UNKRAUT? SO BEKOMMST DU ES WEG!

Die einen kümmert es nicht, für die anderen ist es ein Graus – aber eines gilt bestimmt für alle: Zu viel Unkraut möchte niemand in seinem Garten haben. Ich auch nicht. Allerdings bin ich diesbezüglich alles andere als pingelig. Der eine oder andere Löwenzahn im Rasen stört mich nicht. Wenn es sich aber in den Rosenbeeten ausbreiten will oder in den Rabatten, dann schreite ich ein. Aber ganz fix. Allerdings verzichte ich auf Chemie dabei. Wie ich dem Unkraut zu Leibe rücke und welche Mittel ich dabei benutze, habe ich Dir hier notiert. Das sind meine 10 Tipps im Umgang mit ungewollten Kräutern im Garten.

 

Rhododendren und Hortensien lieben eine Mulchschicht aus Herbstlaub. Sie hält die Wurzeln war, verhindert Unkraut und versorgt den Boden mit Nährstoffen. Foto: shutterstock/Elena Elisseeva

 

 

JÄTEN, JÄTEN UND NOCH MAL JÄTEN

Vorm Unkrautjäten kann sich kein Gärtner drücken. So unbeliebt diese Arbeit auch sein mag, anders bekommst Du den Wildwuchs kaum in den Griff. Vor allem auf offenen Flächen in Beeten und Rabatten siedeln sich Unkräuter gerne an. Das hat Folgen: Lässt Du das Unkraut dort unkontrolliert wuchern, könnte die eigentliche Bepflanzung verkümmern. Die Eindringlinge rauben ihnen Licht, Nährstoffe und Wasser. Du musst Dich also rechtzeitig und regelmäßig darum kümmern. Los geht’s mit dem Jäten im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Feucht darf er allerdings gerne sein, denn nach einem ordentlichen Regenguss lässt sich das Unkraut am leichtesten entfernen. Mein Tipp: Oft musst Du beim Jäten auf die Knie gehen. Damit das nicht unbequem wird, gibt’s entsprechende Kniekissen aus England. Solche „Keeler“ kannst Du hier im Gartenshop auf frankskleinergarten.de kaufen.

MULCHEN MACHT VIELES EINFACHER

Ich mulche mit allem, was mir der Garten bietet – egal, ob Herbstlaub, Rasenschnitt oder gehäckselter Heckenschnitt. Alles wird mindestens zwei fingerdick in den Beeten und Rabatten verteilt. Das Mulchen kann Unkrautwuchs zwar nicht vollständig verhindern, aber auf alle Fälle verlangsamen. Und: Indem Du das Material aus Deinem Garten nutzt, führst Du es dem natürlichen Kreislauf wieder zu. Du musst dabei nur einige Kleinigkeiten beachten. Rasenschnitt vermischst Du am besten vorher mit gehäckseltem Heckenschnitt. Die Kombi sorgt für einen luftigen, schnell verrottenden Mulch der keinen Schimmel bildet und ganz wunderbar den Boden düngt. Ein Mulch aus Herbstlaub ist nichts für Deine Rosen. Sie mögen die Gerbstoffe der Blätter nicht. Anders Deine Hortensien oder Rhododendren – die freuen sich auch über Herbstlaub. Natürlich kannst Du auch mit Rindenmulch aus dem Gartencenter arbeiten. Kiefernrinde hat sich dabei als besonders effektiv erwiesen. Sie enthält Gerbsäure, die Unkraut im Keim erstickt. Da allerdings bei der Verrottung der Kiefernrinde dem Boden und den Pflanzen Stickstoff entzogen wird, solltest Du vorab mit Hornspänen düngen.

