DER ERSTE SCHNEE IST DA! DARAUF MUSST DU NUN ACHTEN

Schnee ist Hundeglück, das vom Himmel fällt. Plötzlich ist er da. Einfach so. Über Nacht. Bruno kann es kaum fassen. Tür auf und raus. Schnuppern, lecken, wühlen. Herrlich! Es ist Brunos erster Schnee. Was gestern noch sein markiertes Revier war, ist nun eine völlig neue Welt. Alles riecht anders, alles schmeckt neu, alles fühlt sich anders an. Sein Garten ist eine weiße Abenteuerwelt. Die Hortensien sind verschwunden unterm Schnee, die Buchsbaumkugeln nur noch weiße Pyramiden und die Tanne ein Berg aus weißem Irgendwas. Bruno kennt nicht die Bedeutung von Schnee. Er weiß nur, dass er ihn liebt. Allerdings birgt das Hundeglück auch Gefahren. Für Bruno. Für Deine Pflanzen. Für uns alle. Darauf musst du nun achten.

 

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Das ist Brunos erster Winter. Plötzlich sieht seine Welt ganz anders aus. Jetzt wird sie neu entdeckt. Kalte Pfoten sind dabei egal. Foto: privat

 

 

WO SOLLEN WIR DEN SCHNEE LIEGEN LASSEN?

Bruno ist happy. Er tobt wie ein kleines Kind über den verschneiten Rasen, stößt mit der Nase hinein in den Schnee, schiebt ihn mit den Pfoten zusammen. Springt, rollt, flitzt. Bruno ist total aus dem Häuschen. Sollen wir den Schnee in unserem Garten also liegen lassen, damit er weiter in ihm spielen kann und glücklich die ersten Wintertage erleben kann? Wollen wir ihm eine Freude machen? Ja, das sollten wir. Eine lockere Decke aus Pulverschnee ist ohnehin gut für die darunter liegenden Pflanzen. Er wirkt wie eine Isolierschicht, die vor Frost und Vertrocknen schützt. Der leichte Pulverschnee darf auch im Gemüse- und im Staudenbeet liegen bleiben. Dort schützt er die Knollen, Wurzeln und Samen der Pflanzen vor dem Frost. Du solltest den Rasen allerdings nicht betreten. Den Gehweg vor Deinem Haus solltest Du allerdings frei schaufeln. Lässt Du dort den Schnee liegen und es rutscht jemand darauf aus, kann er Dich dafür haftbar machen.

 

 

 

UND WAS IST MIT DEM RASEN?

Der Rasen gehört jetzt ganz Bruno. Das ist nun Golden Retriever-Revier. Sein Reich. Dort ist er Herrscher. Für alle anderen gilt: Betreten verboten! Nur Bruno darf dort herumtollen, Schneeflocken jagen und sich wälzen. Ganz so, wie es ihm gefällt. Nach Lust und Laune. So lange er will. Hauptsache er ist glücklich. Wir hingegen meiden den Rasen. Denn sind die Gräser erst einmal gefroren oder vom Raureif überzogen, brechen sie bei jeder Belastung sehr leicht und sterben schließlich ab. Die Trittstellen, die Du hinterlässt, schaden dem Rasen nachhaltig und sind auch lange Zeit danach noch sichtbar. Problematisch ist es auch, wenn der Schnee sehr massig , schwer oder nass ist. Ist die Schneeschicht zu fest, könnte ein Sauerstoffmangel auftreten, der die Gräser verbrennen und schließlich absterben lässt. Dem kannst Du aber zum Ende des Sommers, bzw. zu Beginn des Herbstes mit einer angemessenen Portion Herbst-Dünger vorbeugen. Er ist stickstoffarm und kaliumreich. Dieser Dünger stärkt die Zellwände der Gräser und macht sie somit widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Frostschäden – sichert schließlich ihr unbeschadetes Überleben.

