SCHNEE IM GARTEN: HUNDEGLÜCK MIT NEBENWIRKUNGEN

Schnee ist Hundeglück, das vom Himmel fällt. Als Bruno vor zehn Jahren zum ersten Mal welchen sah, war die Sache sofort entschieden: Tür auf, Hund raus, Nase rein. Schnuppern, wühlen, hüpfen, rollen. Ich stand in Hausschuhen an der Terrassentür und war vorerst abgemeldet. Über Nacht war aus seinem vertrauten Revier eine weiße Abenteuerwelt geworden. Die Beete verschwunden, die Buchsbaumkugeln dick bemützt, sämtliche Gerüche offenbar neu zu sortieren. Für Bruno ein Fest. Auch heute noch. Für mich immer noch der Anlass zu einer kleinen Gartenrunde. Denn Schnee schützt viele Pflanzen– er kann ihnen aber auch zu schwer werden.

 

 

Immer wieder schön: Mein Haus im Schnee. Foto: frankskleinergarten.de/Frank Gerdes

 

 

AUF DEN BEETEN DARF DER SCHNEE BLEIBEN

Eine lockere Schneedecke wirkt wie eine Isolierschicht. Sie mildert starke Temperaturschwankungen und schützt die darunterliegenden Pflanzenteile vor strenger Kälte. Auf Stauden- und Gemüsebeeten darf sie deshalb liegen bleiben. Endlich einmal Gartenarbeit, die sich durch Nichtstun erledigen lässt. Schwere Schneeberge vom freigeschaufelten Weg solltest Du dort allerdings nicht auftürmen. Und salzhaltiger Räumschnee gehört grundsätzlich nicht auf die Beete oder unter die Hecke.

DER RASEN HAT JETZT WINTERPAUSE

Bruno hätte den verschneiten Rasen gern zum uneingeschränkten Toberevier erklärt. Leider gelten die Regeln der Rasenpflege auch für Golden Retriever. Bei Frost und Raureif solltest Du die Fläche möglichst wenig betreten: Gefrorene Grashalme können unter der Belastung Schaden nehmen. Bräunliche Trittspuren bleiben dann mitunter wochenlang sichtbar. Auch aufgetauter, durchnässter Rasen braucht Ruhe. Nutze deshalb möglichst die Wege und vermeide festgetretene Schneepisten quer durchs Grün. Die lockere Schneedecke selbst musst Du nicht entfernen.

 

 

Bruno hat es sich im Schnee gemütlich gemacht. Foto: frankskleinergarten.de/Frank Gerdes

 

 

SCHWERE LAST VORSICHTIG ABNEHMEN

Auf Immergrünen und dicht geschnittenen Gehölzen sammelt sich besonders viel Schnee. Wird er nass und schwer, können Zweige auseinandergebogen werden oder brechen. Biegen sich Äste deutlich unter der Last, streifst Du lockeren Schnee vorsichtig mit einem weichen Besen ab. Nicht kräftig schütteln oder auf gefrorene Zweige schlagen. Festgefrorenen Schnee und Eis lässt Du besser in Ruhe. Auch Rosen und Hortensien brauchen nicht nach jeder Flocke eine Komplettreinigung – entscheidend ist die tatsächliche Belastung. Umgeknickte Ziergräser schneide ich jetzt übrigens nicht vorschnell zurück. Die dürfen bis zum Frühjahr etwas zerzaust aussehen. Im Winter bekommt hier ohnehin niemand eine Gartennote.

SIND DIE KÜBEL GUT GESCHÜTZT?

