DIESE 13 PFLANZEN VERLÄNGERN DEN SOMMER

Zugegeben, auch ich bin im Herbst nur schwerlich zur Gartenarbeit zu bewegen. Vielleicht liegt es an den Temperaturen oder dem Regen, oft aber eher an der Tristesse in den Beeten. Und dabei könnten wir nun die schönsten Farben im Garten genießen – vorausgesetzt, wir haben die entsprechenden Herbstblüher gepflanzt.  Die leuchtende Fetthenne ist so eine Herbstpflanze, Du siehst sie auf dem Bild oben. Die wunderbaren Astern habe ich Dir ja schon vorgestellt, aber sie sind nur ein Teil des Farben-Feuerwerks, dass die Natur in Deinem Garten zünden könnte. Hier möchte ich Dir die 13 schönsten Herbstblüher vorstellen und erklären, wie Du mit ihnen noch vor dem Winter die schönsten Farben in Deine Beete zauberst.

 

Foto: Liane/shutterstock
Zart recken sich die Blüten der Herbstanemone der Sonne entgegen. Je heller der Standort, desto blühfreudiger ist sie. Das Blattpolster ist im Sommer übrigens ein guter Bodendecker. Du kannst die Herbstanemone im Frühling teilen. Foto: Liane/shutterstock

 

 

DIE TOLLSTEN KOMBINATIONEN SIND MÖGLICH

Natürlich sollst Du ganz Deinem guten Geschmack folgen und Deiner Kreativität freien Lauf lassen. Das sollst Du nicht nur, sondern das musst Du auch. Denn nichts ist doch langweiliger, als wenn wir unsere Gärten nach einem Baukastenprinzip gestalten. Selbstverständlich gibt es auch wahnsinnig viele schöne Bücher und teure Zeitschriften, die nur so vor Ratschlägen überlaufen – aber letzten Endes liegt es an Dir, wie Dein Garten im Herbst ausschauen soll. Eines ist gilt jedoch immer und für uns alle: Ein Garten ist nie fertig und das ist wunderbar. Gerade in diesen Tagen kannst Du wieder mit ganzer Freude loslegen und neue Pflanzenbilder in Deinen Beeten erschaffen. Herbst ist schließlich auch Pflanzzeit. Mir gefällt übrigens die Kombination von leuchtendem Herbstlaub mit bunten Blüten am besten. Diese Kombination lässt sich ohne großen Aufwand umsetzen: Du musst nur eine Handvoll Herbstkrokusse neben Deine Funkien setzen. Das Zusammenspiel der blauen Krokusblüten mit den gelben Funkienblättern sieht einfach toll aus. Rosa oder weiße Herbstanemonen wirken neben dem dunkler werdenden Laub Deiner Pfingstrosen richtig malerisch und herbstfärbende Stauden wie Storchenschnabel und Bergenien bilden einen sensationellen Kontrast zu Deinen Buchsbäumen. Du musst einfach nur mutig ausprobieren. Wie gesagt: Ein Garten ist niemals fertig. Und wenn er in diesem Herbst noch nicht so aussieht, wie Du Dir das vorgestellt hast, dann bestimmt im nächsten.

 

 

 

STAUDEN MIT DEN SCHÖNSTEN HERBSTFARBEN

Storchenschnabel ist eine wunderbare Herbstbepflanzung, vor allem der sibirische Storchenschnabel. Zum einen ist er eine ziemlich anspruchslose Pflanze und zum anderen blüht er sehr lange und seine violetten Blüten sehen einfach nur zauberhaft aus. Oder der Kerzenknöterich. Er blüht zartrosa und rot bis weit in den Oktober, bevorzugt einen trockenen Boden und zumindest einen Platz im Halbschatten. Schöner Nebeneffekt: Kerzenknöterich wächst so dicht, dass das Unkraut in Deinen Beeten verdrängt wird. Wusstest Du, dass auch Phlox, je nach Sorte,  bis weit in den späten Herbst Farbe in Deine Beete bringen kann? Du musst nur immer wieder die verwelkten Dolden über den obersten Blättern abschneiden. Eine herbstliche Überraschung in Deinem Garten ist bestimmt auch die Präriekerze. Sie blüht vom Juni bis zum ersten Frost. Leider ist sie nicht winterhart, daher musst Du sie vor Beginn der kalten Jahreszeit mit Reisig, Stroh oder Laub ordentlich abdecken. Du weißt, dass sie einen sonnigen und trockenen Standort liebt, oder? Ich bin übrigens ein großer Fan der Fetthenne. Sie ist absolut robust und winterhart und eignet sich sogar für ungeschützte Kübel. Du solltest sie auch nur gießen, wenn die oberste Erdschicht ausgetrocknet ist, da die Fetthenne schnell zur Wurzelfäule neigt.

 

Foto: Christine Kuchem
Im Gegensatz zur klassischen Sonnenblume, wächst die Stauden-Sonnenblume jedes Jahr neu. Ein nährstoffreicher Boden und heller Standort sind ideal. Sie wächst bis zu drei Meter hoch. Foto: Christine Kuchen

 

 

HERBSTBLÜHER KOMMEN NACH HINTEN

Ein wichtiger Tipp: Bei einer schönen Tasse Tee solltest Du Dir erst einmal einen Pflanzplan zeichnen. Schließlich will der Standort für Deine Herbststauden wohl überlegt sein. Beachte dabei, dass sie nicht zu weit vorne stehen dürfen, denn dann würden sie die Sommerblüher beeinträchtigen. Also pflanzen wir sie einfach weiter hinten im Beet. Zu den verblühten Stauden ergeben sie in dieser Jahreszeit übrigens einen wunderbaren Kontrast. Blühendes neben Verblühtem – das sieht jetzt phantastisch aus. Richtig romantisch verwildert kann das wirken. Also solltest Du die kleinen, inzwischen verblühte Sommerstauden einfach stehen lassen. Die größeren kürzt Du ein. Und bedenke: Du musst beim Pflanzen halb so viel Abstand zur nächsten Pflanze lassen, wie die Staude hoch wächst. Übrigens kann ich Dir dazu auch ein Buch empfehlen: „Blühende Beete – 365 Tage Gartenglück“ von Nick Bailey (Callwey Verlag, 29, 95 Euro). Guck da ruhig mal rein.

