VIEL GARTEN FÜR WENIG GELD – DIE 10 BESTEN TIPPS

Ich kann mich noch sehr gut erinnern: Nachdem unser Haus endlich stand und wir einziehen konnten, war kaum noch Geld für den Garten übrig. Kein Wunder, schließlich waren uns die eigenen vier Wände doch erst einmal wichtiger als das Drumherum. Der Garten hatte keine Eile. Das kennst Du doch bestimmt auch, oder? Mit der Zeit wurde aber die Sehnsucht nach etwas Grün, blühenden Stauden, duftenden Rosen und einer schützenden Hecke immer größer. Und so machte ich mich, trotz knapper Kasse, an die Arbeit. Los ging’s mit der Recherche: Ich wälzte Zeitschriften und Bücher, surfte durchs Internet und machte mich im Garten meiner Eltern schlau. Schließlich skizzierte ich meine Vorstellungen und überlegte, wo ich die gewünschten Pflanzen am günstigsten bekommen könnte. So fuhr ich in meiner Region von Baumschule zu Baumschule, besuchte Gärtnereien und schaute mich beim Rosenzüchter um. Denn es stimmt: „Zeit ist wirklich Geld“. Wer rechtzeitig weiß, wie sein Garten einmal aussehen soll, der kann frühzeitig junge Gehölze an die für sie vorgesehenen Stellen pflanzen und kommt so mit einer vertretbaren Summe davon. Immerhin musst Du so die wertvolle Kulturzeit in der Baumschule nicht mehr bezahlen. Hier verrate ich Dir, wie Du viel Garten für wenig Geld bekommst.

 

Fotlo: Del-Boy
An Stauden kannst Du günstig kommen, wenn Du Dich mit Deinen Nachbarn gut stellst. Oft sind deren Gärten nämlich schon übervoll und sie wissen schon gar nicht mehr wohin mit ihre tollen Pflanzen. Foto: Del-Boy

 

 

GEDULD MIT DEN STAUDEN

Manche Stauden sind schon so groß, dass sie geteilt werden können. Darum frag doch einfach Freunde, Nachbarn oder in der Familie, ob dort die eine oder andere Pflanze für Dich abfallen könnte. Schließlich sind Stauden wie Funkien oder Rittersporn nicht gerade billig, wenn man sie im Gartencenter kauft. Günstig sind dagegen Stauden wie Frauenmantel, Schafgarbe oder Fingerhut. Du solltest übrigens im Beet großzügige Abstände zwischen den einzelnen Pflanzen einplanen und die Lücken mit Ein- oder Zweijährigen auffüllen. Die kosten nicht so viel wie die edlen Stauden und können einfach ins Beet gesät werden. Nach einigen Jahren ist es ohnehin egal – dann sind Deine Stauden so groß, dass das Beet ordentlich gefüllt ist und prächtig blüht.

 

Foto: Ivonne Wierink
Alte Gartenmöbel müssen nicht unbedingt auf den Sperrmüll. Guck doch einfach, ob Du sie noch überarbeiten kannst. Manchmal hilft schon ein wenig Farbe. Foto: Ivonne Wierink

 

 

AUCH GARTENMÖBEL MÜSSEN NICHT TEUER SEIN

Teuer können alle – günstig ist dagegen eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Du kannst Deinem Garten einen ganz individuellen Charakter mit alten Möbeln verleihen, die Du selber schön aufgepeppt hast. So laden zum Beispiel ausgediente Biergartenstühle und Tische, die Du lustig angestrichen hast, zum Verweilen im Garten oder auf der Terrasse ein. Bevor Du allerdings die Farbe aufträgst, musst Du das alte Holz anschleifen, reinigen und mit einer Grundierung versehen. Natürlich macht das ein wenig Arbeit, aber das Ergebnis wird Dich dafür entschädigen. Und: Alle werden Dich neidisch fragen, woher Du diese grandiosen Gartenmöbel hast…

 

Foto: shutterstock
Kein Geld für den Rasen? Dann versuch es doch mit einer Blumenwiese. Die wird in günstigen Samenmischungen angeboten und sieht wirklich toll aus. Foto: shutterstock

 

 

SELBER AUSSÄEN – ES MUSS JA NICHT IMMER ROLLRASEN SEIN

Mit dem Rasen ist das ja immer so eine Sache. Natürlich soll er gepflegt und kultiviert aussehen – am besten englisch und frei von Moos und Klee soll er sein. Aber muss es darum immer gleich Rollrasen sein? Lieber säen wir ihn doch selber aus, auch wenn er nicht gleich nach Schlosspark aussieht. Das spart jedenfalls eine Menge Geld, kostet aber ein wenig Zeit, Kraft und Pflege. Gleiches gilt für unsere Beete. Einjährige Sommerblumen wie Ringelblume und winterharte Zweijährige wie die Wilde Möhre lassen sich direkt aussäen. Ich habe es mir ganz einfach gemacht und im Discounter Samenmischungen gekauft –  Landhausgarten, Blumenwiese oder Bienenglück nannten die sich. Sensationell sah das aus. Die Mischung gab’s für etwas über einen Euro. Der Effekt war unbezahlbar.

