DARAUF MUSST DU BEIM PFLANZENKAUF ACHTEN – TEIL 3

Manchmal fehlt es uns ganz einfach an Geduld. Dann willst Du nicht darauf warten, bis aus einem kleinen Setzling ein großer Baum geworden ist. Dann soll alles ganz fix gehen und Dein Garten gleich nach der Pflanzung schon „fertig“ sein. Das ist nur zu verständlich. Ich finde, es kommt auf die Mischung an. Kleine Pflanzen sind oft günstiger und wachsen besser an. Allerdings brauchen sie Jahre, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Größere Pflanzen kosten oft eine Stange Geld und benötigen viel Aufmerksamkeit, aber: Sie schaffen ganz fix das Bild eines „eingewachsenen“ Gartens. Also könntest Du doch einfach versuchen „groß“ und „klein“ zu kombinieren. Aber auch dabei musst Du einiges beachten. Welche Pflanzengröße passt zu meinem Garten und wie viel Platz benötige ich überhaupt? Das und mehr erfährst Du nun im dritten und letzten Teil dieser Mini-Serie.

 

Wer Geld sparen will, muss Geduld haben. Kleine Pflanzen sind günstiger als größere. Sie lassen zwar Lücken, wachsen aber besser an. Das gilt auch für Beeteinfassungen aus Buchs. Foto: Yassmin Photo

 

 

ZWERG ODER RIESE?

Pflanzen werden in jeder Größe angeboten, von „s“ bis „xxxl“. Egal, ob Staude oder Baum. Allerdings solltest Du Stauden, Gräser und Rosen eher klein einpflanzen. Das gilt auch für die meisten Ziersträucher. In der Vergangenheit habe ich mich oft über die großen Stauden geärgert, die ich im Sommer im Garten-Center gekauft habe. Sie standen zwar in voller Blüte, sahen prächtig aus und schindeten im Garten gleich Eindruck. Leider machten sie mir diese Freude nur eine Saison. Diese großen Stauden wachsen einfach schlecht an  und kommen selten im nächsten Jahr wieder. Aber das wusste ich damals nicht. Ähnlich ist es mit Kletterpflanzen. Sie entwickeln sich ebenfalls viel besser und natürlicher, wenn sie klein gepflanzt werden und man ihnen die Chance gibt, sich in ihrem neuen Lebensraum zurechtzufinden, bevor sie in ganzer Pracht Deinen Garten verzaubern sollen. Und irgendwie sieht es ja auch nicht natürlich aus, wenn plötzlich an einem Haus eine zwei oder drei Meter lange Kletterpflanze hochgebunden wird, oder? Ein wenig anders sieht das bei Gehölzen aus: Die kannst Du beruhigt so groß kaufen, wie es Dein Geldbeutel erlaubt. Vor allem Koniferen und Rhododendren, also die eher langsam wachsenden Gehölze. Das gilt auch für vorgezogene Hecken und ist unglaublich praktisch, denn so kannst Du Dir ganz fix den notwendigen Sichtschutz für Deine Terrasse pflanzen.

 

Wer größere Pflanzen kauft, sollte das mit Bedacht tun. Schließlich fügen sich zum Beispiel langsam gewachsene Kletterpflanzen harmonischer ins Bild. Foto: shutterstock

 

 

WEITER ODER ENGER?

Am liebsten hätten wir unser Hecke doch von Anfang an blickdicht. Schließlich wollen wir unsere Privatsphäre doch geschützt wissen vor den neugierigen Blicken des Nachbarn, oder? Aber große Pflanzen, die den Blick verstellen, sind teuer. Darum greifen wir doch lieber auf die kleinen zurück und üben uns in Geduld. Setzen wir kleine Pflanzen bedeutet das allerdings auch immer, dass Du Lücken hinnehmen musst – manchmal jahrelang, vor allem bei langsam wachsenden Koniferen oder anderen Gehölzen. Schließlich orientiert sich der Platzbedarf einer Pflanze traditionell an ihrer späteren Endgröße. Nun sollte Dich das aber nicht dazu verleiten, die Pflanzen enger zu setzen. Egal ob Gehölz oder Staude. Sie werden sich auf alle Fälle gegenseitig im Wachstum behindern. Die schwächeren Exemplare könnten sogar so schlimm unterdrückt werden, dass sie schließlich eingehen. Und das kostet Dich am Ende nur unnötig Geld und Zeit. Du wirst einen Mittelweg finden müssen – also doch so eng, dass es sich noch verträgt. Aber so weit auseinander, dass sie nicht um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren und sich gegenseitig bekämpfen. Oder Du übst Dich in Geduld, gehst auf Nummer sicher und hältst Dich an die Pflanzvorgaben auf den Etiketten.

