SCHNECKEN – DIESE STAUDEN SCHMECKEN IHNEN GAR NICHT

Du kannst Dir nicht vorstellen, wie verzweifelt ich im letzten Sommer war: Immer wenn’s dämmerte hörte ich die Schnecken in meinen Beeten schmatzen. Die Viecher waren richtig laut, richtig frech. Und egal, wie viele ich von ihnen einsammelte – es kamen immer wieder neue, die meine Stauden mit Genuss anknabberten. Es war eine Invasion. Grausam. Meine Hortensien sahen wie gerupft aus, die Lupinen wurden nahezu weggeknabbert und von den Funkien bliebt rein gar nichts übrig. Meine Gärtnerseele schmerzte und meine Beete waren hin. Das muss aber nicht sein. Schließlich gibt’s zauberhafte Pflanzen um die Schnecken einen großen Bogen machen. Welche das sind, habe ich Dir hier fix notiert.

 

Foto: Mandyd
Die Sterndolde mag es gerne schattig, feucht und nahrhaft. Sie blüht von Mai bis August und verleiht Deinem Garten einen ländlichen Charme. Eine tolle Pflanze!  Foto: Mandyd

 

 

WO SCHNECKEN SICH AM WOHLSTEN FÜHLEN

Es sind vor allem die schattigen Ecken in Deinem Garten, die Schnecken schätzen. Kein Wunder, dort ist es angenehm kühl und der Boden schön feucht. Hier leben sie ihren unbändigen Hunger noch ungenierter aus, als in einem sonnigen Beet. Natürlich kannst Du sie aufsammeln, jeden Tag von neuem. Das habe ich auch probiert. Zuletzt habe ich es sogar aus purer Verzweiflung noch mit hunde- und igelverträglichem Schneckenkorn versucht. Ausnahmsweise. Eigentlich hatte ich geschworen, es wegen meines Golden Retrievers nicht zu benutzen – aber meine Verzweiflung war zu groß. Aber das hat auch nichts mehr genützt. Der Schneckenbefall war einfach zu stark, zu ungezügelt, zu brutal. Ich hätte es noch mit Schneckenzäunen probieren können. Vielleicht hätten sie diese schleimigen Biester noch aufgehalten. Aber sie sind ja nun wirklich keine optische Freude. Außerdem ist die Aufstellung mit einem ziemlich großen Aufwand und hohen Kosten verbunden. So habe ich mich irgendwann dem Leid ergeben und geschworen, dass die Beete im nächsten Frühjahr neu bepflanzt werden und zwar mit schneckenresistenten Pflanzen. Die Planung läuft– die schönsten Pflanzen sind hier abgebildet:

 

 

 

MANCHE STAUDE WEISS SICH ZU SCHÜTZEN

Ich konnte mir bisher gar nicht vorstellen, dass es eine so große Auswahl an schneckenresistenten Pflanzen gibt. War Dir das bekannt? Es sind so viele, dass jedes Beet wunderbar vielfältig und kreativ bepflanzt werden kann. Allerdings wird zwischen absolut schneckensicheren und relativ schneckensicheren Stauden unterschieden. Der Unterschied: Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel ein nicht ganz so idealer Standort, könnten die relativ schneckensicheren Stauden durchaus angeknabbert werden. Aber wohl nur gering. Grundsätzlich sind Farne und Gräser eine gute Wahl – allerdings haben sie mich bisher nicht überzeugt. Wenn’s bunt blüht, sieht ein Beet doch einfach hübscher aus, oder? Mein Tipp: Vor allem Stauden mit ledrigen  Blättern – wie die Fetthenne oder die Bergenie – bleiben von den Schnecken verschont. Auch giftige Pflanzen bekommen den Schnecken nicht gut. Hier bieten sich vor allem hübsche Blüher, wie Eisenhut, Fingerhut, Maiglöckchen oder Pfingstrose an. Allerdings solltest Du auf sie verzichten, falls Deine Kinder noch klein sind oder Du Haustiere hast. Aber auch Lavendel, Allium und Kapuzinerkresse werden in Ruhe gelassen, ebenso wie Thymian oder Rosmarin – und die sind nicht giftig.