 

Foto: meduzasky
Kieswege sind günstig, noch günstiger sind Wege aus Rindenmulch oder Holzhäcksel. Damit Du sie öfter beschreiten kannst, solltest Du mittig Platten verlegen. Foto: meduzasky

 

 

GÜNSTIGER KIES STATT TEURE PFLASTERSTEINE

Mein Nachbar hat es mir vorgemacht: Statt seine Wege teuer zu verpflastern hat er sich für günstigeren Kies entschieden. Dafür musst Du den Boden ungefähr zehn Zentimeter abtragen und dann mit einer Rüttelplatte verdichten. Anschließend verlegst Du ein Kunststoffvlies und verteilst darauf Deinen Kies. Obwohl das Vlies wasserdurchlässig ist, kann kaum Unkraut durchdringen. Du kannst Deine Gartenwege aber auch noch günstiger gestalten: Holzhäcksel oder Rindenmulch eignen sich für Wege, die nicht fortlaufend betreten werden. Auch hier solltest Du zuerst ein Vlies verlegen und darauf dann den Belag verteilen. Bedenke, dass das Material nach einer gewissen Zeit verrottet. Daher muss es immer wieder neu aufgefüllt werden, aber auch das kostet nicht viel. Sinnvoll ist übrigens in allen Fällen eine Einfassung des Weges. Charmant wirken vor allem alte Ziegelsteine oder Klinker. Die hast Du vielleicht noch vom Bau Deines Hauses übrig.

 

Foto: Julietphotography
Du kannst hässliche Mauern wunderbar hinter Kletterrosen verschwinden lassen oder hinter einer Reihe von lustigen Sonnenblumen. Für letzteres musst Du nur die Samen in die Erde stecken. Foto: Julietphotography

 

 

GRÜNE WÄNDE – ES GEHT AUCH GÜNSTIG

Möchtest Du die Wand Deines Schuppens begrünen, Deine Terrasse vor neugierigen  Blicken schützen oder eine hässliche Mauer hinter dichtem Grün verschwinden lassen, bist Du sehr gut mit Kletterpflanzen bedient. Du könntest Efeu hochwachsen lassen oder Wilden Wein. Kletterrosen sind auch eine schöne Lösung. Sie kosten auch nicht viel, wenn Du sie im Herbst als wurzelnackte Ware direkt beim Züchter bestellst. Du kannst sie zudem wunderbar mit Klematis kombinieren. Die Kletterhilfen lassen sich auch für wenig Geld selber basteln oder im Gartencenter kaufen. Du kannst aber auch Baustahlgewebe benutzen. Die müssen aber unbedingt verzinkt sein  – sonst rosten sie zu schnell. Möchtest Du Deine Terrasse vor neugierigen Blicken schützen, reichen schon einige verbundene Bambusstäbe, an denen Kapuzinerkresse, Sternwinde oder Schönranke hinaufwächst.

 

Foto: Peter Turner Photography
Ein Zaun muss nicht viel kosten. Foto: Peter Turner Photography

 

 

EIN SCHICKER GARTENZAUN – DAS MATERIAL MACHT DEN PREIS

Auch Dein Zaun muss nicht unbedingt ein Zeugnis großer Handwerkskunst sein. Er kann ruhig ein wenig krumm und etwas windschief dastehen. Nur dann sieht er ursprünglich aus und fügt sich harmonisch ins Gesamtbild eines Landhausgartens. Und wenn Du dafür Bauholz einfachster Art auswählst, wird’s richtig günstig. Du solltest ihn allerdings imprägnieren, ansonsten kann er der Witterung nicht lange standhalten. Aber auch das kostet ja nicht viel und sieht klasse aus.