 

Kniekissen - Kneeler - British Meadow - Burgon & Ball - Franks kleiner Garten
So ein „Keeler“ schont die Knie beim Unkrautzupfen. Solche schicken Kniekissen gibt’s im Gartenshop auf frankskleinergarten.de – auch mit anderen Designs. Foto: frankskleinergarten.de/Burgon & Ball

 

 

EIN UNKRAUTVLIES IM BEET AUSLEGEN

Unkrautvliese kommen hauptsächlich im Gemüsebeet zum Einsatz. Dass sich darunter der Boden leicht erwärmt, kommt übrigens vielen wärmeliebenden Sorten zugute – auch Deinen Tomaten. Du kannst so ein Vlies allerdings auch im Zierbeet oder der Rabatte einsetzen. Sollte Dich die Optik stören, verteilst Du einfach eine dünne Schicht aus Rindenmulch darüber. Das Beste ist, Du kaufst das Vlies als Rollenware, dann kannst Du es im Garten passgenau zurechtschneiden. Die Pflanzen setzt Du durch Kreuzschlitze ein. Je dicker das Material, desto wirksamer ist es. Mittlerweile gibt’s übrigens auch ökologisch abbaubare Vliese. Nachteil: So ein Unkrautvlies lässt sich am bequemsten im unbepflanzten Beet auslegen. Also verlegst Du es, bevor Du Beet oder Rabatte bepflanzt oder buddelst erst einmal alle Pflanzen wieder aus, um sie später erneut einzusetzen. Das macht Arbeit.

NATÜRLICHE HELFER: BODENDECKER GEGEN UNKRAUT

Sie sind schön und praktisch: Neben der düngenden Mulchschicht, sind mir Bodendecker als Helferlein gegen das Unkraut immer noch am liebsten. Schließlich verschwinden unter einem lebendigen Pflanzenteppich  nicht nur kahle und offene Flächen, auch das Unkraut hat es durch den Lichtentzug wesentlich schwerer zu wachsen. Zugegeben, bis die Bodendecker ihre Arbeit wirksam erledigen können, kann einige Zeit ins Land ziehen. Schließlich müssen sie erst wachsen und ihren bodenbedeckenden Teppich bilden. Wie lange Du warten musst, hängt ganz davon ab, wie dicht Du die Pflanzen setzt. Je dichter, desto fixer ist die Wirkung da. Empfehlen kann ich Dir vor allem kompakt wachsende und dicht verzweigte Wintergrüne wie zum Beispiel Immergrün, Storchschnabel, Purpurglöckchen, Knöterich, Elfenblume, Günsel oder Schleifenblume.

 

Ich setze Bodendecker wie Storchschnabel gegen ungewollte Kräuter in den Beeten und Rabatten ein. Die sind schön, praktisch und pflegeleicht. Foto: frankskleinergarten.de/Frank Gerdes

 

 

WURZELUNKRÄUTER – DA HILFT NUR BUDDELN

Mit Wurzelunkräutern ist das so eine Sache – reagierst Du zu langsam, überwuchern sie in Windeseile Beete und Rabatte. Deshalb kommst Du Giersch, Schachtelhalm und Quecke auch nicht mit Hacke und Jäten bei. Nein, Du musst sie vollständig mit Grabegabel und Fingerspitzengefühl ausbuddeln. Achte dabei darauf, dass Du sie samt Wurzeln entfernst. Andernfalls wächst aus jedem übriggebliebene Rhizom eine neue Pflanze. Haben diese Wurzelunkräuter erst einmal Dein Beet befallen, ist es das Beste, wenn Du die eigentlichen Bewohner ausgräbst und die Plagegeister einzeln aus deren Wurzelwerk zupfst. Zudem solltest Du das ganze Beet noch einmal ordentlich nach Resten untersuchen und alles rausholen, was einen erneuten Befall bedeuten könnte.

SAMENUNKRÄUTER – DAS KANNST DU TUN

Die ungewollten Kräuter verbreiten sich über Samen, die ihre Keimfähigkeit leider über viele Jahre beibehalten. Dazu gehören unter anderem Löwenzahn, Franzosenkraut und Vogelmiere. Willst Du sie erfolgreich bekämpfen, ist das Timing wichtig: Du hackst und zupfst die Unkräuter am besten, noch ehe sie zu blühen beginnen. Schaffst Du das zeitlich nicht, solltest Du spätestens während der Blüte damit loslegen. Grund: So verhinderst Du die Samenbildung und die Ausbreitung wird erfolgreich reduziert.

