PFINGSTROSEN – PFLANZEN, PFLEGEN, ZURÜCKSCHNEIDEN

Wenn Pfingstrosen Dich wieder mit ihrem eleganten Rosa verzaubern oder Deinen Garten mit einem knalligen Rot verschönern, dann ist der Sommer nicht mehr weit. Pfingstrosen locken mit ihrem wunderbaren Duft nach draußen, begeistern mit den schönsten Blüten und lassen Dich über so viel Pracht einfach nur staunen. Päonien, wie der botanische Name der Pfingstrose lautet, sind aufgrund ihrer außergewöhnlichen Blütenvielfalt unglaublich beliebt. Kaum ein Garten kommt heute noch ohne sie aus – ein Cottage Garten oder Bauerngarten schon  gar nicht. Wusstest Du, dass es sich bei der Pfingstrose nicht um eine Rose handelt, sondern vielmehr um ein Hahnenfuß-Gewächs? Ihre Bezeichnung hat die Pfingstrose übrigens ihren prächtigen Blüten zu verdanken – sie ähneln denen der Rose und blühen in der Regel an Pfingsten. Kein Wunder also, dass der passende Name schnell gefunden war.

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In ihrer Heimat China werden Pfingstrosen seit mehr als 2000 Jahren kultiviert. Dort gilt sie aufgrund ihrer blutungshemmenden Wirkung auch als Heilmittel. Foto: creative soul/shutterstock

 

 

Es gibt übrigens zwei Pfingstrosengruppen:  Man unterscheidet zwischen Strauch- und Stauden-Pfingstrosen. Stauden-Pfingstrosen ziehen sich im Winter komplett in die Erde zurück, während die Strauch-Pfingstrose hingegen nur ihre Blätter verliert. Strauch-Pfingstrosen wachsen außerdem viel höher. Stauden-Pfingstrosen werden mit der Zeit buschig und zwischen 60 Zentimeter und einem Meter groß. Über diese Pfingstrosen wirst Du hier nun mehr erfahren. Schon mal so viel dazu: Stauden-Pfingstrosen bevorzugen einen sonnigen Standort und einen humosen Lehmboden, der gut durchfeuchtet ist. Zudem mögen sie es windgeschützt. Und haben sie sich erst einmal an ihr Plätzchen gewöhnt, wollen sie nur ungern umziehen. Möchtest Du sie aber dennoch im Herbst umsetzen, musst Du leider damit rechnen, dass Deine Pfingstrosen etwas zickig reagieren und die nächste Blüte verweigern. Daher solltest Du Dir vorher genau überlegen, wo Du Deine Stauden-Pfingstrose setzen möchtest. Das Schöne: Sie behalten bis weit in den Herbst ihr dekoratives Laub. Sollen sie sich in Deinem Garten wirklich wohlfühlen, solltest Du einiges beachten. Hier erfährst Du alles, was Du über ihre Pflege wissen musst.

 

DAS RICHTIGE PLÄTZCHEN FÜR DEINE PFINGSTROSEN

Das richtige Plätzchen ist das A und O: Da sich die Wurzeln der Stauden-Pfingstrose gerne tief in die Erde wühlen, solltest Du für sie einen Standort mit einem tiefgründigen Boden auswählen. Pflanzt Du sie ein, achte darauf, dass Du die Auftriebsknospen des Wurzelstocks nicht zu tief einbuddelst – das mag sie nicht und verspürt dann schließlich keine große Lust mehr zu blühen. Eine Tiefe von ungefähr fünf oder sechs Zentimetern reicht dabei vollkommen. Wird Deine Pfingstrose zu buschig, kannst Du sie im Herbst teilen. Aber nur ganz vorsichtig. So gehst Du dabei vor: Mit einer Grabegabel hebst Du sachte die Knolle aus dem Boden und teilst sie dann mit einem scharfen Messer. Achte dabei darauf, dass Du den Wurzelstock in Stücke mit jeweils mindestens drei Augen teilst. Die Wurzeln müsstest Du dann noch auf ungefähr zehn Zentimeter kürzen. Du musst nämlich wissen, dass zu große Stücke später nicht so schön blühen.

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Sollte die Blüte vor Pfingsten noch klein sein, könnte es daran liegen, dass die Pfingstrose von Dir zu tief in die Erde gesetzt wurde. Foto: ladzimir zgurski/shutterstock

 

 

AUCH PFINGSTROSEN BRAUCHEN HIN UND WIEDER DÜNGER

An sich ist Deine Pfingstrose bescheiden und pflegeleicht. Gedüngt werden muss sie nur zwei Mal im Jahr. Zuerst kurz nach dem Austrieb und das zweite Mal nach der Blüte. Gerade die letzte Düngergabe aus phosphor- und kaliumbetontem Mehrstoffdünger ist wichtig. Denn mit ihr sammelt die Stauden-Pfingstrose Kraft für den Austrieb im kommenden Jahr, bevor sie sich wieder komplett in die Erde zurückzieht.

