IM GARTEN: 10 DINGE, DIE DU IM OKTOBER ERLEDIGST

Das Laub leuchtet in den schönsten Rottönen, der Wind pfeift durch die Hecke und im Feuerkorb lodern am Abend wieder die Flammen – jetzt ist der Herbst endgültig im Garten angekommen. Ich mag diese Tage sehr. Allerdings bleibt nicht allzu viel Zeit, um mit einer Tasse Tee auf der Terrasse zu sitzen und dieses wunderbare Farbenspiel zu bewundern. Der erste Frost ist nicht mehr weit und bis dahin gilt es noch einiges zu erledigen. Nun wird ein letztes Mal gezupft, geharkt, geschnitten und gemäht. Also: Handschuhe an und ab in den Garten! Das sind meine zehn wichtigsten Gartenarbeiten im Oktober.

 

 

1. IM OKTOBER GEHT’S DER HECKE AN DEN KRAGEN

Seit dem 1. Oktober darf die Heckenschere wieder richtig ran. Denn nun erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz auch kräftige Rückschnitte. Zwischen März und Ende September sind dagegen nur schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt. Du kannst Deine Rot- oder Hainbuche, Weißdorn oder Feldahorn jetzt also ordentlich zurückschneiden. Bei meiner Rotbuchenhecke ist das allerdings nicht nötig. Sie bekommt lediglich ihren letzten Pflegeschnitt vor dem Winter: Alles, was seit dem Sommer wild herausgewachsen ist, kommt ab. Zur Sicherheit schaue ich trotzdem vorher noch einmal gründlich in die Hecke. Auch im Oktober können dort schließlich noch Vögel und andere Tiere hausen, und die sollen von meiner Heckenschere natürlich verschont bleiben.

2. DAS LAUB MUSS WEG – ABER BITTE NICHT ÜBERALL

Kaum hat man den Garten geharkt, kommt der nächste Windstoß und man könnte eigentlich wieder von vorn anfangen. Willkommen im Oktober. Vom Rasen und von den Wegen entferne ich das Laub regelmäßig. Auch Pflanzen, die noch blühen oder Früchte tragen, möchte ich nicht unter einer dicken Blätterdecke verschwinden lassen. An anderen Stellen darf das Laub dagegen ausdrücklich liegen bleiben. Unter Bäumen und Sträuchern verteile ich es als lockere Mulchschicht. Dort hält es Feuchtigkeit im Boden, schützt die Wurzeln vor Kälte und bietet allerlei kleinen Gartenbewohnern ein gemütliches Quartier. Auch Freilandfuchsien und frisch gesetzte Blumenzwiebeln freuen sich über eine schützende Laubdecke. Einen Teil des trockenen Laubs sammle ich außerdem in einem Korb. Wird plötzlich Frost angekündigt, habe ich schnell etwas zur Hand, um empfindliche Pflanzen zusätzlich abzudecken. Was Du ansonsten noch mit Deinem Herbstlaub anstellen kannst, habe ich Dir hier notiert.

 

 

 

 

3. MEIN VORGARTEN BEKOMMT IM OKTOBER EIN NEUES GESICHT

Bei mir wird es in diesem Oktober etwas größer. Ich habe angefangen, meinen Vorgarten neu zu gestalten. Nach vielen Jahren war es einfach Zeit für etwas Neues. Also wird gebuddelt. Und zwar ordentlich. Mein Storchschnabel wird geteilt und bekommt neue Plätze. Einige Rosen werden ausgegraben und dürfen an anderer Stelle im Garten weiterleben, andere Pflanzen müssen sich endgültig verabschieden. Dafür ziehen neue Rosen, Hortensien und Stauden ein. Auch meine japanische Zierkirsche bleibt natürlich. Sie bekommt lediglich eine kleine Schönheitskur. Ein paar störende Zweige kommen ab, ansonsten darf sie bleiben, wie sie ist. Für solche Aktionen sind die Bedingungen im Oktober ideal. Die große Sommerhitze ist vorbei, der Boden noch warm und meistens ausreichend feucht. Die Pflanzen können also in aller Ruhe einwurzeln. Und das Beste: Vieles, was im alten Beet nicht mehr passt, muss noch lange nicht auf dem Kompost landen. Manchmal braucht eine Pflanze einfach nur einen neuen Platz. Bis mein Vorgarten fertig ist, wird es allerdings noch ein bisschen dauern. Wobei „fertig“ im Garten ohnehin ein ziemlich gewagtes Wort ist.

