Es kribbelt wieder in den Fingern. Und zwar gewaltig. Kein Wunder also, dass es mich derzeit beinahe täglich in mein kleines Gewächshaus zieht. Auch wenn ich dort oft nur Kleinigkeiten erledige – irgendetwas gibt es immer zu tun. Und genau das macht so glücklich. Manchmal schaue ich einfach nur nach meinen Pflanzen, streiche sanft über ihre Blätter und spreche ihnen gut zu. Ja, wirklich. Pflanzen hören zwar nicht zu (zumindest antworten sie nicht), aber ich bin überzeugt: Ein bisschen Zuwendung schadet nie. Schließlich sollen sie bald wieder nach draußen dürfen. Der Frühling steht schon in den Startlöchern – bis dahin heißt es jedoch: durchhalten! Damit du im Februar im Gewächshaus nichts Wichtiges vergisst, habe ich dir hier meine wichtigsten To-dos notiert. Los geht’s!

Ein Anbauplan muss her. Unbedingt!
Mein kleines Gewächshaus bringt es auf gerade einmal knapp sieben Quadratmeter Anbaufläche. Die wollen natürlich optimal genutzt werden. Also heißt es: planen, schieben, überlegen, neu planen – und wieder von vorne. Wo bekommen die Tomaten ihren Platz? Wo die Gurken, Auberginen und Paprika? Bleibt noch Raum für knackige Blattsalate? Und vor allem: Wie viele Pflanzen dürfen es eigentlich sein, ohne dass später alles kuschelig eng steht? Denn stehen die Pflänzchen zu dicht, breiten sich Krankheiten ruckzuck aus – und im schlimmsten Fall verabschiedet sich die Ernte, noch bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Also lieber jetzt in Ruhe planen. Im Februar geht das besonders gut bei einer Tasse Ostfriesentee und mit einem Block Papier auf dem Küchentisch. Gartenträume inklusive.
Eigene Anzucht oder doch lieber fürs Gewächshaus einkaufen?
Wenn Du Deine Pflanzen selbst vorziehen möchtest, geht es jetzt auf der Fensterbank im Mini-Gewächshaus los. Ich habe es letztes Jahr mit Tomaten probiert – und es hat wunderbar funktioniert. Leider ein bisschen zu gut. Am Ende hatte ich deutlich mehr Pflanzen als Platz im Gewächshaus. Die eigene Anzucht lohnt sich vor allem ab etwa 20 Pflanzen oder wenn Du seltene, besondere Sorten ziehen möchtest. Ähnlich sieht es bei Gurken, Paprika und Auberginen aus. Auch bei Blattsalaten war ich im letzten Jahr etwas zu motiviert – wir hätten ein halbes Dorf damit versorgen können. Gegessen haben wir tapfer, verschenkt großzügig. Immerhin: lecker waren sie allemal! Dieses Jahr ziehe ich meine Blattsalate definitiv wieder selbst, die meisten anderen Pflanzen kaufe ich lieber in der Gärtnerei oder auf dem Wochenmarkt. Das spart Zeit, Platz – und Nerven.

Jetzt wird das Gewächshaus geschniegelt und gestriegelt
Bevor die neue Saison richtig startet, steht Großreinemachen an im Gewächshaus. Die Scheiben werden gründlich geputzt, damit endlich wieder jede Menge Licht hinein strömen kann. Grünspan, Staub und Wintergrau müssen weg! Doch damit nicht genug: Auch Pflanzschalen, Töpfe, Rankstäbe und Gartengeräte werden gereinigt. Vor allem gebrauchte Töpfe und Schalen können nämlich wahre Keimschleudern sein. Ich setze hier auf heißes Wasser mit einem ordentlichen Schuss Essig. Mit dieser Mischung wische ich auch Schaufeln, Pikierstäbe und Rankhilfen ab – und kann danach ziemlich sicher sein, dass keine unerwünschten Mitbewohner sich Gewächshaus eingenistet haben.
Im Gewächshaus das Gießen nicht vergessen – auch im Winter!
Wusstest du, dass die wenigsten Pflanzen im Winter erfrieren, sondern schlicht verdursten? Klingt überraschend, ist aber wahr. Gerade im Gewächshaus vergisst man das Gießen gern einmal. Also regelmäßig prüfen, ob die Erde noch feucht ist. Dabei gilt: lieber etwas weniger Wasser, dafür häufiger. Staunässe mögen die meisten Pflanzen nämlich überhaupt nicht. Und ganz wichtig: nur den Wurzelbereich gießen, niemals die Blätter. Nasses Blattwerk ist eine Einladung für Schimmel – und der ist im Gewächshaus wirklich kein gern gesehener Gast.

Frische Luft im Gewächshaus: Ein Muss für gesunde Pflanzen
Hand aufs Herz: Auch ich vergesse manchmal, die Gewächshaustür zum Lüften zu öffnen. Keine gute Idee. Denn ohne Frischluft sammelt sich schnell Kondenswasser, das von den Scheiben tropft – perfekte Bedingungen für Schimmel. Gerade in milden Wintern ist regelmäßiges Lüften enorm wichtig. Zwei bis drei Stunden frische Luft am Tag reichen meist schon, damit die Pflanzen ordentlich durchatmen können und überschüssige Feuchtigkeit verschwindet. Deine Pflanzen werden es dir danken – mit gesundem Wachstum und hoffentlich reicher Ernte.








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