 

 

 

FLAUMIGE BLÄTTER SCHMECKEN SCHNECKEN NICHT

Ganz fürchterlich schmecken Schnecken Stauden mit flaumigen Blättern. Tapfer recken sich diese Blätter den Schnecken entgegen und müssen nichts fürchten. Mit Nelken oder dem beliebten Storchschnabel machst Du demnach nichts falsch. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es trotzdem nicht! Falls eine Staude in Nachbars Garten verschont wird, kann es sein, dass sie in Deinem Garten total weggeputzt wird. Außerdem gilt für Schnecken: Wenn nichts anderes da ist, dann versuchen sie sich auch an den schneckensicheren Pflanzen. Der Hunger treibt’s eben rein. Allerdings sind die hier aufgeführten Stauden dann auch nicht so schlimm betroffen wie die Lieblingspflanzen der Nacktschnecken. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als zu probieren und wieder zu probieren.

 

 

 

JUNGPFLANZEN ERST IN TÖPFEN VORZIEHEN

Ein Staudenbeet kann sich schnell zum Delikatessenbuffet für Schnecken entwickeln. Oft kannst Du gar nicht so schnell gucken, wie die Viecher das Beet ratzekahl weggefressen haben. Darum solltest Du auf die Leckerschmecker ganz verzichten oder sie in Töpfen so lange vorziehen, bis aus den Jungpflanzen ordentliche Stauden geworden sind. Vor allem Rittersporn, Funkien, Dahlien, Lilien und Lupinen solltest Du erst groß wachsen lassen, bevor Du sie ins Beet setzt – so haben sie wenigstens eine kleine Chance gegen die Schnecken.

 

 

 

WENN ALLES NICHTS HILFT…

Falls ich die Schneckenplage trotz meiner sorgfältigen Pflanzenauswahl nicht in den Griff bekommen sollte, werde ich wohl doch wieder zum Kampf gegen diese fiesen Schleimer antreten. Also werde ich meine Stauden nur noch in den frühen Morgenstunden gießen, die Schnecken morgens und abends fleißig absammeln und zusehen, dass sie einen schnellen Tod sterben oder sie weit, weit weg aussetzen. Schneckenkorn und Bierfallen bleiben ein Tabu. Schneckenkorn dürfte meinem Hund Bruno nicht bekommen, auch wenn auf der Packung steht „Ungiftig für Haustiere“, und Bierfallen locken durch ihren süßlichen Duft die Viecher aus der ganzen Nachbarschaft an…

 

Foto: privat
Foto: privat

Mein Buchtipp zum Thema: Die Autorinnen Elke Borkowski und Helga Gropper zeigen auf beeindruckende Weise, dass jedes noch so schattige Plätzchen in Deinem Garten aufs Wunderbarste bepflanzt werden kann. Frei nach meinem Lieblingsmotto: „Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen!“ Ihr Buch sollte in keiner Gärtner-Bibliothek fehlen – auch nicht in Deiner. Leicht verständlich formulieren sie die besten Tipps, machen die tollsten Pflanzvorschläge für die unterschiedlichsten Standorte und geben uns hilfreiche Pflanzenlisten an die Hand, mit denen wir gezielt in den Gärtnereien und Baumschulen einkaufen können. So wird Dir Dein Traumgarten im Schatten auf alle Fälle gelingen – und die Schnecken machen sogar einen großen Bogen um ihn. So, nun aber ab in den Garten…

Tipp: Elke Borkowski und Helga Gropper, „Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten“. Erschienen bei DVA, Preis: 29,99 Euro

 

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3 Kommentare

  • Susanne
    25. Januar 2017 16:18

    Wir ziehen im Juli um. Noch wissen wir nicht wohin. Aber sollte ich dort wieder einen Garten haben, wird eine Ecke ein schneckenfreier Staudengarten werden. Danke für die Tipps.

    • admin
      25. Januar 2017 17:12

      Hallo Susanne, dann drücke ich Euch für den Umzug die Daumen. Ihr werdet mit Sicherheit ein neues schönes Zuhause finden. Und danke für das liebe Kompliment. Liebste Grüße, Frank

  • Manu
    29. Mai 2018 19:39

    auch wenn der Beitrag schon ziemlich alt ist, ich geb mal meinen Senf dazu – ich bin mit den Schnecken sehr rigoros und zerteile sie mit der Gartenschere – zumindest ist es ein schneller Tod für die Biester
    liebe Grüße
    Manu

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