4. DER ERSTE FROST KOMMT. GANZ BESTIMMT!

Vielleicht nächste Woche. Vielleicht erst in drei Wochen. Aber irgendwann schaue ich morgens aus dem Fenster und der Rasen glitzert verdächtig. Spätestens dann weiß ich: Jetzt wird’s ernst. Deshalb kaufe ich mein Gartenvlies lieber rechtzeitig. Und nicht erst an dem Nachmittag, an dem für die kommende Nacht minus drei Grad angekündigt sind und im Gartencenter ungefähr 200 Menschen dieselbe Idee haben. Ein paar Meter Vlies gehören für mich im Oktober deshalb zur Grundausstattung. Sehr praktisch sind auch fertige Hauben oder Säcke, die einfach über empfindliche Pflanzen gezogen und unten locker zusammengebunden werden. Im Gemüsebeet kommen bei mir außerdem Cloches zum Einsatz. Die kleinen Hauben aus Glas oder Kunststoff schützen Salate und anderes Wintergemüse vor kaltem Wind und leichten Frösten. Welche Rosen im Winter besonderen Schutz brauchen und wie Du sie richtig vor Frost schützt, habe ich Dir hier notiert.

 

 

 

5. MEINE ROSEN: NOCH IST NIX MIT WINTERSCHLAF!

Die große Show ist für dieses Jahr zwar vorbei. Bevor sich meine Rosen in die Winterpause verabschieden, müssen sie noch einmal zur Pflege antreten. Kranke oder abgestorbene Triebe schneide ich ab und auch das abgefallene Rosenlaub sammle ich sorgfältig aus dem Beet. Besonders hinter Blättern mit Sternrußtau bin ich her. Denn der lästige Pilz verabschiedet sich leider nicht einfach zusammen mit dem Sommer. Seine Sporen können auf dem Laub überwintern und meine Rosen im kommenden Jahr gleich wieder befallen. Auf diese treue Anhänglichkeit kann ich gut verzichten. Deshalb wandert krankes Rosenlaub bei mir auch nicht auf den Kompost, sondern direkt in den Hausmüll. Bei den verblühten Blüten bin ich dagegen weniger gründlich. Einige lasse ich ganz bewusst stehen. Daraus entwickeln sich Hagebutten, die später hübsch aussehen und bei Vögeln ziemlich hoch im Kurs stehen. Auch der Dünger darf jetzt im Schuppen bleiben. Vor allem Stickstoff würde die Rosen noch einmal zum Wachsen animieren. Die jungen Triebe hätten aber kaum noch Zeit auszureifen und gingen entsprechend frostempfindlich in den Winter. Und die Rosenschere? Die hat jetzt weitgehend Pause. Der große Rückschnitt kommt erst im Frühjahr. Nur sehr lange Triebe, die beim nächsten kräftigen Wind womöglich abbrechen, kürze ich etwas ein. Mehr muss im Oktober gar nicht sein. Meine Rosen dürfen sich langsam zurückziehen. Ich leider noch nicht. Meine To-do-Liste ist da anderer Meinung.

