APRIL: 10 DINGE, DIE DU IM GARTEN ERLEDIGST

Mein kleiner Garten schenkt mir Sicherheit in einer ansonsten unsicheren Welt. Das wird mir in diesen Tagen mehr und mehr bewusst. Das Schöne ist: Er macht mich unabhängiger vom Weltgeschehen. Hier pflanze ich Kartoffeln und Salate auf dem kleinen Acker neben den Dahlien, ernte Tomaten, Paprika oder Auberginen im Gewächshaus. Auf der Terrasse wachsen Kräuter, zwischen den Rosen und Stauden gedeihen mittlerweile Möhren, Zwiebeln, Rosenkohl und Erdbeeren. Die Obstbäume werden auch dieses Jahr wieder Kirschen, Pflaumen und Äpfel tragen. Hunger werde ich also nicht leiden müssen. Und am Gartenhaus lagere ich mein Feuerholz. Damit wird der Kaminofen im kommenden Winter beheizt. Das macht mich unabhängiger vom Gas. Auch die Solaranlage auf meinem Dach trägt dazu bei. Ja, mein Garten gibt mir ein gutes Gefühl. Vor allem in diesen unwirklichen Tagen. Und damit das auch weiterhin so ist, wird er von mir gepflegt. Auch im April gibt’s wieder viel zu tun. Einiges habe ich Dir hier notiert… 

 

 

 

DER APRIL MACHT, WAS ER WILL…

Noch können Fröste unseren Pflanzen das Leben schwer machen. Für viele müssen die Temperaturen nicht einmal unter die Null-Grad-Marke sinken, um Schäden zu verursachen. Zu diesen Sensibelchen gehören Pflanzen wie Fleißiges Lieschen oder Begonie. Im Gemüsegarten solltest Du unbedingt auf Tomate, Paprika, Basilikum und Kürbis achten. Auch wenn Deine Pflanzen den späten Frost scheinbar unbeschadet überlebt haben, können Wachstumsschwächen und mangelnder Ertrag die Folge sein. Darum: Aufgepasst! Kündigt sich Nachtfrost an, solltest Du Deine Frühlingsblüher im Kasten oder im Topf wieder in die Wohnung holen oder zumindest im Schuppen oder der Garage unterstellen. Das Gemüsebeet schützt Du nachts mit einem Vlies, dass Du tagsüber wieder entfernst. Am sichersten ist es aber, wenn Du empfindliche Pflanzen erst Ende Mai in den Garten setzt. 

KÜBELPFLANZEN: NUR DIE HARTEN KOMMEN SCHON IN DEN GARTEN

Auch wenn es an manchen Tagen im April schon nahezu sommerlich ist, solltest Du vorsichtig sein und  nicht gleich alle Kübelpflanzen wieder auf die Terrasse oder den Balkon stellen. Kälteempfindliche Pflanzen wie Engelstrompete, Bougainville und Schönmalve bleiben besser noch bis Mitte Mai in ihrem Winterquartier. Pflanzen, die robuster sind, dürfen allerdings allmählich hinaus. Dazu gehören unter anderem Oleander, Olive und Lorbeer. Aber auch auf sie musst Du noch aufpassen. Darum: Immer schön das Thermometer im Auge behalten und die Pflanzen notfalls noch einmal einräumen oder mit einem Vlies abdecken.

 

 

 

AB DAMIT IN DIE ERDE: NUN DIE SOMMERZWIEBELN VERBUDDELN

Blumenzwiebeln, die im Sommer blühen sollen, werden jetzt verbuddelt. Frostharte Lilien kannst Du übrigens in den Boden bringen, sobald die Erde nach dem Winter aufgetaut ist. Deine empfindlichen Dahlien solltest Du allerdings erst in der zweiten Maihälfte vergraben. Bis dahin ist die Gefahr zu groß, dass sie durch Frost Schaden nehmen. Weniger sensibel sind Nerine, Riesen-Hyazinthe und Zigeunerblume. Mein Tipp: Deine Sommerzwiebeln halten länger, wenn Du sie im Herbst wieder ausgräbst und bis zum nächsten Einbuddeln in einem dunklen, kühlen Raum lagerst.

