EIN PILZ BEDROHT DEINEN BUCHSBAUM

Eine gute Freundin ruft verzweifelt an und fragt mich hilflos um Rat: Ihre Buchsbaumkugeln sind von einem Pilz befallen. Was sie nun tun soll, und ob die Buchsbäume noch zu retten sind, will sie wissen. Ein Gärtner sei schon da gewesen, der hätte ihr aber kaum noch Hoffnung gemacht. Kurz darauf schickt sie mir Fotos von den kranken Buchsbäumen. Es sieht wirklich schlimm aus! Es ist eine Katastrophe. Einige Kugeln haben nur noch wenige Blätter, andere scheinen kaum noch am Leben zu sein. Es ist eindeutig: Ihre wertvollen Buchsbäume sind Opfer des Buchsbaum-Triebsterbens. Diese schlimme Krankheit breitet sich erst seit einigen Jahren unter unseren Buchsbäumen aus. Die Folgen sind verheerend. Ein Pilz namens Cylindrocladium buxicola dringt über die Blätter tief in die Pflanze ein und sorgt dafür, dass sie nach einer gewissen Zeit abstirbt. Vor allem in feuchtwarmen Sommern kann sich der Erreger rasant ausbreiten, denn nach Untersuchungen in England weiß man, dass er mindestens fünf Stunden ununterbrochene Feuchte benötigt, um die dicke Wachsschicht der immergrünen Buchsblätter zu durchdringen – erst dann hat er die Pflanze infiziert. Zum Glück gibt es mittlerweile einige Möglichkeiten, das Buchsbaum-Triebsterben einzudämmen.

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1997 trat der Cylindrocladium buxicola das erste Mal in England auf. Es war eine regelrechte Epidemie, der ganze Baumschulen und Parks zum Opfer fielen. Foto: privat

Auf welche Symptome muss ich achten?

Der Wind oder Vögel tragen die tödlichen Pilzsporen in unsere Gärten, manchmal schleppen wir sie auch mit neuen Pflanzen aus dem Gartencenter, der Baumschule oder von Freunden ein. Es gibt kaum ein Entkommen vor diesem Erreger. Die Verbreitung von Cylindrocladium buxicola nimmt vor allem im Norden Deutschlands zu, denn er verträgt keine Hitze und stirbt bei Temperaturen über 30 Grad ab – und über diese Temperaturen können wir uns hier oben im Norden nur selten freuen. Anders in Süddeutschland: Dort ist es oft mehrere Tage am Stück warm, die Luft trockener. Der Pilz kann sich wesentlich schlechter am Leben erhalten und verbreiten. Daran erkennst Du, dass Dein Buchs mit dem Cylindrocladium buxicola infiziert ist: Es sind dunkelbraune Flecken, die oft am Blattrand beginnen, die den Befall verraten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist zudem oft an der Blattunterseite ein weißer Sporenbelag zu sehen. Innerhalb von drei Tagen werden die Buchsblätter komplett braun und fallen ab. An den sterbenden Trieben erkennst Du zudem schwarze Streifen.

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Es ist ein Trauerspiel: Diese wunderbaren Buchse sind vom Triebsterben befallen. Jetzt hilft nur noch ein großzügiger Rückschnitt und der Austausch von Erde. Foto: privat

Wie kann ich den Pilz bekämpfen?

