DIE 10 SCHÖNSTEN HECKEN FÜR DEINEN GARTEN

Hinter so mancher hohen Hecke scheint sich ein großes Geheimnis zu verbergen, zumindest aber ein zauberhafter Garten – glauben wir im Vorbeigehen und möchten unsere Neugierde am liebsten befriedigen, oder? Nur leider haben die meisten Gartenbesitzer das Bedürfnis, ihr kleines grünes Paradies vor fremden und neugierigen Blicken zu schützen. Dir geht es sicherlich auch so und Du überlegst gerade, wie Du Deine Privatsphäre am besten schützen kannst. Denn wer möchte schon wie auf dem Präsentierteller in seinem Garten sitzen? Natürlich könntest Du eine Mauer hochziehen oder Palisaden aufstellen, um das zu erreichen. Aber eine Hecke ist doch um Längen reizvoller und oft auch günstiger. Zudem ist sie eine „lebendige Wand“, denn eine Hecke ist schließlich nicht „nur“ Sichtschutz, sondern auch Nistplatz für Vogelfamilien, Heimat vieler Insekten und im Herbst suchen dort Igel ihr Plätzchen für den nahenden Winterschlaf. Jetzt ist übrigens die beste Zeit, eine Hecke zu pflanzen. Also ab mit Dir in den Garten! Was sonst noch wichtig ist, erfährst Du hier.

 

Foto: shutterstock
Hecken geben unseren Gärten Struktur und machen sich auch als Wegbegleiter sehr gut. Geschickt eingesetzt verleihen sie unserem Zuhause einen romantischen Zauber. Foto: shutterstock

 

 

DIE RICHTIGE HECKE FÜR DEINEN GARTEN

Damit Du Dich für auch für die richtige Hecke entscheidest, musst Du Dir zuerst einmal ein paar wichtige Fragen stellen und beantworten: Willst Du Pflanzen, die zwar ganz fix in die Höhe wachsen, dafür aber mindestens zweimal im Jahr geschnitten werden müssen? Oder bist Du bereit doch etwas mehr Geld in eine Hecke zu investieren, die dann aber auch nur einmal im Jahr gestutzt werden muss und trotzdem gut aussieht? Diese Heckenpflanzen brauchen vielleicht etwas länger, um die gewünschte Höhe zu erreichen. In welchem Boden wird die Hecke ihre Wurzeln schlagen? Würde sich dort auch ein anspruchsvolleres Gehölz wohl fühlen? Soll die Hecke im Winter blickdicht sein oder darf sie im Herbst ihr Laub verlieren? Du solltest darauf achten, dass sich die Pflanzen für Deine Hecke problemlos schneiden lassen und andere Pflanzen neben sich tolerieren. Du solltest Dir zuallererst im Klaren darüber sein, was Du von Deiner Hecke erwartest. Danach solltest Du schauen, welche Heckenpflanze Deinen Wünschen am ehesten entspricht.

 

 

 

DER BESTE ZEITPUNKT FÜRS SETZEN EINER HECKE

Möchtest Du Dein Grundstück mit einer Hecke einfassen oder mit ihr einzelne Gartenräume schaffen, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt. Die Tage zwischen dem Laubfall und dem Aufbrechen der Knospen gelten als beste Pflanzzeit für Hecken. Ich würde allerdings nicht mehr allzu lange damit warten, denn setzt Du Deine Hecke jetzt, kann sie bei günstiger Witterung noch bis zum Winteranfang gut wurzeln. So wächst sie dann im kommenden Jahr schneller als eine Hecke, die erst im Frühling gesetzt wird. Du darfst nun außerdem nicht mehr zu viel Zeit lassen, denn der Winter naht in großen Schritten und frostempfindliche Pflanzen wie Kirschlorbeer oder Eibe könnten einen Schaden davontragen, wenn sie nicht richtig eingewachsen sind. Solltest Du also nicht mehr die Zeit dafür finden, warte am besten das Frühjahr ab, um sie zu setzen. Bei Sträuchern mit Topfballen, also der Container-Ware, musst Du Dir ohnehin nicht zu viele Gedanken machen. Sie sind zwar sehr teuer, dafür kannst Du sie aber auch noch im Sommer pflanzen. Allerdings musst Du immer daran denken, sie ordentlich zu wässern – vor allem bei Trockenheit solltest Du diese Heckenpflanzen dann im Blick haben. Ausschlaggebend für die herbstliche Pflanzzeit ist auch die Tatsache, dass Heckenpflanzen in der Regel mit nacktem Wurzelstock geliefert werden und daher erst nach dem Laubfall verfügbar sind. Angebote für Heckenpflanzen findest Du übrigens recht häufig auf den letzten Seiten der Gartenzeitschriften. Die Angebote kannst Du vergleichen, um möglichst günstig einzukaufen. Durch eine frühzeitige Bestellung sicherst Du Dir dann auch die größte Auswahl an hochwertigen Pflanzen.

