MAULWURF IM GARTEN? DAS MUSST DU WISSEN

Er ist flauschig, fast blind und fühlt sich unter der Erde pudelwohl – der Maulwurf. Leider gleicht Dein Garten seit seinem Einzug eher einer Mondlandschaft. Kaum drehst Du Dich um, taucht der nächste Hügel auf. Und noch einer. Und noch einer. Ein junger Maulwurf kann bis zu 20 Erdhügel am Tag produzieren. Zwanzig! Das ist dann kein Garten mehr – das gleicht vielmehr einer archäologischen Grabung. Bevor Du jetzt aber wütend zur Schaufel greifst: STOPP! Der Maulwurf steht unter Artenschutz. Töten, fangen oder verletzen sind tabu. Aber keine Sorge – vertreiben darfst Du ihn. Aber das machst Du bitte ganz höflich.

So nervig er auch sein kann, ich finde den Maulwurf total niedlich. Und er ist –trotz der Hügel – extrem nützlich. Immerhin lockert er den Boden und frist Schädlinge wie Engerlinge. Foto: shutterstock

 

 

Ist ein Maulwurf wirklich so schlimm? Spoiler: Eigentlich nicht

So nervig seine Hügel auch sind – der Maulwurf ist ein echter Gartenheld im Tarnmodus:

  • Er frisst Drahtwürmer, Engerlinge und Schnecken

  • Er lockert den Boden bis in tiefe Schichten

  • Er beschädigt keine Pflanzenwurzeln

  • Er arbeitet komplett kostenlos und ohne Kaffeepause

Eigentlich müsstest Du ihm danken. Eigentlich. Wenn er Deinen Rasen nicht gerade in eine Buckelpiste verwandeln würde.

Vertreiben? Aber bitte legal!

Ganz wichtig: Du darfst ihn nicht jagen, fangen, verletzen oder töten. Punkt. Was er allerdings überhaupt nicht leiden kann:

  • Lärm

  • Vibrationen

  • üble Gerüche

Und genau hier setzt der legale Plan an.

Wenn ein Maulwurf los legt, sieht der Rasen am Ende aus wie ein Schlachtfeld. Erfahrene Gärtner lehnen sich gelassen zurück und freuen sich über den unterirdischen helfer. Foto: istock

 

 

So wirst Du den Buddelkönig los: 5 Tricks, die ihn in die Flucht schlagen

1. Wasserspiele unter Tage oder Rasenmäher gegen Maulwurf

Schlauch in den frischen Hügel stecken und Wasser marsch. Einstürzende Gänge und nasse Füße? Für den Maulwurf der blanke Albtraum. Alternativ: Den Benzin-Rasenmäher ein- bis zweimal pro Woche anschmeißen und über den Rasen schieben. Der Lärm und die Erschütterungen sagen ihm klar: Hier wohnt schon jemand.

2. Bierflaschen-Orchester oder Buttermilchanschlag

Den Boden der Bierflaschen entfernen, Bierlasche schräg in den Boden stecken. Der Wind sorgt für Töne, die Maulwürfe hassen – manchmal übrigens auch die Nachbarn. Hilft auch: Zwei bis drei Liter Buttermilch direkt in die Gänge kippen. Der Geruch allein reicht dem Buddelkönig, um den Umzugswagen zu bestellen.

3. Mottenkugeln – Gestank mit Mission oder doch Holunderblüten-Sud?

Mottenkugeln stinken bestialisch und wirken oft erstaunlich gut. Mehrere Kugeln an verschiedenen Stellen eingraben – Nase zu, Maulwurf weg. Auch möglich: Holunderblüten kochen, drei Tage gären lassen (nichts für empfindliche Gemüter) und dann ab damit in die Gänge. Bio, rustikal, effektiv.

4. Maulwurf-Raus aus dem Fachhandel oder Quietschende Windräder

Maulwurf-Raus gleichmäßig in allen Gängen verteilen und regelmäßig wiederholen. Halbe Sachen versteht der er nicht. Funktioniert auch: Je lauter, desto besser – darum Windräder. Über eine Eisenstange übertragen sich die Schwingungen direkt in den Boden – und tschüss!

5. Elektrischer Maulwurfschreck oder Seifenlauge

Alle 18 Sekunden verursacht der Maulwurfschreck eine Vibration. Manche lieben ihn, manche nicht – der Maulwurf allerdings ganz sicher nicht. Das funktioniert auch: Waschpulver mit Wasser aufkochen, ein paar Nüsse dazu und in die Gänge kippen.
Klingt wild. Wirkt oft erstaunlich gut.

Ich finde die kleinen Tierchen niedlich und hilfreich. Darum dürfen sie in meinem Garten ungestört wüten. Dann sieht der rasen eben nicht sooooo toll aus – ist doch egal! Foto: shutterstock/pryzmat

 

 

Achtung Verwechslungsgefahr: Maulwurf oder Wühlmaus?

Nicht jeder Hügel stammt vom Maulwurf. Oft steckt eine Wühlmaus dahinter – und die lacht über Lärm und Gestank nur müde.

So erkennst Du den Unterschied:

  • Maulwurfshügel: hoch, gleichmäßig, Loch in der Mitte

  • Wühlmaushügel: flacher, unordentlich, mit Wurzel- und Pflanzenresten

  • Einstiegsloch: Wühlmaus meist am Rand

Der einfachste Test überhaupt

Öffne einen Gang und schau am nächsten Tag:

  • Offen geblieben? → Maulwurf

  • Wieder zugeschoben? → Wühlmaus

Fazit: Der Maulwurf ist kein Feind – nur ein schwieriger Mitbewohner

Der Maulwurf will Deinen Garten nicht zerstören. Er sucht nur Ruhe, Würmer und ein schönes Tunnelsystem. Mit den richtigen Methoden, etwas Geduld und einer Prise Humor kannst Du ihm freundlich, aber bestimmt sagen: „Schöner Garten. Aber leider schon belegt.“ Oder Du holst einmal tief Luft, bleibst gelassen und heißt ihn in Deinem Garten willkommen. Denn ein Maulwurf-Besuch zeigt immerhin, dass in Deinem Garten die Welt und das Öko-System noch in Ordnung sind – und das gibt’s in dieser Zeit nicht mehr so oft…

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