 

Rhododendren solltest Du möglichst groß kaufen. Sie wachsen wirklich sehr langsam und so kannst Du Dich schon viel früher auf die Blüte freuen. Foto: Flip Fuxa

 

 

WIE GROSS IST DENN NUN DER RICHTIGE ABSTAND?

Den „perfekten“ Abstand gibt es nicht. Er unterscheidet sich von Pflanze zu Pflanze, von Lage zu Lage und von Boden zu Boden. Die meisten Gartenbesitzer verlassen sich auf ihre Erfahrung, den gesunden Menschenverstand oder holen sich Rat in der Gärtnerei oder dem Garten-Center. Legst Du einen neuen Garten an, könntest Du auch Deine Nachbarn fragen. Wohnen sie dort schon länger, wissen sie sicherlich welche Pflanze wie schnell in ihrem Garten gewachsen ist und wie viel Platz sie benötigt. Letztlich kannst Du aber auch ganz entspannt an die Sache gehen. Denn solltest Du feststellen, dass Du die Stauden doch zu eng gesetzt hast oder die Gehölze doch zu weit auseinander stehen, kannst Du immer noch eingreifen und sie umsetzen. Wichtig: Achte unbedingt darauf, dass Du vor allem Deine Gehölze weit genug weg von Deinem Haus und Deiner Garage setzt. Das Wurzelwerk könnte später das Mauerwerk Deines Kellers beschädigen oder die Pflanzen wachsen dermaßen stark nach oben, dass sie das Dach anheben.

 

Ich kaufe nur noch kleine Stauden, nix großes mehr. Zu oft wurde ich von der prächtigen und üppigen Sommer-Ware aus dem Garten-Center enttäuscht. Foto: cornfield

 

 

EINE KLEINE CHECKLISTE

1) Überlege Dir ganz genau, wo Du Deine Pflanzen kaufst. Ich bin ein Fan von Gärtnereien und Baumschulen, denn dort hast Du eine größere Auswahl, die Qualität stimmt und oben drauf gibt’s noch eine fundierte Beratung. Das gilt auch für Rosenzüchter. Und das Beste: Hast Du Dich für große Pflanzen entschieden, hilft man Dir sicherlich auch beim Transport. Viele Gärtnereien und Baumschulen übernehmen sogar die Pflanzung.

2) Keiner von uns hat etwas zu verschenken. Darum ist es keine Schande, wenn man auf sein Geld achtet und sich ab einer bestimmten Pflanzenmenge nach einem Rabatt erkundigt. Man wird Dir auf alle Fälle entgegenkommen. Da bin ich mir sicher. Aber Dir sollte auch klar sein, dass Pflanzen ab einer bestimmten Größe einfach teurer sind. Gerade Baumsolitäre sind oft zwischen  30 und 50 Jahre alt. Sie wurden alle 3 bis 5 Jahre umgepflanzt. Das erklärt sicherlich ihren hohen Preis und den Unwillen des Gärtners den Preis neu zu verhandeln.

3) Überlege Dir vorher genau, wie viele und welche Pflanzen Du benötigst. Ein Pflanz-Plan hilft Dir dabei. Es wäre doch ärgerlich, wenn Du den weiten Weg zum Züchter noch einmal fahren müsstest, weil Du zu wenige gekauft hast. Außerdem bleiben Dir so unnötige Impulskäufe erspart.

4) Willst Du große Pflanzen kaufen, solltest Du vorher Wege und Tore ausmessen. Die Pflanzen müssen doch schließlich hindurchpassen. Ich habe Freunde, die haben nicht daran gedacht und durften schließlich einen Kran bestellen. Und das war teuer!

5) Hast Du mehrere Gehölze gekauft, die alle an einem Tag geliefert werden, wirst Du dankbar für die Hilfe von Freunden und Nachbarn sein. Schließlich soll doch alles recht zügig in die Erde und alleine wirst Du das nur schwerlich schaffen. Außerdem macht es mit mehreren helfenden Händen großen Spaß.

6) Denke bitte unbedingt daran, Dich nach einer Anwachsgarantie zu erkundigen. Sie wird von vielen Gärtnereien und Baumschulen gewährt. Sollte Deine teure Pflanze später trotz sorgsamer Pflanzung und Pflege eingehen, bekommst Du Dein Geld zurück.

7) Sind Deine neuen Pflanzen erst einmal in der Erde, wollen sie auch angemessen gepflegt werden. Denke also daran, sie regelmäßig zu gießen und zu düngen. Wusstest Du, dass vor allem große Pflanzen drei Jahre lang von Dir behüddelt und betüddelt werden müssen? So lange brauchen sie, bis sie ordentlich angewachsen sind. Vor allem wenn es im Sommer trocken wird, musst Du darauf achten, dass sie ausgiebig gegossen werden.

 

 

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