 

Foto: Anna Elizabeth-photography
Gut geschnittene Hecken sind für formale Gärten am besten geeignet. Sie geben dem Garten einen altehrwürdigen Charme und überlassen anderen Pflanzen die große Gartenbühne. Foto: Anna Elizabeth-photography

 

SCHUTZ VOR NEUGIERIGEN BLICKEN

Naturhecken sind was Feines, aber als Hintergrund für Deine Pflanzen und den Garten eignet sich dann doch eher eine klassisch wirkende Hecke. Sie überlässt nur zu gerne den Blumen und Sträuchern im Vordergrund das Rampenlicht. Am häufigsten wird die Eibe als Hecke eingesetzt. Sie wächst auf gutem Boden überraschend schnell und ist auch im Winter grün und blickdicht. Sie lässt sich auch spielend in Form schneiden. Aber: Man muss sie mögen. Ich bevorzuge eher die Rotbuche. Sie eignet sich ganz besonders gut für traditionelle Hecken, die in die Höhe wachsen sollen. Und selbst im Herbst und im Winter zeigt sie sich nie ganz kahl, im Gegensatz zur Hainbuche. Sie wirft ihr Laub nämlich im Herbst nicht ab, so dass man auf eine rostrote Begrenzung im Winter schauen kann. Erst wenn im Frühjahr das Laub neu austreibt, fallen die alten Blätter ab. Jetzt besticht diese Hecke durch ein sattes, frischen Hellgrün und die ersten  Vögel halten Einzug, um sich ihre Nester zwischen den Zweigen zu bauen. Mittlerweile sind auch Kirschlorbeerhecken groß in Mode. Für ihre Pflege musst Du allerdings etwas Zeit aufwenden. Eine Bearbeitung mit der elektrischen Heckenschere sieht im Ergebnis selten hübsch aus, die immergrünen Blätter wirken zerrissen und zerfetzt. Besser ist es, Du kürzt nur einzelne Triebe. Schade: Liguster und Heckenkirsche sind heute kaum noch gefragt, obwohl sie sich gerade im Landgarten hervorragend machen.

 

 

 

AM WEGESRAND…

Eine Hecke muss nicht immer mannshoch wachsen und als Sichtschutz am Rand des Grundstücks dienen. Es gibt im Garten sogar auch Stellen, wo sich niedrigere Pflanzen aneinanderreihen und entlang eines Weges, einer Treppe oder eines Beetes eine Hecke bilden sollen. Für solche Gelegenheiten wird immer noch gerne der Buchsbaum verwendet, obwohl er immer wieder von Buchsbrand befallen oder vom Zünsler kaputt gefressen wird, scheint die Fangemeinde nicht zu schrumpfen. Ich gebe zu: Auch in meinem Garten habe ich die Rosenbeete mit Buchs eingefasst und es stehen im Vorgarten große Buchsbaumkugeln. Nicht selten habe ich in letzter Zeit um diese Pflanzen gebangt, einiges rausschneiden oder sie drastisch stutzen müssen. Aber auch kleine Hecken aus Lavendel kommen immer mehr in Mode und sehen wirklich hübsch aus. Du kannst durchgängig bei einem Typ bleiben, leicht variierende Pflanzen aus günstigem Samen heranziehen oder  abwechselnd Lavendel und Schopflavendel pflanzen. Eine Lavendelhecke sieht einfach sensationell aus und duftet herrlich. Der Lavendel wird Bienen magisch anziehen und trägt somit zum Erhalt unseres wertvollen Öko-Systems bei. Du könntest es aber auch mit Rosmarin oder der strauchartigen Gamander versuchen. Ganz romantisch sieht es aus, wenn Du Deinen Gartenweg mit einer Rosenhecke einfasst. Besonders hübsch sind die büschelblütigen Floribunda-Rosen. Für Rosen ist jetzt ebenfalls die beste Pflanzzeit, da Du sie in diesen Tagen wurzelnackt beim Züchter bestellen kannst. Das geht sogar online und sie werden Dir in Top-Qualität nach Hause geschickt.

 

Foto: Sean Pavone
Beeindruckend! Ist der Boden für sie geeignet, wachsen Eiben überraschend schnell in die Höhe und lassen sich zu solchen Hecken heranziehen und formen. Foto: Sean Pavone

 

 

