UM DIESE 13 STAUDEN MACHEN SCHNECKEN EINEN BOGEN

Du kannst Dir nicht vorstellen, wie verzweifelt ich im letzten Sommer war: Jeden Tag aufs Neue hörte ich die Schnecken in meinen Beeten schmatzen. Vor allem die im Halbschatten waren betroffen. Die Viecher waren richtig laut, richtig frech. Und egal, wie viele ich von ihnen einsammelte – es kamen immer wieder neue, die meine Stauden mit Genuss anknabberten. Es war eine Invasion. Grausam. Meine Gärtnerseele schmerzte und die Schönheit meiner Staudenbeete war bald dahin. Sie sahen nach kürzester Zeit gerupft aus. Aber jetzt habe ich für mich das Buch von Elke Borkowski und Helga Gropper entdeckt. Es heißt „Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten“ (erschienen bei DVA, Preis: 29,99 Euro). Dort findest Du unter anderem eine wunderbare Liste mit schneckenresistenten Pflanzen. Nun werden meine Beete neu geplant und schließlich neu angelegt – und die Schnecken werden einen großen Bogen darum machen. Worauf Du dabei achten solltest und wie die schönsten Pflanzen auf der Liste aussehen, erfährst Du hier.

 

Foto: Mandyd
Die Sterndolde mag es gerne schattig, feucht und nahrhaft. Sie blüht von Mai bis August und verleiht Deinem Garten einen ländlichen Charme. Eine tolle Pflanze!  Foto: Mandyd

 

 

WO SCHNECKEN SICH AM WOHLSTEN  FÜHLEN

Es sind vor allem die schattigen Ecken in Deinem Garten, die Schnecken schätzen. Kein Wunder, ist es dort doch angenehm kühl und der Boden schön feucht. Und da sie sich gerade dort wohl fühlen, können sie ihren unbändigen Hunger noch ungenierter ausleben als in einem sonnigen Beet. Natürlich kannst Du sie aufsammeln, jeden Tag von neuem. Das habe ich auch probiert. Zuletzt habe ich es sogar aus purer Verzweiflung noch mit Schneckenkorn probiert. Eigentlich hatte ich geschworen, es wegen des Hundes nicht mehr zu benutzen – aber meine Verzweiflung war zu groß. Aber das hat auch nichts mehr genützt. Der Schneckenbefall war einfach zu stark, zu ungezügelt, zu brutal. Ich hätte es noch mit Schneckenzäunen probieren können. Vielleicht hätten sie diese schleimigen Biester noch aufhalten können. Aber sie sind ja nun wirklich keine optische Freude. Außerdem ist die Aufstellung mit einem ziemlich großen Aufwand und hohen Kosten verbunden. So habe ich mich irgendwann dem Leid dann ergeben und geschworen, dass die Beete im nächsten Frühjahr neu bepflanzt werden und zwar mit schneckenresistenten Pflanzen. Die Planung läuft– die schönsten Pflanzen sieht Du hier auf den Bildern:

 

 

 

MANCHE STAUDE WEISS SICH ZU SCHÜTZEN

Ich konnte mir bisher gar nicht vorstellen, dass es eine so große Auswahl an schneckenresistenten Pflanzen gibt. Wusstest Du, dass es so viele von ihnen gibt und dass sie so hübsch sind? Es sind so viele, dass jedes Beet wunderbar vielfältig und kreativ bepflanzt werden kann. Allerdings wird zwischen absolut schneckensicheren und relativ schneckensicheren Stauden unterschieden.  Der Unterschied: Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel ein nicht ganz so idealer Standort, könnten die relativ schneckensicheren Stauden durchaus angeknabbert werden. Aber wohl nur gering. Grundsätzlich sind Farne und Gräser eine gute Wahl – allerdings haben sie mich nicht so überzeugt. Ich finde sie einfach zu schmucklos. Wenn’s bunt blüht, sieht ein Beet doch einfach hübscher aus, oder? Vor allem Stauden mit ledrigen  Blättern – wie die Fetthenne oder die Bergenie – bleiben von den Schnecken verschont. Und giftige Pflanzen bekommen den Schnecken nicht gut. Hier bieten sich vor allem hübsche Blüher wie Eisenhut, Fingerhut, Maiglöckchen oder Pfingstrose an – allerdings solltest Du auf sie verzichten, falls Deine Kinder noch klein sind oder Du Haustiere hast. Aber auch Lavendel, Allium und Kapuzinerkresse werden in Ruhe gelassen, ebenso wie Thymian oder Rosmarin.

