SCHON PROBIERT? DIE 5 LECKERSTEN APFELGERICHTE

Manchmal sind es die scheinbar kleinen Bücher, die uns große Freude bereiten. So geht es mir mit dem wunderbaren Werk von Cornelia Blume und Burkhard Steinmetz. Es heißt „Das Apfelbuch“ und ist jüngst im Darmstädter pala-verlag erschienen und kommt genau zur richtigen Zeit. Schließlich beginnt so langsam die Apfelernte und man fragt sich doch unweigerlich, was man alles mit dem ganzen Obst anfangen soll. Und da kommt eben dieses Buch ins Spiel, denn bei Cornelia und Burkhard dreht sich alles um die drei K – Küche, Keller und Kultur. Es ist eine wahre Fundgrube an Tipps, Tricks und Rezepten rund um den Apfel – egal, ob es Dir um den Baum und seine Pflege geht, wie Du Deine Ernte richtig lagerst oder was Du alles aus Deinen Äpfeln an Leckereien zaubern kannst. Du wirst sehen, dieses Buch bietet Dir Seite um Seite wunderbare Anregungen. Vor allem zeigt es Dir aber, wie Du zu einer gut gefüllten Vorratskammer kommst: Flaschen voll Apfelsaft, köstlicher Apfelwein oder Likör werden sich nach der Lektüre in Deinen Regalen neben Gläsern mit Kompott, pikantem Chutney oder exotischem Apfelgelee drängeln. Versprochen! Ich habe Dir schon mal die fünf leckersten Apfelgerichte aus dem Buch herausgesucht – so kannst Du Deine Liebsten ganz fix verwöhnen.

 

Foto: MSPhotographic
Apfelmus ist ganz fix gemacht und schmeckt einfach lecker. Foto: MSPhotographic

 

HERRLICHES APFELMUS

Zuallererst musst Du die Äpfel waschen, gerne auch Falläpfel, dann schneidest Du sie ungeschält in Stücke. Faulige oder wurmige Stellen solltest Du natürlich entfernen. Schließlich füllst Du die Apfelstücke in einen Topf. Gib so viel Wasser dazu, dass die Äpfel gerade nicht anbrennen können und gare sie dann bis das Fruchtfleisch zerfällt. Das sollte schon nach wenigen Minuten passieren. Falls die Äpfel noch unreif sein sollten oder sehr sauer sind, gib etwas Zucker dazu; dann entfalten sie ihr Aroma besser. Bei süßen Äpfeln oder denen, die schon etwas längere Zeit in Deinem Keller lagern, ist das allerdings nicht notwendig. Die weich gegarten Äpfel rührst Du nun durch ein Sieb. Wenn Du möchtest, kannst Du das Mus anschließend noch etwas würzen. Versuche es mit einem Klecks Honig, etwas Zimt oder einer Prise Gewürznelkenpulver. Oft ist das aber gar nicht notwendig, denn das Mus schmeckt auch so schon herrlich. Du kannst Dein Apfelmus übrigens wunderbar als Beilage zu Pfannkuchen, Dampfnudeln oder Waffeln reichen, aber auch als eigenständiges Dessert schmeckt es wunderbar – besonders, wenn Du es noch mit etwas Schlagsahne oder Joghurt verfeinerst.

 

Foto: Brent Hofacker
Schon der Duft eines Apple Crumble weckt die schönsten Erinnerungen. Foto: Brent Hofacker

 

 

PHANTASTISCHES APPLE CRUMBLE

Bestimmt wäre die Welt ein wenig besser, wenn die Leute mehr Apple Crumble äßen. Schließlich fallen doch alle schlechten Gedanken von Dir ab, wenn Dir dieser süße, warme Duft von Apfel, Karamell und Butter in die Nase steigt. Es ist der Duft nach Kindheit und Geborgenheit – selbst wenn man gar keine kochende Mutter hatte. Eine Kugel Vanilleeis schmilzt über diesen herrlichen Streuseln, und man ist für mindestens ein paar Momente mit dieser turbulenten Welt versöhnt. Immerhin scheint es, als ob sie für einen Moment innehalten würde…

Das brauchst Du: 4 säuerliche Äpfel (nicht zu klein), Fett für die Form, etwa 4 TL Zitronensaft, 160 g Roh-Zucker, 160 g weiche Butter oder Margarine, 160 g Dinkelmehl oder Vollkornmehl, 160 g gemahlene Mandeln oder Haselnüsse, etwas Zimtpulver.

