DIE RICHTIGE PFLEGE FÜR DEINEN BUCHS

Sie verleihen unserem Garten etwas Aristokratisches und dabei sind sie doch bescheiden, dankbar für jede noch so kleine Aufmerksamkeit: Buchsbäume haben keine großen Ansprüche an Dich oder den Boden. Sie sind winterhart und vertragen auch längere Trockenperioden. Gerade in der weißen Jahreszeit, wenn nichts Anderes mehr blüht, geben sie Deinem Garten Ruhe und Struktur. Damit Dein Buchsbaum aber auch richtig wächst und Dir möglichst lange große Freude bereitet, beachte einfach diese zehn Tipps:

1. Düngen & Gießen. Im Frühjahr gönnst Du Deinen Buchsbäumen ein wenig Dünger. Am besten sind organische Dünger wie Hornspäne oder Kompost. Du solltest ihnen ein wenig Kalk geben, falls Dein Boden zu sauer ist. Im Gartencenter findest Du aber auch spezielle Buchsbaumdünger für Gießwasser. Bilden sich übrigens weiße Ränder an den Blättern Deines Buchsbaumes oder hat er seine saftig grüne Farbe verloren, ist oft ein Nährstoffmangel schuld. Während längerer Hitzeperioden kannst Du Deinen Buchsbaum ruhig einmal abbrausen. So kommt der Staub von den Blättern. Und falls er in einem Topf steht, musst Du darauf achten, dass der Wurzelballen Deines Buchsbaumes nicht austrocknet.

Buchsbaumgarten
Dein Buchsbaum fühlt sich Schatten sehr wohl, er findet sich auch im Wurzelbereich von Bäumen sehr gut zurecht. Direkte Sonneneinstrahlung hingegen verträgt er leider nicht so gut.

2. Der Standort. Im Halbschatten fühlt er sich am wohlsten. Dein Buchsbaum wächst am besten auf einem kalkhaltigen oder lehmigen Boden. Sollte der Boden zu sandig sein, musst Du beim Pflanzen ordentlich Kompost mit untermischen. Die Erde muss wasserdurchlässig und feucht sein. Staunässe mag Dein Buchsbaum nicht. Er verträgt Schatten besser als direktes Sonnenlicht. Du kannst ihn sogar unter einen Baum pflanzen. Nur vor der Südwand Deines Hauses solltest Du ihn nicht setzen. Denn Dein Buchsbaum verträgt die Hitze dort nicht. Folge: Blattschaden.

Foto: Agata Dorobek/shutterstock
Da sie langsam wachsen, sind Buchsbäume wertvolle Planzen.Er lässt sich gut in die gewünschte Form schneiden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.     Foto: Agata Dorobek/shutterstock

3. Krankheiten & Schädlinge. Über- und Unterdüngung, Verbrennungen durch die Sonne oder ein zu saurer Boden können Deinen Buchsbaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge machen. Schlimm ist es, wenn er deswegen von einem Pilz befallen wird. Haben seine Blätter schwarze Flecken, hat er sich im schlimmsten Fall mit dem aggressiven „Cylindrocladium buxicola“ infiziert. Der Pilz breitet sich in Windeseile von Pflanze zu Pflanze aus. Hier hilft nur ein großzügiges Herausschneiden befallener Pflanzenteile und der Austausch der Erde, um die Pilzsporen zu entfernen. Ist Dein Buchsbaum komplett von diesem Pilz befallen, musst Du ihn schnellstens ganz ausgraben und entsorgen. Du darfst die befallenen Pflanzenteile auf gar keinen Fall auf den Komposthaufen werfen, dort kann sich der Pilz weiter verbreiten. Nein, betroffener Buchsschnitt gehört in den Hausmüll. Achte künftig darauf, dass Du ihn immer von unten gießt und seine Blätter nicht nass werden. Das hilft schon, einen Pilz zu vermeiden.

Buchbaum hecke beeteinfassung
Buchsbaum wird gerne als Beeteinfassung genutzt. Dafür ungeeignet ist der  „Buxus Sempervirens Suffruticosa“. Er ist anfällig für Pilzkrankheiten wie „Cylindrocladium buxicola“. Foto: shutterstock

4. Der Buchsbaumzünsler. Diese fiese Schmetterlingsraupe kommt aus Asien zu uns. Ihr Markenzeichen sind abgefressene Blätter und weiße Gespinste. Tückisch: Sie frisst sich von innen nach außen. Darum wird von vielen der Befall erst sehr spät bemerkt. Ist Dein Buchsbaum vom Zünsler befallen, kannst Du versuchen, die einzelnen Raupen abzusammeln. Sollten sich aber mittlerweile zu viele von ihnen an Deinem Buchs zu schaffen machen, versuch es mit Nematoden. Das sind kleine Fadenwürmer, die Du im Gartencenter kaufen kannst. Du gibst sie in einen mit Wasser gefüllten Zerstäuber und sprühst sie auf die Blätter. Sollte das auch nicht helfen, kannst Du Deinen Buchs nur noch kräftig zurückschneiden. Die abgeschnittenen Zweige entsorge bitte im Hausmüll oder verbrenne sie.

