DIESE 12 PFLANZEN LOCKEN DEN FRÜHLING IN DEN WINTER

Gerade in diesen Tagen wirkt so mancher sonst so schöne Garten trist und farblos. Das macht ein wenig traurig, das geht aufs Gemüt. Aber wir können etwas dagegen tun, denn es gibt viele Pflanzen, die gerade inmitten von Schnee und Frost die schönsten Blüten zeigen. Sie strahlen, leuchten und duften einfach herrlich – und das von Dezember bis in den März. Mit diesen Winterblühern können wir ganz einfach den Frühling in unseren Garten locken. Einige von ihnen solltest Du noch vor dem ersten Frost ganz fix in die Erde setzen. Die anderen pflanzt Du erst, wenn es wieder etwas wärmer ist – vielleicht im April oder Mai. Auf alle Fälle sollten wir sofort loslegen. Worauf Du achten solltest und welche wunderbaren 12 Pflanzen im Winter ein wenig Farbe in Deinen Garten bringen, erfährst Du hier.

 

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Die Zaubernuss sieht im Schnee einfach nur märchenhaft aus. Sie benötigt wenig Pflege, nur einen vorsichtigen Rückschnitt nach der Blüte und etwas Kompost im Herbst. Foto: shutterstock

 

 

EINER DER SCHÖNSTEN KLASSIKER GEHÖRT EINFACH DAZU

Der Klassiker unter den Winterblühern ist mit Sicherheit die Zaubernuss. Ihre filigranen Blüten verbreiten nicht nur einen betörenden Duft, sondern sie ist auch wirklich hübsch anzusehen. Bei starkem Frost rollen sich ihre feinen Blütenfäden zusammen, um sich dann wieder bei wärmeren Temperaturen der Wintersonne entgegen zu strecken. Wusstest Du, dass dieser Strauch aus Ostasien stammt und es eine Japanische und eine Chinesische Zaubernuss gibt? Wie groß die Sortenvielfalt ist, ist bisher allerdings noch unbekannt. Die Botaniker forschen noch. So viel wissen wir allerdings schon: Die bekannten Sorten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Blütezeit, sondern auch in ihrer Blütenfarbe. Es gibt sie in Gelbtönen, in Orange, leuchtendem Rot und auch in Braun. Wenn Du sie also geschickt kombinierst, hast Du den ganzen Winter über einen bunten Blickfang in Deinem Garten. Allerdings musst Du wissen, dass die Zaubernuss zwar langsam wächst, aber von Jahr zu Jahr ausladender wird. Also mein Tipp: Die Zaubernuss immer schön behutsam nach der Blüte in Form schneiden. Am besten beginnst Du damit, wenn der Strauch noch jung ist.

 

 

 

DER WINTER KANN SO FARBENFROH SEIN

Einer der schönsten Winterblüher ist sicherlich der Winterjasmin. Von Dezember bis weit in den April hinein bildet er leuchtend gelbe Blüten und setzt so strahlende Farbakzente in Deinem Garten. Das Besondere: Vor der Blüte wirft dieser Strauch alle Blätter ab, so dass nur die Blüten die kahlen Äste verschönern und so grandios zur Geltung kommen. Pflanzt Du ihn im Frühjahr, kannst Du Dich auch schon gleich im ersten Winter über seine Blüten freuen. An einem halbschattigen und windgeschützten Standort wächst er übrigens besonders gut. Fühlt er sich an seinem Platz wohl, kann er bis zu drei Meter hoch wachsen. Praktisch: Der Winterjasmin ist zum einen eine wunderbare Solitärpflanze, zum anderen lässt er sich aber auch als Kletterpflanze einsetzen und verschönert so auch unansehnliche Mauern. Eine tolle Kombination wäre, wenn Du um den Winterjasmin winterharte Alpenveilchen setzt. Dort fühlt es sich wohl, wenn es genügend Licht bekommt und der Boden durchlässig und humos ist. Und ist der Winter milde, blüht es dort schon im Dezember und dann bis in den März. Du kannst es in diesen Tagen als Topfpflanze in der Gärtnerei kaufen oder schon im Herbst die Knollen etwa 3 bis 4 Zentimeter tief in die Erde setzen. Du wirst sehen, schon bald zeigen sich die runden oder herzförmigen Blätter. Nach der Blüte zieht es sich dann wieder in die Erde zurück, um für den nächsten Winter Kraft zu tanken. Eine der schönsten Überraschungen in der kalten Jahreszeit ist sicherlich die Winter-Kirsche, auch Schneekirsche genannt. Ihre zarten, rosafarbenen Blüten werden Dich verzaubern und Deinem Garten einen Hauch von asiatischer Schönheit verleihen. Sie sollte alleine stehen, um so voll zur Geltung zu kommen. Es genügt schon ein kurzer Kälteeinbruch mit anschließenden milden Temperaturen, um die Blüte auszulösen – sie reicht dann fast durchgehend bis in den März. Grund dafür ist ein Mangel an Pflanzenhormonen, die den Austrieb hemmen. Setzt Du die Winter-Kirsche in einen frischen, kalkhaltigen Lehmboden, ist sie kaum anfällig für Krankheiten. Einen armen Sandboden solltest Du vorher mit Kompost aufbereiten.

