GARTENPLANUNG – DIESE 10 TIPPS ERSPAREN DIR SPÄTEREN ÄRGER

Du hast Dein Haus gebaut und möchtest möglichst schnell einen zauberhaften Garten Dein Eigen nennen? Oder Du hast als Laubenpieper eine neue Leidenschaft entdeckt und willst Dir ein neues Paradies schaffen? Klar, dass Du am liebsten sofort und ganz fix loslegen möchtest. Mit allen Kräften, vielen Freunden, der ganzen Familie. Aber Stopp: Du solltest Dir erst ein paar Gedanken machen, sonst wird die Enttäuschung am Ende groß. Und das wollen wir doch nicht. Also erst einmal tief durchatmen und zurücklehnen. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und möchte Dir nun ein paar Tipps geben, mit denen Du viel Geld und Zeit sparen kannst. Ich verspreche Dir, am Ende wirst Du Dich über Dein neues Garten-Paradies freuen. Du wirst sehen…

 

Astilben leuchten in den schönsten Farben. Sie verzaubern besonders schattige Plätze. So kommt Licht ins Dunkel. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten. Foto: Peter Turner Photograph

 

 

BEVOR DU LOSLEGST, MACH DIR EINEN PLAN

Ein  guter Plan ist das A und O, denn eine vage Vorstellung führt oft nur zu Enttäuschungen – und spontane Käufe, weil einem im Gartenmarkt doch etwas ach so gut gefallen hat, erweisen sich in der Gesamtkomposition Deines Gartens schließlich nur zu oft als Schuss in den Ofen. Letzten Endes soll unser Garten doch Harmonie ausstrahlen, Ruhe und Gemütlichkeit. Hier wollen wir Frieden finden, uns vom stressigen Alltag erholen – egal, ob es ein Cottage Garten ist, eine formale Anlage oder es sich um ein naturnahes Paradies handelt. Darum: Bevor Du loslegst, solltest Du einen Plan zeichnen. Dafür musst Du kein großer Künstler sein. Dieser Plan sollte nur einigermaßen maßstabsgetreu sein. Dort hältst Du alles fest – die Gebäude, die vorhandenen Gehölze, Wege und Terrassen. Auf diesen Plan legst Du nun Transparentpapier und skizzierst darauf die Beete, die Du anlegen möchtest. Aber auch Bäume, Sträucher und den Gartenteich, den Du vielleicht anlegen möchtest. Du solltest für jede Pflanzensorte eine andere Farbe verwenden, Bäume kannst Du als Kreise einzeichnen. Traust Du Dir das Anfertigen einer solchen Planskizze nicht zu, surf doch mal durchs Internet. Dort findest Du verschiedene Gartenprogramme, die Dir dabei helfen. Einige davon sind sogar gratis.

 

DIE RICHTIGE PFLANZE FÜR DAS RICHTIGE PLÄTZCHEN

Jedes Plätzchen im Garten hat seine Vor- und Nachteile und nicht jede Pflanze fühlt sich überall wohl. Die eine steht gerne im prallen Sonnenlicht, die andere lieber im lichten Schatten. Die eine bevorzugt einen lehmigen Boden, eine andere mag’s eher sauer oder sandig. Diesen Vorlieben solltest Du nachkommen und Deine Pflanzen danach aussuchen und setzen. Dafür ist natürlich einiges an Recherche notwendig. Du musst die Bodenqualität überprüfen, die Lichtverhältnisse  beachten und die richtigen Pflanzen suchen und finden. Beispiel Schatten: Rosen und Lavendel werden sich dort nicht wohlfühlen. Sie blühen kaum, verkümmern und kränkeln dort vor sich hin. Lieber solltest Du Dich auf Pflanzen konzentrieren, die diesem Lichtverhältnis gewachsen sind, und Dich von Deinem Traum vom Rosengarten – jedenfalls an diesem Flecken – verabschieden. Versuche es lieber mit Astilben, Akelei, Funkien, Fingerhut und Glockenblumen. Sie bringen Farbe in den Schatten. Farne und Efeu überraschen mit interessantem Blattwerk. Auf alle Fälle solltest Du Pflanzen setzen, um die Schnecken einen Bogen machen, denn die Schleimer tummeln sich besonders gern im lichtarmen Teil Deines Gartens.

