Juli - Garten - Illustration - Marco Scanga - Franks kleiner Garten

10 DINGE, DIE DU NOCH FIX IN DIESEM JULI ERLEDIGST

Auch in diesem Monat gibt’s reichlich, um dass Du Dich im Garten kümmern solltest: Der Rasen muss gepflegt werden, die Weigelie könntest Du auslichten, die Obstbäume vertragen nun einen Sommerschnitt und Dein Flieder will bestimmt auch ausgedünnt werden. Gartenspaß, wohin man schaut. Wir spucken also in die Hände und legen los. Am Ende des Tages machst Du es Dir dann auf der Terrasse gemütlich, trinkst eine kühle Limonade und genießt das Ergebnis Deines Gartentages. Neben dem Pflichtprogramm habe ich mir noch zehn Dinge notiert, die mir in diesem Juli ganz besonders am Herzen liegen. Vielleicht solltest Du Dich ebenfalls darum kümmern…

 

Ambrosia - Juli - Franks kleiner Garten
Für jeden Allergiker ist Ambrosia eine Qual. Dieses Unkraut breitet sich wie die Pest in unseren Gärten aus und verlängert die Pollen-Zeit um mindestens zwei Monate. Foto: Olha Solodenko

 

 

DAS UNKRAUT MUSS WEG – UNBEDINGT!

Ambrosia kommt aus Nordamerika zu uns und ist leider oft im Vogelfutter enthalten. Diese Pflanze ist ein Fluch für jeden Allergiker, denn sie bildet mehr als eine Milliarden Pollen und 60.000 Samen, die mehr als 40 Jahre keimfähig bleiben. Wenn Du nicht aufpasst, verbreitet sichdieses Unkraut super  fix in Deinem Garten aus. Ambrosia blüht von April bis August. Ist sie noch klein, wird sie oft mit der Studentenblume verwechselt. Solltest Du solche Pflanzen in Deinem Garten vorfinden, reiße sie bitte ganz schnell mit Stumpf und Stiel raus. Am besten trägst Du dabei Handschuhe. Du musst wissen: Ihre Pollen können sogar einen lebensbedrohlichen Allergie-Schock auslösen. Also weg mit dem Zeug – unbedingt!

WENN DIE KLEMATIS IM JULI KRANK WIRD

Es passiert im Juli ganz plötzlich und immer völlig unerwartet: Gerade sah die Klematis doch noch so gesund und fröhlich aus und jetzt hängt sie schwach und welk am Klettergerüst. Schuld daran ist in den meisten Fällen ein Pilz, der vor allem großblütige und gefüllte Klematis befällt. Er verstopft die Leitungsbahnen der Pflanze, so dass kein Wasser mehr zu den Blättern und Blüten gelangen kann. Die Klematis verdurstet! Jetzt darfst Du keine Zeit verlieren. Du musst die Klematis knapp über dem Boden abschneiden und die abgeschnittenen Teile im Hausmüll entsorgen. Anders ist sie nicht mehr zu retten. Auf gar keinen Fall darfst Du die abgeschnittenen Pflanzenteile auf den Kompost werfen, denn dort könnten die Pilzsporen mühelos überwintern und über den Kompost im kommenden Jahr Deine Pflanze erneut befallen. Hast Du Deine Klematis tief genug gepflanzt, wird sie wieder austreiben – falls nicht und Du an derselben Stelle eine neue Klematis pflanzen möchtest, denke unbedingt daran den Boden auszutauschen.

 

Rosen - Juli - Franks kleiner Garten
Ich bin richtig stolz auf die Rosen in meinem Garten. Natürlich kommt so viel Schönheit nicht von ungefähr. Ich muss mich schon um sie kümmern – auch im Juli.  Foto: frankskleinergarten.de

 

 

