ROSEN IM BEET: DIE 10 WICHTIGSTEN PFLEGETIPPS

Die Rose gilt zwar gemeinhin als die Königin der Blumen, aber eine Diva ist sie damit noch lange nicht. Auch, wenn andere Gärtner stur das Gegenteil behaupten. Solange Du einige, wenige Dinge beachtest, kannst Du Dich in Deinem Garten an den schönsten Rosenblüten erfreuen. Und erst ihr Duft – einfach herrlich! Dann machen Deine Rosen keine Probleme, sondern nur Freude. Selbst dann, wenn sie von Blattläusen oder falschem Mehltau heimgesucht werden sollten – denn für alles gibt’s eine Lösung. Beachte einfach meine Tipps und alle werden Dich um Deine schönen Rosen beneiden…

 

Rosen lieben es sonnig und luftig – darauf musst Du achten, wenn Du ihnen ein hübsches Plätzchen in Deinem Garten suchst. Sonst machen sie Dir keine Freude. Foto: frankskleinergarten.de

 

 

WELCHE ROSE PFLANZE ICH WO UND WANN?

Was für jede andere Pflanze gilt, gilt auch für die Rose: Hat sie erst einmal ein Plätzchen gefunden, an dem sie sich wirklich wohl fühlt, blüht sie in der schönsten Pracht und bereitet Dir die größte Freude. Alle Rosen gedeihen am besten in voller Sonne. Sie müssen mindestens aber sechs Stunden am Tag von ihr verwöhnt werden. Wenn sie ihre Wurzeln dann noch in einem feuchten, gut durchlässigen Boden mit reichlich Nährstoffen ausstrecken können, machst Du sie so richtig glücklich. Sollten Deine Rosen zum Beispiel weniger Licht bekommen, als sie benötigen, werden sie schwach, wachsen schlechter und werden anfällig für allerlei Krankheiten. Darum gilt: Ab mit ihnen in die Sonne. Wie Du mittlerweile sicherlich weißt, bin ich ein großer Fan von wurzelnackten Rosen. Die kannst Du am besten im Herbst bei einem der bekannten, deutschen Züchter kaufen oder online in England bestellen. Sie sind richtig günstig, können aber nur im Herbst bis zum Frühlingsanfang gepflanzt werden.  Anders sieht das mit Container-Rosen aus. Die kosten zwar oft ein stolzes Sümmchen, aber Du kannst sie das ganze Jahr über setzen – und im Gegensatz zu den wurzelnackten Geschwistern musst Du Dich bei der Blütenfarbe nicht auf das Etikettenfoto verlassen, sondern kannst die Blüte schon oft am Strauch begutachten. Für die Pflanzung einer Container-Rose musst Du nur ein Loch doppelt so breit, aber nicht tiefer als der Topf, ausbuddeln. Nachdem die Rose einige Zeit in einem Wasserbad stand, kannst Du sie nun mühelos einsetzen. Du füllst das Loch mit Erde auf und wässerst sie ordentlich. Fertig!

 

 

 

NACH DER PFLANZUNG ORDENTLICH WÄSSERN

Natürlich musst Du immer darauf achten, dass Deine Rosen genügend Wasser bekommen – vor allem, wenn Du sie im Sommer setzen solltest. Gerade dann ist es wichtig, dass Du in den ersten Wochen nach der Pflanzung ein Auge darauf hast. Eine schöne Mulchschicht um die Pflanzen macht durchaus Sinn, nachdem Deine Rosen ihr Plätzchen gefunden haben. So hält der Boden die Feuchtigkeit wesentlich länger und zudem wird das Wachstum von Unkraut verhindert. So haben übrigens auch mögliche Pilzsporen vom Boden keine Chance auf die Blätter Deiner wertvollen Rose zu hüpfen.

 

Achte beim Kauf auf Qualität. Kaufe doch Rosen mit ADR-Prädikat direkt beim Züchter. Das geht auch online. Damit machst Du kaum etwas falsch. Foto: Freedom Studio

 

 

… UND AUCH ERWACHSENE ROSEN WOLLEN GEGOSSEN UND ORDENTLICH GEDÜNGT WERDEN

Deine Rosen benötigen gar nicht so viel Wasser, wie Du vielleicht denkst. Selbst bei anhaltender Trockenheit genügt es, die Rosen ein- oder zweimal pro Woche zu wässern. Dann solltest Du sie aber auch ordentlich gießen und darauf achten, dass der Boden möglichst tief durchnässt wird. Pass dann bitte auf, dass die Blätter nicht nass werden. Feuchte Rosenblätter sind krankheitsanfällig. Wenn Dein Boden super nährstoffreich ist oder Du schon die Erde mit Kompost anreicherst, wirst Du nicht düngen müssen. Hast Du aber eher einen armen Boden, solltest Du auf alle Fälle zum Dünger greifen. Es muss ja nicht gleich der super teure Rosendünger sein, in den meisten Fällen genügt ein Allzweck-Gartendünger. Lies Dir aber bitte die Packungsbeilage durch, bevor Du loslegst. Schließlich kann auch eine Überdüngung dazu führen, dass Deine Rosen nicht so richtig blühen wollen. Gedüngt wird dann auch nur bis Ende Juli / Anfang August. Andernfalls verholzen die Zweige nicht ausreichend und können im Winter erfrieren. So solltest Du am besten vorgehen: Im März verteilst Du etwas Kompost im Beet, Ende Mai und Ende Juli folgt dann noch der erwähnte Dünger – damit gehst Du auf Nummer Sicher.