 

Ich liebe Storchenschnabel! Aber Vorsicht: Er wuchert ganz schön. Du solltest ihn im Herbst teilen und auch noch andere Plätze im Garten mit ihm bereichern – oder Du verschenkst ihn an Nachbarn. Foto: Ken Schulze

 

 

ACHTE UNBEDINGT AUF DIE PFLANZABSTÄNDE

Nur zu fix vergisst man, dass die gerade gekauften Pflanzen noch wachsen werden und später mehr und mehr Platz benötigen. Und nur zu gerne werden Stauden gleich so eng gepflanzt, dass das Beet von Beginn an schön voll und üppig aussieht. Aber Du solltest Geduld haben und diesen Fehler vermeiden. Denn schon nach wenigen Monaten machen sich die Pflanzen den Lebensraum streitig und behindern sich gegenseitig in der Entwicklung. Ganz schnell ist das Beetkonzept ruiniert, die Wirkung futsch. Besser ist es, Du hältst den empfohlenen Abstand zwischen Deinen Sträuchern und Stauden ein. Nur so können sie ihre Wirkung richtig und ungestört entfalten. Mein Tipp: Sollten Dich die schwarzen Flächen zwischen den Pflanzen zu sehr stören, füll sie mit Ein- oder Zweijährigen auf. Einige lassen sich direkt ins Beet säen. Und: Sie lassen den anderen genügend Luft.

 

WUCHERER DARFST DU NUR SPARSAM EINSETZEN

Es gibt Pflanzen, die machen sich in null Komma nichts breit im Beet und erdrücken die anderen. Rigoros verdrängen sie schwächere Arten. Gold-Felberich gehört dazu, genauso wie verschiedene Storchschnabel-Arten. Der Vorteil dieser Pflanzen ist, dass sie als Bodendecker das Wachstum von Unkraut ziemlich schnell und wirksam eindämmen. Darum solltest Du sie unbedingt für Deine Beete einplanen – aber nur sparsam. Denn Du wirst sehen: Ihr Wachstum musst Du regelmäßig mit dem Spaten eindämmen. Das hat aber auch sein Gutes. Durch dieses Teilen kannst Du sie wunderbar über Deinen ganzen Garten verteilen und Du sparst eine Menge Geld.

 

Giersch möchte kein Gärtner wirklich im Garten haben. Dieses Unkraut ist die Hölle. Manche sind schon an ihm verzweifelt. Als Mittel gegen Giersch empfehle ich eine lichtundurchlässige Folie im Beet. Foto: Manfred Ruckszio

 

 

MIT EINEM UNKRAUTVLIES DEN VERFLIXTEN GIERSCH BESIEGEN

Kaum etwas schmerzt einen Gärtner mehr als ein liebevoll angelegtes Beet, das vom Unkraut zerstört wird. Oft stürzen wir uns verzweifelt und mit Biss in den Kampf gegen diese Bösewichte und verlieren dann auf Dauer leider doch, weil sie immer wieder und wieder kommen. Vor allem Ackerwinde und Giersch können  Dir die Tränen in die Augen treiben, wenn Du nicht rechtzeitig etwas unternimmst. Eine große Hilfe kann Dir in diesem Kampf eine wasser- und lichtundurchlässige Folie bzw. ein Unkrautvlies sein. Je dicker und dichter, desto besser. Mit ihr deckst Du das ganze Beet ab und ritzt es nur dort ein, wo Du Deine Stauden oder Sträucher setzen willst. Solche Folien gibt es auch schon mit vorgestanzten Schlitzen für die Bepflanzung. Nachdem Du Deine Pflanzen gesetzt hast, kannst Du die frei liegende Folie mit Rindenmulch, Kies oder Erde abdecken. So hat der Giersch keine Chance und Dir erspart es unnötiges Unkrautzupfen!

 

DENKE AN DEN ZWEITEN WASSERHAHN

Ich habe leider den Fehler gemacht und vergessen mehr als nur einen Wasseranschluss im Garten zu verlegen, geschweige denn weitere Elektro-Anschlüsse. Daher kann ich nun nicht meine Bäume in der Dämmerung mit schickem Licht anstrahlen und muss mich auch mit einem sehr langen Gartenschlauch rumquälen, wenn ich meine Stauden, Sträucher, Rosen und Bäume gießen will. Solange sich Dein Garten allerdings in der Entstehungsphase befindet, lassen sich entsprechende Anschlüsse mit leichter Hand einplanen und verlegen, nachträglich wird das nur teuer und macht unnötigen Ärger. Also denk daran, während Du Deinen Garten planst. Es könnte Dir die Gartenarbeit wirklich erleichtern und einen zusätzlichen Wasseranschluss werden Dir Deine Pflanzen danken, gerade in den heißen und trockenen Wochen.

