ASTERN VERZAUBERN DEINEN HERBST

Die Tage werden jetzt wieder kürzer und trister – da ist es kein Wunder, dass wir uns so manches Mal nach ein wenig Farbe im Garten sehnen. Vielleicht nach einem fröhlichen Blau oder einem leuchtenden Gelb. Farben, die uns Freude bereiten und uns erlauben, die Melancholie des Herbstes zu vergessen. Da sind Astern genau das Richtige! Sie sind der letzte farbenfrohe Gruß des Sommers und locken noch einmal Bienen und Schmetterlinge in unsere Gärten. Sie lassen unsere Herzen höher schlagen mit ihren kleinen, zarten, bunten Blüten. Das Schöne: Die Aster blüht bis weit in den dunklen November, bis kurz vor den ersten Frost. Zunächst sind es die kleinen Kissen-Astern, die dem Herbst  seine drückende Schwere nehmen, schließlich folgen noch die Glattblatt-Astern bis schließlich Ende Oktober Deine Winterastern ihre zarten Blüten öffnen und den Garten schmücken. Damit auch Du Dich an Astern mit ganzem Herzen erfreuen kannst, bekommst Du hier ein paar Tipps zur Pflege und Pflanzung.

 

Foto: Christine Kuchem
Astern werden im Frühjahr geschnitten. Dann können sie sich noch den ganzen Sommer davon erholen. Du kannst sie bis in Bodennähe einkürzen. Foto: Christine Kuchem

 

 

ASTERN SIND SONNENANBETER

Bei der Platzwahl für Deine Aster musst Du eigentlich nur weniges beachten: So sollte der Boden locker und nährstoffreich sein. Zum Blühen würden Deine Astern einen vollsonnigen Standort bevorzugen. Mit einem halbschattigen Plätzchen geben sich lediglich die Wildaster (Aster ageratoides), die Blaue Waldaster (Aster cordifulius) und die Weißen Waldastern (Aster divaricatus) zufrieden. Da Herbstastern in der Regel als Containerpflanzen angeboten werden, kannst Du sie unbesorgt das ganze Jahr über pflanzen. Am besten wäre es jedoch im Frühjahr, dann können sich die Astern ganz in Ruhe einwurzeln, bevor der kalte Winter kommt. Düngen musst Du sie übrigens nur selten. Astern sind in der Regel mit dem zufrieden, was ihnen der Boden gibt. Dass Astern Schmetterlinge und Bienen anziehen, habe ich doch schon erwähnt – oder?

 

 

ASTERN RICHTIG GIESSEN

Astern brauchen  Wasser. Viel Wasser. Vor allem in einem trockenen, heißen Sommer. Nur dann kommen sie ab September so richtig zur Blüte. Aber anstatt sie immer täglich nur ein wenig zu betröpfeln, solltest Du Deine Astern lieber alle paar Tage richtig kräftig wässern. Achte dabei aber darauf, dass das Wasser nicht von oben auf sie herab prasselt. Besser ist es, Du gießt sie unten, an der Erde. Denn gerade wenn die Blätter ständig nass werden, bildet sich ziemlich rasch Mehltau und das könnte das Ende Deiner schönen Astern  bedeuten.

Foto: shutterstock
Astern lieben ein sonniges Plätzchen und sind Dir dankbar, wenn Du im Frühling und im Herbst ihren Boden mit etwas reifem Kompost anreicherst. Dann blühen sie um so schöner. Foto: shutterstock

 

 

SO BLÜHEN ASTERN DAS GANZE JAHR IN DEINEM GARTEN

Wenn Du es richtig planst, können in Deinem Garten fast das ganze Jahr über Astern blühen. Immerhin öffnen bereits im Mai die Alpen-Astern (Aster alpines) ihre Blüten. Im Juni folgen dann die Vorsommer-Astern (Aster tongolensis), an die sich die Bergastern (Aster amellus) und die Sommer-Astern (Aster x frikartii) anschließen. Und schließlich zum Schluss die Herbstastern. In Töpfen werden sie gerade in diesen Tagen in Garten-Centern wie warme Semmeln angeboten. Kein Wunder,dass sie so beliebt sind. Immerhin kannst Du mit ihnen wunderbar Deine Terrasse oder Deinen Hauseingang romantisch-herbstlich dekorieren. Sogar in der Vase machen sie eine gute Figur, wie die Bilder zeigen:

 

 

 

 

HERBSTASTERN PFLANZEN ODER AUSSÄEN

Wie schon erwähnt, kannst Du Astern problemlos das ganze Jahr über pflanzen. Bei einer Pflanzung im Herbst sollten die Astern allerdings noch genügend Zeit zum Einwurzeln haben, bevor der erste Frost den Boden gefrieren lässt. Am besten ist es aber, wenn Du im Frühjahr Astern aussäst. Das ist ganz einfach: Die einjährige Sommeraster kannst Du bereits im März in Töpfen vorziehen. Dabei steckst Du jeweils 2-3 Samen in einen Anzuchttopf und stellst sie an einen warmen Ort. Mehr Samenkörner solltest Du nicht pro Topf pflanzen, denn sonst musst Du pikieren – und das ist wirklich lästig. Ab Mitte Mai kannst Du die Samen aber auch direkt ins Freiland säen, dabei ist es allerdings ratsam die Samen einzeln oder maximal zu zweit in ein Loch zu stecken, und zwar höchstens einen Zentimeter tief. Wusstest du, dass die Wuchshöhe von Astern zwischen 20 und 150 Zentimeter variiert? Spannend, oder? Manche Arten können sogar bis zu drei Meter hoch wachsen. Je höher Deine Astern wachsen, desto dringender musst Du über ein Stützgerüst nachdenken, sonst knicken sie beim erst besten Windstoß um und die ganze Pracht ist hin. Deine winterharten Astern solltest Du übrigens nach der Blüte zurückschneiden und mit einer Schicht Kompost gegen den Frost schützen.