Ist Dein Buchs vom  Cylindrocladium buxicola befallen, ist höchste Eile geboten. Die betroffenen Sträucher musst Du schnellstens und kräftig zurückschneiden. Anschließend solltest Du auf alle Fälle die Schere desinfizieren. Das geht ganz leicht mit Spiritus. Einfach  über die Schere schütten, abwischen und fertig. Das Schnittgut darf übrigens auf gar keinen Fall auf den Kompost. Es gehört in den Hausmüll oder wird verbrannt. Und ganz wichtig: Du musst die herabgefallenen Blätter einsammeln. Die Pilzsporen, die an ihnen kleben, können bis zu vier Jahre im Erdboden überleben. So kann sich die Pflanze wieder und wieder anstecken. Daher ist es auch ratsam, den Boden um Deinen Buchs fingerdick auszutauschen. Vor allem in Buchshecken verbreitet sich das Triebsterben rasend aus, da die Pflanzen sehr dicht beieinander stehen. Auch hier musst Du zügig reagieren. Das Beste wird sein, du reißt die befallenen Pflanzen raus und vernichtest sie. Gerne auch die rechts und links daneben. So kannst Du den Rest noch retten. Das schafft zwar unansehnliche Lücken, aber die können nach einem Erdtausch wieder mühelos bepflanzt werden. Beachte: Nach jedem Formschnitt musst Du Deine Buchse nun umgehend mit einem Pilzbekämpfungsmittel besprühen. Die entsprechenden Präparate bekommst Du im Garten-Center. Mit ihnen solltest Du die Buchse auf alle Fälle in einem Abstand von zehn bis 14 Tagen behandeln. So schützt Du die jungen Triebe vor einer neuen Infektion. Wichtig: Du musst von Behandlung zu Behandlung das Mittel wechseln, ansonsten droht der Pilz gegen das Mittel resistent zu werden.

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Findet der Befall im Frühjahr oder Sommer statt, ist die Überlebenschance Deines Buchses größer als bei einer Infizierung im Herbst. Den Winter würde er nicht überstehen. Foto: privat

 

 

Kann ich eine Ansteckung verhindern?

Schon mit der richtigen Auswahl kannst Du einem Befall verbeugen: Als besonders widerstandsfähig gelten unter anderem Buxus sempervirens „Arborescens“ und „Elegantissima“. Sehr anfällig dagegen ist die Sorte „Blauer Heinz“. Sie trocknet wegen ihres dichten Wuchses nach einem Regen nicht so schnell ab. Grundsätzlich: Geschnittene Pflanzen sind anfälliger als ungeschnittene Pflanzen. Wichtig ist auch der richtige Standort für Deine Buchsbäume. Er sollte sonnig und luftig sein, zudem eine ordentliche Wasser- und Nährstoffversorgung bieten. Damit die Blätter Deiner  Buchsbäume nicht unnötig feucht werden, gießt Du sie nur von unten. An feuchtwarmen Sommertagen darfst Du die Heckenschere gerne liegen lassen und kannst auf einen Formschnitt verzichten. Denn gerade die verletzten Blätter machen es dem Pilz an solchen Tagen besonders einfach in die Pflanze einzudringen.

 

Welche Alternativen gibt es zum Buchs?

Wer sichergehen will, sollte auf alle Fälle andere immergrüne Hecken pflanzen. Einige sehen dem Buchs täuschend ähnlich und sind ebenfalls sehr gut in Form zu schneiden. Die Berberitze ist so eine Alternative, vor allem die Zwergberberitze „Nana“ (Berbers buxifolia). Sie hat immergrünes Laub und eignet sich besonders gut für halbschattige oder schattige Plätze in Deinem Garten. Im Mai und Juni bekommt sie übrigens ganz hübsche, gelbe Blüten. Oder Liguster (Ligustrum vulgare): Da er sehr resistent ist, wird er mittlerweile von vielen dem Buchs vorgezogen. Sein Laub ist dunkelgrün und glänzt. Dieser Strauch eignet sich für alle Böden und freut sich über ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen. Liguster muss regelmäßig geschnitten werden, sonst kann er bis zu vier Meter hoch wachsen. Auch der Spindelstrauch  (Euonymus) ist eine gute Alternative. Hierbei handelt es sich um eine anspruchslose, 50 Zentimeter hohe Pflanze, die sich in allen guten Gartenböden wohl fühlt. Spindelstrauch schätzt die Sonne, eignet sich aber auch für halbschattige Flecken in Deinem Garten.

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