DER ZEITPUNKT IST PERFEKT: EINE IMMERGRÜNE HECKE PFLANZEN

Heckenpflanzen, die ganzjährig ihr Laub tragen, werden gerne zur Grundstücksbegrenzung genutzt. Willst Du so eine Hecke setzen, machst Du das am besten jetzt. Nun hat sie nämlich noch Zeit genug, sich bis zum Sommer ordentlich an ihr Plätzchen zu gewöhnen und kann sich einwurzeln. So hat sie in den Sommermonaten Halt und Du musst sie weniger gießen. So geht’s: Als Erstes hebst Du eine Rinne aus, die knapp doppelt so tief und breit ist wie der Container oder der Wurzelballen. Die Rinne ermöglicht es den Wurzeln, sich leichter im gelockerten Erdreich auszubreiten und zu vermehren. Achte auf den richtigen Abstand – er ist bei den meisten auf dem Etikett angegeben. Unbedingt den richtigen Pflanzabstand zur Grundstücksgrenze einhalten. Sonst gibt’s Ärger mit dem Nachbarn. Am besten erkundigst Du Dich vorher bei der Gemeinde. Die Rinne schließlich wieder mit Erde auffüllen und vorsichtig andrücken. Nun die Pflanzen  „einschlämmen“, also ordentlich angießen, sacken lassen und weiter Erde in die Rinne schaufeln, bis sie bodeneben abschließt. Fertig. Da Heckenpflanzen enger stehen als andere Gehölze, benötigen sie mehr Futter. Du musst also auf eine ausreichende Düngung achten.

 

 

 

IM APRIL KANNST DU DUFTWICKEN AUSSÄEN

Noch bis Mitte des Monats kannst Du Deine Duftwicken aussäen. Einjährige Wicken sehen übrigens ganz wunderbar im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon aus. Du musst aber unbedingt an eine Rankhilfe denken. Mein Tipp: Bevor Du die Wicken aussäst, leg die Samen für einige Stunden in lauwarmes Wasser. So werden die harten Samenkapseln aufgeweicht und sie keimen schneller. Nach gut zwei Wochen zeigen sich dann auch schon die ersten grünen Blättchen.

JETZT DEM DICKMAULRÜSSLER DEN KAMPF ANSAGEN

Waren im letzten Jahr auch die Blätter Deines Rhododendrons, der Hortensien, von Bergenien oder Kirschlorbeer unschön angeknabbert? Dann war das bestimmt der Dickmaulrüssler! Jetzt kannst Du etwas tun, damit das nicht wieder passiert. Denn: Im April bekämpfen wir seine gefräßigen Larven. Der etwa 1 Zentimeter lange, dunkle Käfer mümmelt sich nachts durchs Blattwerk. Für noch größeren Schaden sorgen seine weißen Larven: Sie knabbern die Wurzeln an, so dass die Pflanze mit der Zeit eingeht. Vorsicht ist jetzt besser als Nachsicht. Darum kaufst Du fix Nematoden im  Gartencenter. Das sind Fadenwürmer, die sich in einem Tonpulver befinden. Das wird in handwarmem Wasser aufgelöst und nachts schließlich großflächig mit der Gießkanne über den Boden und die betroffenen Bereiche ausgegossen. Erfolg hast Du damit aber nur, wenn die Bodentemperatur dauerhaft mindestens 12 Grad Celsius beträgt. Es darf also nicht mehr frieren.