IM JULI GIBT ES NOCH EINMAL ORDENTLICH FUTTER FÜR DIE ROSEN

Im Juli solltest Du Deine Rosen ein letztes Mal für dieses Jahr düngen. So haben ihre Zweige noch genügend Zeit, um bis zum Winter auszureifen. Damit der Dünger auch ordentlich in die Erde zieht, musst Du bei Regenmangel die Rosen ausgiebig wässern. Nur so löst sich der Dünger aut und dringt in den Wurzelbereich ein. Organischer Dünger wird übrigens zusätzlich leicht in den Boden eingeharkt. Ohnehin ist die Bodenpflege rund um Deine Rosen jetzt wichtig: Halte die Erde rund um die Rosen frei von Unkraut und Begleitpflanzen. Zudem solltest Du sie, wie auch schon im Juni, regelmäßig mit einer Rosengabel oder einer kleinen Hacke auflockern. Achte darauf, dass Du dabei keine Wurzeln verletzt.

IM JULI NOCH FIX DIE LETZTEN SOMMERBLUMEN KAUFEN

Zwar sind die Balkonkästen alle längst bepflanzt und auch die Staudenbeete sind voll, dennoch findet sich immer noch ein Plätzchen für eine neue Schönheit. Also greif ruhig zu, wenn Du Deine neuen Sommerblumen aus dem Garten-Center oder der Gärtnerei zum Beispiel in einen Kübel pflanzen möchtest. Den könntest Du dann auf der Terrasse, im Hauseingang oder auf dem Balkon platzieren. Achte aber darauf, dass der Topf groß genug ist und genügend Speicher für Wasser und Nährstoffe bietet. Ohnehin ist ein Umtopfen Pflicht! Schließlich sind die Töpfe, in denen die Pflanzen angeboten  werden, doch meistens schon beim Einkauf viel zu klein.

 

Balkone - Juli - Franks kleiner Garten
Auf dem eigenen Balkon lassen sich selbst die heißesten Sommertage locker aushalten. Und wenn er dann auch noch hübsch bepflanzt ist, wird er zum Paradies. Foto: Matej Kastelic

 

 

AUCH DEINE BALKONBLUMEN BRAUCHEN IM JULI PFLEGE

Balkonblumen wie Polarstern, Geranie oder Strauchmargerite blühen nur dann üppig weiter, wenn Du regelmäßig Verblühtes herausschneidest. Geranien bilden zwar auch ohne „ausputzen“ ständig neue Blüten, allerdings sind abgeblühte Blütenstängel und herabfallende Blütenblätter nach einigen Regentagen sehr anfällig für Grauschimmel. Also: Weg damit! Auch Deine Fuchsien solltest Du im Blick haben, denn einige Arten entwickeln Früchte, in die die Pflanze zur Samenbildung mehr Energie steckt als notwendig. Die können auch weg. Achte bei knalliger Mittagshitze darauf, dass die Wurzeln Deiner Balkonpflanzen nicht verbrennen. Vielleicht hast Du ja einen Sonnenschirm oder eine Markise, die Du aufspannen kannst. Achte darauf, dass Du Deine Balkonpflanzen regelmäßig gießt – aber bitte nicht in der prallen Sonne und nur im Wurzelbereich, denn: Wassertropfen wirken auf den Blättern wie Brenngläser und fügen ihnen Schmerzen zu.

WAS VERBLÜHT IST, KANN JETZT ABGESCHNITTEN WERDEN

Die meisten Stauden sind ziemlich pflegeleicht, wie Du ja weißt. Daher reicht es oft, einfach nur das Verblühte rauszuschneiden. Wenn Du zum Beispiel im Juli Deinen verblühten Steppen-Salbei eine Handbreit über dem Boden abschneidest, zeigt sich innerhalb weniger Wochen ein zweiter Blütenflor. Der ist dann zwar nicht mehr so üppig wie der erste, aber immer noch schön anzusehen.  Das gleiche gilt übrigens auch für Jakobsleiter, Dreimasterblume und Rittersporn. Dagegen werden bei Phlox und Sonnenauge nur die welken Rispen herausgeschnitten. So können sich aus den darunter liegenden Seitenknospen neue Blüten bilden. Eine Düngung gibt ihnen allen dann aber noch zusätzlich Kraft für neue Blüten.