 

Du veranstaltest gerne Gartenpartys oder Dein Hund und Du tollen auch im Winter bei Frost und Schnee übers Grün– dann wähle einen strapazierfähigen Rasen, jedenfalls keinen englischen Rasen. Foto: Bildagentur Zoonar GmbH

 

 

DER RICHTIGE RASEN MACHT’S

Klar wollen wir alle einen englischen Rasen. Fein grün, schick geschnitten und super edel. Der passt aber nun mal leider nicht in jeden Garten. Hast Du nicht viel Zeit und kannst ihn auch nicht mit ganzer Muße pflegen, solltest Du Dir etwas robusteres aussuchen. Hast Du Kinder, die gerne Fußball oder Federball spielen, würde ich an Deiner Stelle ohnehin eher auf einen strapazierfähigen Rasen zurückgreifen. Für absonnige Lagen ist ein spezieller Schattenrasen genau das Richtige. Mein Tipp: Gib lieber ein paar Cent mehr aus, statt die Billig-Angebote aus dem Supermarkt zu kaufen. Diese Mischungen wachsen zwar schnell, aber nicht immer gleichmäßig. Außerdem musst Du sie zu oft mähen.

 

AUCH EINE HÄSSLICHE MAUER KANN ZUM HINGUCKER WERDEN – DANK SCHÖNER KLETTERPFLANZEN

Ich bin ein  großer Fan von Wandbegrünern. Egal, ob Kletterrose, Wilder Wein oder Efeu. Sie sehen gut aus, sorgen für ein ordentliches Kleinklima und bieten Insekten und Vögeln Nahrung, Nistplätze und Heimat. Nur Du musst aufpassen: Wilder Wein und Efeu klettern ohne Hilfe Deine Wände hoch. Ihre Haftorgane sind meist „lichtfliehend“ und schieben sich gerne in Risse und Spalten. Willst Du sie später entfernen, kann das Schäden hinterlassen. Du solltest Dir also ganz genau überlegen, welche Wandbegrünung Du wo einsetzt. Mit Efeu und Wildem Wein lässt sich zwar wunderbar eine hässliche Mauer kaschieren, nur am Haus würde ich sie nicht hochklettern lassen. Anders sieht das zum Beispiel mit Kletterrosen aus. Die brauchen eine Kletterhilfe, haften nicht an der Wand und können bei späterem Nichtgefallen problemlos entfernt werden.

 

Für die Anlage von Wegen und Terrassen solltest Du Dir wirklich viel Zeit lassen. Warum auch nicht? Es drängt Dich doch niemand, oder? Foto: Nadezhda Kharitonova

 

 

DEINE PFLANZEN KÖNNEN WIRKLICH GROSS WERDEN, DENKE DARAN

Vergiss nicht, dass alle Gehölze wachsen, auch  Zaubernuss, Weigelie oder Hartriegel. Du solltest schon beim Kauf daran denken, wie viel Platz sie einmal benötigen werden. Ich habe leider nicht daran gedacht und konnte einige meiner Gehölze schließlich verschenken. Das fiel mir sehr schwer, musste aber sein. Aus Fehlern lernt man eben. Hast Du noch einen Platz für zu groß gewordene Gehölze, dann pflanzt Du sie am besten während der späten Herbstmonate um. Sollte der Winter milde sein, geht’s dann auch noch – spätestens im frühen Frühling sollte aber alles erledigt sein. Vorsichtig buddelst Du die Pflanze aus, legst sie dann mit ihrem Wurzelballen auf ein großes Tuch, umschlägst den Wurzelballen damit, packst das Ganze schließlich in die Schubkarre – und ab geht’s zum neuen Zuhause.

 

ERST PROBE SITZEN UND GEHEN, DANN PFLASTERN

Das Haus steht, aber wie die Terrasse aussehen soll und welche Form sie haben wird ist noch lange nicht beschlossen. Sollte es jedenfalls nicht sein. Das gleiche gilt auch für die Wege durch den Garten. Lass Dir Zeit. Suche die Pflasterung mit Bedacht aus. Du solltest auf alle Fälle erst einmal mit Spänen verschiedene Varianten in Deinem Garten „einzeichnen“ und dann abschreiten und absitzen. Teste sie bei jedem Wetter. Sollte es nicht passen, kannst Du es fix und ohne großen Ärger korrigieren. Nach einigen Wochen weißt Du dann, wie die Wege in Deinem Garten verlaufen sollen und welche Form Deine Terrasse haben wird. Währenddessen kannst Du schon das Pflaster aussuchen. Lass Dir aber auch dabei Zeit. Schau Dir Projekte und Prospekte an, blättre durch Zeitschriften, surfe durchs Internet. Nichts ist ärgerlicher als ein verlegtes Pflaster, das man nicht mehr korrigieren kann. Und bedenke: Es wird für eine ganz lange Zeit liegen bleiben!

 

 

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