FUCHS IM GARTEN: NIEDLICH ODER DOCH GEFÄHRLICH?

Der Hunger treibt sie immer öfter in Deinen Garten, denn auf der Suche nach Fressbarem wagen sich Füchse vermehrt auf unsere Grundstücke – nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt. Auch in meinem Garten fühlte sich schon ein Fuchs wie zu Hause. Manche von uns freuen sich darüber, dass sie diese hübschen Tiere so ganz bequem aus der Nähe beobachten können. Andere sehen diese tierischen Besuche im Garten kritischer, denn sie haben Angst sich womöglich mit Tollwut zu infizieren oder vom Fuchsbandwurm befallen zu werden. Allen Besorgten unter uns kann ich schon an dieser Stelle Entwarnung geben: Die Risiken sind überschaubar und Füchse sind, trotz ihres schlechten Rufes, nicht wirklich gefährlich. Dennoch solltest Du eine gesunde Vorsicht im Umgang mit diesen Wildtieren walten lassen. Hier erfährst Du, worauf Du achten musst.

 

Foto: Marcin Perkowski
Füchse halten keinen Winterschlaf oder Winterruhe. Im Gegenteil: Gerade in den kühlen Monaten werden sie aktiv, denn dann ist Paarungszeit und die Chancen stehen gut, eine eigene Familie zu gründen. Foto: Marcin Perkowski

 

 

SO KANNST DU DEN FUCHS AUS DEINEM GARTEN FERN HALTEN

In der Regel verläuft ein Zusammenleben zwischen Fuchs und Mensch ohne große Reibereien. Füchse sind keine aggressiven Tiere. Sie sind eher scheu und versuchen den Kontakt mit Menschen zu vermeiden. Sie sind sogar sehr nützliche Tiere, immerhin jagen Füchse Ratten und Mäuse oder beseitigen auch kranke und tote Tiere. Auf der Suche nach Nahrung verirrt sich der eine oder andere Fuchs gerne mal in die Nähe eines Wohnhauses oder in Deinen Garten. Laut Jagdgesetz ist es jedoch verboten, diese Wildtiere zu füttern oder sie zu zähmen und als Haustiere zu halten. Du solltest darauf achten, dass der Fuchs nichts in Deinem Garten zu fressen findet. Also lass am besten keine offenen Dosen mit Hunde- oder Katzenfutter auf der Terrasse stehen. Gleiches gilt für Essensreste: Nach dem Grillen solltest Du Deinen  Gartengrill möglichst fix reinigen und von Speiseresten befreien. Deine Mülltonne solltest Du immer wieder verschließen, den Komposthaufen abdecken. Da Füchse uns am liebsten meiden, könntest Du auch ein Radio im Garten aufstellen und einen Sender laufen lassen, auf dem viel Gesprochenes und wenig Musik gespielt wird oder Du lässt Deine Außenlampen über einen Bewegungsmelder steuern, denn: Füchse mögen auch kein grelles Licht. Mauern oder Zäune bringen übrigens nichts, denn Füchse sind gute Kletterer.

 

 

 

EINE FUCHSFAMILIE IST EINGEZOGEN

Füchse beziehen ihre Wohnungen gerne unter einem Gartenhäuschen. Wenn sie eine geeignete Stelle gefunden haben, buddeln sie ganz fix ihren Bau. Solche Löcher unterm Gartenhaus oder an anderer Stelle im Garten sind immer ein sicheres Zeichen dafür, dass Du mit dem Fuchs einen neuen Nachbarn bekommen hast. Sollte sich nun wirklich ein Fuchs in Deinen Garten verirrt und sich niedergelassen haben, gilt vor allem eines: Ruhe bewahren. Du solltest ihn bloß nicht in die Enge treiben. Lass ihm einen Fluchtweg und versuche auf gar keinen Fall ihn einzufangen. Entdeckst Du während der Jungenaufzucht, also zwischen April und Juli, einen Fuchs in Deinem Garten, solltest Du unbedingt Milde walten lassen. Vertreibst Du ihn, bleiben im schlimmsten Fall Waisenjunge zurück, die noch nicht in der Lage sind, alleine zu überleben. Beobachte Deinen neuen Mitbewohner eine Zeit lang, dann wirst Du sehen, ob es sich um einen Single oder ein  Familienoberhaupt handelt. Ohnehin gelten die Monate von April bis Juli als Schonzeit für Füchse. Falls also ein Fuchs-Paar mit seinen Jungen nun in Deinem Garten wohnt, bleibt Dir nichts anderes übrig als geduldig abzuwarten, bis die kleine Familie von selber wieder auszieht. Dennoch solltest Du unbedingt das nächste Forstamt informieren.

