MÄRZ: 10 DINGE, DIE DU IM GARTEN ERLEDIGST

Endlich! Der Frühling ist da. Der Garten erwacht im März zu neuem Leben. Sträucher und Bäume tragen zarte Blätter und die ersten bunten Blüten recken sich fröhlich der Sonne entgegen. Das schenkt Zuversicht. Das macht Mut. Das vertreibt die Angst und lässt uns für einen kurzen Moment die schlimmen Nachrichten aus dem Osten Europas vergessen. In unserem Garten ist die Welt noch in Ordnung. Noch. So schwer uns das nun auch fallen mag, wir wollen das trotz allem genießen. So tanken wir im März die notwendige Kraft, um diese unwirklichen Zeiten zu überstehen und den hilfesuchenden Menschen beizustehen. Sei es mit einer Spende oder tatkräftig im Flüchtlingszentrum. Aber jetzt gehen wir erst einmal in den Garten. Tanken frische Luft und eine große Portion Optimismus. Denn: Es gibt viel zu tun im März.

 

 

 

FRÜHJAHRSPUTZ IM GERÄTESCHUPPEN

Sobald Dich im März die ersten Sonnenstrahlen in den Garten locken, solltest Du den Geräteschuppen ausräumen und alles unter die Lupe nehmen – egal, ob Pflanzerde, Dünger oder Geräte. Überprüfe, ob Du neue Verbrauchsmaterialien wie Schnüre, Stäbe oder Töpfe anschaffen solltest. Wie steht’s um den Wasserschlauch? In welchem Zustand sind Erde, Dünger und Pflanzenschutzmittel? Motorbetriebene Geräte werden jetzt gereinigt, geölt und ausprobiert. Eventuell müssen die Klingen vom Rasenmäher nachgeschärft werden. Funktioniert Deine Gartenschere noch? Vielleicht genügt es, Klingen und Federn auszutauschen. Auch Grabegabel, Spaten, Schaufel und Harke solltest Du reinigen und ölen, bevor Du damit loslegst.

IM MÄRZ WIRD DER BODEN GELOCKERT

Sobald sich der Frost verabschiedet hat, kannst Du das Erdreich in Deinem Garten auflockern. Damit erleichterst Du den Bodenlebewesen die Produktion von wertvollem Humus. Für diese Arbeiten benutzt Du eine Grabegabel. Damit stichst Du in die Erde und ruckelst die Gabel etwas hin und her. Anschließend ziehst Du sie vorsichtig aus dem Boden und machst an einer anderen Stelle weiter. Auf diese Weise wird das Erdreich gut durchlüftet, ohne dass die kleinen Bewohner Schaden nehmen. Du musst wissen: In jeder Bodenschicht sind andere Lebewesen zu Hause. Sie haben alle ihre speziellen Aufgaben. Damit Du dieses stabile Gefüge nicht zerstörst, verzichtest Du aufs Umgraben und bearbeitest den Boden ausschließlich mit der Grabegabel. Mein Tipp: Bevor Du loslegst, buddele ein kleines Loch. Sammelt sich Wasser darin, ist es für Bodenarbeiten zu früh. Das gilt auch, wenn sich Dein Fußabdruck noch längere Zeit nach Betreten der Fläche im Boden zeigt. Ist beides nicht der Fall, kann es losgehen.

 

 

 

DU KANNST JETZT DIE BEETE AUFRÄUMEN

Im Herbst hattest Du einige Stauden-Stängel aus gutem Grund stehen lassen. Immerhin haben Vögel ihren Hunger mit den Samen der Blütenstände stillen können. Jetzt haben diese Pflanzenreste ihren Zweck erfüllt und können weg. Schließlich sprießen bereits neue Triebe aus dem Boden. Bevor sie aber so richtig in die Höhe schießen, muss das Verblühte bis auf Bodennähe abgeschnitten werden. Hat der Frost die Stauden ein wenig aus der Erde gequetscht? Drücke sie vorsichtig zurück in den Boden. Anschließend werden die Pflanzen gegossen. Wird kein Frost mehr erwartet, kannst Du den Winterschutz aus Laub und Reisig komplett entfernen. Du solltest auch nicht zu lange damit warten, ansonsten besteht die Gefahr, dass viele Neutriebe und Knospen durchs Abräumen verletzt werden.

IM MÄRZ DIE STAUDEN TEILEN

Jetzt, kurz vorm Austrieb ist die beste Zeit, Stauden zu teilen. Dafür schnippelst Du zuerst alles Verblühte bis auf Bodennähe ab. Danach holst Du die Pflanzen umsichtig mit der Grabegabel aus der Erde. Anschließend werden die Wurzelballen vorsichtig mit dem Messer oder einem scharfen Spaten in einzelne Stücke geteilt. Jetzt noch vertrocknete Wurzelteile abschneiden, etwas Kompost ins neue Pflanzloch geben, das Staudenstück hineinsetzen, Erde drauf und fertig. In diesen Tagen aber nur die Sommer- und Herbstblüher teilen. Stauden, die im Frühjahr blühen, kommen schon im Herbst dran.

 

 

 

BITTE NICHT STÖREN!

Frösche laichen gerne im seichten und stillen Wasser. Mit ein wenig Glück suchen sie sich dafür Deinen Gartenteich aus. Sollte dem so sein, lass sie bitte in Ruhe und verzichte noch auf die Reinigung des Teiches. Warte einfach bis zum nächsten Monat. Dann sollten alle Kaulquappen geschlüpft sein. Viele Gartenbewohner wie Igel, Fledermäuse, Siebenschläfer, Ringelnattern oder Schmetterlinge, erwachen übrigens nur langsam aus ihrem Winterschlaf. Bitte störe sie jetzt nicht in ihren Unterschlüpfen, indem Du den Garten allzu kräftig und gewissenhaft aufräumst. Noch sind diese Tiere schwach und starten nur langsam ins neue Gartenjahr. Dein Garten muss schließlich noch nicht perfekt aussehen.