So geht’s: Zuerst musst Du die Äpfel putzen und schälen. Entferne das Kerngehäuse und schneide die Äpfel in Stücke. Die Apfelstücke kommen nun in die gefettete Auflaufform und werden dort mit dem Zitronensaft mariniert. Die übrigen Zutaten verknetest Du nun zu Streuseln, die Du schließlich über die Äpfel gibst. Den Apple Crumble backst Du im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad etwa 20 Minuten, bis die Streusel beginnen braun und knusprig zu werden.

Eine Kugel Vanilleeis pro Portion schmeckt übrigens perfekt zum Apple Crumble.

 

Foto: Heike Rau
Apfelpfannkuchen sind ein tolles Mittagessen – auch für die Kleinen. Foto: Heike Rau

 

 

FIXER APFELPFANNKUCHEN

Kindheitserinnerungen werden wach, wenn der Duft von Apfelpfannkuchen durch das Haus zieht – an das alte Baumhaus im Garten, die winterlichen Schlittschuhfahrten über die ostfriesischen Kanäle, das gemütliche Beisammensein am Ende des Tages rund um den großen Küchentisch. Ich gebe zu, immer wenn ich Apfelpfannkuchen backe, werde ich etwas sentimental. Aber das ist nichts Schlimmes. Wir erinnern uns doch alle nur zu gern an die unbeschwerten Tage unserer Kindheit, oder?

Das brauchst Du:  3 bis 4 Eier (je nach Größe), 1/2 TL Salz, 1/2 l Milch, 250 g Dinkelvollkornmehl (am besten frisch gemahlen), 3 Äpfel, Öl zum Braten.

So geht’s: Am besten trennst Du zuerst die Eier und mischst das Eigelb dann sorgfältig mit der Milch und dem Salz. Dann gibst Du nach und nach das Mehl dazu und verrührst alles zu einer glatten Masse. Nun schlägst Du das Eiweiß zu Schnee und hebst es vorsichtig drunter. Schließlich raspelst Du grob die ungeschälten, aber gewaschenen Äpfel und ziehst die Raspeln unter den Teig. In wenig Öl in der Pfanne goldbraun backen. Die fertigen Pfannkuchen könntest Du mit Zimt und Zucker würzen oder Du reichst Preiselbeermarmelade dazu. Sehr hübsch sehen sie übrigens aus, wenn die Pfannkuchen noch mit kurz in Öl gebratenen Apfelscheiben dekoriert werden.

 

Foto: Claire Fraser
Tarte Tatin schmeckt nicht nur in Frankreich.  Foto: Claire Fraser

 

 

SENSATIONELLE TARTE TATIN

Die süßeste Erinnerung an den Urlaub in Frankreich. An das Zirpen der Grillen im Pinienwald, die warme Luft vom Meer, die sternenklaren Nächte auf der Ferienhausterrasse. Und jetzt im kommenden Herbst erinnern wir uns doch gerne an die warmen, friedvollen Tage.

Das brauchst Du für den Mürbeteig: 150 g Weizenmehl, 35 g Puderzucker, 1 MSP Vanillepulver, 1 Prise Salz, 1 Eigelb, 100 g Butter, Mehl für die Arbeitsfläche.

Das brauchst Du für den Belag: 700 g säuerliche Äpfel (zum Beispiel Boskop),100 g Zucker, Fett für die Form, 1 Päckchen Vanillezucker, geschlagene Sahne nach Belieben.

So geht’s: Mische Mehl, Zucker und Gewürze in einer Schüssel. Dann gibst Du das Eigelb hinzu und die kalte Butter in kleinen Stückchen. Jetzt solltest Du alles ziemlich rasch miteinander verkneten, bis es einen glatten Teig ergibt. Den Teig stellst Du erst einmal in den Kühlschrank.