 

Foto: Simon Bourne
Füchse verlieren zunehmend ihre Scheu vor dem Menschen. Das mag auch daran liegen, dass sie sich in unseren Städten und Dörfern ziemlich wohl fühlen. Kein Wunder, kommen Füchse doch bei uns sehr viel leichter an Nahrung. Foto: Simon Bourne

 

 

FUCHS, DU HAST DIE GANS GESTOHLEN…

Deine Beete zu sichern geht ganz fix: Einfach ein Netz darüber werfen, eine Drahtumrandung anlegen oder Du schützt das Beet mit Ästen. Wenn Du allerdings Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Hühner im Garten hältst, ist die Angelegenheit schon etwas aufwendiger. Dann musst Du sie unbedingt in ein sicheres Gehege sperren. Da Füchse auch flinke Buddeler und Kletterer sind, solltest Du den Maschendraht des Geheges unbedingt mindestens 50 Zentimeter tief im Boden eingraben und am oberen Ende nach außen biegen. Kannst Du das Gehege nicht sicher abdecken, muss der Zaun mindestens eine Höhe von zwei Metern haben. Nähert sich ein Fuchs gefährlich Deinen Kleintieren kannst Du ihn ganz einfach verjagen, indem Du mit dem Gartenschlauch in seine Richtung spritzt oder ihn laut beschimpfst. Sollte der Fuchs krank oder verletzt sein, melde ihn unbedingt beim Forstamt.

 

 

 

WAS IST MIT DER TOLLWUT-GEFAHR UND DEM FUCHSBANDWURM?

Tollwut war lange Zeit ein großes Problem bei uns. Das ist aber längst vorbei. Seit 2008 gilt Deutschland als frei davon, ebenso Mitteleuropa. Die weit aus größere Sorge vieler, ist dagegen eine mögliche Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm. Aber: Wer einen Fuchs im Garten beherbergt sollte nicht in Panik verfallen, sondern Vorsicht walten lassen. Auch wenn in Risikogebieten wie Bayern oder Baden-Württemberg die Ansteckungsgefahr gering ist, gilt es einige Regeln zu beachten: Gemüse und Obst aus dem Küchengarten müssen vor dem Verzehr ordentlich abgewaschen werden, Deinen Hund solltest Du regelmäßig entwurmen. Da der Erreger über den Mund aufgenommen wird, musst Du nach der Gartenarbeit und nachdem Du Deinen Hund gestreichelt hast, unbedingt die Hände waschen. Entdeckst Du Fuchskot im Garten, vergrabe ihn mit der Schaufel. Natürlich trägst Du Handschuhe bei dieser Arbeit.

 

Foto: Edward Hasting Evans
Sie mögen keine Menschlichen Gerüche. Im Fachhandel gibt es spezielle Mittel, die stark nach menschlichem Schweiß riechen. damit kannst Du versuchen, den Fuchs aus Deinem Garten zu vertreiben. Achtung: Das Zeug stinkt höllisch. Foto: Edward Hasting Evans

 

 

DARUM ZIEHT ES DEN FUCHS IN DEINE NACHBARSCHAFT

Füchse sind typische Kulturfolger. Ohnehin sind die Lebensbedingungen in Menschennähe für Füchse einfach besser. Schließlich finden die Tiere in Deiner Nachbarschaft ihre Nahrung leichter und schneller, als im Wald oder auf dem Feld. Ratten, Mäuse, Tauben, aber auch Deine Abfälle sind für sie wunderbare Delikatessen und an sie ist doch viel leichter heranzukommen. Außerdem sind die Temperaturen in einer Wohnsiedlung oder einer Stadt in der Regel angenehmer, als die kalten Nächte auf dem offenen Feld. Da ist es doch keine Überraschung, wenn Du beim Sonntagsspaziergang im Park oder bei der Arbeit im Garten plötzlich einem Fuchs gegenüberstehst. Eigentlich sollte das kein Problem sein, weil das Tier in der Regel gleich die Flucht ergreift. Es kann allerdings sein, dass es schon „verstädtert“ ist. Nur zu leicht gewöhnt sich der Fuchs heutzutage an den Menschen und verringert seine Fluchtdistanz entsprechend, also – jene Distanz, auf die er Menschen an sich herankommen lässt, bevor er wegläuft. Auf jeden Fall gilt: Nicht jagen, nicht streicheln, nicht füttern – das Wildtier Wildtier sein lassen. Wusstest Du, dass auf dem freien Land nur noch etwa drei bis fünf Füchse auf einem Quadratkilometer leben, in der Stadt aber mittlerweile schon geschätzte 15 von ihnen auf dem Quadratkilometer?