 

Foto: Susanna Mattioda
Eine Buchenhecke spiegelt nicht nur die Jahreszeiten wieder und bietet vielen Vögeln ein Zuhause, sondern kann auch günstig gepflanzt werden. Voraussetzung: Geduld. Foto: Susanna Mattioda

 

DIE HECKE KANNST DU AUCH SELBER ZIEHEN

Aus verschiedenen Gründen wollte ich unbedingt eine Hecke – wegen der neugierigen Blicke der Nachbarn, wegen der Rehe, wegen des Hundes. Ich wollte meinen Garten einfach abgrenzen. Er sollte mir ein Maximum an Privatsphäre bieten. Aber auch dafür war Geduld notwendig. Ich habe meine Rotbuchen-Stämmchen als Minis gekauft, dafür haben sie das Stück aber auch weniger als einen Euro gekostet. Innerhalb von fünf Jahren sind sie dann auf über zwei Meter angewachsen. Großartig, oder? Beeteinfassungen aus Buchs kannst Du  ab Ende Juli aus unbewurzelten Stecklingen setzen, Ligusterhecken sogar im Winter aus Steckhölzern pflanzen. Du musst sie nur ordentlich gießen. Sollte der eine oder andere Steckling nichts werden, kannst Du die entstandene Lücken ja durch Einkäufe aus der Baumschule auffüllen.

 

Foto: Gabor Tinz
Du kannst Dir einen temporären Sichtschutz aus Tüchern gestalten oder Dich an einem aus Weide ausprobieren. Beides kostet nicht viel. Foto: Gabor Tinz Dich

 

 

EIN SICHTSCHUTZ MUSS NICHT TEUER SEIN

Als besonders praktisch haben sich einjährige Weidenruten erwiesen. Sie sind besonders biegsam und kosten nicht viel. Sie lassen sich ganz leicht zu Flechtzäunen verarbeiten. Schnitttermin ist zwischen Oktober und März. Im Baumarkt kannst Du bestimmt die Zaunpfähle kaufen und die Ruten dann am Wegesrand abschneiden – natürlich am besten nach Absprache mit dem Landwirt, dem die Pflanzen gehören. Mir haben die Bauern im Dorf aber gerne geholfen.

 

Foto: shutterstock
Auf Unkraut können wir alle verzichten. Damit es in unserem Garten nicht wuchert versuchen wir es mit günstigen Bodendeckern wie Storchenschnabel zu unterdrücken. Foto: shutterstock

 

 

FIXE UND GÜNSTIGE BODENDECKER

Wir mögen alle kein wucherndes Unkraut. Du auch nicht, oder? Mir geht es nicht anders. Darum habe ich mich fix nach schnellwachsenden Bodendeckern umgeschaut. Lungenkraut kostet nicht viel und ist hübsch. Mein Favorit ist aber Storchenschnabel. Der blüht toll, zieht Insekten an und wuchert toll. Da hat das Unkraut keine Chance. Mein Storchschnabel stammt aus dem Garten meiner Eltern. Die Stauden konnten  vielfach geteilt werden. Noch günstiger geht’s wohl nicht…

 

Foto: bikeriderlondon
Baumschulen sind günstiger als Garten-Center. Und: Dort kannst Du besser Handeln, außerdem gibt es  größere Rabatte und tolle Beratung. Ein Besuch lohnt sich. Foto: bikeriderlondon

 

JEDER PREIS IST VERHANDLUNGSSACHE

Ein Besuch in den Baumschulen und Gärtnereien lohnt sich auf alle Fälle. Zum einen bekommst Du dort wirklich günstigere Jungpflanzen, zum anderen kannst Du in einer Baumschule oder Gärtnerei noch den Preis aushandeln. Sicher ist: Je größer die Menge ist, die Du dort kaufen möchtest, desto niedriger wird der Preis. Ich habe in Baumschulen Buchsbaumkugeln gekauft, die im Gartencenter mehr als doppelt so teuer sind. Und auf eine Beeteinfassung aus Buchs habe ich dann noch einmal ordentlich Rabatt bekommen. Ähnliche Erfahrungen habe ich mit  Rosen gemacht. Für die schönsten wurzelnackten Rosen zahle ich im Herbst beim Züchter zwischen sechs und sieben Euro, für Containerware im Gartencenter oft aber mehr als 15 oder 20 Euro pro Stück.

 

 

 

2 Comments

  • Alke
    21. Januar 2017 15:58

    Lieber Frank, Danke für die schönen Spar-Tipps – mein Wunsch: Schreib doch mal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man Stauden teilt. Oder Ableger macht … Gern mit Bildern, für so Garten-Anfänger wie mich.

    • admin
      21. Januar 2017 19:22

      Danke, liebe Alke. Ich habe mir das Thema für den Frühling vorgemerkt.

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