 

Rückenschonend: Den Ausstechen mit dem Fuß in den Rasen drücken, langsam wieder heraus ziehen und weg ist der Löwenzahn. Foto: frankskleinergarten.de/Frank Gerdes

 

 

KAUM EINER WILL DAS:  WILDWUCHS IM RASEN

Eines solltest Du wissen: Je gesünder Dein Rasen ist, umso weniger Probleme hast Du mit Unkraut. In einer dichten Grasnarbe kann es sich schließlich kaum ansiedeln und ausbreiten. Sollten sich dennoch Löwenzahn und andere Pflanzen ansiedeln, die eine Blattrosette ausbilden, rückst Du ihnen am besten mit einem Unkrautstecher zu Leibe. Die gibt’s in jedem Gartencenter. Gerne breitet sich auch der berüchtigte Weiße-Klee im Rasen aus. Wer ihn nicht will, beugt mit Stickstoff-betonten Düngergaben vor. Auch der Klee hat nur eine Chance, wenn es um den Rasen nicht zum Besten steht, zum Beispiel wegen Nährstoffmangel.

NICHT LANGE WARTEN

Grundsätzlich gilt: Frühzeitiges, regelmäßiges und vorsorgliches Jäten und Hacken macht weniger Arbeit. Du solltest also nicht zu lange damit warten. Schon gar nicht, bis das Unkraut die Oberhand in Deinen Beeten und Rabatten gewinnt. Gegen Samen- und Wurzelunkräuter geht man übrigens unterschiedlich vor. Gegen Erstes haben sich Hacken und Unkrautausstecher bewährt. Mit einem Gruber kann man gegen beides ins Felde ziehen. Sie lockern den Boden auf, so dass sich auch Rhizome herauslösen. Mein Tipp: Rückenschonend sind Ausführungen mit Teleskopstil oder hohe Gartenkrallen. Die findest Du in jedem Gartencenter. Willst Du im Beet arbeiten, kann ich Dir noch die schmalen Handhacken empfehlen. Damit kommst Du ohne Probleme in die Zwischenräume. Mein Tipp: Bei der Arbeit unbedingt einen „Keeler“ unter die Knie legen. Das schont die Gelenke. Die schönsten gibt’s im Gartenshop auf frankskleinergarten.de.

 

Auf meiner Terrasse lasse ich Sandthymian in den Fugen wachsen. Das duftet toll, verdrängt Unkraut und gefällt den Insekten. Foto: frankskleinergarten.de/Frank Gerdes

 

 

ES BLÜHT UND GRÜNT IN DEN FUGEN – WAS TUN?

Mich stört’s nicht, wenn in den Fugen auf meiner Auffahrt Löwenzahn, Fingerhut oder Türkischer Mohn  wächst. Im Gegenteil. Auf der Terrasse habe ich sogar Samen von Lavendel und Sandthymian in die Fugen gesät, damit die Natur näher an mein Haus wächst und beides eine Einheit bildet. Aber das gefällt nicht jedem. Wen die Kräuter in den Fugen stören, der muss sich mit einem Fugenkratzer an die Arbeit machen. Praktisch sind Modelle, mit denen Du im Stehen arbeiten kannst oder Geräte mit rotierenden Stahlbürsten. Streust Du danach Bausand in die Ritze, wird neues Wachstum unterdrückt. Achtung: Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel oder Salz und Essig ist gesetzlich verboten!

ZU GUTER LETZT: WAS KANN AUF DEN KOMPOST?

Wirfst Du das gejätete Unkraut auf den Kompost, besteht immer ein Restrisiko. Schließlich könnte es sich wieder ausbreiten, wenn Du die Komposterde im Garten verteilst. Auf Nummer sicher gehst Du einigermaßen, wenn Du die Samenunkräuter vor der Blüte zupfst und die Wurzelunkräuter erst einmal in die Sonne zum Austrocknen legst. Aber auch dann bleibt das Restrisiko bestehen. Es ist also ratsamer, sämtliches Unkraut in der Biotonne zu entsorgen.

 

 

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