IM GARTEN EINER FREUNDIN

Wir sitzen auf ihrer Terrasse im Hamburger Westen. Die Rosen blühen, die Bienen summen und wir plaudern unterm Sonnenschirm über unsere Leidenschaft – unsere Gärten: Ich bin zu Besuch bei Alke von Krusynski  – Yoga-Fachfrau, Chefredakteurin des Online-Portals „www.gingermag.de“, eine der besten Lifestyle-Journalistinnen Deutschlands. Ein Gespräch über Rosen, Rasen und Reise-Souvenirs im Garten einer Freundin.

Dein Garten sieht phantastisch aus. Wie hast Du das hinbekommen? Alleine?

Nein, meine wunderbare Nachbarin hat mir dabei geholfen. Sie ist ein Glücksgriff und extrem hilfsbereit. Sie liebt ihren und jetzt auch meinen Garten. Sie kennt sich perfekt aus, während ich noch viel lernen muss.

 

Foto: privat
Alke liebt Hortensien und die Hortensien lieben Alke – sonst würden sie wohl nicht so prächtig in ihrem Garten wachsen. Immerhin müssen sie einiges aushalten… Foto: privat

 

 

Wie hast Du Deinen Garten geplant?

Zu Anfang war das eine zu sehr vom grünen Tisch aus gedachte Idee, da ich mich kaum mit dem Thema „Garten“ auskenne. Aber ich wusste, welche Farben ich mag und welche nicht infrage kommen. Welche Pflanzen ich mag und welche nicht. Aber Pflanzen, die ich mag, gedeihen ja nicht zwangsläufig an den Plätzen in meinem Garten, die für sie vorgesehen hatte … Diese Erfahrung durfte ich mehrfach machen. Aber dann pflanzt man halt so lange um, bis es passt.

Wie lange hast Du Deinen Garten schon?

Seit 2014, ganz genau. Wir haben den Garten der Vorbewohner ziemlich komplett rausgerissen. Da moderte ein alter Teich herum, ein trister und depressiver Haselnussbaum hing darüber. Irgendwie hatte das ganze Friedhofsflair. Damals habe ich eine wichtige Lektion gelernt: Man kann absolut nicht neu pflanzen in einem 30 Jahre alten Garten, ohne diesen vorher komplett gesäubert zu haben. Ich habe Wochen damit zugebracht, die verzweigten Wurzeln aus dem Boden zu ziehen.

 

 

 

 

Was magst Du denn für Pflanzen?

Ich liebe Hortensien. Drei unterschiedliche stehen allein im Terrassengarten, zwei habe ich aus München mitgebracht, die stehen in beleuchteten Töpfen auf der Terrasse. Und weißt Du was: Sie vertragen Sonne gegen alle Behauptungen ziemlich gut. Wir haben sehr viel Sonne – und wenn ich regelmäßig gieße, knallen die aus ihren Töpfen wie blöde. Aber wenn’s zu viel wird, spanne ich für meine Hortensien einen Sonnenschirm auf. Wunderbar, oder?

Auch Rosen habe ich einige, tolle Parfümrosen und Kletterer. Ich bin ein großer Fan, obwohl ich nicht so recht weiß, wie ich sie glücklich machen kann. Das erste Jahr war für meine Rosen super. Es war nicht so feucht, da sind die regelrecht explodiert. Letztes Jahr dann der viele Regen. Sie haben gelitten. Überall dieser Rost. Ich habe mich wirklich arm gesprüht mit irgendwelchen Rosenschutzmitteln – nur hat das den Pflanzen offenbar auch nicht gefallen. Ich habe ohnehin das Gefühl, je weniger ich spritze, desto weniger anfällig sind sie. Komisch, oder? Pflanzen sind auch Lebewesen, so behandle ich sie zumindest. Und Gifte schaden jedem. Außerdem kann ich so aus meinen Rosen nach dem Blühen einen extrem leckeren Rosensirup machen! Der ist auch als Geschenk immer wieder gern gesehen. Schau doch mal unter: http://www.gingermag.de/wirkstoffe-rose-kosmetik-naturkosmetik-rosensirup-rezept/

Foto: privat
In jeder Ecke eine kleine Überraschung: Alke kombiniert eine Rose mit einem Farn. Wenn’s nicht harmonieren sollte, wird eben umgepflanzt. Foto: privat

 

 

Du könntest Recht haben. Da ja nun mein Golden Retriever Bruno bei uns lebt, muss ich ohnehin mit Giften sehr vorsichtig und sparsam umgehen. Pestizide benutze ich gar nicht mehr.

Das mache ich schon lange nicht mehr. Bei mir wird das Unkraut händisch beseitigt. Ich schaue mir noch immer gerne die alte Rose vom Vorbesitzer an, die es in unseren neuen Garten geschafft hat. Sie hat so viele unterschiedliche Witterungen überstanden und ist groß und kräftig geworden. Ganz ohne meine Hilfe. Ich denke ja, dass die Pflanzen sich zum Teil selber wieder regenerieren. Dieses Jahr haben die Rosen wieder, aufgrund des verregneten Junis und Julis, überall Rost angesetzt. Ich geh dann eben rum und sammle kranke Blätter ein. Pflücke sie ab, harke sie zusammen. Ich mache nach Möglichkeit täglich einen Kontrollgang durch den Garten.

Wie groß schätzt Du Deinen Garten?