 

 

GESCHNIPPELT WIRD NUR IM HERBST

Weiter oben habe ich schon darauf hingewiesen, dass Du Deine Pfingstrose nach Möglichkeit nicht umsetzen solltest. Sie wächst und blüht nur wirklich gut, wenn sie sich über mehrere Jahre am selben Standort ausbreiten kann. Solltest Du Deine Pfingstrosen über eine Teilung vermehren, darfst Du sie nicht wieder an die alte Stelle setzen. Sie wachsen dort nicht. Auch ein Erdaustausch nützt da nichts. Dafür sitzen die alten Wurzelreste zu tief und fest im Boden. Also: Hast Du sie erst einmal ausgebuddelt, muss sie umziehen. Komme was wolle. Im Herbst solltest Du die Pfingstrose übrigens unbedingt bis knapp über der Erde zurückschneiden. So verringerst Du das Infektionsrisiko mit Grauschimmel. Ein kleiner Tipp: Nach dem Schnitt solltest Du unbedingt Deine Schere desinfizieren, um eine Ausbreitung der Pilzsporen zu vermeiden.

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Pflegeleicht und dennoch wählerisch: Pfingstrosen mögen keine pralle Sonne. Sie schätzen gefiltertes Licht, zum Beispiel durch einen Baum mit wenig Laub.  Foto: BMJ/shutterstock

 

WIE DU PFINGSTROSEN VOR KRANKHEITEN SCHÜTZT

Fühlt sich Deine Pfingstrose an ihrem Plätzchen wirklich wohl, wird sie sich auch ziemlich robust entwickeln und ist weniger anfällig für Krankheiten. Einer ihrer größten Feinde ist jedoch der Grauschimmel. Er kann ihr richtig gefährlich werden, vor allem während eines feucht-warmen Frühlings. Dann breitet sich diese Krankheit nur zu gerne aus. Du wirst in so einem Fall an Deinen Pfingstrosen vertrocknete Blüten und faulende Stiele bemerken. Die musst Du dann ganz fix rausschneiden. Du solltest dabei sehr großzügig vorgehen. Zur Vorbeugung könntest Du auch im Garten-Center entsprechende Pilzmittel kaufen. Aber das muss nicht unbedingt sein. Hab‘ einfach ein Auge auf Deine Pfingstrosen und reagiere frühzeitig.

 

 

MIT DIESEM TRICK HALTEN SICH PFINGSTROSEN BESONDERS LANGE IN DER VASE

So gehst Du am besten vor: Bevor Du Deine Pfingstrosen in die Vase stellst, entfernst Du die unteren Blätter am Stängel. Sie rauben den einzelnen Blüten einfach zu viel Kraft und faulen ohnehin im Wasser. Vom Stiel schneidest Du dann noch rund sechs Zentimeter mit einem scharfen Messer ab. Damit Du lange Freude an den Pfingstrosen in der Vase hast, musst Du übrigens alle zwei Tage etwas vom Stängel abschneiden, auch das Wasser sollte dann gewechselt werden. In handwarmem Wasser und an einem sonnigen Standort ohne Zugluft bewahren die Pfingstrosen ungefähr zwölf Tage ihre Blütenpracht. Wunderbar, oder?

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Sie sind ein schöner Schmuck für jeden Wohnraum und ein wunderbares präsent aus dem eigenen Garten. Wer würde sich denn nicht über so einen Strauß freuen?  Foto: Brzostowska/shutterstock

 

 

ÜBRIGENS: PFINGSTROSE IST NICHT GLEICH PFINGSTROSE

Stauden-Pfingstrosen werden in drei Gruppen unterteilt: Die Edelpäonien, die Wildarten und die Hybrid-Päonien. Letztere sind Kreuzungen aus den verschiedenen Wildarten oder den Wildarten mit der Chinesischen Pfingstrose. Sie gelten als besonders standfest. Schön zu wissen: Die Staubblätter der Edelpäonien bilden sich häufig in Blüten um. Dadurch entstehen Blüten in der Blüte. Das sieht wunderbar aus. Trotz Standfestigkeit solltest Du Deine Pfingstrosen stützen. Denn gerade bei starkem  Wind und Regen neigen sie zum Abknicken. Schöne Stützhilfen bekommst Du im Garten-Center schon für wenig Geld. Toll: Nicht- oder halbgefüllte Pfingstrosen locken Bienen an und bieten ihnen reichlich Nahrung.

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