Der November hat ja nicht gerade den besten Ruf. Morgens wabert der Nebel durch den Garten, mittags nieselt es und nachmittags wird es schon wieder dunkel. Na wunderbar! Dabei kann der November richtig schön sein. Wenn die letzten Blätter golden leuchten und der erste Raureif auf den Stauden glitzert, hat der Garten seinen ganz eigenen Charme. Und von wegen Winterruhe! Ein paar Arbeiten stehen durchaus noch an. Gehölze pflanzen, kranke Blätter einsammeln, Rasenkanten abstechen. Irgendetwas findet sich schließlich immer. Zehn Dinge, die Du jetzt noch erledigst, habe ich Dir zusammengestellt.
1. KRANKE BÄUME: MANCHMAL MUSS MAN SICH TRENNEN
An alten Bäumen hängt ja oft mehr als nur ein bisschen Laub. Da ist der Apfelbaum, unter dem man im Sommer so herrlich sitzen konnte, oder die Birke, die schon im Garten stand, als man selbst noch keinen Gedanken ans Gärtnern verschwendet hat. Umso schwerer fällt es, sich von solchen alten Bekannten zu verabschieden. Aber wenn der Apfelbaum längst abgestorben ist und die kranke Birke bei jedem Herbststurm größere Äste verliert, hilft irgendwann auch alle Sentimentalität nichts mehr. Der November ist eine gute Gelegenheit, solche Bäume zu fällen. Bei kleineren Exemplaren kannst Du unter Umständen selbst Hand anlegen, größere würde ich allerdings einem Fachmann überlassen. Schließlich möchte niemand erleben, dass der Baum ausgerechnet auf dem Gartenhaus oder gar beim Nachbarn landet. Vorher gilt es natürlich zu klären, ob eine Fällgenehmigung nötig ist und ob geschützte Tiere den Baum bewohnen. Und vielleicht muss der alte Baum ja gar nicht vollständig verschwinden. Wenn er noch ausreichend standsicher ist, lass einen Teil des Stammes stehen und pflanze eine Clematis oder Ramblerrose dazu. Die verwandelt den vermeintlichen Schandfleck im Laufe der nächsten Jahre in einen wunderschönen Blickfang. Und für zahlreiche Insekten bleibt das alte Holz ein wertvoller Lebensraum.
2. JETZT KOMMEN NEUE STRÄUCHER IN DIE ERDE
Wer glaubt, dass im November die Pflanzsaison vorbei ist, der irrt sich gewaltig. Gerade jetzt beginnt in den Baumschulen die Zeit der wurzelnackten Gehölze. Die sehen zwar auf den ersten Blick manchmal etwas mickrig aus, weil sie ohne Topf und Erdballen verkauft werden, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie sind meistens deutlich günstiger als ihre Kollegen im Container. Forsythien, Duftjasmin und viele andere robuste Ziersträucher können jetzt noch in die Erde, solange der Boden nicht gefroren ist. Wobei ich inzwischen lieber zur Kornelkirsche oder Felsenbirne greifen würde. Beide sehen wunderschön aus und bieten unseren heimischen Insekten deutlich mehr als die übliche Forsythie. Vor dem Pflanzen werden beschädigte Wurzeln sauber zurückgeschnitten, anschließend kommt der Strauch in ein großzügiges Pflanzloch. Zum Schluss ordentlich angießen, auch wenn es in den vergangenen Tagen geregnet hat. Schließlich soll sich die Erde gut um die Wurzeln legen. Empfindlichere Gehölze bekommen dagegen besser erst im Frühjahr einen neuen Platz im Garten.
3. PILZKRANKHEITEN – DIESEN GÄSTEN KÜNDIGE ICH DAS WINTERQUARTIER
Mit manchen Gartenbewohnern stehe ich ja regelmäßig auf Kriegsfuß. Allen voran mit dem Sternrußtau, der es sich auf meinen Rosen gemütlich macht und dafür sorgt, dass sie mitunter schon im Hochsommer ziemlich nackig dastehen. Die schwarzen, sternförmig auslaufenden Flecken auf den Blättern sind kaum zu übersehen. Auch Apfelschorf und verschiedene Rostpilze können auf befallenem Laub überwintern und im nächsten Jahr erneut Ärger machen. Deshalb sammle ich deutlich erkrankte Blätter im Herbst möglichst sorgfältig auf. Bei starkem Befall wandern sie bei mir in den Restmüll und nicht auf den eigenen Kompost, wo längst nicht alle Krankheitserreger zuverlässig abgetötet werden. Aber bitte jetzt nicht jedes braune Blatt misstrauisch beäugen! Schließlich ist November, und da dürfen selbst die schönsten Pflanzen langsam etwas mitgenommen aussehen.
