DIE SCHÖNSTEN LÜCKENFÜLLER FÜR DEINE BEETE

Wer ein neues Staudenbeet anlegt, kennt den Ärger: Wenn man nicht aufpasst, wird es im Nullkommanichts vom Unkraut zugewuchert. Die ganze Pracht ist erst einmal hin, der Ärger groß. Nun möchtest Du auch nicht jedes Wochenende auf allen Vieren durch das Beet krabbeln und Unkraut zupfen. Das ist mühsam, das macht keinen Spaß. Viel schöner wäre es, wenn Du Dein neues Beet einfach nur genießen und bewundern könntest, oder? Und das ist auch möglich. Ein befreundeter Gärtner gab mir vor einiger Zeit einen wunderbaren Tipp – ich solle doch einfach Einjährige oder Zweijährige als Lückenfüller zwischen die Stauden säen, bis die groß genug sind um keinen Platz mehr fürs Unkraut zu lassen. Und weißt Du was? Dieser Tipp ist nicht nur praktisch, sondern das Ergebnis sieht auch noch sensationell aus. Aber Lückenfüller ist natürlich nicht gleich Lückenfüller – die 13 schönsten möchte ich Dir vorstellen, außerdem sollst Du alles Wissenswerte über sie erfahren – damit Dein Staudenbeet Dir im kommenden Jahr nichts als Freude bereitet. Und gerade in diesen Tagen kannst Du so die wunderbarsten Beete vorbereiten, denn nun hast Du Zeit zum Planen.

 

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Das Silberblatt (Lunaria Anna) gehört zu den Einjährigen und macht im Beet eine gute Figur. Durch seine Höhe setzt es tolle Akzente. Das Silberblatt ist pflegeleicht, braucht nur hin und wieder Wasser. Foto: shutterstock

 

WAS SIND EIN- UND ZWEIJÄHRIGE EIGENTLICH?

Einjährige Pflanzen sind das kurze Glück im Blumenbeet. Sie benötigen vom Keimen bis zur Samenbildung nur 12 Monate, danach sterben sie ab. Zweijährige bilden dafür im ersten Jahr die Blätter und blühen erst im zweiten Jahr. Dann segnen auch sie das Zeitliche. Zwar können andere diese Pflanzen in ihrer Blüten- und Farbpracht kaum überbieten, aber sie haben eben den Nachteil, dass Du sie jedes Jahr aufs Neue aussähen oder setzen musst. Dennoch eignen sie sich hervorragend um die Lücken im Staudenbeet vorübergehend zu schließen. Allerdings musst Du zwischen frostempfindlichen und sensiblen Sommerblumen wie Petunien oder Lobelien und winterharten wie Mohnblumen, Fingerhut oder Königskerzen unterscheiden, deren Samen die frostigen Tage im Erdreich ohne große Probleme überdauern.

 

 

 

MEHR IST MEHR – ALSO SEI VERSCHWENDERISCH

Du solltest Einjährige und Zweijährige unbedingt in großen Gruppen säen bzw. pflanzen, erst dann wirken sie so richtig. Also sei großzügig, vielleicht sogar verschwenderisch. Du weißt ja: Je dichter der Raum zwischen Deinen Stauden bepflanzt ist, desto schwerer ist es für das Unkraut durchzukommen. Einzelne Pflanzen wirken ohnehin nicht so eindrucksvoll, gehen fix im Beet verloren. Viele Einjährige kannst Du wunderbar als Sommerblumenwiese säen. Diese Samen vertragen auch den Frost ganz wunderbar. Sie sind pflegeleicht und viele versamen sich dann später von alleine, sodass Du Dich jedes Jahr wieder neu überraschen lassen kannst. Denn Dein Staudenbeet wird mit diesen Einjährigen jedes Mal anders, aber immer großartig aussehen. Aber auch viele winterharte Zweijährige versamen sich von alleine, wenn Du sie am richtigen Platz gepflanzt hast. Die hohen, wie zum Beispiel Fingerhut, wirken als Akzent ganz grandios, die niedrigen Zweijährigen sind als Bodendecker sensationell – vorausgesetzt, Du hast genügend von ihnen gesetzt.

