FRÜHJAHRSKUR FÜR DEINEN RASEN – DIE 10 BESTEN TIPPS

Der Winter hat Deinem Rasen ordentlich zugesetzt. Er ist geknickt, gestresst und geschwächt. Spätestens jetzt solltest Du ihm eine ordentliche Portion Zuwendung und Pflege schenken. Verpasse ihm einfach die richtige Frühjahrskur! Das hilft. Damit Dein Rasen sich von den Winterstrapazen wieder richtig erholt und in den nächsten Wochen satt und grün Deinen Garten verschönert, solltest Du aber einiges beachten. Das sind meine 10 besten Tipps:

 

Viele Hobby-Gärtner träumen von so einem englischen Rasen. Den wenigsten gelingt er allerdings. Die richtige Rasensorte, regelmäßiges Mähen, ordentliches Düngen und gute Bewässerung sind das Erfolgsgeheimnis. Foto: PJ photography

 

 

DAS LAUB MUSS WEG

Sobald Schnee und Frost vorüber sind, solltest Du als Erstes das Laub von Deinem Rasen entfernen. Mit einem Rechen geht das ganz fix. Machst Du das nicht, wird er an den mit nassem, schimmelndem Laub bedeckten Stellen nicht richtig belüftet. Krankheiten können sich ausbreiten, ein Pilzbefall ist möglich.

 

ERST DÜNGEN, DANN MÄHEN

Sobald der Rasen wieder zu wachsen beginnt, solltest Du ihn zuerst düngen. Dafür benutzt Du am besten einen Streuwagen. Nur mit ihm verteilst Du den Dünger schön gleichmäßig. Mit einem Langzeitdünger tust Du Deinem Rasen jetzt einen großen Gefallen, denn die enthaltenen Wirkstoffe machen stark und schenken ihm ein gesundes Aussehen. In einem guten  Langzeitdünger sind enthalten: Stickstoff für das Wachstum und das satte Grün, Phosphor für das Wurzelwachstum und das enthaltende Kalium soll Deinen Rasen gegen Trockenheit, Kälte und Krankheiten stärken. Ein oder zwei Wochen nach der Düngung kannst Du den Rasen zum ersten Mal mähen, denn bis dahin haben sich die Düngerkörner aufgelöst. Dieser erste Schnitt der Saison sollte nicht zu tief sein, sonst könntest Du die Grasnarbe unnötig verletzen. Es sollten mindestens 4 Zentimeter stehen bleiben. Achtung: Stumpfe Mähmesser stressen Deinen Rasen unnötig. Hattest Du sie im Winter schleifen lassen?

 

Ein guter Schnitt fördert das Wachstum. Darum unbedingt regelmäßig den Rasen mähen. Allerdings sollte der erste Schnitt nicht zu kurz sein. 4 Zentimeter können erst einmal stehen bleiben. Foto: Jack Jelly

 

 

JETZT VERTIKUTIEREN

Vor dem Vertikutieren solltest Du unbedingt noch einmal den Rasen mähen. Kürze ihn auf ungefähr 2 Zentimeter. Dann stellst Du den Vertikutierer richtig ein. Er darf den Boden maximal 3 Millimeter tief einritzen, Du könntest ansonsten die Grasnarbe unnötig verletzen. Vertikutiere zügig, bleibe dabei nicht stehen –  das würde die Grasnarbe ebenfalls unnötig beschädigen. Zuerst bewegst Du das Gerät in Längsrichtung, dann noch einmal quer. So entsteht ein Schachbrettmuster. Gleich nach dem Vertikutieren harkst Du den Rasenfilz zusammen und entsorgst ihn. Auf die kahlen Stellen säst Du eventuell noch neuen Rasensamen. Fertig!

 

GEDULD BEIM SCHNEESCHIMMEL, ABER FIX WEG MIT DEM MOOS

Grau-braun verfärbte Flecken mit watteartigen Rändern deuten auf Schneeschimmel hin. Der wird häufig durch Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit ausgelöst. Ein  Gift musst und darfst Du nicht benutzen, um ihn zu bekämpfen. Sei einfach geduldig. Mit zunehmender Wärme wird der Pilz sein Wachstum einstellen. Bis zum Sommer dürfte er dann komplett verschwunden sein. Willst Du ihn sofort loswerden, kannst Du nur die betroffenen Rasenstellen gründlich entfernen und dort neuen Rasen aussäen. Anders sieht es mit dem Moos aus. Da solltest Du keine große Geduld beweisen, sondern gleich zupacken. Das meiste Moos verschwindet schon beim Vertikutieren, kommt mit der Zeit aber leider wieder. Grund dafür könnte ein zu saurer Boden sein. Darum am besten nach dem Vertikutieren gleich kalken. Je nach pH-Wert und Bodenbeschaffenheit muss der Kalk dosiert werden. Bei leichten, sandigen Böden braucht man weniger Kalk. Bei einem leichten Boden mit einem pH-Wert von unter 5,5 genügen 150 Gramm pro Quadratmeter, während man bei lehmigen Böden etwa die doppelte Menge verwenden kann. Ab einem pH-Wert von 6,9 sollte kein Kalk mehr aufgebracht werden. Um zu erfahren, wie sauer Dein Boden wirklich ist, solltest Du Dir ein Test-Set im Garten-Center kaufen. Manche verwenden Eisendünger oder Eisensulfat. Mir ist das zu gefährlich. Mein Golden Retriever Bruno könnte das schließlich fressen und gesundheitliche Schäden davontragen. Ich setze mehr auf die richtige Pflege. Mein Rasen wird von April bis November mindestens einmal pro Woche gemäht, nach dem Vertikutieren aber nicht kürzer als vier bis fünf Zentimeter. Im Sommer wird der Rasensprenger rechtzeitig aufgestellt, wenn der Regen ausbleibt, denn Wassermangel schwächt den Rasen und lässt ihn bei anhaltender Trockenheit regelrecht „verbrennen“.