 

 

 

 

FLAUMIGE BLÄTTER SCHMECKEN SCHNECKEN NICHT

Ganz fürchterlich schmecken Schnecken  Stauden mit blumigen Blättern. Tapfer recken sie sich den Schnecken entgegen und müssen dabei doch nichts fürchten. Mit Nelken oder dem beliebten Storchenschnabel machst Du demnach nichts falsch. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es trotzdem nicht: Falls eine Staude in Nachbars Garten verschont wird, kann es sein, dass sie in Deinem Garten total weggeputzt wird. Außerdem gilt für Schnecken: Wenn nichts anderes da ist, dann versuchen sie sich auch an den schneckensicheren Pflanzen. Der Hunger treibt es eben rein. Allerdings sind die hier aufgeführten Stauden dann auch nicht so schlimm betroffen, wie die Lieblingspflanzen der Nacktschnecken. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als auszuprobieren und wieder auszuprobieren.

 

 

 

JUNGPFLANZEN ERST IN TÖPFEN VORZIEHEN

Ein Staudenbeet kann schnell zum Delikatessenbuffet für Schnecken verkommen. Ehe Du Dich versiehst, ist alles ratzekahl weggefressen. Darum solltest Du auf die Leckerschmecker ganz verzichten oder sie in Töpfen so lange ziehen, bis aus den Jungpflanzen ordentliche Stauden geworden sind. Vor allem Rittersporn, Funkien, Dahlien, Lilien und Lupinen solltest Du erst groß wachsen lassen, bevor Du sie ins Beet setzt – so haben sie wenigstens eine gewisse Chance gegen die Schnecken. Ich werde mich aber nun erst einmal auf meine Auswahl aus der Liste  von Elke Borkowski und Helga Gropper („Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten, DVA, Preis: 29,99 Euro) konzentrieren.

 

 

 

WENN ALLES NICHTS HILFT…

Falls ich die Schneckenplage trotz meiner sorgfältigen Pflanzenauswahl nicht in den Griff bekommen sollte, werde ich wohl doch wieder zum Kampf gegen diese fiesen Schleimer antreten. Also werde ich meine Stauden nur noch in den frühen Morgenstunden gießen, die Schnecken morgens und abends fleißig absammeln und zusehen, dass sie einen schnellen Tod sterben. Schneckenkorn und Bierfallen werde ich übrigens dennoch nicht benutzen. Schneckenkorn dürfte meinem Hund Bruno nicht bekommen, auch wenn auf der Packung steht „Ungiftig für Haustiere“, und Bierfallen locken durch ihren süßlichen Duft die Viecher aus der ganzen Nachbarschaft an…

 

Foto: privat
Foto: privat

Mein Buchtipp zum Thema: Die Autorinnen Elke Borkowski und Helga Gropper zeigen auf beeindruckende Weise, dass jedes noch so schattige Plätzchen in Deinem Garten aufs Wunderbarste bepflanzt werden kann. Frei nach meinem Lieblingsmotto: „Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen!“ Ihr Buch sollte in keiner Gärtner-Bibliothek fehlen – auch nicht in Deiner. Leicht verständlich formulieren sie die besten Tipps, machen die tollsten Pflanzvorschläge für die unterschiedlichsten Standorte und geben uns hilfreiche Pflanzenlisten an die Hand, mit denen wir gezielt in den Gärtnereien und Baumschulen einkaufen können. So wird Dir Dein Traumgarten im Schatten auf alle Fälle gelingen – und die Schnecken machen sogar einen großen Bogen um ihn. So, nun aber ab mit Dir in den Garten…

Tipp: Elke Borkowski und Helga Gropper, „Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten“. Erschienen bei DVA, Preis: 29,99 Euro

 

2 Comments

  • Susanne
    25. Januar 2017 16:18

    Wir ziehen im Juli um. Noch wissen wir nicht wohin. Aber sollte ich dort wieder einen Garten haben, wird eine Ecke ein schneckenfreier Staudengarten werden. Danke für die Tipps.

    • admin
      25. Januar 2017 17:12

      Hallo Susanne, dann drücke ich Euch für den Umzug die Daumen. Ihr werdet mit Sicherheit ein neues schönes Zuhause finden. Und danke für das liebe Kompliment. Liebste Grüße, Frank

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