 

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Die Abend-Levkojen sind sehr sensibel. Sie vertragen keinen Frost. Du solltest sie auf der Fensterbank vorziehen und erst im April ins Freie bringen. Foto: shutterstock

 

 

EINIGE SIND SELBSTVERSAMER, ANDERE KLETTERN GERNE

Viele der beliebten Einjährigen und Zweijährigen versamen sich selber, wie oben schon beschrieben. Solltest Du klare Vorstellungen von der Optik Deines Beetes haben und kein Fan von Überraschungen sein, kann ich Dir nur empfehlen, unerwünschte Keimlinge rechtzeitig auszugraben. Du kannst Sie dann an anderer Stelle im Garten wieder einpflanzen oder verschenken. In meiner Nachbarschaft pflegen wir zum Frühjahr hin eine regelrechte Tauschbörse mit diesen Pflänzchen. Das macht großen Spaß und verleitet immer zu einem kleinen Schwätzchen zwischen Nachbarn. Wunderbar. Kletternde Arten wie Kapuzinerkresse, Rosenkelch oder Duft-Wicken sind übrigens ideal um kleine Spaliere, Zäune oder Rankgerüste im Beet zu begrünen. Diese Kletterpflanzen solltest Du schon ab März in kleinen Töpfen auf der warmen Fensterbank vorziehen. Dann haben sie einen schönen Wachstumsvorsprung, wenn sie Anfang April/Mai ins Freie kommen.

 

 

 

DER RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR DIE AUSSAAT

Du solltest schon jetzt überlegen, welche Einjährigen oder Zweijährigen in Deinen Beeten blühen sollen. Denn die frostempfindliche Arten werden bereits im späten Winter oder im Vorfrühling auf der Fensterbank in Schalen oder Töpfe gesät und erst ins Freie gesetzt, wenn kein Frost mehr droht. Die frostharten unter den Einjährigen kannst Du schon im Herbst direkt ins Beet säen. Sie blühen dann im darauf folgenden Jahr besonders früh. Die sensibleren unter ihnen, wie zum Beispiel die Abend-Levkojen, werden allerdings im Gewächshaus, unter der Glasglocke oder unter einem Vlies gezogen und so erst einmal gegen Kälte geschützt. Willst Du auf Nummer sicher gehen, solltest Du sie auch auf der Fensterbank vorziehen und erst im April auspflanzen.

 

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Der hübsche Schlafmohn ist eine Einjährige und eine wahre Augenweide. Er wächst bis zu 1,5 Meter hoch. Vorsicht: Aus seinem Saft wird die Droge Opium gewonnen. Foto: Daniel Prudek

 

 

DAS BESTE PLÄTZCHEN FÜR DEINE NEUEN PFLANZEN

Am wohlsten fühlen sich die meisten Arten an einem sonnigen, warmen Standort. Solltest Du aber ein Staudenbeet im Halbschatten planen, musst Du auf alle Fälle den einen oder anderen Fingerhut mit einplanen. Er verleiht jedem Beet Farbe und Pracht, durch seine Höhe setzt er auch tolle Akzente. Aber egal, ob sonnig oder halbschattig – der Boden sollte auf alle Fälle leicht und durchlässig sein. Staunässe mag keine Pflanze. Eine gute Bodenvorbereitung ist natürlich selbstverständlich und ein feinkrümeliges Saatbeet wichtig. Die Keimlinge solltest Du unbedingt vor Vögeln und Schnecken schützen. Vielleicht kannst Du sie mit einer alten Gardine abdecken? Du solltest übrigens nicht zu dicht säen. Es wäre wunderbar, wenn Du Dich dabei an die Angaben auf der Samentüte halten könntest.

 

 

 

EIN WENIG LIEBE UND ZUWENDUNG SOLLTE SCHON SEIN

Vor allem nach der Aussaat brauchen Einjährige und Zweijährige Pflege und Zuwendung und zwar bis sie sich an ihrem neuen Plätzchen so richtig eingelebt haben. Bis dahin musst Du auch ein Auge aufs Unkraut haben. Sollte es sich ins Beet trauen, am besten gleich zupfen. Sind die Einjährigen und Zweijährigen erst einmal erwachsen, brauchen sie nicht viel. Dann reicht hin und wieder ein ordentlicher Schuss Wasser, gerade an sehr heißen Tagen. Auch das Ausputzen welker Blüten lohnt sich eigentlich nicht. Es verlängert zwar die Blütezeit, aber nur bei Pflanzen, die in Kübeln und Kästen wachsen.

 

 

2 Comments

  • Amelia
    29. Januar 2017 20:35

    Wunderschön 🙂

    • admin
      30. Januar 2017 11:21

      Danke 🙂

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