VERGESSENE SCHÖNHEITEN – 12 BESONDERE STAUDEN

Nur zu oft entscheiden wir uns doch für das Bekannte, Verlässliche und Gängige. Das gilt auch für die Pflanzen in unserem Garten. So ist es kein Wunder, dass überall dieselben klassischen Stauden wie Taglilien, Pfingstrosen, Iris und Funkien die Gärten verschönern. Zugegeben: Sie sind ja auch schön, duften zum Teil herrlich und schenken uns die tollsten Blüten oder den herrlichsten Blattschmuck. Da gibt’s wirklich nichts zu meckern. Aber die Natur hat uns noch mehr Stauden geschenkt, denen Du in Deinem Garten ein Zuhause bieten kannst. Weil die aber eher selten gepflanzt werden, findest Du sie auch nicht so leicht in den Garten-Centern. Du solltest Dir also andere Quellen suchen. Dafür musst Du Dir ein wenig Zeit nehmen, aber es lohnt sich. Die 12 ganz besonderen Stauden werden Deinem Garten bestimmt das „gewisse Extra“ verleihen. Guck mal, sind die nicht schön…

 

Diese wunderbare Kugeldistel findest Du leider kaum noch in unseren Gärten. Vielleicht liegt es an ihrer Wuchshöhe von 2 bis 3 Metern. Das braucht natürlich Platz. Den hat ja kaum noch jemand. Foto: SadieG

 

 

EGAL, OB SONNIG ODER SCHATTIG – SIE SIND EINFACH NUR SCHÖN

Nimm einfach mal Katzenminze als Beispiel. Sie ist robust, weiß sich gegen Krankheiten zu wehren und lockt außerdem ganz wunderbar Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in Deinen Garten. Zudem ist Katzenminze ein wunderbarer Begleiter für Rosen und will einfach nicht aufhören zu blühen. Geradezu ununterbrochen verzaubert sie uns mit ihren hellen, bläulich-lila Blüten. Zwar blüht Katzenminze eigentlich nur bis in den frühen Sommer, schneidest Du aber Verblühtes rechtzeitig heraus, fühlt sie sich ermuntert und wird Dein Beet weiter verschönern. Nur auf eines musst Du wirklich achten: Katzenminze bevorzugt ein sonniges Plätzchen in einem durchlässigen Boden. Einen feuchten Boden schätzt dagegen die Schildblume, manche nennen diese wunderbare Staude auch Miesmäulchen. Gerade für den Halbschatten in Teichnähe ist sie eine tolle, extravagante Lösung. Hat sie ein geeignetes Plätzchen gefunden wird sie Dich bis in den frühen Herbst mit ihren rosafarbenen oder weißen Blüten begeistern.

 

 

 

KLASSIKER, NUR EIN WENIG AUS DER MODE GERATEN

Es ist eigentlich kein Wunder, dass Maiglöckchen so beliebt sind für Brautsträuße. Immerhin symbolisieren sie Demut, Reinheit und beständiges Glück und sehen zudem auch noch herrlich romantisch aus. Zwar wird das Maiglöckchen nicht gerade riesig, aber dafür verströmt es einen wirklich lieblichen Duft, der Dich begeistern wird. Maiglöckchen breiten sich in der Regel ziemlich fix im feuchten Schatten aus. Du kannst sie wunderbar als Bodendecker in einem Waldgarten einsetzen oder entlang der Nordseite Deines Hauses pflanzen – das sieht wunderbar aus! Aber Achtung: Die roten Beeren der Maiglöckchen sind giftig. Also halte am besten Deine kleinen Kinder und die Haustiere von ihnen fern. Ähnlich wie mit dem Maiglöckchen verhält es sich mit dem Storchenschnabel. Auf den ersten Blick scheint er beliebt und begehrt. Auf den zweiten Blick wirst Du feststellen, dass ganz besondere Arten ins Vergessen geraten sind. Dazu gehört das Germanium Cranesbill. Es wächst nicht hoch, macht sich durch kleine weiße, rote, blaue oder lavendelfarbige Blüten bemerkbar. Es liebt die Sonne und macht sich besonders gut in Steingärten. Es ist eine Bereicherung. Eindeutig.

 

Das zauberhafte Maiglöckchen wird zwar noch in Brautsträuße gebunden, ist im Garten aber leider aus der Mode. Jetzt wird’s endlich Zeit für ein Comeback! Foto: artshock

 

 

MANCHE STAUDEN SIND EINE ECHTE ÜBERRASCHUNG

Es ist doch immer wieder schön, wenn uns ein  Garten überrascht. Groß ist die Freude, wenn wir Pflanzen sehen, die wir nicht in jedem Garten-Center kaufen können. Wie die Stockrose. Leider sieht man sie kaum noch in den Gärten. Schade eigentlich. Dabei sind sie doch so hübsch. Gut, zugegeben – sie können ein wenig sensibel sei. Sind sie Dir zu anstrengend, kannst Du auch gerne ihre pflegeleichteren Schwestern aus der Malven-Familie pflanzen. Malven vertragen wirklich jeden Boden und schätzen die pralle Sonne, vertragen aber auch den Halbschatten. Sie wachsen bis zu vier Meter hoch, blühen vom tiefen Sommer bis zur schönsten Herbst-Mitte. Leider halten sich diese Stauden nur einige wenige Jahre. Aber das ist kein Problem – Malven säen sich selber aus. Eine Bereicherung für Deinen Garten ist auf alle Fälle auch die Heilpflanze Baptisia. Wusstest Du, dass die Wurzel dieser Pflanze in der Homöopathie genutzt wird, um Grippe mit hohem Fieber zu heilen? Also, ich wusste das nicht. Baptisia stammt übrigens aus Nordamerika und wächst zu wunderschönen blauen, violetten, gelben oder weißen Blütentürmen hoch. Sie kommt mit jedem Boden klar, verträgt Hitze und ist langsam wachsend. Achtung: Du solltest unbedingt einigen Platz für diese Staude einplanen. Sie breitet sich gerne aus.