 

 

 

DU KÖNNTEST TULPEN UND NARZISSEN AUSBUDDELN

Die ersten Tulpen und Narzissen verblühen nun so langsam. Vor allem die, die Du in Töpfe gepflanzt und vorgezogen hast. Du solltest jetzt aber der Versuchung widerstehen, das Laub Deiner verblühten Blumenzwiebeln abzuschnippeln. Die grünen Blätter versorgen sie nämlich mit Energie fürs nächste Jahr. Allerdings kannst Du die Zwiebeln nun samt Wurzeln, Laub und Stängel vorsichtig aus dem Pflanzkübel heben und in einem anderen Topf oder einem Eimer lagern. Vorteil: Du kannst nun in Deine schicken Kübel neue Pflanzen setzen. Den Eimer mit den verblühten Blumenzwiebeln stellst Du einfach an eine sonnige Stelle abseits in Deinem Garten und lässt die Zwiebeln dort langsam vertrocknen. Wenn Stängel und Laub schließlich verwelkt sind, kannst Du beides abschnippeln und die Blumenzwiebeln an einem kühlen und dunklen Ort lagern – vielleicht im Keller oder Deinem Schuppen. Wichtig: Sie dürfen nicht feucht werden. Im Herbst kommen sie dann schließlich wieder in die Erde. 

RHODODENDREN UND AZALEEN VON VERBLÜHTEM BEFREIEN

Es ist eine einfache Arbeit. Eine, die beruhigt. Eine, die fast schon meditativ ist. Jetzt verlängerst Du nämlich die Rhododendron- und Azaleensaison, indem Du fix das Verblühte entfernst. So sorgst Du dafür, dass die Pflanze ihre Energie nicht in die Bildung von Samenständen investiert, sondern in neue, farbenprächtige Blüten. Nimm ganz einfach das Welke zwischen Zeigefinger und Daumen und brich es vorsichtig ab. Auf gar keinen Fall solltest Du dafür eine Gartenschere verwenden! Du könntest die Pflanze damit verletzen. Gut zu wissen: Das Entfernen der verwelkten Blüten reduziert auch das Risiko einer Pilzinfektion. Du tust Deinem Rhododendron oder der Azalee also etwas Gutes und außerdem sehen sie anschließend viel, viel hübscher aus.

 

 

 

IM APRIL BUNTES FÜR SCHATTIGE PLÄTZE AUSSÄEN

Balsaminen, Gauklerblumen und Waldmeister können jetzt direkt ins schattige Beet gesät werden. Sie blühen ab Juni. Oder Du ergänzt das Beet mit Mondviolen. Sie duften herrlich. Natürlich kannst Du im April auch einzelne Tütchen aussäen – einfacher ist es aber, wenn Du Dir eine entsprechende Samenmischung fürs schattige Plätzchen kaufst. Achtung: Ganz ohne Sonne geht’s aber leider nicht. Ein paar Stunden am Tag sollte sie das Beet schon mit ihrem Licht verwöhnen. Zweijährigen Fingerhut säen wir übrigens im Frühsommer ins Beet und setzen ihn im Herbst an die endgültige Stelle. Im nächsten Sommer verzaubert er schließlich unsere Beete mit seinen tollen Blüten – auch die im Schatten. Für Bienen eine herrliche Sache. Sie werden geradezu magisch angelockt.

DAMIT SIE SPÄTER NICHT UMFALLEN: JETZT SCHON DIE STAUDEN STÜTZEN

Hochwachsende Stauden kippen schnell um – vor allem an windigen Plätzen. Darum solltest Du sie rechtzeitig stützen. Am besten schon jetzt. Schließlich wollen wir die Pflanzen später nicht mühevoll verarzten. Am einfachsten ist es mit Stützringen und Stäben aus Weide, Bambus oder Metall. Die kannst Du ganz einfach selber herstellen oder im Gartencenter kaufen. Du steckst sie feste in den Boden und sobald zum Beispiel Deine Gladiolen und der Rittersporn eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht haben, bindest Du sie locker an den Stäben fest. Deinen Pfingstrosen hilfst Du mit ringförmigen Stützen, die Du bereits kurz nach dem Austreiben rund um die Pflanze in den Boden steckst.  Das Tolle: Weil Du die Stützen schon jetzt ins Beet steckst, wird man sie in ein paar Wochen kaum noch sehen. Schließlich sind die Stauden dann so hoch und buschig gewachsen, dass sie sie verdecken. 

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