 

 

WIE IMMER IST VORBEREITUNG IST ALLES

Auch Deine Herbstblüher wollen in einen passenden Boden gesetzt werden – egal, ob Goldruten, Indianernessel, Wasserdost oder Gelenkblumen. Du solltest als Erstes das Anwurzeln erleichtern. Das schaffst Du, indem die Erde um die Wurzeln etwas abgestreift und die Unkräuter aus dem Ballen entfernt werden. Falls der Wurzelballen zu trocken ist, tauch ihn noch kurz in Wasser. Als Zweites schaust Du, dass die Erde am Pflanzplatz gut aufgelockert ist. Im Zweifelsfall reicherst Du sie noch mit Dünger oder Kompost an. Das Pflanzloch sollte übrigens in der Regel doppelt so tief sein, wie der Wurzelballen groß ist. Vergiss das Gießen nach dem Pflanzen nicht. Deine junge Staude braucht nun viel Wasser, das erleichtert ihr schließlich das Anwurzeln.

 

Foto: Christine Kuchem
Mit ihren leuchtend gelben Blüten ist die Goldrute eine imposante Erscheinung. Sie kann bis zu zwei Meter hoch wachsen und neigt dazu, sich stark auszubreiten. Am besten passt sie zu Astern. Foto: Christine Kuchem

 

 

WAS DU GEGEN DAS UNKRAUT TUN KANNST

Ich kann Dir nur immer wieder raten zu mulchen. Damit hat das Unkraut kaum eine Chance und der Boden bleibt zudem locker und feucht. Du musst nur darauf achten, dass die Mulchschicht nicht zu dick ist, denn sonst könnte es darunter faulen und schimmeln – und das wollen wir nicht. Das Beste ist, Du mischst frisch geschnittenes Gras mit gehäckselten Zweigen. Die Zweige sorgen dann für eine gute Durchlüftung. Das Verhältnis sollte 1:1 betragen. Die Mulchschicht versorgt Deinen Boden übrigens auch mit zusätzlichen Nährstoffen. Und mit ein wenig Geduld wirst Du sehen, dass Deine Stauden, auch die Herbststauden, ohnehin so dicht wachsen, dass das Unkraut keine Chance mehr hat. Aber bis dahin müssen wir mulchen, mulchen, mulchen – und manchmal auf die Knie gehen und das Unkraut kurzer Hand rausrupfen.

 

 

 

DEINE STAUDEN BRAUCHEN DICH

Wetter hin oder her – Du solltest etwas tun. Jetzt könntest Du zum Beispiel die Sommerstauden ausbuddeln, teilen und im Beet neu verteilen. Zum einen vermehrst Du auf diese Weise wunderbar Deine Stauden und zum anderen verjüngt sie das und sie werden wieder blühfreudiger. Aufs Zurückschneiden Deiner Stauden solltest Du jetzt allerdings verzichten. Wie ich schon weiter oben beschrieben habe, schenken sie jetzt und im Winter Deinem Garten eine schöne Silhouette und versorgen zudem die daheim gebliebenen Vögel und andere Tiere mit Nahrung. Nur die kranken und wirklich unansehnlichen Pflanzenteile solltest Du herausschneiden. Gleiches gilt für Deine Ziergräser. Bei Deinen Staudenpfingstrosen musst Du allerdings Hand anlegen. Sobald ihre Blätter sich im Oktober oder November braun verfärbt haben, werden sie von Dir dicht über dem Boden abgeschnitten. Sonst besteht Pilz-Gefahr!

 

Buchtipp: Wie ich schon erwähnt habe, bin ich total begeistert von „Blühende Beete – 365 Tage Gartenglück“ von Nick Bailey. Es ist im Callwey Verlag erschienen und kostet 29, 95 Euro. Warum ich das Buch so grandios finde? Zum einen ist Nick wirklich ein genialer Landschaftsgärtner. Du musst nur durch den Londoner Chelsea Physic Garden schlendern, um zu sehen was er für ein großes Talent ist.Dort ist Nick der Chefgärtner. Zum anderen versteht er es wirklich den Leser an die Hand zu nehmen und erklärt auf verständlichste Weise, wie Du Deinen Garten noch schöner gestalten kannst. Der Brite stellt uns in informativen Portraits die tollsten Pflanzen vor, unterteilt in die Kategorien Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Zudem verrät der Landschaftsgärtner, worauf wir beim Pflanzen und Pflegen achten sollten, wie wir auch an schwierigen Standorten schönste Beete gestalten können und aus unseren Kübeln prachtvoll bepflanzte Kunstwerke machen. Gerade an einem verregneten Herbsttag gibt es kaum etwas Schöneres, als auf dem Sofa durch dieses Buch zu blättern und Pläne zu schmieden. Ich kann Dir dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es gehört einfach in jede Gärtner-Bibliothek.

 

Schreibe einen Kommentar