 

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Natürlich wird auch am Schnee geschleckt. Darum solltest Du kein Streusalz verwenden. Wir wollen doch nicht, dass unsere Hunde es fressen und davon krank werden. Foto: privat

 

 

HOCHBINDEN, STÜTZEN UND VON DER LAST BEFREIEN

Hat es sich erst einmal so richtig eingescheit, sammelt sich Null-Komma-Nix ordentlich Schnee auf Deinen Pflanzen. Eine Last, unter der Buchsbaum, Flieder, Kirschlorbeer und Co. sehr leiden können. Der Schnee kann Zweige gefährlich verbiegen, sodass Hecken und Sträucher auseinander gedrückt werden und bisweilen sogar zerbrechen. Deine Buchsbaumkugeln solltest Du auf alle Fälle von dieser Last befreien, denn auf immergrünen Pflanzen sammelt sich natürlich mehr Schnee, als auf denen, die ihr Laub abwerfen. Aber auch Deine Rosen und Hortensien fühlen sich unter einer zu dicken Schneedecke unwohl, sie können ebenfalls Schaden nehmen. Sie musst Du ebenfalls regelmäßig vom Schnee befreien. Bruchempfindlich sind auch Beerensträucher wie Johannisbeeren und Stachelbeeren. Du kannst sie einfach etwas schütteln oder vorsichtig mit einem Besen abkehren. Deine Ziergräser und den Bambus solltest Du schon im Herbst zusammenbinden. Hat der Schnee Dich aber überrascht und die Ziergräser sind umgeknickt, solltest Du auf keinen Fall die geknickten Stellen abschneiden. Feuchtigkeit und Frost könnten dem Ziergras so einen noch größeren Schaden zufügen – und im schlimmsten Fall kannst Du die Pflanze nicht über den Winter retten.

 

 

IST AUCH ALLES WARM EINGEPACKT?

Bruno macht die Kälte nichts aus. Im Gegenteil: Seit der Schnee liegt und der Frost klirrt, ist er der fröhlichste Hund der Nachbarschaft. Sein Grinsen ist nicht zu übersehen. Um mein warmes Haus macht er liebend gerne einen großen Bogen. Vom flackernden Kamin will er überhaupt nichts wissen. Nein, lieber versucht er jeden Moment in der Kälte weiter hinauszuzögern. Mit einem Stöckchen, an dem er nun unbedingt knabbern muss. Mit einem Schneeball, an dem möglichst lange geschnuppert wird. Mit Schneeflocken, die unbedingt gefangen werden müssen. Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass Bruno gar kein Golden Retriever ist, sondern ein kleiner Eisbär. Aber was dem einen eine Freude, kann dem anderen allerdings ein Leid sein. Denn zugegeben: Der Schnee hat uns überrascht. Klar haben die Meteorologen ihn angekündigt – aber wer glaubt denn schon den Wetterfröschen im TV? Darum hatten wir auch noch nicht die Hortensien mit Reisig abgedeckt, die Rosenstämmchen eingewickelt oder das Spalierobst in den Kübeln und die Buchsbaumkugeln neben der Haustür warm eingepackt. Auf der Liste stand das eigentlich erst fürs Monatsende. Die Tannenzweige liegen  bereit. Die Jutesäcke auch. Jetzt müssen wir schauen, was noch zu retten ist. Als Erstes schauen wir, dass Du die  Rosen durch den Winter bekommst. Also legen wir fix los: So wird zuerst die Veredelungsstelle der Rosenstämmchen mit einem breiten Jutebändchen mehrfach umwickelt und mollig eingepackt. Dann kommt noch ein hübscher Jutesack darüber. Fertig. Nun kümmern wir uns um das Spalierobst auf der Terrasse. Die Kübel und die Töpfe füllen wir mit Erde auf, wickeln um die Kübel eine isolierende Folie und ziehen darüber dekorative Jutesäcke. Gerne kannst Du das dann noch mit einem hübschen Band zusammenbinden. Du solltest Dich unbedingt auch noch um Deine jungen Hortensien kümmern. Decke sie mit Reisigzweigen ab. Egal, ob der Schnee schon gefallen ist oder nicht.