 

 

DER FUCHS IST AUCH NUR EIN FAMILIENMENSCH

Wusstest Du, dass Füchse ausgesprochene Familientiere sind? Stimmt aber! Füchse sind monogam, paaren sich also ein Leben lang mit demselben Partner. Die jungen Rüden streifen wochenlang ihrer großen Liebe hinterher und passen im Januar und Februar die wenigen Tage ab, an denen sie mit ihrem  Weibchen eine kleine Familie gründen können. Fruchtbar sind die Weibchen im Januar oder Februar. Die Füchsinnen bringen dann nach gut 50 Tagen Tragzeit meist vier bis sechs Junge zur Welt. Häufigster Geburtstermin: März und April. Anfangs sind die Kleinen noch völlig blind und bleiben im geschützten Bau. Erst nach etwa 14 Tagen öffnen sie die Augen und nach vier Wochen verfärbt sich ihr braun-graues Fell langsam fuchsrot. Auf dem Speisezettel steht zunächst ausschließlich Muttermilch, später kommen diverse Beutetiere sowie Früchte hinzu. Auch bei der Aufzucht der Jungen zeigen sich Füchse als soziale Familientiere. Vor allem solange der Nachwuchs klein ist, sorgt der Vater regelmäßig für frische Nahrung und bewacht den Bau. Unterstützt wird er dabei häufig von den jungen Weibchen des letztjährigen Wurfes, die noch keine eigene Familie gegründet haben und bei den Eltern geblieben sind. Junge Rüden verlassen hingegen im Herbst ihres ersten Lebensjahres das elterliche Revier, um sich ein eigenes Reich zu suchen und um eine eigene Familie zu gründen.

 

7 Comments

  • Manu
    14. Dezember 2016 9:20

    wunderschöne Fotos und definitiv wieder was dazugelernt!!!
    liebe Grüße
    Manu

    • admin
      14. Dezember 2016 10:06

      Danke, liebe Manu.
      Es freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt.
      Liebe Grüße, Frank

  • Bärbel Beuchler
    14. Dezember 2016 17:40

    Hallo Frank, ein toller Blog – oder ist es „nur“ eine Webseite. Sehr schön gestaltet und informativ. Wir haben hier in der Cité Guynemer, gleich neben der Bundeswehr-Flugbereitschaft auch Füchse. Weißt du, wie die schreien! Das geht einem durch und durch. Als ich das nachts zum ersten Mal gehört habe, bin ich aus dem Bett gesprungen, weil ich dachte, da ist einem Tier etwas passiert. Dann sah ich ihn rufend, muss ich nun sagen, hinter unserem Haus vorbeimarschieren. War wohl gerade die Zeit, wo er sich eine Füchsin gesucht hat. Später tummelte sich die Familie mit vier Kleinen auf der Wiese herum. Obwohl ich jetzt weiß, dass dieses Schreien das ganz normale Lautgeben ist, erschreckt es mich immer noch. #wenn du Lust hast, kannst du dich ja mal auf meinem Blog umsehen. Würde mich freuen. https//:www.prominentimostblog.com Bärbel

    • admin
      14. Dezember 2016 17:50

      Hallo Bärbel. Vielen Dank für das liebe Kompliment. Zum Glück streunt bisher nur ein Fuchs durch unsere Straße. Der macht noch keinen Lärm. Gerne schaue ich auf deinem Blog vorbei. Bin schon sehr gespannt. Liebe Grüße, Frank.

  • Mathilda
    29. Dezember 2016 14:30

    Hallo Frank,
    wir haben auch Füchse im Garten und ich habe mir da früher oft Sorgen gemacht. Sie sind ja sehr niedlich, aber das Tollwutrisiko hat mich immer abgeschreckt.
    Gut, dass ich mir da keine Gedanken machen muss.
    Das mit dem Essen aus dem Garten fernhalten ist ein guter Tipp. Unsere Nachberin füttert auch gerne die streunenden Katzen, indem sie Katzenfutter in den Garten gestellt hat. Das erklärt dann auch den gelegentlichen Fuchsbesuch. Aber nach einem klärenden Gespräch, bei dem ich ihr auch die Lektüre deines tollen Artikels empfohlen habe, hat sie sich bereiterklärt, damit aufzuhören.
    Insofern noch mal vielen Dank.
    Deine Mathilda

    • admin
      29. Dezember 2016 17:27

      Liebe Mathilda,
      schön, dass Dir mein Artikel genützt hat.
      Das freut mich sehr.
      Liebe Grüße,
      Frank

  • Annette
    11. Januar 2017 9:03

    Hallo Frank,
    bin gerade durch zufall auf deinen Blog gestoßen und hier bei den Füchsen hängen geblieben.
    Ich liebe diese wunderschönen Tiere!
    Bei uns leben sie ein Glück noch auf dem Feld und im Wald und wir konnten vor 2 Jahren zwei Welpen beim Heranwachsen beobachten.
    Leider wird hier aber auch viel gejagt und die Elterntiere sind schon im Herbst nach der Aufzucht „verschwunden“. Unseren „Hope“ haben wir dann im Winter noch einmal gesehen. Wir warten sehnsüchtig auf einen neuen Wurf im Frühjahr 🙂 Schau dir gerne mal „Hope“ an: https://www.beauty-focus-eifel.de/begegnung-mit-hope-und-destiny
    LG Annette

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