Das weiß ich sogar ziemlich genau, denn ich habe hier schon im ersten Sommer jede Krume mehrfach angefasst – und außerdem ganz allein Rollrasen ausgelegt. Das war ein Kraftakt, diese großen Rollen zu manövrieren und zuzuschneiden. Aber daher weiß ich, dass ich so ungefähr 130 bis 150 Quadratmeter Garten besitze. Verteilt auf 4 verschiedene Flächen. Ich habe vor der Haustür zwei Rasen- und Gartenflächen, geteilt vom Zuweg; daneben steht unser hübsch blau angestrichener Schuppen – nachts mit LED-Beleuchtung und dekoriert mit einem Buddhakopf. Dann hinter dem Haus an der Terrasse noch einmal 50 qm Rasen und seitlich am Haus erstreckt sich eine Pflanzfläche, die ich bislang noch als eine Art Testlabor betrachte. Da bin ich noch nicht zufrieden … dieser Teil hat Sonne, Halbschatten und in den entsprechenden Monaten sehr viel Wind. Das macht es schwierig, für dort das Richtige zu finden.

 

 

 

Viele Gärtner sprechen mit ihren Pflanzen, Du auch?

Unbedingt. Aber ich berühre sie eigentlich mehr. Die Läuse an den Rosen habe ich zum Beispiel während des Telefonierens täglich zerdrückt. Ich arbeite meist aus dem Home Office, und während meiner Telefonate muss ich mich bewegen. Da gehe ich natürlich gern nach draußen, untersuche ganz nebenbei die einzelnen Blätter meiner Rosen und erledige die Läuse.

Du hast viel Rasen. Das scheint Dir wichtig zu sein.

Ja, Rasen schenkt dem Auge eine Weite, das brauche ich. Außerdem ist Grün eine Farbe, die uns sehr gut tut. Wenn das Auge auf Grün oder ins Grüne schaut, dann passiert etwas mit uns. Dann beruhigt sich unser Gehirn, das ist erwiesen. Darüber habe ich in meinem Blog GINGER schon mindestens einmal geschrieben. Und natürlich erlebe ich das selbst täglich. Guck mal hier: http://www.gingermag.de/blaumachen-ist-out-wir-machen-lieber-gruen-natur-ist-cool/

Dein Garten wirkt top gepflegt. Wie pingelig bist Du eigentlich?

Nicht extrem, aber schon. Zwischen den Steinen in meinem Gräser-und-Steine-Gartenteil darf Moos wachsen, und das muss auch auf den Wegen ums Haus nicht ausgebrannt werden. Ja, einmal im Sommer ist dann Großreinemachen, sonst drehen meine Nachbarn bestimmt irgendwann durch. Wenn auf dem Rasen ein Löwenzahn wächst, steche ich den raus. Oder ich reiße den Klee raus. Ich bin ein Ästhet. Bei mir muss immer alles hübsch sein.

 

Foto: privat
Der Buddha ist aus der Deko-Abteilung eines Baumarktes. Bevor er seinen Platz im Garten fand, hat Alke ihn noch fröhlich lackiert.  Foto: privat

 

 

Darum auch die Garten-Deko? Das sind ja tolle Dinge …

Meine kosmopolitischen Hippster-Varianten des Gartenzwergs sind zwei Buddha-Dekos, zwei Elefanten und eine mexikanisch angehauchte Totenkopf-Figur in dem knalligen Skull-Look, wie ihn die Mexikaner zum Dia de los Muertos tragen. Und über der Eingangstür hängt, weil ich ein großer Indien-Fan bin und jedes Jahr nach Goa reise, ein Ganesha, der hinduistische Gott, der das Haus bewacht. Aber übrigens auch die Schreibenden und die Diebe. Ein bisschen kommt also aus meiner Yoga-Ecke. Und zur abendlichen Inszenierung habe ich an vielen Stellen Solarbeleuchtung. Ich brauche einfach immer ein paar Hingucker, an dem das Auge hängen bleibt, auch wenn gerade nichts blüht. Das habe ich noch nicht geschafft: Dass mein Garten so bepflanzt ist, dass es einmal durch das Jahr blüht.

Draußen ist es am schönsten, oder?

Oh ja. Wenn es irgendwie geht, wandere ich barfuß durch mein kleines Reich. Ist immer ein tolles Gefühl, den Rasen unter den Füßen zu spüren. Aber ich laufe sowieso fast immer barfuß, auch auf meinen kleinen Wegen – und im Winter indoor mit Fußbodenheizung.

 

Foto: privat
Gemütlich: Kater Woody genießt die Sonne, während seine Schwester Holly wie jeden Tag durch die Nachbargärten pirscht. Foto: privat

 

 

Glaubst Du, Dein Garten ist eines Tages perfekt?

Das würde ich so nicht sagen. Wie gesagt, dieser Weg neben dem Haus: Da probiere ich das eine oder andere aus, pflanze um oder gestalte neu. Da steht ein Baum, der stand schon vorher da. Dann wächst dort eine kleine, japanische Zierkirsche. Die ist auch von den Vorbewohnern übrig geblieben. An die Hauswand habe ich diese große, weiße Rambler-Rose gesetzt. Sie hat dieses Jahr zum ersten Mal geblüht. Leider nur einmal. Und dann habe ich sie wohl auch etwas zu früh abgeschnitten, in der Hoffnung auf eine zweite Blüte. Ja, ich denke also, ich bleibe da hübsch im Flow – denn das ist im Garten nicht anders als im Yoga und im restlichen Leben! Guck mal hier: http://www.intuitives-yoga-hamburg.de/

 

 

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