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IM GEWÄCHSHAUS – 5 DINGE, DIE DU IM OKTOBER ERLEDIGST

Der Sommer hat sich verabschiedet. Die richtig warmen Sonnentage sind nur noch eine schöne Erinnerung und auch in meinem ungeheizten Gewächshaus lässt sich der Herbst inzwischen nicht mehr übersehen. Morgens sind die Scheiben beschlagen, die Nächte werden empfindlich kühl und Tomaten, Paprika & Co. haben ihre besten Zeiten eindeutig hinter sich. Ein bisschen was lässt sich aber noch ernten. Und während das letzte Sommergemüse aus dem Gewächshaus fliegt, dürfen Wintersalate noch schnell in die Erde. Gleichzeitig wird es höchste Zeit, an den Winter zu denken. Denn je weiter der Oktober voranschreitet, desto größer wird die Gefahr der ersten Nachtfröste. Du siehst: Auch im Oktober gibt es im Gewächshaus noch einiges zu tun. Die fünf wichtigsten Dinge habe ich Dir hier notiert.

 

Anfang des Monats: Die Tomaten tragen die letzten Früchte. Nicht mehr lange, dann wird das Gewächshaus ausgeräumt und die Kübelpflanzen ziehen ein. Foto: frankskleinergarten.de/ Frank Gerdes

 

1. TOMATEN, PAPRIKA & CO. HABEN NUN FEIERABEND

Irgendwann muss man sich trennen können. Auch von der letzten Tomatenpflanze, an der noch drei grüne Früchte hängen und bei der man seit zwei Wochen hofft, dass da vielleicht doch noch etwas passiert. Tomaten, Auberginen, Paprika und Zucchini werden jetzt abgeerntet und anschließend aus dem Gewächshaus geräumt. Dabei entferne ich die Pflanzen möglichst vollständig mitsamt den Wurzeln. Kranke Pflanzenteile kommen natürlich nicht auf den Kompost. In meinem kleinen Gewächshaus gehe ich noch einen Schritt weiter: Ich trage etwa 20 Zentimeter der oberen Erdschicht ab und ersetze sie durch frische Komposterde. Das ist zwar ein bisschen Arbeit, hat sich bei mir aber bewährt. Gerade dort, wo Jahr für Jahr Tomaten und anderes stark zehrendes Gemüse wächst, bekommt der Boden so eine ordentliche Frischekur. Und der Wintersalat freut sich ebenfalls darüber.

2. JETZT WIRD DAS GEWÄCHSHAUS AUF VORDERMANN GEBRACHT

Wenn das olle Sommergemüse endlich raus ist, sieht man leider erst, was sich über die vergangenen Monate so alles angesammelt hat. Erde an den Scheiben, Pflanzenreste in den Ecken, Laub in der Dachrinne – kurzum: Es wird geputzt. Außen rücke ich meinem Gewächshaus mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe. Innen reichen mir ein Eimer mit klarem Wasser und ein Schwamm. Damit werden Scheiben, Regale und Ablagen einmal gründlich sauber gemacht. Bei der Gelegenheit kontrolliere ich auch gleich Türen und Fenster und gönne den Scharnieren ein Tröpfchen Öl. Die Dachrinnen werden vom Herbstlaub befreit, damit das Regenwasser weiterhin ordentlich ablaufen kann. Und ganz wichtig: Denk an die Regentonne. Bevor der erste kräftige Frost kommt, sollte sie geleert werden. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus – und eine geplatzte Regentonne ist nun wirklich nichts, was man im Frühjahr gebrauchen kann.

 

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Ende des Monats: Meine Tomaten müssen nun im Keller oder der Küche nachreifen. Sie schmecken dann zwar nicht mehr ganz so intensiv, aber sie sind immer noch lecker. Foto: frankskleinergarten.de/ Frank Gerdes

 

 

3. DIE ERSTEN KÜBELPFLANZEN ZIEHEN EIN

Tagsüber kann der Oktober noch wunderbar mild sein. Nachts sieht die Sache allerdings schon ganz anders aus. Spätestens wenn die ersten Fröste angekündigt werden, hole ich deshalb empfindliche Kübelpflanzen von der Terrasse ins Gewächshaus. Vor dem Einzug gibt es allerdings eine kleine Kontrolle. Schnecken, Blattläuse und anderes Getier müssen schließlich nicht gleich mit ins Winterquartier ziehen. Besonders die Blattunterseiten schaue ich mir deshalb genau an. Hibiskus und Fuchsien können vor dem Einräumen etwas zurückgeschnitten werden. Das spart Platz und entfernt gleichzeitig einiges an altem oder möglicherweise befallenem Pflanzenmaterial. Beim Oleander bin ich dagegen zurückhaltend. Verblühtes und Abgestorbenes darf weg, einen kräftigen Rückschnitt verschiebe ich aber lieber aufs Frühjahr. Auch an den Triebspitzen schneide ich jetzt nicht wild herum – dort sitzen schließlich die Anlagen für die kommende Blüte.

4. BEIM GIESSEN GILT JETZT: WENIGER IST MEHR

Einer der häufigsten Fehler im Winterquartier ist gut gemeintes Gießen. Draußen ist es kühl, die Pflanzen wachsen kaum noch und entsprechend wenig Wasser benötigen sie. Meine Faustregel lautet deshalb: lieber etwas zu trocken als dauerhaft zu nass. Staunässe kann den Wurzeln nämlich schnell den Garaus machen. Einen Wassermangel bemerkt man meist rechtzeitig und kann reagieren. Wenn die Wurzeln erst einmal in nasser Erde faulen, sieht man das Problem häufig erst, wenn es zu spät ist. Einen festen Gießtag nach Kalender gibt es bei mir deshalb eigentlich nicht. Ich kontrolliere ungefähr einmal pro Woche die Erde und gieße nur, wenn es tatsächlich nötig ist. Je kühler das Gewächshaus, desto weniger Wasser brauchen die Pflanzen.

 

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Praktisch: Die Fenster in meinem kleinen Gewächshaus öffnen sich wie von Geisterhand – dafür sorgen die automatischen Fensterheber, wenn’s zu warm wird. Foto: frankskleinergarten.de/ Frank Gerdes

 

 

5. LÜFTEN, LÜFTEN, LÜFTEN – AUCH IM OKTOBER

Auch im Oktober kann es hinter Glas noch erstaunlich warm werden. An milden Tagen lüfte ich mein Gewächshaus deshalb ausgiebig. So kommt nicht nur frische Luft hinein, sondern vor allem die Feuchtigkeit raus – und Pilzkrankheiten haben es schwerer. Am späten Nachmittag werden Türen und Fenster wieder geschlossen, damit möglichst viel von der Wärme des Tages im Gewächshaus bleibt. Ist es draußen schon richtig kühl, reicht kurzes Stoßlüften. Und weil jetzt jederzeit die ersten Nachtfröste kommen können, liegt bei mir das Vlies griffbereit. Sicher ist sicher. Damit ist mein kleines Gewächshaus zwar noch lange nicht im Winterschlaf – aber zumindest bestens darauf vorbereitet. Und ein bisschen Grün bleibt uns ja noch: Während draußen langsam die Blätter fallen, wachsen hinter Glas Feldsalat und andere Wintersalate einfach weiter.

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