 

Blauregen - Juli - Franks kleiner Garten
So ein Blauregen ist schon etwas Herrliches.Du kannst ihn ganz einfach selber vermehren. Besonders an Hauswänden macht er sich gut. Aber Achtung: Er ist für viele Tiere das reinste Gift. Foto: CL Shebley

 

 

AUS EINS MACH ZWEI MACH DREI – IM JULI DEN BLAUREGEN VERMEHREN

Der Juli eignet sich wunderbar, um Deinen Blauregen durch Ableger zu vermehren. Wie das geht? Ganz einfach:  Du wählst einen kräftigen Trieb aus und schneidest etwa in der Mitte eine Kerbe hinein. Den Trieb biegst Du nun leicht und leitest ihn durch einen Topf mit Anzuchterde. Achte darauf, dass die Schnittstelle gut mit Substrat bedeckt ist. Die Triebspitze machst Du an einem Stab fest und zwar so, dass er senkrecht in die Höhe steht. Nun setzt Du den Topf neben die Pflanze ins Beet und beschwerst ihn am besten noch mit Kieselsteinen. Im Spätsommer haben sich dann am Verwundungsschnitt so viele Wurzeln gebildet, dass der Ableger nicht mehr von der Mutterpflanze versorgt werden muss. Nun kannst Du ihn abtrennen und einpflanzen.

FENSTER AUF UND DURCHLÜFTEN!

Auch die Pflanzen in Deinem Gewächshaus brauchen frische, kühle Luft. Gerade im Sommer kann ein Kleingewächshaus gar nicht genügend Lüftungsöffnungen haben. Damit die Luft auch zirkulieren kann, sollten sich ohnehin Lüftungsfenster im Dach befinden, die sich am besten automatisch öffnen. Zusätzlich kannst Du auch noch die Tür zum Gewächshaus öffnen. Hast Du bereits ein schlecht lüftbares Gewächshaus im Garten stehen und kannst es nicht nachträglich mit Gewächshausfenstern nachrüsten, solltest Du Schattiermatten einsetzen. Die lassen sich ganz leicht anbringen. Ansonsten gilt im Juli: Fenster auf und lüften, lüften, lüften!

 

Narzissen - Juli - Franks kleiner Garten
Sie gehören zu den schönsten Frühlingsboten: Narzissen, von vielen auch liebevoll Osterglocken genannt. Auch sie benötigen jetzt Deine Pflege und Zuwendung. Foto: taylo

 

 

WIR SAGEN DEN BLATTLÄUSEN DEN KAMPF AN

Der Juli gilt gemein hin als „Blattlausmonat“. Ich finde die Biester ja total eklig. Beim Kampf gegen diese üblen Burschen versuche ich immer so lange wie möglich auf ihre natürliche Feinde zu setzen. Wenn aber Florfliegenlarven, Marienkäfer, Schlupfwespen und Co. es nicht schaffenmeine Rosen zu befreien, dann spritze ich auch schon mal ein nützlingsschonendes Mittel – zum Beispiel Neudosan (Wirkstoff: Kaliseife). Das beste Ergebnis erzielst Du übrigens, wenn Du morgens oder abends bei trockener Witterung spritzt.

JETZT SCHON AN DEN FRÜHLING DENKEN – OSTERGLOCKEN TEILEN

Haben Deine Osterglocken im vergangenen Frühling nur spärlich geblüht? Dann solltest Du jetzt die Horste ausbuddeln und sie teilen. Dabei trennst Du alle Tochterzwiebeln ab, die nicht über eine gemeinsame Außenhaut mit der Mutterzwiebel verbunden sind. Das Beste ist, Du lagerst die Zwiebeln jetzt in einer Kiste mit feuchtem Sand bis Du sie dann im Herbst wieder auspflanzen kannst. Die Lagerung sollte zudem kühl und dunkel erfolgen. Vielleicht findest Du ein geeignetes Plätzchen im Keller? Noch ein Tipp: Buddelst Du die Zwiebeln im Herbst wieder ein, gib doch pro Zwiebel ein Teelöffelchen Hornspäne ins Pflanzloch. Das gibt Deinen Osterglocken zusätzliche Kraft und lässt sie in neuer Pracht erblühen.

 

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