 

Foto: Dan Alexandru Buta
Krokusse gehören für mich einfach in jeden winterlichen Garten. Vor allem auf dem verschneiten Rasen machen sie sich als Farbtupfer sehr gut. Sie bilden Horste und pflanzen sich selber fort. Das ist praktisch. Foto: Dan Alexandru Buta

 

 

BLÜHEN DIE KROKUSSE, IST DER FRÜHLING NICHT MEHR WEIT

Dann, wenn wir es kaum noch erwarten können, sind es die Krokusse, die die Frühlingsfrische in den Garten bringen. Tapfer kämpft er sich durch den Schnee: Der Frühlingskrokus reckt seine farbenfrohen Blüten schon ab Februar der Sonne entgegen. Der Krokus wird je nach Art bis zu 15 Zentimeter groß. Seine Zwiebeln kommen zwischen September und Oktober in die Erde. Einmal aufgeblüht, sichert die Sprossenknolle des Krokus die Verbreitung von Tochterzwiebeln im Garten und somit die Blüte im nachfolgenden Jahr. Du musst Dich also gar nicht weiter darum kümmern, der Krokus vermehrt sich quasi von selbst. Darauf musst Du achten: Der Standort sollte sonnig sein, der Boden feucht. Nach der Blüte solltest Du die Krokusse stehen lassen, bis die Blätter vergilbt sind. Nur so kann er Kraft fürs nächste Jahr sammeln.

 

 

 

DIE NATUR SCHENKT UNS AUCH JETZT DIE SCHÖNSTEN BLÜTEN

Er wird bestimmt alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Ein Japanischer Papierbusch ist eine tolle Bereicherung für Deinen Garten. Seine Blütenfarbe ist einzigartig, sein Duft nach Gewürznelken atemberaubend. Milde Winter übersteht er ohne Probleme. Je nach Temperatur erscheinen bereits ab Februar die Blütenbüschel, noch bevor das dunkelgrüne Laub austreibt. Er wächst bis zu 100 Zentimeter hoch, liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und benötigt keinen Rückschnitt. Der Japanische Papierbusch verdankt seinen Namen übrigens der Tatsache, dass seine Rinde in Japan zur Herstellung von hochwertigem Papier verwendet wird. Rund um den Japanischen Papierbusch sieht eine Anpflanzung von Kronwicken ganz hübsch aus. Sie blüht im Winter und im Frühling. Mit einer Nachblüte im Spätsommer kommen so manchmal ganze zehn Monate Blütezeit zusammen. Wie der Japanische Papierbusch benötigt auch die Kronwicke einen geschützten, sonnigen Standort in einem durchlässigen Boden. Die Kronwicke wuchert übrigens nicht, sie bleibt eher relativ kompakt. Daher passt sie ganz gut in den Vordergrund einer Rabatte.  Du könntest die Winterlangeweile in Deinem Garten aber auch durch Cardamine quinquefolia auflockern. Das ist eine früh blühende Verwandte des Wiesenschaumkrauts. Sie gehört zu den ersten Stauden, die im Spätwinter mit ihren feinen Blüten den Augen schmeicheln. Die Blütezeit ist sehr lange und kann sich bei kühlen Temperaturen von Februar bis zum Mai hinziehen. Sie schießt geradezu aus dem Boden und bildet massenhaft fünffingrige Blätter und vierzählige, hellviolette Blüten mit einem Hauch von Rosa. Im Hochsommer zieht sich das Schaumkraut zurück und breitet sich unterirdisch aus. Es würde sich ebenfalls wunderbar unter Deinem Japanischen Papierbusch machen, aber auch unter anderen laubabwerfenden Gehölzen oder Bäumen. Die weiteren Ansprüche sind ansonsten sehr bescheiden: Es braucht nur noch einen ganzjährig feuchten und humosen Boden, mehr nicht.

