ENDLICH KÜRBISERNTE – DARAUF MUSST DU ACHTEN

Was gibt es denn Schöneres an einem verregneten Herbsttag als eine leckere Kürbissuppe? Sie ist gesund, weckt die vergrippten Geister und schmeckt einfach himmlisch – vor allem, wenn das Süppchen aus Kürbissen zubereitet wurde, die Du in Deinem eigenen Garten geerntet hast. Und das stellt uns vor die wichtige Frage, wann denn nun die richtige Zeit ist für die Kürbisernte. Woran erkennt man, dass das leckere Herbstgemüse reif ist für den Kochtopf und wie kann man es am besten einlagern? Es gibt einiges zu klären – das Wichtigste erfährst Du hier.

 

 

Foto: Magdalena Kucova
Kürbisse sind nicht nur eine wundervolle Herbstdekoration für Haus und Garten, sie schmecken auch noch ganz besonders gut. Kürbisse werden ab Mitte April in die Beete gesät. Foto: Magdalena Kucova

 

 

WINTERKÜRBISSE WIE HOKKAIDO ERNTEST DU IM HERBST

Ich liebe den Hokkaido. Aber nicht nur, weil er so schön orange im Gemüsebeet leuchtet, sondern auch aus praktischen Gründen: Du musst ihn nicht schälen, bevor Du ihn in der Küche verwendest. Das spart Arbeit und Mühe – findest Du nicht auch? Der Hokkaido ist übrigens ein Winterkürbis und wird im Herbst geerntet, auf alle Fälle vor dem ersten Frost. Dann hat er seine volle Reife erlangt. In der Regel benötigt der Hokkaido 100 Tage bis Du ihn ernten kannst, daher wird er auch erst spätestens im Mai ausgesät. Geerntet wird er zwischen September und November. Übrigens solltest Du Deine Kürbisse ausreichend vor Feuchtigkeit schützen. Lässt Du sie längere Zeit auf dem nassen Boden oder gar in Pfützen liegen, faulen sie recht schnell. Damit das nicht passiert, solltest Du jeweils ein Holzbrett unter die Früchte legen. Und: Wenn Deine Kürbisse bereits Frost abbekommen haben, sind sie reif für den Komposthaufen. Sie sind dann nicht mehr für den Verzehr geeignet.

 

 

 

DER KLOPFTEST

Wann Du Deine Kürbisse ernten kannst, hängt natürlich von der Pflanzzeit und der Witterung ab. Zur Sicherheit solltest Du auf alle Fälle in diesen Tagen den Klopftest machen: Hört sich das Klopfgeräusch dumpf an, ist der Kürbis für gewöhnlich reif für die Ernte. Der Kenner erkennt aber auch schon an der typischen Farbe, ob seine Kürbisse so weit sind. Zudem sollte sich die Schale fest anfühlen und die Stiele müssen hart und trocken sein. Wenn alles passt, kannst Du Deine Kürbisse beruhigt ernten. Für die Ernte benutzt Du am besten Deine Gartenschere. Lass bitte einen 10 Zentimeter langen Stiel am Kürbis. Damit hält er länger.

 

Foto: shutterstock
Neben Sommer- und Winterkürbissen gibt es auch noch die hübschen Zierkürbisse. Damit Du sie als Dekoration verwenden kannst, müssen sie vorher ordentlich durchtrocknen. Foto: shutterstock

 

 

DEN KÜRBIS RICHTIG LAGERN

Winterkürbisse haben einen entscheidenden Vorteil: Du kannst sie sehr gut über einen längeren Zeitraum lagern. Ein trockener, dunkler  Kellerraum ist bestens geeignet dafür. Er sollte nicht kälter als 15 Grad sein. Um Druckstellen zu vermeiden, die schnell faulen, lagerst Du Deine Kürbisse auf Styropor oder Wellpappe. Sollte es wegen anhaltend schlechten Wetters notwendig sein, dass Du Deine Kürbisse nicht optimal ausgereift ernten musst, verbrauche sie bitte schnell. Übrigens: Lass Deine Kürbisse noch ein oder zwei Monate im Lager nachreifen. So treiben die Kürbiskerne mit Sicherheit aus, wenn Du sie einpflanzt.

 

DU KANNST KRÜBIS AUCH EINFRIEREN

Sollte Deine Ernte so groß sein, dass Du sie lieber einfrieren statt lagern möchtest, ist das kein Problem. Du musst Dir nur vorher im Klaren darüber sein, wofür Du den eingefrorenen Kürbis nutzen möchtest. Möchtest Du ihn  später als Gemüse zubereiten, solltest Du ihn vor dem Einfrieren in kleine Stücke schneiden und die Kerne entfernen –  (nicht wegschmeißen, lieber rösten. Sie schmecken klasse!). Die Stücke solltest Du auf gar keinen Fall vorm Einfrieren blanchieren. Lieber legst Du sie roh und in Tüten verpackt in den Gefrierschrank. Möchtest Du später lieber eine Suppe daraus zaubern, solltest Du ihn als Mus einfrieren. Einfach den in Stücke geschnittenen Kürbis mit etwas Wasser ca. 20 Minuten in einem Topf dämpfen und dann pürieren. In beiden Fällen gilt, dass Du vor dem Einfrieren die Schale abschneiden solltest – außer beim  Hokkaido, seine Schale kann mitgegessen werden.

 

Foto: frimufilms/shutterstock
In Deutschland werden Kürbisse immer beliebter. Leider sind Kürbispflanzen für Echter Mehltau und Schnecken anfällig. Sie sind Starkverzehrer, d.h. Du musst vor der Aussaat in den Boden ordnetlich Kompost oder Mist einarbeiten. Foto: frimufilms/shutterstock

 

 

SOMMERKÜRBIS ODER WINTERKÜRBIS?

Zu guter Letzt: Ja, es gibt ihn  – den kleinen, aber feinen Unterschied. Nicht nur bei uns Menschen, sondern auch unter Kürbissen. So unterscheidet man zum Beispiel zwischen Sommerkürbissen und Winterkürbissen. Erstere werden unreif in der Jahresmitte geerntet. Ihr Fruchtfleisch ist heller und saftiger, als das der Winterkürbisse. Zudem ist die Schale der Sommerkürbisse dünner und weicher und Du kannst sie problemlos mitverarbeiten. Die bekanntesten Sommerkürbisse sind der Spaghetti-Kürbis, Rondini und Zucchini. Winterkürbisse werden, wie schon beschrieben, in diesen Tagen von Dir geerntet. Ihre Schale ist in der Regel härter und darf nicht mitgegessen werden – außer beim aus Asien stammenden Hokkaido. Neben dem Hokkaido kannst Du auch Hubbards und Turbankürbisse im Herbst ernten. Letztere erinnern in Form und Farbe sehr an die bekannte orientalische Kopfbedeckung.

 

 

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