ROSEN-SPECIAL TEIL 1: ROSEN RICHTIG PFLANZEN

Mein Garten ohne Rosen? Kaum vorstellbar! Sie wachsen in Kübeln auf der Terrasse und im Beet – eigentlich überall dort, wo die Sonne den Garten mit ihren Strahlen verwöhnt. Es sind Strauch-, Beet- und Teerosen. Sie kommen aus Deutschland, England und Frankreich. Anfangs hatte ich recht große Ehrfurcht vor der „Königin der Blumen“. Immerhin gilt sie doch als launisch und zickig. Mancher behauptet sogar, sie sei eine Diva. Aber ganz so schlimm ist es nicht. Mit den Jahren habe ich festgestellt: Wenn Du einiges beachtest, kannst Du nicht viel falsch machen und sie verzaubern dankbar Deinen Garten mit ihrer Pracht. Das Wichtigste zum Thema Rosen habe ich Dir zusammengefasst. Wie Du Rosen richtig pflanzt, verrate ich Dir im ersten von fünf Teilen meines Rosen-Specials.

 

 

ROSEN WURZELNACKT BESTELLEN UND IM HERBST SETZEN

Spätestens zum Ende des Sommers solltest Du Deine Rosen beim Züchter bestellen. Vor allem solltest Du sie wurzelnackt bestellen. Wurzelnackte Rosen werden ohne Topf und Erde verkauft. Nackt eben. Gepflanzt werden sie im Herbst. Warum wurzelnackte Rosen? Das hat mehrere Gründe: Zum einen räumen die Baumschulen im Herbst ihre Rosenfelder und lagern die wurzelnackten Pflanzen bis zum Frühling in Kühlhäusern ein. Wenn Du also jetzt wurzelnackte Ware bestellst, bekommst Du die Rosen frisch vom Feld. Zudem spricht für die Herbstpflanzung die Verfügbarkeit der Pflanzen, denn gerade die Neuzüchtungen sind oft ziemlich fix ausverkauft. Es gilt also: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Außerdem wird zum Frühjahr hin auch die Auswahl an älteren, beliebten Rosensorten stetig kleiner. Das wichtigste Argument für eine Herbstpflanzung ist aber, dass die neu gesetzten Rosen gegenüber den im Frühjahr gepflanzten Rosen einen ordentlichen Wachstumsvorsprung haben und schon im ersten Sommer ordentlich blühen. Keine Sorge – frostige Tage und Nächte werden sie unbeschadet überstehen, vorausgesetzt Du hast sie fachgerecht gepflanzt.

NACH DEM KAUF: ROSEN ORDENTLICH WÄSSERN

Bevor es in die Erde geht, geht’s erst einmal ab in die Wanne oder wenigstens in den Eimer! Wurzelnackte Rosen werden nämlich vor dem Pflanzen für einige Stunden ins Wasser gelegt, damit sie sich so richtig vollsaugen können. Wichtig: Die Rose sollte mindestens bis zur Veredlungsstelle im Wasser stehen. Die Veredlungsstelle erkennst Du ganz leicht. Es ist der verdickte Abschnitt oberhalb der Wurzel, an dem die Triebe austreten. Es gilt: Je später Du die Rosen pflanzt, desto länger sollten sie im Wasserbad stehen. Im Frühjahr am besten 24 Stunden, im Herbst reichen dagegen schon acht Stunden.

 

Diese und meine anderen englischen Rosen wachsen im Kübel. Über den Winter ziehen sie ins Gewächshaus. Foto: frankskleinergarten.de/ Frank Gerdes

 

 

SO BEREITEST DU DEN BODEN VOR

Der richtige Platz ist entscheidend für Dein Blütenglück: Die Rose sollte sonnig stehen, mindestens aber im Halbschatten. Ein  laues Lüftchen darf nach jedem Regenschauer durch das Beet ziehen. Nur so trocknet sie fix wieder und bleibt gesund. Natürlich muss sie sich auch im Boden wohlfühlen. Im besten Fall kannst Du ihn entsprechend vorbereiten: Schwere Böden lassen sich durch zwei  oder drei Hände voll Bausand lockern. Sandige Böden werden mit einer ordentlichen Menge Rosenerde aus dem Gartencenter oder durch das Einarbeiten von lehmiger Erde verbessert. In jedem Fall solltest Du eine ordentliche Menge frischer Komposterde einarbeiten. Und denke daran, den Boden tiefgründig zu lockern. Steine im Boden stören nicht, allerdings sollten  sie keine geschlossene Schicht bilden. Die Wurzeln müssen ihren Weg in die Tiefe finden. Du musst wissen, dass Rosenwurzeln mit den Jahren mindestens zwei Meter weit in den Boden wachsen – immer auf der Suche nach wertvollem Grundwasser.

