DARAUF MUSST DU BEIM PFLANZENKAUF ACHTEN – TEIL 2

Gerade als Garten-Anfänger weiß man nicht so genau, wo man zugreifen soll und wo nicht – Dir ging es doch bestimmt auch so, oder? Und selbst als Garten-Profi kommt man oft ins Zweifeln. Auch ich bin heute noch, nach vielen Jahren Gartenarbeit, manchmal verunsichert. Sollte ich vielleicht doch die Containerpflanze kaufen oder doch lieber auf die wurzelnackte Ware im Herbst zurückgreifen und was ist mit der Ballenware? Fragen über Fragen – und der Handel liefert kaum Antworten. Darum sollten wir mal klarstellen, was wichtig für unseren Einkauf ist. Damit unser Garten auch so schön wird, wie wir ihn geplant und erhofft haben. Du musst als Erstes beachten, dass jede Form ihre Vor- und Nachteile hat, dass die einen günstiger als die anderen sind und Du nicht die Pflanzzeiten vergessen darfst. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! Im ersten Teil habe ich Dir ja schon erklärt, wo Du was am besten kaufen solltest. Jetzt zeige ich Dir, in welchen „Verkaufsformen“ Pflanzen angeboten werden und welche davon für Deinen Garten geeignet sind. Hier habe ich Dir das Wichtigste zusammengefasst:

 

Pflanzen mit eingepacktem Wurzelballen werden nur noch in Baumschulen angeboten – doch auch dort immer seltener. Plastiktöpfe sind wohl billiger. Darum gibt’s immer mehr Containerware. Aber Vorsicht: Nicht alles lässt sich immer einpflanzen. Foto: Chamille White

 

 

BALLENPFLANZEN WERDEN IMMER SELTENER ANGEBOTEN

Weil Koniferen und immergrüne Laubgehölze nicht wurzelnackt angeboten werden können, kannst Du sie in der Regel als Containerware oder als Ballenpflanze kaufen. Hintergrund: Diese Pflanzen haben keine ausgesprochene Ruhezeit. Nur die Verpackung im Container und im Ballen schützt die empfindlichen Wurzeln letztlich vorm Austrocknen. Damit der Ballen nicht auseinander fällt, hat der Gärtner ihn zuerst mit einem Jutestoff umwickelt, bei größeren und schweren Ballen kommt schließlich noch ein Drahtgeflecht drum herum. Dieser Drahtkorb besteht zumeist aus verzinktem Eisen. Beides – der Jutesack und das Drahtgeflecht – bleiben am Ballen, wenn Du die Pflanze in die Erde setzt. Das ist kein Problem, denn beides verrottet mit der Zeit. Du musst die Pflanzen in Deinem Garten übrigens so tief setzen, wie sie in der Baumschule gewachsen sind. Stehen sie im Pflanzloch, solltest Du den Sack und den Drahtkorb oben am Stamm lockern. So können Deine Pflanzen ungestört weiter wachsen.

 

Wurzelnackte Ware ist um Längen günstiger als das, was Dir im Garten-Center an Containerware angeboten wird. Daher solltest Du unbedingt in Gärtnereien und bei Züchtern vorbeischauen. Das spart eine Menge Geld und die Qualität ist unglaublich gut. Foto: shutterstock

 

 

WURZELNACKTE WARE KAUFST DU IM FRÜHJAHR UND HERBST

Meine Rosen kaufe ich immer als wurzelnackte Ware. Zwar kann ich das nur im Frühjahr und Herbst, aber es lohnt sich – der Preis ist dafür unschlagbar. Du zahlst zumeist nur ein Drittel dessen, was Du für Rosen im Container zahlen musst. Wurzelnackte Ware kannst Du am besten beim Züchter oder in der Baumschule erwerben und dabei richtig Geld sparen. Du kannst aber nicht nur Rosen als wurzelnackte Ware kaufen, auch Heckenpflanzen, Freilandstauden oder laubabwerfende Gehölze werden in dieser Form im Frühjahr und Herbst angeboten – also zur optimalen Pflanzzeit. Das ist möglich, da sich die Pflanzen zu dieser Zeit in einer Ruhephase befinden. Sobald Du sie gepflanzt hast, wachsen sie allerdings schnellstens weiter. Kaufst Du solche Pflanzen, musst Du unbedingt auf ihre Wurzeln achten. Sie dürfen nicht vertrocknet oder eingefallen sein. Die wurzelnackten Rosen, die ich mir online bestellt habe, waren immer in feuchte Tücher und Erde eingeschlagen. Falls Du Deine Pflanzen nicht gleich in die Erde setzen kannst, solltest Du sie in den feuchten Einschlägen liegen  lassen und darauf achten, dass sie nicht trocknen. Bist Du Dir nicht sicher, ob der Platz, den Du ausgesucht hattest, wirklich der richtige ist, kannst Du zum Beispiel Deine wurzelnackten Rosen an anderer Stelle im Garten einbuddeln bis Du Dir sicher bist. So bleiben sie auch über einen längeren Zeitraum unbeschädigt. Vor der eigentlichen Pflanzung sollten sie dann aber, wie die anderen wurzelnackten Pflanzen auch, 24 Stunden gewässert werden, bevor sie im Garten so tief eingepflanzt werden, wie sie auch vorher in der Erde gewachsen sind. Bei Rosen sollte die Veredelungsstelle daher mindestens 5 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen.

 

Containerpflanzen kannst Du das ganze Jahr über pflanzen – außer bei Frost und Schnee. Du musst darauf achten, sie tief genug zu setzen und ausgiebig zu wässern. Das garantiert Dir ein ordentliches Anwachsen. Foto: studiogi

 

 

CONTAINERWARE KANNST DU DAS GANZE JAHR ÜBER PFLANZEN

Das Wunderbare und Bequeme ist, dass Du Containerpflanzen das ganze Jahr über pflanzen kannst – außer es friert oder der Schnee türmt sich meterhoch. Allerdings ist auch eine Pflanzung in den heißen Sommermonaten nicht ratsam. Der Frühling und der Herbst bleiben auch für diese Pflanzenware die geeignetsten Pflanzzeiten. Beim Kauf musst Du Folgendes beachten: Die Pflanze sollte vor allem gesund und kräftig auf Dich wirken, zudem sollte die Rinde unbeschädigt sein. Zwar ist etwas Moos auf der Erdoberfläche des Topfes normal, aber es sollte sich doch in Grenzen halten. Guck Dir auch die Wurzeln an – kannst Du die Pflanze zu leicht aus dem Topf ziehen, haben sich die Wurzeln in mehreren Runden im Topf an der Innenwand um den Ballen gewickelt oder wachsen sie bereits aus den Löchern im Topfboden – alles nicht schön, denn alles spricht dafür, dass die Pflanze letzten Endes schlecht in Deinem Garten anwachsen wird. Anders sieht das bei Stauden aus. Astern zum Beispiel wuchern sehr schnell den Topf voll. Auch bei Stauden sind gesunde Wurzeln wichtiger als schöne Blätter oder Blüten.

 

 

 

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