Rosen - Vorgarten - Mix - Sommer 2020 - Nach einem Regen - Franks kleiner Garten

AUS FEHLERN LERNEN – MEINE 6 TIPPS FÜR DIE ROSENPFLEGE

Rosen gelten als anspruchsvolle Diven. Das hört man immer wieder. Ich habe Nachbarn, die wollen deswegen gar keine im Garten haben: Rosen seien zu kompliziert, zu zickig, zu arbeitsintensiv. Eben die Königin der Blumen. Und mit ihr könne man viel falsch machen. Das kann nicht sein, denke ich mir und kaufe meine ersten drei Rosen fürs Blumenbeet. Damals, vor sechs Jahren. Ein Garten ohne Rosen ist schließlich kein Garten. Und soooo schwierig können sie ja nicht sein. Dann kam alles anders. Ich machte einen Fehler nach dem nächsten. Konsequenz: Die Rosen blühten kaum noch, wurden krank und brauchten dringend Hilfe. Mittlerweile habe ich aus meinen Fehlern gelernt und meine Rosen sind eine wahre Pracht. Heute blühen mehr als 60 Rosen in meinem Garten. Das sind meine 6 Tipps für die Rosenpflege…

 

Rosenpflege ist eigentlich ganz einfach. Du musst nur einiges beachten: Sie  stehen gerne in der Sonne. Der Boden sollte durchlässig und nahrhaft sein. Staunässe mögen sie gar nicht. Foto: frankskleinergarten.de

 

 

FEHLER 1: DAS FALSCHE PLÄTZCHEN FÜR DIE NEUEN ROSEN

Ich hatte einen Plan im Kopf und wusste ganz genau, wo die Rosen blühen sollten. Vor allem sollten sie Farbe in den Schatten bringen. Es hat allerdings nicht so lange gedauert, da habe ich festgestellt, dass etwas nicht stimmt. Meine Rosen wollten nicht so richtig blühen, ließen quasi sämtliche Blätter hängen. Sie sahen einfach nur kümmerlich aus. An Farbe im Schatten war nicht zu denken. Ich lernte: Im Schatten wird das mit denen nix. Da werden sie nur krank. Die meisten lieben ein sonniges und geschütztes, aber dennoch luftiges Plätzchen. Der Luftzug mildert im Sommer die heißen Temperaturen ab und die Blätter können nach einem Regenschauer schnell wieder trocknen. Zu viel Sonne ist aber auch nicht gut. Das habe ich mit meinen Rosenstämmchen erlebt. Die hatte ich auf der Terrasse direkt vor der Hausmauer in schönster Südsonne platziert. Aber: viel zu heiß, viel zu trocken, viel zu wenig Wind. Also sind sie ab in neue Beete gewandert. Dort fühlen sie sich nun so richtig wohl. Auch der richtige Standort gehört eben zur richtigen Rosenpflege.

FEHLER 2: BODEN IST NICHT GLEICH BODEN

Sonne, Wind und ein schickes Plätzchen mitten im Garten reichen ihnen einfach nicht. Nein, sie wollen auch noch den perfekten Boden. Und vor allem wollen sie nicht in die Erde gesetzt werden, in der schon einmal eine ihrer Artgenossen zuhause war. Dieser Boden ist ihnen einfach zu schlapp. Sonst noch Ansprüche? Ja! Der Boden darf auf gar keinen Fall zu lehmig sein. Das Regenwasser sollte schnellstens abfließen. Staunässe mögen sie überhaupt nicht. Ist der Boden allerdings wieder zu leicht, gefällt ihnen das ebenfalls nicht. Dann musst Du mit etwas Lehm oder Humus nachhelfen. Ich gebe zu: Es scheint etwas kompliziert. Aber keine Sorge, im Gartencenter findest Du bestimmt den richtigen Bodenverbesserer.

 

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Nicht nur wir brauchen einen ordentlichen Haarschnitt – auch Rosen freuen sich, wenn die Schere richtig angesetzt wird. Foto: frankskleinergarten.de

 

 

FEHLER 3: ZU WENIG ODER FALSCH GESCHNIPPELT

Oh, ja – Schnippeln erfordert Mut und Furchtlosigkeit. Ich habe mich erst gar nicht getraut. Warum auch? Die Rosen wuchsen so toll und blühten schließlich so schön. Aber irgendwann war Schluss damit. Da wurden die Biester einfach zu faul für neue Blüten. Das sieht dann auch nicht mehr hübsch aus. Ich lernte: Rosen brauchen  einen guten Rückschnitt. Geschnippelt wird im Frühjahr, wenn die Forsythien blühen. Als Erstes werden abgestorbene, beschädigte und kranke Triebe rausgeschnitten. Und jetzt ist es wichtig zu wissen, welche Rose gestutzt werden soll. Öfter blühende Beet- und Edelrosen lassen sich gerne auf etwa ein Drittel ihrer Höhe zurückschnippeln, öfter blühende Strauchrosen kürzt Du auf zwei Drittel runter und bei Deinen öfter blühenden Kletterrosen schnippelst Du rund die Hälfte der Seitentriebe zurück. Um die einmal blühenden Rosen in Deinem Garten kümmerst Du Dich gleich nach der Blüte, am besten im Spätsommer. Merke: Auch der richtige Schnitt gehört zur Rosenpflege.