 

Mit einem scharfen Messer oder einem Kantenstecher wird die Rasenfläche in ihre Schranken gewiesen. Warte damit nicht zu lange, sonst macht das mehr Arbeit als nötig. Foto: frankskleinergarten.de

 

 

RASENKANTEN TRIMMEN UND STECHEN

Die saubere „englische Rasenkante“ sieht besonders hübsch und gepflegt aus. Da der Rasenmäher den äußeren Rand der Rasenfläche in der Regel nicht mehr erfasst, ohne die Randbepflanzung zu beschädigen, musst Du sie dort mit einem speziellen Rasenkantenschneider trimmen. Im Fachhandel gibt es dafür mechanische Handscheren und arbeitserleichternde Akkugeräte. Da Dein Rasen aber auch gerne mit seinen Ausläufern in die Beete wächst, muss der grüne Teppich an den Seiten ab und zu auch mit einem Kantenstecher, Spaten oder einem alten Brotmesser von Dir abgestochen werden. Das macht ein wenig Mühe, lohnt sich aber. Schließlich sieht es später recht hübsch und gepflegt aus.

 

SPIELRASEN BRAUCHT MEHR ZUWENDUNG ALS ZIERRASEN

Wird Dein Rasen übermäßig belastet, zum Beispiel durch spielende Kinder, solltest Du ihn drei Mal im Jahr mit einem Langzeitdünger verwöhnen. Gerne im April, Juni und August. Wird Dein grüner Gartenteppich nur als Zierrasen genutzt, reichen zwei Düngungen im Jahr. Das erste Mal Mitte April, das zweite Mal dann im Juli. Achte bitte darauf, Deinen gedüngten Rasen an trockenen Tagen ordentlich zu wässern. Sonst gibt’s unschöne Brandflecken.

 

Unkraut im Rasen ist den meisten lästig. Darum soll es weg. Meistens hilft nur Vertikutieren. Lässt Du es stehen, solltest Du im Sommer das Gras nicht mit nackten Füßen betreten. Denn vor allem der Weißklee lockt Bienen, Wespen und Hummeln an. Foto: Anna Gratys

 

 

DEN LÖWENZAHN UNBEDINGT AUSSTECHEN

Jetzt wird dem Löwenzahn zu Leibe gerückt. Zunächst mit der Schere: Schneide unbedingt die gelben Blüten noch vor dem Verblühen ab. Nur so kannst Du eine Selbstaussaat verhindern, denn schicken die Pusteblumen erst einmal ihre „Fallschirmchen“ auf Reisen durch die Luft, wird der Löwenzahn im ganzen Garten ausgesät. Willst Du den Löwenzahn loswerden, musst Du ihn übrigens mit der kompletten Wurzel entfernen. Spezielle Ausstecher leisten dabei gute Dienste.

 

WEISSKLEE LOCKT BIENEN AN

Ein Übermaß an Unkraut im Garten lässt darauf schließen, dass dem Boden Nährstoffe fehlen. Das ist einer der Gründe, warum sich in Deinem Rasen auch Weißklee ausbreiten kann. Bei dem musst Du übrigens während der Blütezeit im Juni und Juli sehr vorsichtig sein, denn sein süßer Nektar lockt Bienen an. Also nicht mit nackten Füßen drauf treten – das kann im Zweifelsfall höllisch weh tun. Du musst wissen: Je gesünder das Gras ist, desto schwerer hat es der Klee, sich auszudehnen. Also ist es besonders wichtig, den Rasen ausreichend mit Stickstoff zu versorgen. Im Gegensatz zu Gräsern kann Klee schließlich auch in stickstoffarmen Böden gut überleben. Darum dünge Deinen Rasen am besten mit Hornmehl. Die feinen Späne aus Rinderhorn haben einen besonders hohen Stickstoffgehalt, enthalten aber kein Phosphat, das den Klee zusätzlich stärken würde. Hat er sich aber schon in Deinem Rasen eingenistet, hilft nur noch scharfes Vertikutieren.

 

Gewässert wird nur in den Abendstunden. Meistens reicht eine halbe Stunde. Dann ist alles ordentlich nass und der Rasendurst gestillt. Foto: showcake

 

 

RASENSPRENGEN NICHT VERGESSEN

Das vergisst leider jeder zu schnell: Bei länger andauernder Trockenheit muss auch der Rasen selbstverständlich ordentlich gewässert werden. Die beste Tageszeit dafür ist der Abend. Hast Du einen wasserdurchlässigen und sandigen Boden reichen rund 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter. Handelt es sich um einen lehmigen oder tonigen  Boden, dürfen es gerne auch bis zu 20 Liter pro Quadratmeter sein, damit der Wurzelbereich Deines Rasens ordentlich durchfeuchtet wird.

 

ACHTUNG BEI PRALLEM SONNENSCHEIN

Du hast es sicherlich schon gemerkt: Auch wenn er sich gerne robust gibt, Dein Rasen ist doch eher sensibel und empfindlich. Darum ist es wichtig, dass Du darauf achtest, ihn nicht bei praller Sonne zu wässern und zu mähen. Beides könnte sonst zu Verbrennungen und braunen Flecken führen. Und das willst Du bestimmt nicht – nachdem Du ihm jetzt so viel Pflege und Aufmerksamkeit gegönnt hast.

 

 

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