ICH WOLLT, ICH WÄR EIN HUHN

Meine beste Freundin hat Hühner. Sie kann es sich erlauben, immerhin lebt sie in einem märchenhaften, alten Forsthaus auf einem riesigen Grundstück. Dort stolzieren, scharren und gackern sechs Hennen durch den Garten. Das ist immer wieder lustig zu beobachten und zaubert Dir unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen. Das Tolle: Die eigenen Hühner liefern garantiert unbelastete, leckere und legefrische Eier – und das täglich. Sie sind glücklicher, leben unbeschwerter als ihre Geschwister in den Legebatterien und stehen einfach für pures Landleben. Vielleicht ist Letzteres der eigentliche Grund, warum Hühnerhaltung gerade voll im Trend liegt. Natürlich kannst Du nicht überall Hühner halten. Bestimmte Voraussetzungen sollte Dein Grundstück erfüllen. Welche das sind und worauf Du bei der Haltung sonst noch achten solltest, erfährst Du hier.

 

Foto: Ivonne Wierink
Ist kein Hahn zugegen, bestimmt die älteste Henne, welches Huhn wo auf der Stange platz nehmen darf. Auf der Stange fühlen sie sich sicher, dort schlafen sie. Foto: Ivonne Wierink

 

 

HÜHNER IM EIGENEN GARTEN

Ob Du Hühner in Deinem Garten halten darfst, solltest Du vorab am besten mit der Gemeinde klären. Oft reicht schon ein kurzer Blick in den B-Plan. Dort wird in der Regel erwähnt, welche

Niedliche Seidenhühner. Foto: cynoclub/shutterstock
Niedliche Seidenhühner. Foto: cynoclub

Tiere in Deiner Straße gehalten werden dürfen und welche nicht. Wichtig ist auf alle Fälle, dass sich Deine Nachbarn nicht gestört fühlen. Wenn Du Dir schließlich Hühner anschaffen willst, solltest Du mindestens drei oder vier Tiere kaufen. Wenn sie nicht in einem umzäunten Auslauf leben, sondern sich frei in Deinem Garten bewegen dürfen, musst Du mindestens 30 Quadratmeter Lebensraum pro Federvieh einplanen. Ansonsten verwandeln sie Deinen Garten ganz fix durch ihr Scharren in ein braune, erdige Fläche – Dein Rasen wäre somit hin. Ansonsten tun die Tiere Deinem Garten gut: Sie futtern Schädlinge wie Schnecken, Engerlinge und Raupen und lassen dabei noch eine gehörige Portion Dünger fallen, außerdem kratzen sie das Moos aus Deinem Rasen. Den Hühnermist aus dem Stall solltest Du allerdings kompostieren, bevor Du ihn Deinen Pflanzen gibst. Er ist so nährstoffhaltig, dass er die zarten Wurzeln Deiner Stauden quasi verbrennen würde. Diese schnuckeligen Zwerg-Wyndotten unten könnten etwas für Dich sein. Sie sind wenig flugfreundlich und haben ein liebenswürdiges Wesen:

 

 

 

WIE INTENSIV MUSS ICH MICH UM HÜHNER KÜMMERN?

Deine Hühner benötigen natürlich täglich frisches Wasser und neben der Nahrung, die sie ohnehin schon in Deinem Garten finden, noch ein zusätzliches Kraftfutter. Das Fertigfutter bekommst Du übrigens im Landhandel oder der landwirtschaftlichen Genossenschaft in Deiner Nähe. Das fördert ihre Legeleistung und ist für ihr Wohlbefinden wichtig. Alle paar Tage solltest Du dann noch das Kotbrett unter der Sitzstange im Nachtquartier säubern und gelegentlich Tränke, Trog und Stall reinigen. Du siehst: So groß ist der Aufwand gar nicht.

 

Foto: Miroslaw Gierczyk
Ein Hahn bringt nicht nur Ruhe in die Hühnerschar, sondern warnt seine Hennen mit lautem Krähen vor Feinden. Andere Hähne neben sich akzeptiert er nicht. Foto: Miroslaw Gierczyk

 

 

WAS BRAUCHEN HENNEN UM GLÜCKLICH ZU SEIN?