6. DAS WAR’S MIT RASENMÄHEN? VON WEGEN!

Jedes Jahr im Oktober denke ich irgendwann: So, das war jetzt aber wirklich das letzte Mal. Rasenmäher sauber machen, ab in den Geräteschuppen und bis zum Frühjahr nicht mehr ansehen. Und dann wächst der Rasen einfach weiter. Also hole ich den Mäher wieder raus. Einen festen Termin für den letzten Rasenschnitt gibt es nämlich nicht. Solange das Gras wächst, wird bei mir auch gemäht. Beim letzten Schnitt lasse ich es ungefähr vier bis fünf Zentimeter hoch stehen. Viel kürzer sollte es nicht werden, damit die Halme noch genügend Licht aufnehmen können und die Grasnarbe besser vor Kälte geschützt ist. Zu lang ist allerdings auch keine gute Idee: Dann knicken die Halme bei Nässe leicht um und kleben zusammen. Auch das Laub reche ich im Oktober regelmäßig vom Rasen. Unter einer dicken, feuchten Blätterschicht fehlen dem Gras Licht und Luft, gleichzeitig steigt die Gefahr von Pilzkrankheiten und kahlen Stellen. Größere Mengen Rasenschnitt lasse ich aus demselben Grund nicht liegen. Und Dünger? Wenn überhaupt, dann kommt jetzt nur noch spezieller Herbstrasendünger zum Einsatz. Er enthält weniger Stickstoff und mehr Kalium, das den Rasen widerstandsfähiger gegen Frost macht. Normaler stickstoffreicher Rasendünger bleibt dagegen im Schuppen. Also noch einmal mähen, Laub runter und bei Bedarf etwas Herbstdünger verteilen. Und wenn der Rasen danach wieder wächst? Dann reden wir einfach nicht darüber.

 

 

 

7. DEM ALTEN RHABARBER GEHT’S NUN AN DIE WURZEL

Mein Rhabarber steht schon seit einigen Jahren am selben Platz. Das macht sich inzwischen bemerkbar: Die Stangen werden dünner und die Ernte fällt immer bescheidener aus. Und bei Rhabarber verstehe ich keinen Spaß. Schließlich hängt davon im Frühjahr die Versorgung mit Rhabarberkuchen ab. Nach acht bis zehn Jahren ist deshalb eine Verjüngungskur fällig. Den Wurzelstock grabe ich vorsichtig aus und teile ihn mit einem scharfen Spaten in mehrere Stücke. Wichtig dabei: Jedes Teilstück sollte mindestens eine kräftige Knospe haben. Anschließend dürfen die jungen Rhabarberpflanzen an ihre neuen Plätze umziehen. Dort bekommen sie eine ordentliche Portion Kompost. Sparsamkeit ist hier fehl am Platz, Rhabarber hat schließlich einen gesunden Appetit. Zwischen den einzelnen Pflanzen lasse ich ungefähr einen Meter Platz. Aus einem alten Rhabarber werden so mit ein bisschen Glück gleich mehrere kräftige neue Pflanzen. Der Haken an der Sache kommt zum Schluss: Nach dem Teilen ist erst einmal Geduld gefragt. Im ersten Jahr bleiben die Stangen komplett stehen, im zweiten darf ich mich nur vorsichtig bedienen. Erst im dritten Jahr gibt es wieder eine richtige Ernte. Drei Jahre bis zum nächsten großen Rhabarberkuchen sind natürlich hart. Aber wenn dafür anschließend wieder ordentlich was auf dem Teller landet, will ich mal nicht so sein.

8. IM OKTOBER DEN FROSTSPANNERN DEN WEG VERSPERREN

Die kleinen Biester haben einen ziemlich raffinierten Plan: Im Oktober krabbeln die flugunfähigen Weibchen des Frostspanners an den Stämmen der Obstbäume hinauf und legen ihre Eier in der Krone ab. Im Frühjahr schlüpfen daraus die Raupen und machen sich über Knospen, Blüten und junge Blätter her. Den Plan kann man ihnen allerdings ziemlich einfach vermasseln. Leimringe bilden eine klebrige Barriere und halten die Weibchen auf ihrem Weg nach oben auf. Sie müssen dicht am Stamm anliegen, denn besonders bei unebener Rinde findet sich sonst schnell ein Schlupfloch. Auch Stützpfähle solltest Du nicht vergessen. Sonst wird aus der vermeintlichen Sackgasse eine praktische Umgehungsstraße in Richtung Baumkrone. Sind die Leimringe erst einmal angebracht, ist die meiste Arbeit getan. Danach reicht ein regelmäßiger Kontrollblick. Festgeklebte Blätter können kleine Brücken bilden und müssen runter. Lässt die Klebewirkung nach, wird der Ring ausgetauscht. Im Frühjahr kommen die Leimringe wieder ab. Schließlich sollen später nicht auch nützliche Insekten daran hängen bleiben. Frostspanner sind ziemlich erfinderisch. Einen Leimring haben sie bisher trotzdem noch nicht überlistet.