 

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Für Bruno könnte jeder Tag ein Wintertag sein. Kaum etwas ist schöner, als durch den Schnee zu tollen. Und diese Kühle ist außerdem viel angenehmer als ein heißer Sommertag. Foto: privat

 

 

SALZ ODER SPLITT– DAS IST JETZT DIE FRAGE

Streusalz lässt Schnee und Eis zwar schneller tauen und macht die Wege wieder fix frei, aber für unsere Pflanzen ist es Gift – und für Bruno und Deinen Hund ist das ebenfalls nix. Das Salz kann sich an den Pfoten festsetzen und zu Reizungen und Entzündungen führen. Daher solltest Du nach jedem Winterspaziergang auch bei Deinem Hund die Pfoten kontrollieren und abtrocknen. Bist Du über eine mit Salz gestreute Straße gegangen, kann es sinnvoll sein, die Pfoten Deines Hundes sogar kurz mit klarem Wasser abzuwaschen. Dazu reicht zum Beispiel ein Eimer mit etwas Wasser hinter der Haustür. Aber auch Bäume wie Linden, Ahorn, Rosskastanien, Fichten und verschiedene Heckenpflanzen leiden unter der hohen Bodenbelastung durch das Streusalz. Die Folgen zeigen sich allerdings oft erst im Frühjahr oder Sommer, wenn salzgeschädigte Straßenbäume und Hecken trotz ausreichender Niederschläge allmählich vertrocknen. Retten kannst Du die Pflanzen nur, indem Du sie umsetzt. Darum lautet meine Empfehlung: Immer den Schnee mit Schaufel, Besen oder Schieber wegräumen. Achte bitte darauf, dass der Schnee vom Straßenrand nicht in der Nähe von Bäumen, Weiden oder Gewässern abgeladen wird. Er ist immer sehr hoch mit Schadstoffen belastet. Willst Du dennoch streuen, solltest Du auf salzfreie Streumittel wie Granulate, Splitt, Sand oder Kies zurückgreifen. Diese sogenannten „abstumpfenden Mittel“ haben zwar keine auftauende Wirkung, setzen sich aber in der Eisschicht fest und verringern so die Rutschgefahr erheblich – und Bruno schaden sie nicht.

 

 

 

ACHTUNG, LAWINENGEFAHR!

Nicht nur in den Bergen kann Schnee gefährlich werden, auch in den Niederungen Norddeutschlands – wenn sich der Schnee auf dem Dach Deines Hauses türmt. Eine abgehende Dachlawine kann Menschen und Tiere verletzen. Du als Hausbesitzer bist dafür verantwortlich. Du musst alle vorhersehbaren Gefahren für Dritte vermeiden, beziehungsweise sie umgehend beseitigen, sobald sie eintreten. Dazu zählt auch, dass Du bei akuter Gefahr von abgehenden Dachlawinen – oder Eiszapfen-, Passanten unverzüglich durch die Platzierung eines Warnschilds auf dem Gehweg warnst. Darüber hinaus musst Du das Dach von Schnee und Eis befreien. Aus Sicherheitsgründen sollte eine solche Schneeräumung nur ein professioneller Dachdecker durchführen. Kommt ein Hausbesitzer seinen Pflichten nicht nach, muss er für die daraus resultierenden Schäden haften. Vor allem bei Unfällen mit Personenschaden kann das durchaus den finanziellen Ruin bedeuten. Das muss doch nicht sein, oder?

 

4 Comments

  • IK
    13. November 2016 12:51

    Diese Zeichnung – Bruno im Schnee – ist wirklich toll, geht direkt ins Herz. 🙂

    • admin
      13. November 2016 22:22

      Danke. Schön, dass dir die Illustration so gut gefällt 🙂

  • Constanze
    11. Januar 2017 21:48

    Hallo Frank,

    ein wunderschönes Foto. Der Schnee ist momentan draußen so wunderschön. Da kann ich mir richtig vorstellen, dass Bruno den liebt. Das muss wirklich schön sein, so mit seinem Hund im Schnee Gassi gehen zu können. Ich muss leider den ganzen Tag arbeiten. Aber immer im Winter bringt mich der erste Schnee so richtig zur Ruhe. Das Weiß in Weiß draußen ist einfach so unglaublich friedlich.

    Viele Grüße und noch alles Gute für deinen tollen Blog,
    Constanze

    • admin
      21. Januar 2017 19:24

      Hallo Constanze, das ist wirklich lieb von Dir. Danke für das schöne Kompliment. Und es stimmt: Bruno ist total verrückt nach Schnee. Für ihn gibt’s momentan nichts schöneres. Liebe Grüße,Frank.

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