4. DIE RASENKANTE NOCH FIX IN FORM BRINGEN
Es gibt Gartenarbeiten, bei denen man sofort sieht, was man geschafft hat. Rasenkanten abstechen gehört für mich eindeutig dazu. Ich mag es einfach, wenn sich die geschwungenen Linien meiner Staudenbeete sauber vom Rasen abheben. Leider hat der die unangenehme Angewohnheit, sich im Laufe des Sommers immer weiter ins Beet hineinzumogeln. Deshalb rücke ich ihm vor dem Winter noch einmal mit dem Rasenkantenstecher zu Leibe. Am besten funktioniert das, wenn die Erde leicht feucht, aber nicht völlig aufgeweicht ist. Für schnurgerade Kanten kannst Du ein Brett auslegen oder eine Schnur spannen. Bei geschwungenen Beeten ist dagegen etwas Augenmaß gefragt. Anschließend werden die abgestochenen Rasenstücke samt Wurzelausläufern entfernt. Das ist zwar keine besonders aufregende Beschäftigung, aber hinterher sieht der Garten gleich viel ordentlicher aus. Und im Frühjahr bleibt Dir diese Arbeit wenigstens erspart.
5. HERRLICH! EIN ABEND AN DER FEUERSCHALE
Ich finde ja, dass ein Garten nicht nur zum Arbeiten da ist. Und wenn uns der November ausnahmsweise einen trockenen, windstillen Abend beschert, gibt es kaum etwas Schöneres, als draußen ein kleines Feuer anzuzünden. Ein paar Holzscheite in die Feuerschale, einen heißen Punsch auf den Tisch und vielleicht noch ein Stockbrot über die Glut halten – schon ist es fast egal, dass die Temperaturen inzwischen im Keller sind. Natürlich gehört die Feuerschale auf einen feuerfesten Untergrund und braucht ausreichend Abstand zu Hecken, Gebäuden und allem anderen, was besser nicht in Flammen aufgehen sollte. Verbrannt wird ausschließlich geeignetes, trockenes und unbehandeltes Holz. Gartenabfälle haben darin nichts verloren. Und weil die Vorschriften für offene Feuer von Ort zu Ort unterschiedlich sein können, lohnt sich vorher ein Blick auf die örtlichen Regeln. Wenn dann alles vorbereitet ist, kannst Du Dich zurücklehnen und den Garten einmal ganz ohne schlechtes Gewissen genießen.
6. HERBSTLAUB: BLOß NICHT ALLES WEGGRÄUMEN!
Kaum fallen die ersten Blätter von den Bäumen, beginnt in manchen Gärten das große Reinemachen. Da wird geharkt, gepustet und gesammelt, bis auch das letzte Blatt verschwunden ist. Ich halte das für ziemlich übertrieben. Natürlich entferne ich größere Laubmengen vom Rasen, denn unter einer dicken, feuchten Blätterschicht bekommt das Gras zu wenig Licht. In meinen Staudenbeeten und unter den Sträuchern darf das Laub dagegen größtenteils liegen bleiben. Dort schützt es den Boden vor Frost, hält die Feuchtigkeit und wird nach und nach von Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen in wertvollen Humus verwandelt. Was auf dem Rasen zu viel ist, landet deshalb bei mir häufig unter den Hecken. Und wenn Du in einer ruhigen Gartenecke noch einen Laubhaufen mit etwas Reisig aufschichtest, schaffst Du ganz nebenbei ein wunderbares Winterquartier für Igel und zahlreiche Insekten. Anschließend lässt Du den Haufen am besten bis zum Frühjahr in Ruhe. Schließlich möchte niemand mitten im Winterschlaf aus dem Bett geworfen werden.
7. NISTKÄSTEN BLEIBEN SELBSTVERSTÄNDLICH HÄNGEN
Ich wundere mich immer wieder, wenn im Herbst die ersten Nistkästen abgenommen und im Gartenschuppen verstaut werden. Schließlich sind die kleinen Holzhäuschen nicht nur während der Brutzeit nützlich. An frostigen Wintertagen suchen manche Vögel darin Schutz vor Kälte, Wind und Regen. Deshalb bleiben meine Nistkästen das ganze Jahr über hängen. Falls Du noch neue anbringen möchtest, ist der November eine gute Gelegenheit. Je nach Vogelart und Standort sind zwei bis drei Meter Höhe sinnvoll, möglichst außerhalb der Reichweite neugieriger Katzen. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist häufig günstig, weil die Kästen dann vor der prallen Nachmittagssonne und oft auch vor Schlagregen geschützt sind. Achte außerdem auf die Größe des Einfluglochs. Blaumeisen bevorzugen beispielsweise häufig 26 bis 28 Millimeter, Kohlmeisen etwa 32 Millimeter. Und falls ein alter Nistkasten noch gereinigt werden muss, reichen heißes Wasser und eine Bürste völlig aus. Vorausgesetzt natürlich, es hat sich noch kein Wintergast darin einquartiert.
