EICHHÖRNCHEN IM GARTEN – DAS SOLLTEST DU BEACHTEN

Die einen finden sie süß und putzig, die anderen empfinden sie als äußerst ärgerlich und lästig: Eichhörnchen werden nicht von jedem Gärtner geliebt – schließlich sind die niedlichen Waldbewohner auch gewiefte Nesträuber. Nur zu gern peppen sie ihren ansonsten vegetarischen Ernährungsplan mit dem einen oder anderen frischen Vogelei auf. Da kann man verstehen, dass es Gärtner gibt, die Eichhörnchen lieber aus ihrem Garten vertreiben. Immerhin gilt es den Vogelnachwuchs zu schützen. Zudem stellt sich grundsätzlich die Frage, ob Du Wildtiere wie das Eichhörnchen überhaupt in Deinen Garten locken solltest. Schließlich könnte es sich doch nur zu gut an Dich gewöhnen, seine Fluchtinstinkte ablegen und so ein zu leichtes Opfer für Bussard, Eule und Co. werden. Und wann darf man Eichhörnchen überhaupt füttern? Nur im Winter oder das ganze Jahr über? Fragen über Fragen. Die wichtigsten will ich Dir hier beantworten.

 

Tipp: Du kannst Eichhörnchen auch einen Schlafplatz in Deinem Garten anbieten. Diese Schlafplätze heißen Kobel. Bauanleitungen dafür findest Du im Internet. Foto: Geert Weggen

 

 

EXTRA FUTTER GIBT’S NUR IM WINTER, EMPFEHLEN DIE EXPERTEN

Möchtest Du einem Eichhörnchen in Deinem Garten durch den Winter helfen, solltest Du ihm eine ausgewogene Ernährung bieten. Natürlich geht nichts über ein paar schöne Walnüsse, Bucheckern, Eicheln oder Esskastanien – aber Du könntest auch noch frisches Obst wie Äpfel und Birnen oder getrocknete Bananen anbieten. Das wäre großartig. Zusätzlich könntest Du den Futterplan noch um Karotten und Mais erweitern. Eichhörnchen werden dieses Futter lieben. Nur von Erdnüssen solltest Du Abstand nehmen. Ihre Inhaltsstoffe bekommen den Kleinen nicht so gut. Daher sind sie schon gar nicht als Alleinfutter geeignet. Die Experten sind sich übrigens darüber einig, dass eine Fütterung nur im Winter lohnt. Denn im Dezember beginnen die Eichhörnchen mit der Paarung, sodass schon nach 38 Tagen Tragezeit bereits Anfang Februar die Weibchen ihren ersten Wurf zur Welt bringen. Und die Weibchen benötigen nun wirklich viel Futter, um ihre Jungen zu säugen und großzuziehen. Daher heißt es jetzt für die Eltern: Raus in die Kälte und die vergrabenen Futtervorräte wiederfinden. Friert es aber und liegt viel Schnee, wird die Futtersuche wirklich schwierig. Jetzt kannst und solltest Du helfen. Bei einer ganzjährigen Fütterung verlieren Eichhörnchen ihre natürlichen Instinkte. Freunden sich zu sehr mit dem Menschen an, werden leichte Opfer ihrer Feinde. Deswegen solltest Du auf eine ganzjährige Fütterung verzichten.

 

 

 

DIE RICHTIGE FUTTERSTELLE – AM BESTEN GANZ WEIT OBEN

Möchtest Du Eichhörnchen während eines harten Winters bei der Nahrungssuche unterstützen, solltest Du in Deinem Garten eine spezielle Futterstation installieren. Du bekommst sie im Fachhandel. Die Futterstation solltest Du allerdings möglichst weit vom Haus entfernt und möglichst katzensicher anbringen. Das Beste ist, Du hängst sie möglichst hoch in einen Baum. So findet die Fütterung einigermaßen artgerecht statt. Möchtest Du die Eichhörnchen doch lieber mit einer Futterschale in Deinen Garten locken, solltest Du ebenfalls unbedingt darauf achten, dass sie möglichst weit vom Haus entfernt steht. Es ist wirklich wichtig, dass sich ein Eichhörnchen nicht zu sehr an den Menschen gewöhnt – auch wenn Du es vielleicht niedlich findest, wenn es Dir zutraulich aus der Hand frisst. Die Konsequenzen können für die kleinen Tiere tödlich sein: Denn Eichhörnchen verlieren so nur zu schnell ihren natürlichen Fluchtinstinkt und werden so leichte Opfer von Hauskatzen oder können die Gefahr eines vorbeifahrenden Autos nicht mehr richtig einschätzen. Diese beiden Feinde existieren ja schließlich nicht in ihrer gewohnten Umgebung. Ebenso wenig wie der Mensch…

 

Tipp: Sammle beim nächsten Waldspaziergang doch ein paar Eicheln. Die mögen Eichhörnchen am liebsten. Walnüssen sind sie aber auch nicht abgeneigt. Foto: Bildagentur Zoonar GmbH

