist es noch recht kühl, darum bevorzugt es einen geschützten Platz nahe einer Mauer oder einer Hecke. Foto: Nattharit Poungpath

 

 

NICHT JEDES ALPENVEILCHEN DARF IN DEN GARTEN

Es gibt so ein schönes Motto unter Gärtnern, es lautet: „Nur die Harten kommen in den Garten“. Es scheint fast, als wurde dieses Motto für das Alpenveilchen geradezu erfunden. Denn nur die winterharten Alpenveilchen werden auch die kalte Jahreszeit unbeschadet überstehen. Das Tolle: Eine hübsche Auswahl wird im Handel angeboten. Das Wunderbare ist, dass Du sogar für jede Jahreszeit das richtige Alpenveilchen finden wirst. Das Vorfrühling-Alpenveilchen öffnet seine Blüten bereits im Februar und März. Das winterharte Sommer-Alpenveilchen verschönert Deinen Garten dann von August bis September und das Herbst-Alpenveilchen schließt sich dann mit seinen zauberhaften Blüten bis Oktober an. Fabelhaft: Es bleibt den ganzen Winter über grün. Erst im Frühsommer ziehen sich seine Blätter wieder zurück. Übrigens: Auch das Anatolien-Alpenveilchen steckt frostige Temperaturen ganz gut weg. Kombinierst Du sie nun alle richtig, kannst Du Dich fast das ganze Jahr über an einer Alpenveilchen-Pracht erfreuen. Du musst sie nur fünf bis sieben Zentimeter tief in die Erde setzen. Solltest Du Alpenveilchen als Knollen pflanzen, achte bitte darauf, dass Du sie auch richtig einpflanzt: Die Wurzelbüschel gehören nach unten.

 

 

 

UND WAS IST MIT MEINEM ZIMMER-ALPENVEILCHEN?

Es ist immer einen Versuch wert, nur solltest Du behutsam vorgehen. Dein Zimmer-Alpenveilchen verträgt nämlich nicht unbedingt die kühleren Temperaturen im Garten. Warte am besten, bis die Blütezeit im Februar vorüber ist, dann stellst Du es im Topf tagsüber nach draußen. Sicherlich findest Du ein geschütztes Plätzchen auf Deiner Terrasse oder Deinem Balkon für das Alpenveilchen. Abends holst Du es dann wieder hinein. Mitte Mai könntest Du es dann in den Garten pflanzen, am liebsten in den Windschatten Deiner Hecke. Im Gegensatz zu den Freiland-Alpenveilchen, die Frost sehr gut vertragen, solltest Du Dein ausgepflanztes Zimmer-Alpenveilchen unbedingt mit Reisig abdecken. Und jetzt heißt es „abwarten und Tee trinken“. Fehlt Dir der Mut oder die Geduld, solltest Du es auf alle Fälle Ende September wieder reinholen – dann verschönert es mit seinen Blüten wieder Deine Fensterbank…

 

Das Alpenveilchen hat es im 17. Jahrhundert aus Klein-Asien zu uns geschafft. Die meisten Sorten sind nur für die Fensterbank geeignet, aber es gibt auch einige für den Garten. Das sind die schönsten. Foto: Sabrisy

 

 

HIER FÜHLT SICH DAS ALPENVEILCHEN WOHL

Das Alpenveilchen mag es hell, aber kein direktes Sonnenlicht. Sein Plätzchen sollte halbschattig oder sogar schattig sein. Ein vollsonniger Standort kommt jedenfalls überhaupt nicht in Frage. Er wäre ein absolutes Todesurteil für das Alpenveilchen, denn so ein Platz bedeutet zu viel Hitze und Trockenheit im Sommer. Am besten pflanzt Du es unter einen Baum oder im Schatten Deiner Hecke. Der Boden sollte feucht, durchlässig und humos sein. Staunässe mögen Alpenveilchen nicht. An so einem geschützten Platz fühlt es sich wohl, dort wird es sich prächtig entwickeln.

 

 

 

EIN BISSCHEN PFLEGE DARF ES SCHON SEIN – ABER NUR EIN BISSCHEN

Das Alpenveilchen in Deinem Garten ist ein ziemlich bescheidener Zeitgenosse. Nur hin und wieder solltest Du verwelkte Blüten und Blätter abzupfen. Die verwelkten Blüten solltest Du übrigens nur vorsichtig abdrehen, dabei hältst Du den Stängel fest. Du solltest den Wurzelbereich mulchen. So bleibt der Boden schön feucht. Einmal im Jahr darfst Du Dein Alpenveilchen mit einer Gabe Kompost verwöhnen, zwischen Mai und Juni solltest Du aber aufs Düngen verzichten. Naht der Winter und neigst Du zur Vorsicht, kannst Du das Alpenveilchen ruhig mit etwas Laub abdecken. So übersteht es den Winter garantiert unbeschadet – und Du machst Dir keine unnötigen Sorgen.

 

Alpenveilchen gelten als klassische Topfpflanze. Im Zimmer mag es Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad, im Garten verträgt das winterharte Alpenveilchen aber auch Frost. Foto: Lenka Soljanikova

 

 

WOZU PASST ES AM BESTEN…

Ein Teppich aus Alpenveilchen würde unter Deinem alten Baum sensationell aussehen. Klar, brauchst Du dafür Platz. Aber vielleicht hast Du ihn ja. Ich habe Alpenveilchen vor meine Rotbuchen-Hecke gepflanzt. Auch das sieht ganz hübsch aus. Du kannst sie aber auch im Kübel auf Deiner Terrasse wachsen lassen. Versuch doch zum Herbst mal eine Kombination mit Erika, Fetthenne oder Chrysanthemen. So eine herbstliche Schale würde sich auch ganz gut in Deinem Eingangsbereich machen. Allerdings musst Du dann wirklich auf einen entsprechenden Winterschutz achten oder Deine Alpenveilchen vor dem Frost wieder ins Haus holen.

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