8. NOCH SCHNELL DIE LETZTEN STAUDEN PFLANZEN
Eigentlich nehme ich mir jedes Jahr vor, im Herbst keine neuen Pflanzen mehr zu kaufen. Schließlich sind die Beete längst voll und irgendwo muss ja auch noch Platz für die vielen Blumenzwiebeln bleiben. Dummerweise entdecke ich dann in irgendeiner Gärtnerei doch wieder eine Staude, die ich unbedingt haben muss. Zum Glück lassen sich robuste Arten wie Storchschnabel oder Frauenmantel auch im November noch pflanzen, solange der Boden frostfrei und nicht völlig durchnässt ist. Bei empfindlicheren Stauden warte ich dagegen lieber bis zum Frühjahr. Nach dem Pflanzen wird ordentlich angegossen, eine lockere Laubschicht schützt die Erde zusätzlich vor starken Temperaturschwankungen. Sollte sich eine frisch gesetzte Staude durch wiederholtes Gefrieren und Auftauen etwas aus dem Boden heben, drückst Du sie an einem frostfreien Tag einfach wieder vorsichtig fest. Und bitte nicht gleich sämtliche verblühten Stauden abschneiden! Viele Samenstände sehen mit Raureif wunderschön aus und bieten Insekten ein geschütztes Winterquartier.
9. UMGRABEN IM NOVEMBER? NICHT MIR MIR!
Früher gehörte das Umgraben im Herbst für viele Hobbygärtner beinahe zum Pflichtprogramm. Kaum war das letzte Gemüse geerntet, wurde der Spaten geschwungen, bis das ganze Beet in groben Erdschollen dalag. Heute weiß man, dass diese Plackerei in den meisten Gärten völlig unnötig ist. Schließlich herrscht unter unseren Füßen ein reges Treiben. Regenwürmer, Pilze, Bakterien und unzählige andere Bodenorganismen zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und sorgen dafür, dass wertvoller Humus entsteht. Wer die Erde jedes Jahr tief umgräbt, bringt dieses eingespielte System durcheinander. Deshalb lasse ich meinen Spaten meistens im Schuppen und lockere die Erde zwischen Rosen und Stauden bei Bedarf nur oberflächlich. Auch abgeerntete Gemüsebeete bekommen lieber eine schützende Mulchschicht, statt noch einmal komplett umgewühlt zu werden. Ausnahmen gibt es natürlich, etwa bei stark verdichteten Böden oder neu angelegten Beeten. Aber grundsätzlich gilt für mich: Je weniger ich den Boden störe, desto besser. Und mein Rücken hat gegen diese Art der Gartenpflege übrigens auch nichts einzuwenden.
10. JETZT WERDEN WASSERHÄHNE UND GARTENSCHLÄUCHE WINTERFEST GEMACHT
Ich kann stundenlang Blumenzwiebeln verbuddeln, Rosen umpflanzen oder in meinen Staudenbeeten herumwerkeln. Aber wehe, ich muss mich um die Wasserhähne und Gartenschläuche kümmern! Plötzlich fallen mir mindestens zehn andere Dinge ein, die im Garten viel dringender erledigt werden müssen. Erst wenn der Wetterbericht die ersten knackigen Minusgrade ankündigt, bekomme ich ein schlechtes Gewissen und mache mich endlich an die Arbeit. Dabei ist die Sache eigentlich schnell erledigt. Ich drehe die Wasserzufuhr zu den Außenhähnen ab, öffne die Hähne und lasse das restliche Wasser aus den Leitungen laufen. Schließlich kann gefrierendes Wasser Rohre und Armaturen zum Platzen bringen. Anschließend werden die Gartenschläuche entleert, aufgerollt und frostfrei verstaut. Auch meine Regentonnen nehme ich unter die Lupe, denn nicht jedes Modell verträgt es, wenn das Wasser darin gefriert. Nicht ausdrücklich frostsichere Tonnen werden deshalb besser geleert. Und falls Du eine automatische Bewässerungsanlage besitzt, gehört auch die nach Herstellerangaben winterfest gemacht. Das alles dauert meistens keine halbe Stunde. Eigentlich lächerlich wenig Aufwand, wenn man bedenkt, was ein geplatztes Wasserrohr kosten kann. Trotzdem gehört diese Arbeit bei mir zu den Dingen, die ich jedes Jahr erstaunlich erfolgreich verdränge.
UND JETZT IST FEIERABEND…
Natürlich gäbe es im November noch jede Menge zu erledigen. Irgendwo wartet garantiert noch ein Blumentopf darauf, ins Winterquartier gebracht zu werden, und in irgendeiner Ecke liegen bestimmt noch ein paar Tulpenzwiebeln, die längst in die Erde gehören. Aber irgendwann muss auch mal Schluss sein! Schließlich ist der Garten kein Exerzierplatz, auf dem jedes Blatt strammstehen muss. Ich mag es sogar, wenn die verblühten Stauden noch ihre Samenstände tragen, die letzten Hagebutten an den Rosen leuchten und sich unter den Sträuchern das Herbstlaub sammelt. Das hat nicht nur seinen ganz eigenen Charme, sondern ist auch für viele Gartenbewohner ausgesprochen nützlich. Und wenn ich dann mit einer heißen Tasse Kaffee auf der Terrasse sitze und meinen Garten betrachte, fallen mir meistens schon wieder mindestens zehn Dinge ein, die ich eigentlich noch erledigen könnte. Aber die können warten. Schließlich habe ich meinen Garten nicht angelegt, um mir damit einen zweiten Vollzeitjob zu schaffen. Auch wenn es sich manchmal verdächtig danach anfühlt.






















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