Beim ersten Schnee lagen meine Jutesäcke damals selbstverständlich noch bereit. Sehr ordentlich sogar. Nur leider neben den Töpfen. Kübelpflanzen sind besonders frostgefährdet, weil ihre Wurzeln weniger geschützt sind als im Gartenboden. Rücke winterharte Topfpflanzen an einen geschützten Platz und isoliere empfindliche Kübel mit geeigneten Schutzmatten oder Noppenfolie. Eine hübsche Jutehülle allein reicht dafür meist nicht. Wichtig: Das Wasser muss weiterhin ablaufen können. Kontrolliere außerdem an frostfreien Tagen die Erde, besonders bei Immergrünen. Auch im Winter können Pflanzen vertrocknen. Bei Rosenstämmchen braucht vor allem die Veredelungsstelle am Kronenansatz Schutz. Hortensien solltest Du dagegen nach Art und Standort beurteilen: Frisch gepflanzte Exemplare, Kübelpflanzen und frostempfindliche Blütenknospen benötigen eher Hilfe als gut eingewachsene, robuste Sträucher.

 

 

Mein kleiner Garten im Schnee. Nachdem ich das Foto geschossen hatte, habe ich so manchen Strauch von  seiner Schneelast befreit. Foto: frankskleinergarten.de/Frank Gerdes

 

 

SCHNEE VON DEN WEGEN RÄUMEN, PFOTEN KONTROLLIEREN

Auf Gehwegen ist die weiße Pracht weniger willkommen. Welche Räum- und Streupflichten gelten, erfährst Du bei Deiner Gemeinde. Streusalz ist vielerorts für den privaten Winterdienst verboten oder nur ausnahmsweise erlaubt. Erst schieben und fegen, bei Glätte anschließend geeigneten Sand oder Splitt streuen: So schonst Du auch die Pflanzen. Nach Spaziergängen über gestreute Wege werden Brunos Pfoten mit lauwarmem Wasser abgespült und abgetrocknet. Dabei kontrolliere ich die Zwischenräume auf Steinchen und Eisklümpchen. Auch Splitt kann unangenehm drücken. Schnee sollte Dein Hund möglichst nicht fressen: Er kann den Magen reizen und an Wegen mit Salz oder anderen Schadstoffen verunreinigt sein. Und selbst ein begeisterter Winterhund muss ins Warme, wenn er zittert oder deutlich Schutz sucht.

EIN LETZTER BLICK NACH OBEN

Überhängende Schneemassen und Eiszapfen am Dach können gefährlich werden. Bei erkennbarer Gefahr sind geeignete Sicherungsmaßnahmen nötig; was genau erforderlich ist, hängt von den örtlichen Verhältnissen ab. Muss das Dach geräumt werden, überlasse das Fachleuten. Danach ist aber auch gut. Ich möchte schließlich noch einen Kaffee trinken, solange der Schnee schön aussieht. Bruno bleibt draußen. Er ist mit seiner Gartenbesichtigung noch längst nicht fertig.

4 Kommentare

  • IK
    13. November 2016 12:51

    Diese Zeichnung – Bruno im Schnee – ist wirklich toll, geht direkt ins Herz. 🙂

    • admin
      13. November 2016 22:22

      Danke. Schön, dass dir die Illustration so gut gefällt 🙂

  • Constanze
    11. Januar 2017 21:48

    Hallo Frank,

    ein wunderschönes Foto. Der Schnee ist momentan draußen so wunderschön. Da kann ich mir richtig vorstellen, dass Bruno den liebt. Das muss wirklich schön sein, so mit seinem Hund im Schnee Gassi gehen zu können. Ich muss leider den ganzen Tag arbeiten. Aber immer im Winter bringt mich der erste Schnee so richtig zur Ruhe. Das Weiß in Weiß draußen ist einfach so unglaublich friedlich.

    Viele Grüße und noch alles Gute für deinen tollen Blog,
    Constanze

    • admin
      21. Januar 2017 19:24

      Hallo Constanze, das ist wirklich lieb von Dir. Danke für das schöne Kompliment. Und es stimmt: Bruno ist total verrückt nach Schnee. Für ihn gibt’s momentan nichts schöneres. Liebe Grüße,Frank.

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