ALLES, WAS DU ÜBERS MULCHEN WISSEN SOLLTEST

Als mich meine Gartenleidenschaft ergriff, hörte ich immer wieder, dass ich meine Beete mulchen müsse. Allerdings konnte mir kaum jemand richtig erklären, was Mulchen überhaupt ist. Ich dachte mir nur, was für ein komisches Wort und ignorierte es. Heute weiß ich aber, was es ist, wie man es richtig macht und warum Mulchen für meine und Deine Pflanzen so wichtig ist. Hast Du Deine Beete schon gemulcht? Noch nicht? Dann aber ran! Jetzt ist die beste Zeit dafür. Der Boden wärmt sich langsam wieder auf, aber das Unkraut keimt noch nicht. Damit es Dir nicht so ergeht, wie mir, findest Du hier das Wichtigste zum Thema Mulchen.

 

Willst Du in den Beeten Rindenmulch aus dem Baumarkt oder Garten-Center verteilen, achte darauf, dass Du nicht das billigste Zeug nimmst. Das ist oft nur Müll, schlecht verarbeitet und sieht nicht wirklich schön aus. Foto: Chandanaroy

 

 

SONNE UND MULCH

Die Aufgabe des Mulchs ist ganz fix erklärt: Es soll Sonnenstrahlen und Luft vom Boden fernhalten, damit das Unkraut keine Chance hat und der Boden über längere Trockenperioden schön feucht bleibt. Das klingt auf den ersten Blick ganz gut, aber wie das eben so ist – alles hat seine Vor- und seine Nachteile. So fühlen sich im Mulch Schnecken und Co. leider sehr wohl, immerhin ist es dort kühl, feucht und dunkler als an anderen Stellen im Garten. Auch vermehren sie sich dort lieber als woanders und nirgends lassen sich Schneckeneier geschützter ablegen als in einer ordentlichen Mulchschicht. Darauf solltest Du auf alle Fälle immer wieder achten. Das Beste ist, Du harkst die Mulchschicht regelmäßig durch.  Der Vorteil von Mulch: Er schützt eben auch die Wurzeln Deiner Pflanzen vor sengenden Sonnenstrahlen, vor allem im Hochsommer. Aber auch im Winter, wenn Schnee und Frost Deinen Pflanzen schaden könnten, bildet Mulch eine schützende Decke.

 

Auch die Mulchschicht muss gepflegt werden. So solltest Du am ende der Gartensaison Deinen Mulch aus Kompost oder Rasen wenden., damit er besser verrottet und so optimal dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt wird. Foto: Ketrin_Ti

 

 

WASSER, WÄRME, MULCH

Mulch hat in der Tat viele Vorteile: Im Frühjahr erwärmt sich der Boden langsamer und Deine Pflanzen haben so mehr Zeit, sich prächtig zu entwicklen. Im Sommer trocknet das Beet nicht aus und der Boden ist vor dem Wind geschützt. Du musst also nicht so oft gießen. Das spart Zeit, Geld und wertvolle Ressourcen. Zudem kann der Regen nicht mehr direkt auf die Erde klatschen. Das hält Deine Pflanzen sauber und schützt sie vor Krankheitskeimen, die sich im Erdreich verstecken. Sollte es allerdings so stark geregnet haben, dass Deine Beete wie Moore wirken, musst Du die Mulchschicht vorsichtig mit einer Grabegabel aufreißen und dafür sorgen, dass das Wasser ablaufen kann. Zugegeben: Mulch hält bei schönstem Sonnenschein die Unkrautkeime zurück, erschwert aber leider auch Deinen Zwiebelblumen oder Stauden das Wachstum ein wenig. Aber, selbst wenn das etwas länger dauert, musst Du nicht verzweifeln. Sie sind stärker als das Unkraut und werden sich ihren Weg durch die Mulchschicht schon erarbeiten. Möchtest Du allerdings sichergehen, solltest Du den Mulch und das darunter befindliche Vlies oder die Zeitung, ebenfalls ein wenig aufreißen. So machst Du Deinen Pflanzen den Weg frei. Kein Problem, oder? Du bist es ja gewohnt, Deine Beete im Blick zu haben und notfalls helfend einzugreifen.

 

 

 

WELCHER MULCH IST DER BESTE?

Vorm Mulchen solltest Du unbedingt überlegen, wofür Du ihn benötigst, wo er liegen wird und was er überhaupt abdecken soll. Dunkler Mulch hält zum Beispiel die Wärme der Sonnenstrahlen länger als heller Mulch. Gerade in kühleren Regionen ist das von großem Vorteil. In manchen Gärten wirken weiße Steinchen als Mulchschicht sehr dekorativ, aber sie reflektieren Hitze und Licht und können so die umliegenden Pflanzen schädigen. Außerdem wandern diese Steinchen erschreckend oft auf den Rasen und können so beim Mähen Deinen Rasenmäher schädigen oder werden von Kindern durch den Garten geworfen. Ich mulche immer mit Grasschnitt, Blättern, meinem gehäckselten Heckenschnitt oder Kompost. Das verbessert den Boden, hält das Unkraut auf alle Fälle zurück und düngt meine Pflanzen auch noch. Zudem fällt dieses Mulchmaterial über die Saison im Garten immer wieder an und wird so dem natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Aber auch hier gilt Umsicht: So kann der Säuregehalt der Blätter Deinen Rosen oder Deinem Buchs schaden, im Kürbisbeet ist dagegen eine ordentliche Schicht Stroh ratsam.

 

Deinen gehäckselten Heckenschnitt kannst Du auch als Bodenbelag für eine lauschige Sitzecke in Deinem Garten benutzen. Das wirkt gemütlich, ist günstig und ökologisch einwandfrei. Foto: Haron Day

 

 

OFT GESTELLTE FRAGEN

Anfänglich habe ich mich gefragt, wie dick denn nun die optimale Mulchschicht sein muss. Aber darauf eine Antwort zu geben, ist nicht ganz leicht. Denn das hängt letzten Endes von mehreren Faktoren ab – von der Bodenbeschaffenheit, von der Regenmenge und auch vom Mulch-Material. Aber es gibt ein paar grundsätzliche Punkte, die Du als Richtlinie verstehen kannst: Damit die Mulchschicht auch wirklich erfolgreich das Unkraut in Schach hält, solltest Du vorher auf dem Boden ein Vlies ausbreiten oder aber Du benutzt dafür alte Tageszeitungen. Letzteres ist günstiger, wird aber mit der Zeit verrotten. Darauf verteilst Du dann 1 oder besser 2 Finger dick den Mulch. Ist der Boden ausgetrocknet, wäre es besser, wenn Du ihn vor dem Mulchen noch ordentlich wässerst. Ich mulche übrigens immer im zeitigen Frühjahr, bevor sich der Boden wieder aufwärmt. Das abgestorbene Unkraut lässt sich dann noch leicht entfernen, neues ist noch nicht nachgewachsen.

 

 

2 Comments

  • Bettina
    16. März 2017 11:30

    Hallo! Vielen Dank für deinen tollen Tipp!
    Ich hab da aber doch noch eine Frage: Wir mulchen jetzt seit 2 Jahren, muß ich jetzt Kalk auf meine Beete geben?
    LG und besten Dank für die Antwot!

  • Sabine Bilko
    16. März 2017 12:17

    Immer her mit den News. LG

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