Foto: Thomas Eder/shutterstock
Der Buchsbaumzünsler ist in einigen Regionen die größte Bedrohung für den Buchbaum. Manche Gärtner mussten ihre wertvollen Buchse schon roden.                    Foto: Thomas Eder/shutterstock

5. In Form bringen. Ob als Einfassung für Dein Blumenbeet, als einzelne Kugel oder als lustige Figur geschnitten: An Deinem Buchsbaum wirst Du jahrelang Freude haben. Buchsbaum ist meistens sehr teuer, denn er wächst jährlich nur um ungefähr 10 Zentimeter. Er muss also lange vorgezogen und vom Gärtner gepflegt werden. Was kaum einer weiß: Buchsbäume sind stark giftig. Es ist das Alkaloid Buxen, das in seiner Rinde und den Blättern steckt. Es kann bei empfindlichen Menschen und Tieren zu Erbrechen, Durchfall und sogar Lähmungserscheinungen führen. Daher ist es immer ratsam, während der Buchsbaumpflege Handschuhe zu tragen. Und achte darauf, dass Dein Hund nicht an ihm knabbert. Das könnte mit einem Besuch beim Tierarzt enden.

Der Schnitt
Solltest Du nur wenige Buchsbäume besitzen lohnt sich kein Akku-Schneider. Versuche es lieber mit einer kleinen, mechanischen Heckenschere. Sie ist stabil und scharf genug. Foto: shutterstock

6. Der Schnitt. Im März geht es schon los, im September solltest Du dann zum letzten Mal die Schere anlegen. Beachte, dass es zwei Schnittphasen gibt – den Grobschnitt und den Feinschnitt. Grob geschnitten wird im Frühjahr. Dann hat Dein Buchsbaum noch keine neuen Triebe entwickelt und Du kannst ihm die Form verpassen, die er im Sommer haben soll. Die richtige Zeit dafür ist im März und April. Wenn die Pflanze dann von Mai bis September frische Triebe entwickelt, folgt der Feinschnitt. So behält der Buchsbaum seine Form. Falls Du Dich beim Formschnitt nicht auf Dein Augenmaß verlassen willst, kannst Du im Gartencenter eine Form aus wetterfestem Drahtgeflecht kaufen. Die stülpst Du einfach über Deinen Buchsbaum. So musst Du nur noch die Triebe abschneiden, die aus dem Gitter ragen.

7. Das Werkzeug. Deine Scheren müssen immer scharf sein. Stumpfe Klingen quetschen die Blätter und reißen an den Zweigen. Das führt zu Wunden, die ganz schnell mit Pilz befallen werden könnten. Außerdem darfst Du deinen Buchsbaum nicht im Regen schneiden – das hält den Pilz auf Abstand. Auch einen Schnitt bei praller Sonne solltest Du vermeiden, sonst holt sich Dein Buchsbaum tatsächlich einen Sonnenbrand.

Buchsbaum
Schon die alten Römer fassten ihre Beete mit niedrigen Buchshecken ein, später kam er auch beim französischen Adel in Mode. Mittlerweile werden 60 Sorten unterschieden. Foto: shutterstock

8. Die Vermehrung. Buchsbaum-Stecklinge wachsen und wurzeln zwar langsam, aber zuverlässig. Die abgeschnittenen Triebe musst Du nur auf eine Länge von 10 bis 15 Zentimeter am oberen Teil einkürzen und sie in ein schattiges, gut aufgelockertes Beet in Deinem Garten pflanzen. Stecke sie etwas schräg und dicht an dicht in die Erde. Etwa die Hälfte des Stecklings muss mit Erde bedeckt sein. Anschließend regelmäßig gießen. Im Winter darfst Du die Mini-Buchsbäume nur an frostfreien Tagen wässern. Im folgenden Frühjahr solltest Du sie dann schon umpflanzen können.

Foto: Dariuz Gora/shutterstock
Very British: Schicke Teakholzmöbel und Buchsbäume sind eine sehr schöne englische Kombination, die sich sicherlich auch in Deinem Garten gut macht.    Foto: Dariuz Gora/shutterstock

9. Das Umpflanzen. Je älter ein Buchsbaum ist, desto schwieriger wird das Umsetzen. Denn je größer und älter er ist, desto geringer ist die Chance, dass er wieder anwächst. Willst Du ihn also umpflanzen, musst Du ihn sehr weiträumig ausbuddeln. Denn die unzähligen kleinen Wurzeln, die Dein Buchsbaum hat, sind für die Wasseraufnahme zuständig und sollten alle dranbleiben. Das Umsatzloch muss dann genauso großzügig ausgegraben werden. Zum Umpflanzen solltest Du einen kühlen und feuchten Tag auswählen und den Buchsbaum anschließend und an den folgenden Tagen ordentlich gießen.

Buchsbaumkugeln Fotos: shutterstock (5)
In Holland sind Buchszweige eine beliebte Oster-Deko. In China ist der Buchsbaum das Symbol für ein langes Leben und in der Homöopathie wird er gegen Rheuma eingesetzt. Foto: shutterstock 

10. Das Überwintern. Buchsbaumwurzeln müssen im Winter vor Frost geschützt werden. Oft hilft es schon, wenn Du den Pflanzkübel mit einer isolierenden Folie einwickelst. Wenn Du dann noch einen Jutesack darüber ziehst und ein hübsches Band als Befestigung drumwickelst, sieht das auch sehr hübsch aus. Wenn Dein Buchsbaum nicht allzu groß ist, kannst Du auch eine „Topf-in-Topf-Lösung“ probieren. Du nimmst den Buchs samt Topf und stellst ihn in einen größeren Übertopf. Die Zwischenräume füllst Du mit Rindenmulch. Dann platzierst Du den Übertopf mit Deinem Buchs noch auf zwei Holzpflöcken, damit es keinen Kontakt zum frostigen Boden gibt.

Foto: Jacques Palut/shutterstock
Eingetopft: Rechts und links neben der Eingangstür machen Buchsbaumkugeln eine elegante Figur. Du darfst nur nicht vergessen, sie regelmäßig zu gießen.   Foto: Jacques Palut/shutterstock

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