FEHLER 4: WASSER AUS DER GIESSKANNE? JA, ABER NICHT AUF DIE BLÄTTER!

Einfach mit dem Gartenschlauch draufhalten ist das Schlimmste, was Du machen kannst. Auch nicht gut: Das Wasser mit der Gießkanne über die Blüten und Blätter verteilen. So hab’s ich anfänglich gemacht. So wird das nix mit der Rosenpflege. Die Folge: Meine Rosen wurden krank. Sie litten unter Pilzkrankheiten wie Mehltau und Sternrußtau. Letzteres erkennst Du ganz gut an den dunklen Flecken, die sich auf den Blättern ausbreiten. Mehltau ist hingegen ein mehlig-weißer Belag, der sich auch gerne an den Knospen festsetzt. Damit das nicht passiert, darfst Du nur den Boden rund um die Rosen gießen. Gegen nasse Füße haben sie nix, nur gegen nasse Blätter. Am besten gießt Du sie gleich morgens. Ein bis zwei Mal pro Woche reicht vollkommen – dann aber bitte ordentlich.

 

Sie brauchen Dünger und manchmal auch ein freundliches Wort von Dir. Auch das gehört zur Rosenpflege. Rosen sind nämlich sehr sensibel. Foto: frankskleinergarten.de

 

 

FEHLER 5: FALSCHES ODER ZU WENIG FUTTER FÜR DIE ROSEN

Rosen haben Hunger und zwar richtig. Wusste ich nicht. Ich dachte, der Boden gibt genug her. Tut er aber nicht, denn Rosen sind Starkzehrer. Die sind niemals satt. Und im Nullkommanichts haben die Pflanzen alles Nahrhafte weggefuttert. Darum bekommen sie von mir jedes Jahr im Frühling eine fette Portion Dünger, gleich nachdem ich sie zurückgeschnitten habe. Am besten schmeckt ihnen zum Anfang der Gartensaison gut abgelagerter Rinderdung. Der muss nicht vom Bauernhof sein. Den gibt’s pelletiert und säckeweise im Gartencenter. Das riecht dann auch nicht so schlimm. Das Zeug wird flach im Wurzelbereich verteilt und eingearbeitet. Öfter blühende Rosen werden später im Sommer noch einmal gedüngt. Viele benutzen dafür ein wenig Blaukorn, das in den Boden eingeharkt wird. Ich mache das nicht. Meine Rosen werden mit effektiven Mikroorganismen verwöhnt, die mit dem Gießwasser vermischt werden. 5 Flaschenkappen auf 15 Liter. Das reicht für vier Wochen. Effektive Mikroorganismen kannst Du flaschenweise online bestellen. Merke: Eine ordentliche Portion Futter zur richtigen Zeit – das ist Rosenpflege mit Herz.

FEHLER 6: NICHT UM DEN WINTERSCHUTZ KÜMMERN

Nicht alle Rosen sind winterhart. Einige meiner englischen Rosen und vor allem die Rosenstämmchen vertragen den Frost nur sehr mäßig – musste ich nach dem ersten wirklich harten Winter traurigerweise feststellen. Es war aber nicht nur der Frost, der ihnen Schaden zufügte, sondern auch kalte Winde und die Wintersonne. Das war nicht schön. Das sah auch nicht toll aus. Aber jetzt weiß ich, ich muss mich rechtzeitig kümmern. Am empfindlichsten sind die Veredelungsstellen. Die liegen im Idealfall  einige Zentimeter unter der Erde, ansonsten müssen sie angehäufelt werden. Ich schaufle also nun in jedem späten Herbst einen kleinen Erdhaufen rund um die Rose – zur sicher ist sicher. In die Strauchrosen stecke ich schließlich noch einzelne Reisigzweige. Die Rosenstämmchen werden von mir mit einem Jutetuch oder einem Vlies eingepackt. Vor allem die Veredelungsstellen werden dick mit Jute eingepackt. So wird das dann auch was mit dem Rosengarten im kommenden Frühjahr.

 

 

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