WENN DIE HEIDE BLÜHT

 

Gerade in diesen Tagen zeigt es sich von seiner schönsten Seite: Das Heidekraut, manche nennen es auch Erika. Während in anderen Gärten die meisten Stauden schon gekürzt werden oder vermummt auf den nahenden Winter warten, zeigt sich unser Heidekraut in den wunderbarsten Farben. Wusstest Du, dass abhängig von ihrer Blütezeit zwischen Sommer- und Winterheide unterschieden wird? Liebevoll dekorieren wir nun die Kübel auf unserer Terrasse mit Heidekraut, verschönern die Fensterbänke mit ihm oder setzen Heidekraut in die Beete. Die beste Pflanzzeit für Erika sind übrigens die Monate September und Oktober. Heidekraut gedeiht nahezu überall. Allerdings nur, wenn Du es auch richtig pflanzt und pflegst. Worauf Du achten musst, erfährst Du hier.

 

Foto: shutterstock
Heidekraut gibt es in vielen Sorten. Du solltest Pflanzen mit geschlossenen Blüten kaufen, sie blühen länger. Erika mit braunen Stellen bleibt am besten im Regal. Foto: shutterstock

 

 

EIN  PLATZ AN DER SONNE

Deine Heide liebt Sonne. Je mehr, desto besser. Vor allem dann entfaltet sie ihre ganze Pracht. Aber selbst im Halbschatten würde sie sich wohl fühlen. Nur von den ganz dunklen Orten will sie nichts wissen, die verträgt sie nicht. Im Vollschatten entwickelt sie keine oder kaum Blüten und bleibt auch eher schmächtig. Als Begleitpflanzen im Heidegarten eignen sich übrigens wunderbar Zwergkiefern, Wacholder, Rhododendren und alle Arten von Gräsern. Diese Pflanzenkombinationen schaffen vor allem im Winter traumhafte Silhouetten. Schau, so schön kann Heide wachsen:

 

 

SAUER MACHT LUSTIG

Eigentlich gedeiht Erika wirklich in jedem Boden. Das macht sie ja gerade so angenehm. Nur sieht man eben, wo sie sich ganz besonders wohl fühlt. Nur dann schenkt sie Dir bis in den Winter ihre schönsten Blüten und wächst richtig toll üppig. Ganz besonders schick entwickelt sie sich in einem sauren Boden mit einem ph-Wert von 4,5 bis 6,5. Er sollte dann noch möglichst gut durchfeuchtet, humos, locker und nährstoffreich sein. Ein wenig Sand würde auch nicht schaden. Ist Dein Gartenboden zu kalkig, könntest Du ihn mit etwas Knochenmehl aufbessern oder ist er zu schwer, solltest Du ihn mit etwas Torf, Kies oder Sand anreichern und gründlich umgraben vor der Pflanzung. Mit dem Umgraben entfernst Du gleichzeitig Unkraut, dass der Heide Licht und Nährstoffe rauben könnte. Ist alles gepflanzt solltest Du zwischen Deinem Heidekraut noch Rindenmulch verteilen – jetzt hast Du die besten Voraussetzungen geschaffen, nun kann Deine Erika prächtig wachsen.

 

Foto: steve estvanik
Normale Blumenerde ist nicht sauer genug für Heidekraut. Spezielle Erde für Rhododendren oder Moorpflanzen ist besser geeignet. Oder Du mischst Blumenerde mit etwas Sand und Kompost. Foto: Steve Estvanik

 

 