IM MÄRZ GEHT’S DEM UNKRAUT AN DEN KRAGEN

Wie heißt es so schön: Der frühe Vogel fängt den Wurm – und wer früh Unkraut jätet, hat später weniger Arbeit. Noch ist das Unkraut nämlich wintermüde und lässt sich leicht rausrupfen. Das ist vor allem bei den Wurzelkräutern von Vorteil, denn Löwenzahn, Giersch und Co. musst Du mit der kompletten Wurzel entfernen. Bleibt ein kleines Wurzelstück zurück, droht das Kraut erneut auszutreiben. Leichter lassen sich Unkräuter entfernen, die nach der Blüte und Fruchtbildung absterben. Jätest Du sie jetzt, haben zum Beispiel Vogelmiere und Weißklee noch keine Blüten und Samenstände gebildet. Sollten sich allerdings schon Sämlinge ausgebreitet haben, hilft es, wenn Du das Beet mit der Hacke bearbeitest. Vorteil: Du lockerst die oberste Bodenschicht und sorgst so ebenfalls für eine ordentliche Durchlüftung – Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe.

 

 

 

JETZT NOCH FIX DIE ZWIEBELBLUMEN DÜNGEN

Sollten Deine Zwiebelblumen nur spärlich wachsen oder immer weniger blühen, musst Du sie fix mit Dünger versorgen. Vor allem nährstoffhungrige Arten wie Narzissen, Tulpen und Hyazinthen können eine extra Portion Futter vertragen. Das Beste ist, Du verteilst einen schnell wirkenden mineralischen Volldünger, zum Beispiel Blaukorn. Aber übertreibe es nicht – ein Esslöffel pro Narzissenhorst genügt vollkommen. Die verblühten Stängel kannst Du später unbesorgt abschneiden, die Blätter bleiben stehen, so lange sie grün sind. Sie versorgen die Zwiebel mit neuen Nährstoffen.

IMMER SCHÖN DIE AUGEN AUFHALTEN

Immer wenn Du im März durch den Garten gehst, hälst Du die Augen offen. Denn jetzt kannst Du bei Krankheiten noch rechtzeitig eingreifen und frühzeitig etwas gegen Schädlinge zu unternehmen. Solltest Du an Deinem Rhododendron braune bis grauschwarze Blütenknospen entdecken, brichst Du sie fix raus und entsorgst sie im Hausmüll. Sie sind mit einem Pilz infiziert, der sich schnell ausbreiten kann. Sollten einzelne Triebe welk sein, ist ebenfalls ein Pilz schuld. Du musst zur Schere greifen und die befallenen Treibe großzügig herausschneiden. Haben Deine Rosen im vergangenen Jahr unter Sternrußtau gelitten, sammel das am Boden liegende Laub rund um die Pflanzen ein. Der Pilz wird durch das Laub auf die Rosen übertragen. Achte darauf, ob sich das Lilienhähnchen in Deinen Beeten rumtreibt. Das ist ein hellroter Käfer, der gerne an Lilien oder Schachbrettblumen knabbert. Sammele ihn ein, bevor er seine Eier ablegen kann.

 

 

 

ENDE MÄRZ SCHNEIDEST DU DIE ROSEN

Sobald die Forsythien blühen geht’s los: Alle öfter blühenden Rosen werden in diesen Tagen kräftig zurückgeschnitten. Nur so werden sie im kommenden Sommer wieder prächtig blühen. Bei allen Edel-, Beet- und Hochstammrosen entfernst Du die erfrorenen, kranken und schwachen Triebe. Die gesunden Triebe schnippelst Du bis auf drei oder fünf Knospen zurück. Anschließend wird die Rose mit reichlich Kompost gedüngt. Mein Tipp: Jede Rose freut sich, wenn Du den Boden mit „effektiven Mikroorganismen“ aufpeppst. Die gibt’s als Gemisch in der Flasche. Sie werden mit dem Gießwasser im Beet verteilt. Mehr zum Thema Rosen findest Du hier.

DER RASEN WIRD AUF VORDERMANN GEBRACHT

Wenn sich der März von seiner schönsten Seite zeigt, starten wir mit der Rasenpflege. Es wird gekalkt, gedüngt und schließlich vertikutiert. In dieser Reihenfolge. Ist der Frost vorüber, wird der Rasenkalk breitflächig, großzügig und nur an einem Nachmittag ausgestreut. 6 bis 8 Wochen später wird gedüngt. Zwei Wochen später kann gemäht werden. Anschließend wird vertikutiert, denn im Winter abgestorbene Pflanzenteile machen den austreibenden Gräsern Luft und Licht streitig. Aber Achtung: Die Klingen Deines Vertikutierers dürfen den Boden nicht tiefer als 3 bis 5 Millimeter einritzen. Ansonsten verletzt Du die Graswurzeln. Vertikutiert wird übrigens im Schachbrettmuster – einmal horizontal, einmal vertikal. Sollten größere kahle Stellen entstanden sein, streust Du einfach etwas Saatgut drauf, drückst es mit den Schuhen an und wässerst ordentlich. Jetzt kann noch einmal gedüngt werden. Mehr dazu erfährst Du hier.

 

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