 

Foto: shutterstock
Damit Deine Astern möglichst lange möglichst üppig blühen, solltest Du sie regelmäßig ausputzen. Also: Weg mit den welken Blüten. Du wirst sehen, sie wachsen zahlreich und fix nach. Foto: shutterstock

 

 

SO VERMEHRST DU DEINE ASTERN GANZ LEICHT

Kaum etwas im Garten ist leichter, als Astern zu vermehren. Es ist geradezu ein Kinderspiel. Du musst sie nur teilen. Dadurch bekommen mehrjährige Astern neue Energie und blühen wieder richtig auf. Du solltest auch gar nicht so lange damit warten. Schon nach zwei oder drei Jahren kannst Du Hand anlegen. Du musst aber immer die Blüte abwarten, erst wenn sie zu Ende ist, kann es losgehen: Du buddelst vorsichtig den Horst (also die Pflanze mit all ihren Trieben) aus und teilst ihn mit einem wirklich scharfen Messer in mehrere Teile. Das Mutterstück kommt dann wieder zurück auf den angestammten Platz, die anderen verteilst Du im Garten. Experten empfehlen übrigens, das alle drei bis vier Jahre zu wiederholen. Und irgendwann ist Dein Garten im dunklen Herbst ein leuchtendes Meer aus blühenden Astern. Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke?

 

 

 

ASTERN FÜHLEN SICH AUCH IM KÜBEL WOHL

Vielleicht möchtest Du Deine Nachbarn mit einer Extravaganz beeindrucken, vielleicht willst Du Dich aber auch nur an den wunderbaren Blüten freuen. Egal, was Dich motiviert – versuch es doch mal mit Glattblatt- oder Raublattastern im Kübel. Sie wachsen bis zu einem Meter hoch und die Glattblattaster verträgt sogar Halbschatten. Oder Du pflanzt Septemberkraut in Deine Terrassenkübel. Die sehen einfach nur toll aus mit den vielen kleinen Blüten an ihren Rispen und das Septemberkraut wächst bis zu 1,20 Meter hoch. Und da es gerne wild wuchert, kannst Du beruhigt die Schere ansetzen und Dir öfter kleine Sträuße zurecht schneiden. Im Winter würde ich den Kübel übrigens warm einpacken. Man weiß ja nie…

 

Foto: Alexander Chekanov/shutterstock
Willst Du die Astern aus dem Container in Deinen Garten pflanzen, achte darauf, dass Du sie nicht tiefer in die Erde setzt, als sie im Topf standen. Foto: Alexander Chekanov/shutterstock

 

 

UNSCHÖN: ASTERNWELKE UND MEHLTAU

Ach, so etwas ist nicht schön und verdirbt einem die ganze Freude: Asternwelke wird durch Pilze verursacht und lässt die Blätter Deiner Aster schlaff herab hängen, bis sie schließlich absterben. Diese Krankheit ist dauerhaft und lässt sich am leichtesten bekämpfen, indem Du Deine Astern umsetzt. Der Pilz kann übrigens nicht auf die anderen Pflanzen übergreifen, die Du ersatzweise an der Stelle setzt. Und wenn Du wirklich Pech hast, denn erwischt Deine Astern auch noch der Mehltau. Vor allem ältere Sorten haben damit zu kämpfen. Dem kannst Du am leichtesten vorbeugen, indem Du Deinen Astern ein luftiges Plätzchen gönnst und sie nicht zu eng pflanzt. Du kannst aber auch die Hausmittel ausprobieren, auf die ich schon in mehreren Artikeln hingewiesen habe. Gib einfach Mehltau in die Suchmaske ein.

 

Foto: Olga Koroleva
Bis auf wenige Ausnahmen sind Astern winterfest. Sie benötigen eigentlich keinen besonderen Schutz gegen die Kälte. Aber wenn Du möchtest, kannst Du sie mit einer Extra-Schicht Kompost abdecken. Foto: Olga Koroleva

 

DIE RICHTIGEN ASTERN FÜR DEINEN GARTEN

Auch bei Astern solltest Du auf Qualität achten. Experten haben zum Beispiel die Glattblatt-Astern „Rosa Perle“, „Kaminkuppel“, „Rosenquarz“ und „Blütenmeer“ mit tollen Noten ausgezeichnet. Sie tragen allesamt zwei Sterne, das entspricht ungefähr einem „sehr gut“. Sogar mit drei Sternen wurden die Kissenastern  „Herbstgruß vom Bresserhof“, „Niobe“, „Herbstgruß“ und „Blauer Gletscher“ ausgezeichnet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge aus. Mit ihnen ist eine lange Freude garantiert. Du siehst, auch bei den Astern lohnt es sich aufs Etikett zu achten und vielleicht ein bisschen mehr auszugeben.

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