AUCH HECKEN KÖNNEN BLÜHEN UND DUFTEN

Hecken müssen nicht immer nur grün sein. Nein, sie können auch in den schönsten Farben blühen oder herrlich duften. So wird zum Beispiel in Norddeutschland gerne der Flieder als Heckenpflanze eingesetzt. Lange Zeit war er aus der Mode, jetzt hat er seinen Weg zurück in unsere Gärten gefunden. Nicht zuletzt, aufgrund  der vielen aufregenden Neuzüchtungen. Im Mai verzaubert er uns mit seinen Blüten und seinem zauberhaften Duft, danach hält er mit seinem dichten Laub den kühlen Wind und neugierige Blicke ab. Für eine reizvolle, mittelgroße Hecke könntest Du auch Berberitzen setzen. Früher waren sie einmal sehr beliebt. Nicht zuletzt weil sie als sehr dornige Hecke unerwünschte Eindringlinge fern hält. Ihre bogenförmig überhängenden Triebe tragen im Frühjahr hübsche gelbe Blüten, im Herbst dann purpurviolette Beeren. Berberitzen sehen sehr elegant aus und wirken geradezu anmutig. Hecken aus Feuerdorn haben eine ähnliche Wirkung. Auch sie bringen blütengeschmückte, dornige Triebe hervor und tragen später elegante Früchte. Solltest Du allerdings über eine gute Menge an Platz für Deine Hecke verfügen und legst keinen großen Wert auf einen Sichtschutz, kann ich Dir nur die Kartoffelrose ans Herz legen. Sie ist eine wirklich krankheitsresistente Rose. In einer Reihe gesetzt, bildet diese Strauchrose eine verschwenderisch üppige Hecke. Sie wächst ungefähr 1,50 Meter hoch und geht gerne mal 1,20 Meter in die Breite. Dafür begeistert sie uns aber mit ihren rosa oder weißen Blüten im Frühling und Sommer und erfreut uns im Herbst mit wirklich schönen Hagebutten.

 

 

 

ES GEHT AUCH GEMISCHT

Auch gemischte Hecken können hübsch aussehen.Vor allem im Herbst, wenn das Laub unterschiedliche Färbungen annimmt. Allerdings musst Du Dir darüber im Klaren sein, dass so eine Hecke eine optische Unruhe in Deinen Garten bringen wird. Ein Rosen- oder Staudenbeet könntest Du davor nicht pflanzen. Es würde überhaupt nicht zur Geltung kommen. Allerdings sind diese Hecken ein wunderbarer Windschutz. Wir kennen sie aus ländlichen Regionen, wo sie sich quasi zwischen Garten und Landschaft schieben, um den Wind aufzuhalten. Auch diese Hecken bieten vielen Tieren eine Heimat und dienen als Futterquelle. Zumeist bestehen diese gemischten Hecken aus Weißdorn, Feldahorn, Stechpalme, Rot- und Weißbuche. Du kannst sie gerne um Holunder, Hagebutten und Eschen ergänzen. Später, wenn die Gehölze richtig angewachsen sind und sie fest im Boden stehen, kannst Du sie noch mit anderen Pflanzen bereichern, vielleicht mit Waldgeißblatt.

 

Foto: Raffaella Galvani
Gerade in Küstennähe ist die Tamariske als Heckenpflanze sehr beliebt. Im Sommer schmückt sie ihr gefiedertes Laub mit einer Vielzahl von rosavioletten Blüten. Einfach wundervoll! Foto: Raffaella Galvani

 

 

DIESE PFLANZTIPPS SOLLTEST DU UNBEDINGT BEACHTEN

Du solltest es auf alle Fälle vermeiden, auf den zum Pflanzen vorbereiteten Boden zu treten. Du würdest ihn nur unnötig verdichten. Es erschwert für die Pflanze das Anwachsen. Wenn der Boden feucht ist, lege Dir am besten eine Art Brücke aus Holzplanken bereit, auf der Du stehen kannst. So wird Dein Gewicht gleichmäßiger verteilt und Du trittst den Boden nicht unnötig fest. Vor dem Einsetzen von Containerpflanzen solltest Du unbedingt deren Wurzeln auflockern. Dann ab damit ins Pflanzloch, Erde drauf und leicht antreten. Solltest Du wurzelnackte Ware setzen, ziehe die einzelnen Pflanzen bitte vorsichtig aus dem Bündel – bist Du zu ruppig dabei, könntest Du die Wurzeln beschädigen. Schadhafte Wurzeln musst Du bis auf den gesunden Austrieb zurückschneiden. Schließlich breitest Du die Wurzeln vorm Einpflanzen locker aus. Nach dem Pflanzen musst Du die jungen Heckenpflanzen ordentlich wässern. Es wäre klug, wenn Du auch noch mulchen würdest, damit der Boden länger feucht bleibt und die Hecke besser anwachsen kann. Die Mulchschicht darf auch gerne bis zu 10 Zentimeter dick sein.

Nach diesen Anstrengungen darfst Du Dich dann auf Deine lebendige Wand freuen.

 

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4 Comments

  • roland
    21. Oktober 2016 18:47

    tch . ich bezeichne das eher als gartenkunst . ich habe eine hecke aus felsenbirne ahorn wildkirschehartriegel,pfaffenhütchen brom-und himbeere.etc gepflanzt.- in wenigen jahren ein vogelparadies

    • admin
      21. Oktober 2016 19:12

      Hallo Roland, das ist auch eine wirklich schöne Pflanzenkombination für Deine Hecke. Das wird bestimmt toll aussehen und voller Leben stecken.

  • reni walther
    22. Oktober 2016 11:49

    Ein schöner, erholsamer Blog – immer wieder gern gelesen. Liebe Wochenend-Grüße aus Berlin
    Reni & ihre vierbeinige Rasselbande 💕

    • admin
      22. Oktober 2016 12:58

      Danke, liebe Reni. Lieb von Dir.

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