Hühner sind an sich bescheidene und anspruchslose Genossen. Um wirklich glücklich zu sein, brauchen sie nur einen hellen Stall ohne Zugluft, der mit einem trockenen Teppich aus Holzspänen oder Stroh ausgelegt ist. Zum Ruhen und Schlafen bringst Du am besten rundovale Sitzstangen an, die etwa einen Durchmesser von 5 Zentimetern besitzen. Um den Stall alle paar Tage ordentlich reinigen zu können, ist ein herausnehmbares Kotbrett oder eine Kotgrube unter dem Hühnerschlafplatz hilfreich. Da Du bestimmt nicht lange nach den Eiern suchen möchtest, richte doch Legenester ein. Dann wissen die Hennen, wo die Eier hingehören. Ist die Legebox dann auch noch von außen zugänglich, vielleicht durch eine Tür, wird die Eiersuche für Dich noch einfacher. So könnte Dein Hühnerhaus aussehen:

 

 

 

WELLNESS FÜR DEINE HÜHNER

Damit Deine Hühner ihr Gefieder richtig pflegen können, richte doch ein Sand- oder Staubbad unter einer überdachten Stelle des Geheges ein. Dafür musst Du nur eine alte Zinkwanne mit etwas Sand oder trockener Erde füllen, mischst das ganze dann noch mit etwas Holzasche und Kieselerde – und schon können sich Deine Hennen bei einem wohligen Bad von ihren lästigen Federgästen befreien. Für Deinen Hühnerstall gilt übrigens noch folgende Faustregel: Pro Quadratmeter solltest Du dort auf gar keinen Fall mehr als drei normal große Hühner unterbringen. Das Hühnerhaus sollte auch einen umzäunten Freilauf haben, der am besten mit einem engmaschigen Netz abgedeckt ist. So sind Deine Hennen vor heimischen Greifvögeln wie Falke, Habicht, Bussard oder Sperber geschützt.

 

Foto: Val Thoermer
Hühner füttern ist für Kinder immer wieder eine große Freude – wie im Urlaub auf dem Bauernhof. Oft möchten sie das Federvieh dann auch gleich mit nach Hause nehmen. Foto: Val Thoermer

 

 

BRAUCHEN MEINE HENNEN EINEN HAHN?

Die Henne von heute ist emanzipiert – sie braucht keinen Hahn um glücklich zu sein. Sie schafft das auch alleine. Sie braucht ihn nicht einmal, um ihre Eier zu legen. Er ist in ihrem Leben geradezu überflüssig. Einzig als männlicher Beschützer und Friedensstifter macht er Sinn, denn die Damen zicken schnell und zoffen sich oft. In solchen Momenten ist ein Hahn im Gehege von Vorteil: Als guter Patriarch hält er seinen Harem in Schach und geht bei Hennenkriegen schnell und effizient dazwischen. Trotzdem solltest Du lieber auf einen Hahn verzichten, denn sein Krähen am frühen Morgen hat schon des öfteren zu nachbarlichen Auseinandersetzungen geführt, die erst vor Gericht endeten. Du brauchst ihn ohnehin nur, wenn Du Hühner züchten möchtest.

 

 

Foto: shutterstock
Hähne sind hübsch anzusehen, aber sie werden nur für die Zucht benötigt. Ihr Nachteil: Sie krähen schon am frühen Morgen die Nachbarn aus den Betten. das sorgt für Unmut. Foto: shutterstock

 

 

WELCHES HUHN PASST EIGENTLICH ZU MIR?

Am beliebtesten sind heutzutage die sogenannten Hybrid-Hühner, also Kreuzungen aus verschiedenen Rassen. Sie sind ziemlich unkompliziert, legen fleißig Eier und sind für jeden Anfänger ideal oder Du probierst es mit einer Schar niedlicher Zwerghühner. Sie machen die Hühnerhaltung oft erst möglich: Bedingt durch ihren kleinen Wuchs kommen sie mit einem geringeren Platzangebot zurecht, als ihre großen Verwandten. Obwohl sie so klein sind, stehen sie in der Eierproduktion den Großen in nichts nach. Immerhin legen auch die Kleinen zwischen 80 bis 180 Eier pro Jahr. Beeindruckend, oder?  Profis empfehlen übrigens gerne ruhige und robuste Tiere für den Anfang. Ganz oben auf der Liste stehen Zwerg-Amrocks oder Zwerg-Seidenhühner. Sie sind genügsam, in Bezug auf die Volieren- und Gehegegröße und kommen gut mit unserem Winter zurecht. Das Beste wird aber sein, Du informierst Dich vor dem Kauf noch einmal bei einem Geflügelzüchter. Nur um sicher zu gehen. Schließlich unterscheiden sich die einzelnen Hühnerrassen sehr in Aussehen, Temperament und Legeverhalten.

2 Comments

  • Alexandra
    15. November 2016 19:03

    Ach, ich möchte auch Hühner im Garten haben, dann gibts jeden Morgen frische Eier auf den Tisch. Schade, dass das in der Großstadt kaum möglich ist.
    Oder hast du da noch eine Idee ?

    • admin
      16. November 2016 12:43

      Hallo Alexandra,
      danke für das liebe Kompliment.
      In der Stadt dürfte es schwierig werden Hühner zu halten.
      Ganz ehrlich: Mir fällt dafür jetzt spontan auch keine Lösung ein.
      Liebe Grüße,
      Frank

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