 

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Christrosen sind etwas für Liebhaber. Meine habe ich unter den Flieder gepflanzt. Jetzt freue ich mich auf ihre ersten Blüten. Im Dezember sollte es so weit sein. Foto: shutterstock

 

 

EINE ROSE IST EINE ROSE IST EINE CHRISTROSE IM SCHNEE

Einige Christrosen blühen schon ab Dezember und dann, je nach Witterung, bis in den März. Wunderbar, oder? Blöd ist nur, dass sie giftig sind. Daher solltest Du ein wenig aufpassen, wenn Du Haustiere hast, die durch den Garten stromern – so wie mein kleiner, neugieriger Golden Retriever Bruno. Die cremeweißen, roten oder rosafarbenen Schalenblüten der Christrose überstehen ganz ohne Probleme Temperaturen um den Gefrierpunkt und werden so bereits weit vor den ersten Frühblühern ein hübscher Blickfang in Deinem Garten. Die Christrose steht in Deutschland übrigens unter Naturschutz. Sie wird bis zu 20 Zentimeter groß und bevorzugt einen kühlen und mäßig hellen Standort. Am wohlsten fühlt sie sich in einem lehmigen Boden und im Halbschatten von Gehölzen wie zum Beispiel Deiner Rotbuchenhecke. Und: Pflanze sie dort, wo Du weniger arbeitest, denn durch harken und jäten könnten die zarten Wurzeln der Christrose verletzt werden, schließlich ist sie ein sensibler Flachwurzler. Am richtigen Standort kann diese bezaubernde Winterblume aber viele, viele Jahre alt werden.

 

 

 

DER WINTER STECKT VOLLER ÜBERRASCHUNGEN

So manche Laubhecke sieht im Winter wirklich trostlos aus. Das kannst Du ändern! Versuch es doch einfach mal mit dem Geißblatt. Pflanzt Du diesen robusten Winterblüher am Fuße Deiner Hecke, wird sich das Geißblatt rucki-zucki hinaufschlingen und Dich mit seinen gelblich-weißen Blüten begeistern. Außerdem verströmt es ein wunderbar intensives Aroma. Das Geißblatt blüht bei milder Witterung ab Dezember, dann auch bis in den April. Diese Pflanze wächst bis zu drei Meter hoch, ist somit also auch für kleinere Gärten geeignet. Vorsicht: Es ist giftig. Überraschend attraktiv sieht im winterlichen Beet auch der Zierkohl aus, vor allem in Kombination mit winterharten Alpenveilchen oder Buchsbaum. Er ist wetterfest, farbstabil und kommt mit wirklich wenig Pflege aus. Selbst im Kübel macht er sich blendend. Allerdings solltest Du regelmäßig die unteren Blätter entfernen. Sie faulen schnell und fangen dann an zu stinken.  Blöd ist, dass sich vor allem Tauben gern über ihn hermachen. Die Chinesische Winterblüte ist ein wunderbar bescheidener Strauch, der sich mit fast jedem Boden zufrieden gibt. Die meiste Zeit hält er sich unauffällig im Hintergrund, im Winter allerdings sucht die Chinesische Winterblüte dann die ganz große Bühne und verzaubert uns mit ihren liebreizenden gelben Blüten. Außerdem:  Sie duftet herrlich nach Vanille. Wunderbar!

 

Foto: Pavel Vakhrushev
Meine Schneeglöckchen sind ein Geschenk meiner Mutter. Sie hatte sie aus ihrem Garten mitgebracht und bei mir vor Jahren eingepflanzt. Seitdem blühen sie jeden Winter. Foto: Pavel Vakhrushev

 

 

SCHNEEGLÖCKCHEN, WEISSRÖCKCHEN – WANN KOMMST DU GESCHNEIT…

In der freien Natur sind Schneeglöckchen kaum noch zu finden. Sie sind vom Aussterben bedroht. Solltest Du also auf eines unserer seltenen, heimischen Exemplare treffen, lass es bitte stehen. Zum Ausbuddeln sind diese Pflanzen einfach zu kostbar. Viel lieber solltest Du im Garten-Center die Schneeglöckchen für Deinen Garten kaufen. Dort ist die Auswahl ohnehin viel größer. Von der Witterung hängt übrigens die Blütezeit Deiner Schneeglöckchen ab: Ist der Winter etwas milder, blühen sie schon im Januar und Februar. Im Mai ist die Blütezeit in der Regel vorbei. Du solltest Deine Schneeglöckchen am Gehölzrand einpflanzen oder zwischen Deinen Sträuchern. Dort fühlen sie sich am wohlsten. Und ist der Boden dann auch noch lehmig-humos und trocknet auch im Sommer nicht aus, ist alles perfekt. Je früher Deine Schneeglöckchen blühen, desto mehr Sonne brauchen sie. Die späteren Arten bevorzugen dagegen den Halbschatten. Spannend: Ameisen tragen zur natürlichen Vermehrung deiner Schneeglöckchen bei. Wenn sich der Blütenstängel nach der Blüte in Richtung Boden senkt, machen sich die Ameisen über den Samen aus den geplatzten Fruchtknoten her und verteilen ihn so im Garten.

 

1 Comment

  • Annette
    11. Januar 2017 9:07

    Ahhh, da bekommt man ja schon richtig Lust auf Frühling!
    LG Annette

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