 

 

WENN DIE REGENTONNE ZUR TODESFALLE WIRD

Solltest Du Eichhörnchen also in Deinen Garten locken, musst Du Dich aber auch um ihre Sicherheit bemühen und mögliche Gefahren beseitigen. Zur regelrechten Todesfalle für Eichhörnchen könnte zum Beispiel Deine Regentonne werden. Vernachlässigt und halb gefüllt steht sie hinterm Gartenhaus. Nur zu leicht können Eichhörnchen hineinplumpsen. Zwar sind sie sehr gute Schwimmer, doch nützt ihnen das nichts, wenn sie es nicht über den Rand der Tonne wieder hinausschaffen. Also deckst Du am besten Deine Regentonne mit einem engmaschigen Netz oder einem passenden Deckel ab. Solltest Du eine offene Regentonne bevorzugen und sei es nur aus optischen Gründen, wäre es hilfreich, wenn Du einen Ast oder ein  Brett schräg hineinstellst. So schafft es dann auch der kleinste Schwimmer wieder zurück ins Trockene.

 

 

GIFTE UND DÜNGER SIND EINE GROSSE GEFAHR

Nur zu oft setzen wir Gifte und Dünger in unserem Garten gedankenlos ein. Für Eichhörnchen und andere Tiere sind sie aber eine große Gefahr – ja, sie können sogar zu einem sehr schmerzhaften Tod führen. Vor allem Gifte wie Schneckenkorn oder Ratten- und Mäusegift sind für sie extrem gefährlich. Ganz fix nehmen Eichhörnchen die tödlichen Stoffe mit der Nahrung auf und verenden schließlich elendig im Gebüsch. Kein Wunder, können sie die giftigen Körner doch nicht von ihrer eigentlichen  Nahrung unterscheiden. Daher ist es wirklich wichtig, dass Du Gifte sparsam und umsichtig einsetzt, wenn Du es überhaupt musst. Benutze bitte nur Gifte, die ausdrücklich nur die Schädlinge beseitigen und für andere Tiere ungefährlich sind. Ähnlich verhält es sich übrigens mit körnigem Gartendünger. Auch er ist für Eichhörnchen nicht ungefährlich. Du nimmst Blaukorn um Deine Pflanzen zu düngen? Willst Du Eichhörnchen in Deinen Garten locken, solltest Du künftig besser darauf verzichten. Schließlich nehmen sie diese künstlichen Stoffe über das Maul und die Pfoten auf und verenden daran. Das gilt übrigens auch für Igel. Möchtest Du auf das Blaukorn im Garten aber nicht verzichten, solltest Du es künftig erst im Wasser auflösen, bevor Du es zum Düngen benutzt oder es wenigstens so weit in die Erde harken, dass kein Eichhörnchen oder Igel mehr dran kommt.

 

In der Regel bekommen die Weibchen zwei Mal im Jahr ihre Jungen. Nach ca. 38 Tagen Tragezeit zieht die Mutter die Kleinen dann alleine groß. Das Männchen vertreibt sie noch, bevor der Nachwuchs auf die Welt kommt.  Foto: Jarkko Jokelainen

 

 

MANCHMAL BRAUCHT EIN EICHHÖRNCHEN DEINE HILFE

Hast Du schon einmal ein verletztes oder schwaches Eichhörnchen gefunden? Dann weißt Du sicherlich, dass Du aufpassen musst. Denn Vorsicht: Eichhörnchen haben Krallen und sehr scharfe Zähne. Es könnte Dich also verletzen. Zunächst wäre es daher gut, wenn Du das Tier aus einer gewissen Entfernung beobachtest. Bewegt es sich nicht und wirkt es apathisch, kannst Du Dich nach einer gewissen Zeit vorsichtig mit einem Handtuch auf das Eichhörnchen zu bewegen. Mach Dich dabei etwas kleiner und vermeide schnelle Bewegungen. So wirkst Du ungefährlicher für das Tier. Achtsam legst Du das Eichhörnchen in das Tuch und bringst es in einen warmen, ruhigen Raum. Dort kannst Du es dann in Ruhe untersuchen. Ist es verletzt? Wirkt es gebrochen? Ist es ausgemergelt? Sieht sein Fell vielleicht glanzlos und strohig aus? Gerade im Winter findet man hin und wieder unterkühlte und schwache Jungtiere. Sie benötigen vor allem Wärme. Eine Wärmflasche hilft. Du kannst dem Eichhörnchen auch Apfelstückchen und ein wenig Zuckerwasser anbieten, aber das Beste wird ohnehin sein, Du fährst mit ihm zum Tierarzt. Denn Experten raten Laien davon ab, Wildtiere wie das Eichhörnchen wieder aufzupäppeln.

 

 

 

2 Comments

  • Ulrich Hinz
    22. Juni 2017 21:16

    Tolle Seite , kurz und informativ.
    Kann ich wärmstens empfehlen!

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