EIN WENIG FREIRAUM SOLLTE SCHON SEIN

Wer einen Heidegarten plant, sollte auch an leichte Hügel, geschwungene Wege, Findlinge  und skurrile Baumwurzeln denken. Sie schenken dem Garten erst seine Natürlichkeit. Wichtig: Du darfst Dein Heidekraut nicht zu dicht setzen. Jede Pflanze braucht eben ausreichend Licht und genügend Raum, um sich ausbreiten zu können. Daher solltest Du zwischen jeder Erika ca. 20 bis 30 Zentimeter Platz lassen. Je nach Größe der Sorte kannst Du grob mit einer Menge von 8 bis 20 Pflanzen den Quadratmeter rechnen. Bevor Du die Erika in den Boden setzt, solltest Du die Fläche ordentlich durchharken und so auflockern. Dann hebst Du die Pflanzlöcher aus. Sie müssen so tief sein, dass die Wurzelballen bis zur oberen Kante des Lochs komplett mit Erde abgedeckt werden können und sie das auch nach dem Setzen der Erde noch immer sind. Du setzt den Wurzelballen (vorher noch ein wenig aufreißen) nun in das Loch, füllst es mit der Erde wieder auf und drückst es ordentlich an. Jetzt musst Du die Pflanze ordentlich wässern. Damit eine schnelle Verwurzelung geschieht, musst Du in den Tagen nach der Pflanzung darauf achten, dass das Heidekraut immer ordentlich Wasser bekommt. Übrigens macht sich Heidekraut auch als romantische Balkon- oder Fensterdekoration ganz gut, wie man auf den Bildern unten sieht:

 

 

 

 

EIN BISSCHEN ZUWENDUNG SCHADET NICHT

Damit Du auch wirklich lange Freude an Deinem Heidekraut hast und es Dich mit ihrem üppigen Wuchs auch verzaubern kann, musst Du ihm etwas Zuwendung schenken – auch wenn es sich bei Heidekraut um eine sehr, sehr pflegeleichte Pflanze handelt. So solltest Du die Erika nach der Blütezeit, also am besten im Frühling, ordentlich zurückschneiden – in der Lüneburger Heide übernehmen sonst die Heidschnucken diesen Job, jetzt bist aber Du gefragt. Durch diesen Rückschnitt wird der Wuchs angeregt und Dein Heidekraut wird noch üppiger. Auch hilft dieser Schnitt gegen ein Verholzen im unteren Bereich. Natürlich gibt es auch Sorten, die nicht so üppig wachsen, sie musst Du nicht so stark zurückschneiden.

 

 

Foto: Ann Snover
Viele Erika-Sorten zählen zu den sogenannten Knospen-Blühern. Die Blüten bleiben fast gänzlich geschlossen. So werden sie zwar nicht von Insekten bestäubt, begeistern uns dafür bis in den Winter. Foto: Ann Snover

 

 

IMMER FÜR EINEN GUTEN TROPFEN ZU HABEN

Den Boden um Deine Erika solltest Du immer schön feucht halten. Er darf nicht austrocknen. Auch im Winter nicht. Am einfachsten ist es, Du verteilst um Dein Heidekraut eine ordentliche Schicht Laub oder verwendest ein Moorbeet-Substrat aus dem Garten-Center, das Feuchtigkeit spendet. Hin und wieder solltest Du Deinem Heidekraut auch eine Gabe Dünger geben. Hornspäne sind optimal. Ein bisschen reicht, so ca. 30 Gramm pro Pflanze. Am besten düngst Du die Erika schon gleich nach der Pflanzung das erste Mal, dann wieder nach dem Rückschnitt. Im Winter kannst Du ruhig auf eine Düngung verzichten. Heidekraut lässt sich vielseitig als Deko einsetzen, wie Du auf den Fotos siehst. Hübsch, oder?

 

 

 

HIN UND WIEDER KRÄNKELT SIE DANN EBEN DOCH

Manchmal kannst Du Pech haben, dann erkrankt Deine sonst so robuste Erika am Hallimasch-Pilz. Das passiert nur selten, kann aber vorkommen. Betroffen ist vor allem die Sommerheide. Breitet sich der weiße, fächerförmige Pilz an der Rinde der Pflanze aus, stirbt die Heide ab. Die Ansteckungsgefahr ist groß, daher musst Du die betroffenen Pflanzen schnellstens aus dem Beet entfernen. Zudem solltest Du unbedingt die Erde austauschen, denn dort können sich weiterhin Sporen dieses Pilzes verstecken.

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