 

Rosen werden zum ersten Mal während der Forsythienblüte geschnitten, dann nach der ersten  Blüte. So erfreut Dich manche Sorte bis in den Herbst. Foto: Olexandr Panchenko

 

 

UNBEDINGT RUNTER SCHNIPPELN – ABER RICHTIG!

Damit Rosen ordentlich gedeihen können, müssen sie kräftig zurückgeschnitten werden. Du solltest die Schere unbedingt das erste Mal zur Forsythienblüte ansetzen. Bei diesem Frühjahrsschnitt solltest Du alle geschädigten Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden, entferne tote Zweige und schwache Triebe. Je nach Rosensorte werden dann zusätzlich noch die verbliebenen Triebe ordentlich gekürzt. Grundsätzlich gilt die Regel, den Rosentrieb immer über einem nach außen wachsendem Auge abzuschneiden. Du setzt den Rosenschnitt so an, dass Du zu dem Auge hin schneidest, wobei Du oberhalb des Auges ca. 5 mm stehen lässt. Je nach Witterung dauert es ca. 4-6 Wochen bis aus den verbleibenden Augen wieder neue Blüten austreiben. Nach der ersten Blüte im Juni oder Juli schnippelst Du dann alles Verblühte bis zum ersten Blatt ab. Ein guter Schnitt fördert nicht nur die Blüte, sondern verhindert auch Krankheiten, da ein weniger dichter Strauch nach Regenfällen besser abtrocknet.

 

 

 

DU MUSST AUF ALLE FÄLLE AN DEN WINTERSCHUTZ DENKEN

Deine Rosen mögen keine Kälte und sind leicht anfällig für Frostschäden. Kurz: Sie benötigen einen ordentlichen Winterschutz. Solltest Du das vergessen, wirst Du im folgenden Jahr so manchen Schaden beklagen. Hast Du Pech, sind sogar ganze Pflanzen erfroren. Ein alter Trick, um Frostschäden zu verhindern, ist das sogenannte „Anhäufeln“. Dazu gibst Du lockere Erde, zum Beispiel Komposterde, rund um Deine Beetrosen und schüttest die Erde ungefähr 20 Zentimeter hoch auf. Das schützt die unteren Knospen vor dem Frost und der neue Austrieb ist gesichert. Deine Hochstämmchen solltest Du aber richtig schön einpacken. Wie Du Deine Rosen sicher durch den Winter bekommst, erfährst Du hier

 

Viele Rosen erleiden im Winter Frostschäden, die nicht so leicht zu reparieren sind. Manche erfrieren sogar. Darum musst Du sie unbedingt vor Kälte schützen. Foto: Olga Bungova

 

 

MANCHMAL WERDEN SIE LEIDER DOCH KRANK

Selbst unter den besten Bedingungen kann es passieren, dass es Deine Rosen mal erwischt. Uns Menschen geht das doch nicht anders, oder? Solltest Du schwarze Flecken auf dem Laub sehen, kannst Du das mit einem entsprechenden Fungizid behandeln. Eine weitaus wirksamere Methode ist es aber, wenn Du Deine Rosen von vornherein nicht zu dicht zusammen setzt und die Bewässerung mit einem Sprenger verhinderst. Gleiches gilt für den Mehltau. Siehst Du einen grauen oder weißen, unscharfen Film auf den Blättern, hat es Deine Rose sehr wahrscheinlich erwischt. Auch hier hilft in der Regel ein entsprechendes Mittelchen aus dem Garten-Center. Besser wäre aber, dass Deine Rosen viel Sonne abbekommen und der Strauch ordentlich durchlüftet wird – dann stecken sie sich erst gar nicht an. Tummeln sich Blattläuse auf Deinen Rosen, kannst Du versuchen sie mit einem harten Wasserstrahl abzuspritzen. Manche haben es auch schon mit Schmierseife probiert. Wieder andere greifen lieber zur Chemie. Was Du am besten benutzt, hängt ganz von der Stärke des Befalls ab.

 

Gegen Schädlinge wie die Blattlaus sollen viele Mittel helfen. Manch Gärtner setzen auf Marienkäfer, andere behelfen sich mit Schmierseife. Foto: Olha Vysochynska

 

 

EIN LETZTER TIPP VON MIR

Das Beste ist, Du wählst für Deinen Garten Rosen aus, die in Deiner Region gezüchtet wurden. Sie sind an das Klima gewöhnt und sie sind mit den Bodenverhältnissen aufgewachsen. Auch Rosen mit dem ADR-Prädikat garantieren mehr oder weniger einen stressfreien Rosengarten. Immerhin wurden sie unter vielen, vielen Bedingungen geprüft und mussten einen Haufen Kriterien erfüllen, um diese Auszeichnung zu bekommen – dazu gehört auch eine hohe Resistenz gegenüber Krankheiten. Manche Gärtner greifen allerdings lieber auf die sogenannten „alten Sorten“ zurück. Sie haben sich über Generationen bewährt. Du siehst: Duft und Blütenfarbe sind nicht alles…

 

 

 

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