ACHTUNG: VORM PFLANZEN WIRD GESCHNIPPELT!

Bevor Deine wurzelnackten Rosen schließlich eingepflanzt werden, musst Du noch ihre Triebe auf etwa 20 cm zurückschnippeln. So reduziert sich die Verdunstungsfläche. Das ist gut fürs Anwachsen. Folgende Faustregel gilt: Pro Trieb bleiben mindestens fünf Knospen übrig. Von den Wurzeln entfernst Du beschädigte und abgestorbene Teile, dann kürzt Du auch sie noch ein wenig ein. Ich schnippele die Wurzeln immer bis auf etwas mehr als eine Handbreit ab. So wird die Bildung neuer, gesunder Wurzeln angeregt. Die noch vorhandenen Feinwurzeln lässt Du dran. Wichtig: Bei ballierten Rosen und Containerrosen werden die Wurzeln nicht geschnitten – eine Ausnahme bilden dabei allerdings kranke, tote oder zu lange Triebe. Die solltest Du auch bei diesen Rosen entfernen.

 

In meinem Garten wächst, was mir gefällt. Dazu gehören auch Pflanzen, die für Insekten wichtig sind. Diese nicht gefüllte Beetrose ist eine von ihnen. Sie ist aufgrund ihrer Pollen sehr bienenfreundlich. Foto: frankskleinergarten.de/ Frank Gerdes

 

 

SO SETZT DU DEINE ROSEN RICHTIG

Auch nachdem Du sie zurückgeschnitten hast, sind die Wurzeln Deiner Rose immer noch lang und kräftig. Deshalb sollte das Pflanzloch mindestens einen Durchmesser von 40 Zentimetern haben und so tief sein, dass die Wurzeln nicht umknicken, wenn Du die Rosen hineinsetzt. Pflanze Deine Rose nur dort, wo vorher keine andere Rose wuchs. Sie schätzt nämlich den „Erstbezug“. Ansonsten könnte die Pflanze Opfer einer Bodenmüdigkeit werden und wächst nicht richtig an. Ausnahme: Du tauschst die Erde komplett aus und setzt die Rose schließlich in spezielle Rosenerde aus dem Gartencenter. Achte darauf, dass die Veredelungsstelle zwischen 8 und 10 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Nur so ist sie sicher vor Spannungsrissen durch die Wintersonne. Die richtige Tiefe kannst Du ganz einfach mit einem Zollstock messen. Bevor das Loch mit Erde gefüllt wird, solltest Du reifen Kompost gemischt mit einer Handvoll Hornspäne hineingeben, dann das Loch bis zur Mitte mit Erde auffüllen und gießen. So „schlämmst“ Du die Rose ein. Dadurch bekommt sie einen super Halt und Hohlräume im Boden werden verdichtet. Ist das Wasser versickert, kommt die restliche Erde ins Pflanzloch. Zum  Abschluss noch einmal ordentlich wässern.

ACHTE AUF DEN RICHTIGEN PFLANZABSTAND

Der Pflanzabstand im Beet richtet sich nach Rosentyp und Sortenwahl. Vor allem, wenn das Beet reichlich blühen soll, müssen die Abstände angemessen sein. Sonst kommt die Blütenpracht nicht richtig zur Geltung. Das gilt ganz besonders für Beet- und Edelrosen. Damit Du es richtig machst, musst Du vorm Setzen der Pflanze einfach mal aufs Etikett schauen. Dort werden die Pflanzabstände in der Regel genannt. Ausreichende Abstände von 50 bis 80 Zentimeter sorgen dafür, dass der Wind nach Regen ordentlich durchs Beet wehen kann und so die Pflanzen wieder trocknet. Außerdem hast Du bei einem ordentlichen Abstand auch die Möglichkeit, begleitende Stauden oder Kräuter wie Lavendel oder Salbei zu pflanzen. Strauchrosen, die oft mehrere Meter in die Höhe wachsen und einen ordentlichen Umfang erreichen, benötigen natürlich einen größeren Abstand. Nur so können sie sich gesund entwickeln.

 

 

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