WENN DER FLIEDER WIEDER BLÜHT

Sein Duft betört, seine Blüten verzaubern: Wenn der Flieder wieder in voller Pracht steht, dann ist definitiv Frühling. Mittlerweile blühen bei uns ungefähr 30 reine Arten der Gattung Flieder (Syringa). Alle gehören sie zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).  Wusstest Du, dass der Sommerflieder (Buddleja) nicht dazu gehört? Er blüht im Unterschied zum Gemeinen Flieder ohnehin auch erst im Juli. In den vergangenen Jahren geriet der Flieder leider total aus der Mode und wurde von vielen Gartengestaltern gemieden. Zu bodenständig, zu bäuerlich, zu langweilig lautete das allgemeine Urteil. Aber das ist nun zum Glück Vergangenheit: Der Flieder erlebt gerade eine wunderbare Renaissance. Neue Züchtungen begeistern die Gärtner. Sie sind robuster, kompakter und ihre Blüten wirken oft zweifarbig. Alle Edelfliedersorten können zudem auch noch vier bis sechs Meter in die Höhe wachsen, lassen sich aber auch als schickes Blütenstämmchen für die Terrasse ziehen. Hier erfährst Du, was Du beim Pflanzen und Schneiden Deines Flieders beachten solltest.

 

Abhängig von der Sorte und der Region, in der Du lebst, blüht der Flieder zwischen April und Anfang Juli. Die meisten Flieder-Büsche zeigen sich allerdings schon im Mai in ihrer ganzen Schönheit. Wer seinen Fliederbusch mit anderen Pflanzen kombinieren möchte, der sollte darauf achten, dass die Blütezeiten abgestimmt sind. So kommen dann alle Pflanzen gut zur Geltung. Großartig passt der Flieder übrigens zu Rosen, Zierapfel, Kolkwitzie, Duftjasmin oder Weigelie. Du kannst frühblühende Sorten aber auch wunderbar mit Zierkirsche oder Prachtspiere kombinieren.

Foto: Brenda Carson/shutterstock
Flieder eignet sich wunderbar als Sicht- und Windschutzhecke. Lange Jahre galt er als altmodisch, jetzt ist er wieder „in“ und so schön, wie nie zuvor. Foto: Brenda Carson/shutterstock

 

Flieder ist anspruchslos

Dein Flieder braucht kaum Pflege und ist eigentlich vollkommen unkompliziert. Im Frühjahr solltest Du ihm eine Gabe Dünger verabreichen, beispielsweise einen organischen Volldünger oder etwas von deinem Kompost. Und dann noch einmal eine kleine Menge nach der Blüte. Achte auf den Standort:  Flieder wächst zwar auch im halbschattigen Bereich Deines Gartens, blüht dort aber nicht so gut. Besser gefällt ihm ein sonniges Plätzchen. Dort blüht er dann auch so richtig auf und Du kannst Dich über ein wahres Blütenmeer freuen. Der Boden, in den Du ihn setzt, ist ihm dagegen relativ egal. Ein nährstoffreicher und kalkhaltiger Boden wäre schön, aber Dein Flieder kommt auch in einem schwach sauren Boden zurecht. Staunässe und Bodenverdichtungen mag er allerdings nicht.

Foto: Juergen Faelchle/shutterstock
Im Sommer brummt und summt es rund um den Flieder. Vor allem bei Schmetterlingen, Hummeln und Bienen ist er beliebt. Das ist schön zu beobachten. Foto: Juergen Faelchle/shutterstock

 

Bitte die Schere nur ganz vorsichtig ansetzen

Du solltest Deinen Fliederstrauch gleich nach der Blüte schneiden. Verblühte Blütenstände müssen raus. Die schneidest Du am besten am Ansatz ab. Auch abgestorbene Zweige solltest Du entfernen. Ansonsten kannst Du Deinen Flieder aber in Ruhe lassen. Alte Fliedersträucher kannst Du durch einen radikalen Rückschnitt der Hauptäste verjüngen. Das solltest Du Dir für den Sommer vornehmen, dann schließen sich die Wunden leicht wieder. Allerdings fällt im folgenden Jahr dann die Blüte aus, da die Blütentriebe fürs nächste Jahr immer schon während der diesjährigen Blüte gebildet werden.

Foto: yauhenka/shutterstock
Die neuen Fliedersorten sind robuster und kompakter. Ihre Blüten wirken oft zweifarbig, weil die Deckblätter der Knospen dunkler sind, als die Blütenblätter. Foto: yauhenka/shutterstock

 

Der Herbst ist die beste PFLANZzeit

Damit Dein Flieder vor dem Austreiben im Frühling gut verwurzelt in der Erde steht, solltest Du ihn schon im Herbst einpflanzen. Solltest Du aber schon zu spät dran sein, kannst Du auch gerne schon blühende Containerware im Frühjahr kaufen. Achte darauf, dass Du ihn nach der Pflanzung ausgiebig wässerst und bedenke den Standort. Zu Erinnerung: Flieder ist ein Sonnenanbeter, Schatten mag er nicht. Da diese Sträucher ein sehr dichtes Wurzelgeflecht und oft auch Ausläufer bilden, ist eine Unterpflanzung im Garten nicht ganz so einfach: Das Beste wird sein, Du wählst dafür verschiedene Zwiebelblumen aus oder Stauden, die auch trockenere Tage ohne Probleme überstehen, Balkanstorchschnabel (Germanium macrorrhizum) oder Waldanemonen (Anemone sylvestris) wären eine Lösung.

Foto: Nella/shutterstock
Auch in der Vase macht Flieder eine gute Figur. Und wenn sein Duft erst durch Deine Wohnung strömt, möchtest Du gar nichts anderes mehr auf dem Tisch stehen haben. Foto: Nella/shutterstock

 

TipPs für den Einkauf

Möchtest Du Dir einen Edelflieder für Deinen Garten kaufen, achte darauf, dass es sich dabei um eine wurzelechte Sorte handelt. Grund: Sie bilden zum einen weniger Ausläufer, zum anderen sind sie sortenecht. Alle anderen Fliedersorten sind heute nur noch als ausschließlich wurzelechte Pflanzen erhältlich. Übrigens: Flieder eignet sich auch wunderbar, um ihn als Windschutzhecke zu pflanzen.

Foto: SergeyIT/shutterstock
Edelflieder-Sorten können vier bis sechs Meter hoch wachsen, lassen sich aber auch einstämmig als kleine Blütenbäume ziehen. Sie erreichen oft ein hohes Alter. Foto: SergeyIT/shutterstock

Schreibe einen Kommentar