Nun schälst Du die Äpfel und stichst das Kerngehäuse aus. Die Äpfel schneidest Du in dünne Scheiben. In einer Pfanne schmilzt Du den Zucker bei niedriger Temperatur und lässt ihn karamellisieren. Wenn er dünnflüssig ist, gießt Du ihn in die vorher eingefettete Kuchenform und verteilst ihn durch Schwenken in der ganzen Form. Auf dem Karamell verteilst Du nun die Apfelscheiben und bestreust sie mit dem Vanillezucker.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche rollst Du nun den Teig zu einer möglichst runden Form aus und legst ihn schließlich über die Äpfel, wobei Du den Teigrand rundum zwischen dem Rand der Form und den Äpfeln einschlägst. Jetzt backst Du die Tarte bei 180 Grad ungefähr 35 Minuten. Ist sie fertig, stürzt Du sie auf den Kuchenteller und lässt sie ordentlich auskühlen. Serviert wird die Tarte schließlich mit etwas geschlagener Sahne.

.

Foto: Jenny Sturm
Bratäpfel schmecken am besten im Herbst. Foto: Jenny Sturm

 

 

SCHMACKHAFTE BRATÄPFEL

Wenn der Wind ums Haus stürmt, der Regen gegen die Fenster knallt und die Erde unterzugehen scheint – dann ist wieder Zeit für Bratäpfel. Sie geben uns im wilden Herbst ein Gefühl von Geborgenheit, schaffen Gemütlichkeit und Harmonie an unserem Tisch. Und wenn dazu noch ein Feuer im Kamin knistert, kann uns nichts und niemand mehr etwas anhaben.

Das brauchst Du für die Bratäpfel: 8 gleich große, mürbe Äpfel, 1 nussgroßes Stück Butter, 1 Tasse Rosinen, 1 Tasse Haselnüsse (am liebsten gehackt), 1 EL Honig, 2-3 EL Wasser.

So geht’s: Steche das Kerngehäuse gerne großzügig aus den Äpfeln und stelle die Äpfel dann in eine feuerfeste Form, die Du vorher ordentlich eingefettet hast. Jetzt füllst Du die Äpfel mit den Rosinen, den Nüssen und gibst obendrauf ein wenig Honig. Jetzt kommen noch die 2 bis 3 EL Wasser in die Form, damit die Äpfel nicht anhängen und ab damit in den Ofen. Dort backen sie bei 180 Grad etwa 20 bis 40 Minuten, je nach Größe und Beschaffenheit der Äpfel und abhängig davon, wie mürbe Du sie haben möchtest. Sind sie fertig, kannst Du dazu Vanillesauce reichen.

Das brauchst Du für die Vanillesauce: 1 Vanillestange oder 1/2 TL Vanillepulver, 1/2 bis 3/4 l Milch, 2 bis 3 Eigelb, 2 EL Zucker, 1 EL Speisestärke.

So geht’s: Du schlitzt die Vanillestange auf und legst sie in die  Milch, die Du langsam zum Kochen bringst. Inzwischen rührst Du das Eigelb mit dem Zucker und dem Stärkemehl in einem emaillierten oder Edelstahltopf schaumig und gießt die heiße Milch langsam dazu, während Du mit dem Schneebesen weiter fleißig rührst. Dann lässt Du die Sauce auf dem Herd noch einmal hochsteigen und nimmst sie schließlich von der Herdplatte, jetzt noch kurz weiter schlagen – und fertig.

 

Buchtipp: „Das Apfelbuch“ von Cornelia Blume und Burkhard Steinmetz, erschienen im pala-verlag. Preis: 14 Euro.  Liebevoll illustrierte Geschichten rund um den Apfel verbindet dieses Buch mit traditionellem Wissen und aktuellen Informationen zu einem echten Lese- und Küchengenuss. Schon nach dem ersten Durchblättern stand ich in der Küche und habe das erste Rezept mit den Äpfeln aus meinem Garten ausprobiert. Es war das Apfelgratin mit Walnüssen – und ich kann Dir nur sagen: Es schmeckte sensationell. Danach setzte ich mich in meinen Lesesessel und blätterte nicht nur durchs Buch, nein, ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite mit großer Freude regelrecht studiert. Ich konnte mir bis dahin nicht vorstellen, dass ein Buch über Äpfel so lehrreich und unterhaltsam sein könnte. Ist es aber. Darum möchte ich es Dir von ganzem Herzen empfehlen.

 

 

Schreibe einen Kommentar