 

 

 

9. WENN DU EIN HOCHBEET WILLST: DANN JETZT!

Du spielst schon länger mit dem Gedanken, Dir ein Hochbeet anzuschaffen oder selbst eines zu bauen? Dann ist der Oktober dafür genau der richtige Zeitpunkt. Denn einen großen Teil des Materials zum Befüllen liefert der Garten jetzt praktischerweise gleich mit. Ganz unten kommen grob zerkleinerte Äste und Zweige hinein, darüber verteilst Du den Heckenschnitt. Den solltest Du vorher ebenfalls etwas zerkleinern. Dafür brauchst Du nicht unbedingt einen Häcksler, bei dünneren Zweigen reicht auch die Gartenschere. Es folgen eine Schicht aus Laub und anderen Pflanzenresten und anschließend der letzte Rasenschnitt. Die einzelnen Lagen drücke ich zwischendurch immer wieder ordentlich fest. Sonst sackt Dir die ganze Pracht über den Winter stärker zusammen, als Dir lieb ist. Darauf kommt eine kräftige Schicht reifer Kompost und ganz oben gute Pflanzerde. Falls der eigene Komposthaufen nicht genug hergibt, kannst Du mit gekauftem Kompost nachhelfen. Und dann darfst Du das Hochbeet erst einmal in Ruhe lassen. Bis im Frühjahr die ersten Samen und Pflanzen einziehen, übernehmen nämlich andere die Arbeit: Regenwürmer und unzählige kleine Bodenlebewesen zersetzen über den Winter einen Teil der Gartenabfälle. Dabei werden Nährstoffe freigesetzt und aus der Füllung entsteht nach und nach ein lockerer, nährstoffreicher Boden. Mehr kann man von einem Gartenprojekt eigentlich kaum verlangen: Man baut es im Herbst auf und lässt über den Winter andere arbeiten.

10. DEN DAHLIEN WERDEN IM OKTOBER DIE FÜSSE KALT

Dahlien können vieles. Frost gehört definitiv nicht dazu! Nach der ersten kalten Nacht verraten die Hübschen einem ziemlich deutlich, dass ihre Saison vorbei ist: Das Laub wird dunkel und fällt zusammen. Jetzt schneide ich die Stiele etwa eine Handbreit über dem Boden ab und hole die Knollen vorsichtig mit der Grabegabel aus der Erde. Anschließend lasse ich sie an einem trockenen und luftigen Platz abtrocknen. Danach geht es ins Winterquartier. Dort ist es dunkel, kühl und natürlich frostfrei. Ganz vergessen sollte man die Dahlien dort allerdings nicht. Ich schaue im Winter immer mal wieder nach ihnen. Weiche oder schimmelige Knollen fliegen raus. Bei allen anderen heißt es: Schlaft schön, bis zum nächsten Frühjahr!

Und irgendwann ist dann tatsächlich der Moment gekommen, an dem im Garten für dieses Jahr das meiste erledigt ist. Die Hecke ist geschnitten, das Laub zusammengeharkt, die Dahlien sind verstaut und der Rasenmäher hat endlich Feierabend. Natürlich findet sich auch jetzt noch immer irgendetwas, das man unbedingt erledigen könnte. Aber man muss ja nicht. Also zünde ich lieber den Feuerkorb an, mache mir einen Tee und schaue noch ein bisschen in den Garten. Die Handschuhe können nun erst einmal wieder liegen. bleiben.

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