Gartenarbeit im Winter? Aber klar doch. Auch wenn im Herbst – völlig überraschend – mal wieder nicht alles erledigt wurde. Entweder war das Wetter schuld. Oder die fehlende Motivation. Oder beides zusammen. Wäre ja nicht das erste Mal.
Die gute Nachricht: Der Winter ist keine gartenfreie Zeit. Ganz im Gegenteil. Gerade an milden Wintertagen lässt sich einiges sinnvoll nachholen – ohne Hektik, ohne Perfektionsdruck.
Was im Winter im Garten wirklich Sinn macht, welche Arbeiten jetzt wichtig sind und warum ein bisschen Bewegung an der frischen Luft Körper und Kopf gut tut, zeige ich Dir hier. Das sind meine 6 liebsten Gartenarbeiten im Winter – erprobt, realistisch und absolut alltagstauglich.

Kübelpflanzen im Winter gießen – wichtiger als Frostschutz
Ich sage es immer wieder – und bleibe dabei: Die wenigsten Pflanzen erfrieren im Winter. Die meisten verdursten.
Gerade Kübelpflanzen haben es schwer, weil sie nicht an tiefere Wasserschichten kommen. Deshalb solltest Du sie an frostfreien Tagen unbedingt gießen.
Hortensien, Buchsbaum oder Spalierobst danken es Dir mit gesunden Trieben im Frühjahr.
Bei mir bedeutet das übrigens: zwölf Gießkannen à 15 Liter durchs Grundstück tragen. Das hält fit, macht warm – und hat erstaunlich viel Meditatives. Winter-Gartenarbeit und Fitnessstudio in einem.
Schnee von Pflanzen entfernen – Schneebruch vermeiden
Ein verschneiter Garten sieht wunderschön aus und schützt Pflanzen und Boden vor Frost. Aber: Nasser, schwerer Schnee kann schnell gefährlich werden.
Vor allem Rhododendron und Bambus leiden unter der Schneelast.
Sobald sich Halme und Zweige stark nach unten biegen, solltest Du den Schnee vorsichtig abschütteln. Besonders während der Schneeschmelze droht sonst Schneebruch.
Ein kurzer Kontrollgang nach starkem Schneefall lohnt sich – und rettet im Zweifel ganze Pflanzen.

Tulpenzwiebeln im Winter pflanzen – lieber spät als nie
Eigentlich setzt man Tulpenzwiebeln im Herbst. Eigentlich.
In der Praxis tauchen sie gern mal später wieder auf – zum Beispiel beim Aufräumen im Keller. So wie bei mir.
Solange die Zwiebeln fest sind und weder schimmelig noch brüchig, können sie an frostfreien Wintertagen noch in die Erde. Wichtig ist ein sonniger, eher trockener Standort.
Die Blüte kommt dann vielleicht etwas später – aber sie kommt. Und das zählt.
Gehört jetzt zur Gartenarbeit: Hecke im Winter schneiden
Der Winter ist eine sehr gute Zeit, um die Hecke wieder in Form zu bringen. Noch sind die Nester leer, die Vögel ausgeflogen – und Du kannst bis zum 1. März ohne schlechtes Gewissen schneiden.
Danach ist ein stärkerer Rückschnitt gesetzlich verboten.
Auch der Formschnitt wird ab Ende Februar schwieriger, denn dann beginnt wieder die Brutzeit.
Wenn Deine Hecke also noch einen Schnitt braucht: jetzt oder erst wieder im nächsten Winter.

Hortensien im Winter schnippeln – alte Blüten entfernen
Mit Raureif überzogen sehen sie märchenhaft aus: die verblühten Dolden meiner Hortensien.
Aber irgendwann hilft auch die schönste Winterromantik nichts – sie müssen runter.
Ende Februar schnippel ich Bauernhortensien an frostfreien Tagen knapp unterhalb der alten Blüte. So wird Platz für neue Triebe und eine reiche Sommerblüte geschaffen.
Bei der Menge an Hortensien in Garten und auf der Terrasse komme ich dabei locker auf eine Stunde Gartenarbeit an der frischen Winterluft. Herrlich.
Auch das ist Gartenarbeit: Sommerblumen vorziehen – Vorfreude ab Februar
Ab Mitte Februar (gilt eigentlich schon als zeitiges Frühjahr) beginnt meine liebste Winter-Gartenarbeit: die Vorfreude auf den Sommer.
Jetzt lassen sich die ersten Sommerblumen vorziehen – zum Beispiel Löwenmäulchen und Schwarzäugige Susanne. Zwei Wochen später folgen Sommeraster und Bechermalve.
Gesät wird in Anzuchterde, leicht angedrückt, vorsichtig angefeuchtet und mit einer Haube abgedeckt. Dann geht es auf die sonnige Fensterbank oder ins Gewächshaus.
Wichtig: Die Erde darf nicht austrocknen. Sobald sich die ersten richtigen Blätter zeigen, werden die Pflänzchen pikiert. Und plötzlich fühlt sich der Winter gar nicht mehr so lang an.

Fazit: Gartenarbeit im Winter lohnt sich
Der Winter ist keine Pause, sondern eine ruhige, entschleunigte Gartenzeit.
Wer jetzt ein bisschen etwas tut – Kübelpflanzen gießen, Hecken schneiden, Blumenzwiebeln pflanzen oder Sommerblumen vorziehen – startet deutlich entspannter in den Frühling.
Und ganz nebenbei tut ein bisschen frische Luft jedem Gärtnern gut.








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