 

 

 

DAS SCHÖNE WEISS SICH AUCH ZU SCHÜTZEN

Die Edeldistel ist gerade im späten Sommer und im Herbst ein absoluter Hingucker im Beet. Leider findest Du auch sie nur noch selten in den Beeten Deiner Nachbarschaft. Und dabei ist sie so praktisch: So kannst Du sie wunderbar trocknen und für Blumensträuße nutzen. Sie verliert dabei nichts an ihrer Schönheit. Diese wirklich pflegeleichte Staude ist ein absoluter Sonnenanbeter, der trockene und sandige Böden schätzt. Sobald sie sich in Deinem Garten etabliert hat, solltest Du sie nicht mehr verpflanzen. Das mag sie gar nicht. Genauso wie die Edeldistel ist auch der Brennende Busch oder Diptam eine alte Schönheit. Schon in der Renaissance wussten die Menschen um ihre Heilkraft. Leider ist auch sie komplett aus der Mode gekommen. Dabei sind ihre Blüten oft hübsch rosa mit weißen Spitzen. Außerdem duftet sie angenehm nach Zitrone – schuld daran sind ihre hellgrünen Blätter. Sie liebt die volle Sonne und hasst es geteilt zu werden. Ihr Name „Brennender Busch“ ist übrigens dem brennbaren Öl geschuldet, das man im Laufe der Saison aus ihr gewinnen kann.

 

Edeldisteln werde auch von Bienen geliebt. Leider findet man sie nur noch selten in unseren Gärten. Schade, denn vor allem im Herbst bringen sie noch Farbe in die Beete. Foto: shutterstock

 

 

MANCHMAL MACHT’S SCHON DER NAME…

Mit seltenen Stauden versetzt Du Deine Gartenbesucher ins Staunen und jeder will wissen, woher Du sie hast. Aber Du schweigst und lächelst. Denn wer kann schon zu einer Staude, die sich Elfenblume nennt, Nein sagen? Geht doch gar nicht, oder? Dennoch ist sie ein wenig in Vergessenheit geraten und findet kaum noch eine Heimat in unseren Gärten. Dabei ist sie auch noch praktisch: Die Elfenblume ist ein perfekter, krankheitsresistenter Bodendecker für den trockenen Schatten. Vor allem unter flachwurzelnden Bäumen wie dem Ahorn macht sie sich verdient. Und sie sieht hübsch aus. Ihre sternartigen Blüten in Gelb, Weiß oder Lavendel sehen aus wie kleine Bischofs-Hütchen. Ähnlich steht es um die rosa Spier-Staude – wirklich hübsch, aber aus der Mode. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie reichlich Platz benötigt, um zu wirken. Aber gerade an sonnigen Orten ist sie immer einen Schnappschuss wert. Sie schätzt einen feuchten und nährreichen Boden, ist pflegeleicht und ein absoluter Blickfang.

 

 

 

IRGENDWO IM GARTEN IST DOCH IMMER EIN PLÄTZCHEN FREI, ODER?

Zugegeben, manche Stauden verlangen schon ein wenig Mut oder wenigstens einen wirklich großen Garten. Ja, sie sind nicht wirklich praktisch und in Zeiten kleiner werdender Grundstücke immer schwieriger zu pflanzen. Dazu gehört auch bestimmt der Kandelaber-Ehrenpreis. Diese Staude wächst doch tatsächlich bis zu vier Meter hoch – ist aber auch wirklich beeindruckend. Sie wird von Schmetterlingen und anderen Insekten geliebt, ist krankheitsresistent und wird ein Top-Gesprächsthema unter allen Gartenfreunden in Deiner Nachbarschaft sein. Sie bevorzugt die pralle Sonne, benötigt aber einen feuchten Boden. Diese Staude ist auch eine der Schönheiten, die wir mit den Jahren aus dem Blick verloren haben. Hier heißt es so flapsig, aber leider zutreffend: Aus den Augen, aus dem Sinn.  Aber wird es nicht langsam Zeit, dass diese tollen Pflanzen zurück in unsere Gärten finden? Das braucht sicherlich Mut, den haben wir aber. Da bin ich mir sicher.

 

2 Comments

  • Johanna
    30. März 2017 16:36

    Die Stauden sind ja bezaubernd. Unglaublich schön. Gerade jetzt, wo der Frühling kommt, erfreut mich dein wunderschöner Blog jeden Tag aufs Neue <3
    Alles Liebe aus Leipzig von Johanna

  • Carina
    1. April 2017 13:04

    Ich habe erst heute einen Kandelaber-Ehrenpreis gekauft und freu mich riesig (im wahrsten Sinne des Wortes). Sonnige Grüße,
    Carina

Schreibe einen Kommentar